Bestecksets werden über eine Zahl verkauft. 30-teilig, 60-teilig, 68-teilig. Diese Zahl klingt nach Ausstattung, meint aber nur eine Multiplikation aus Personen und Teilen pro Gedeck. Wer sie zerlegt, sieht sofort, ob ein Set zum eigenen Haushalt passt oder ob 38 Teile davon jahrelang ungenutzt in der Schublade liegen. Der zweite Punkt, den kaum ein Angebot nennt, ist die Frage nach zehn Jahren: Bekommen Sie dann noch eine einzelne Gabel in derselben Form?
Wie setzt sich die Teilezahl zusammen?
Das Grundgedeck besteht in den meisten Serien aus fünf Teilen: Menümesser, Menügabel, Menülöffel, Kuchen- oder Dessertgabel und Kaffeelöffel. Fünf Teile mal sechs Personen ergeben 30. Fünf mal zwölf ergibt 60. Damit sind die beiden häufigsten Größen erklärt. Manche Hersteller rechnen mit vier Teilen pro Person und lassen die Dessertgabel weg, dann sind 24 Teile sechs Gedecke und nicht etwa ein Set für vier Personen. Diese Unterscheidung steht selten im Titel, aber immer in der Stückliste.
Oberhalb von 60 wird es unübersichtlich. Ein 68-teiliges Set ist in der Regel ein 60-teiliges Set plus acht Vorlegeteile, typischerweise zwei Vorlegegabeln, ein bis zwei Vorlegelöffel, ein Saucenlöffel, ein Zuckerlöffel, ein Tortenheber und ein Sahne- oder Kaffeelöffel. Diese Zusammenstellung legt der Hersteller fest. Sie kaufen also nicht mehr Gedecke, sondern eine Auswahl an Servierteilen, die Sie vielleicht nie brauchen. Prüfen Sie die Liste, bevor Sie den Aufpreis gegenüber dem 60-teiligen Set zahlen.
| Setgröße | Personen | Teile je Person | Typischer Inhalt |
|---|---|---|---|
| 16-teilig | 4 | 4 | Messer, Gabel, Löffel, Kaffeelöffel |
| 24-teilig | 6 | 4 | Wie oben, ohne Dessertgabel |
| 30-teilig | 6 | 5 | Menüteile plus Dessertgabel plus Kaffeelöffel |
| 60-teilig | 12 | 5 | Doppelte Menge des 30-teiligen Sets |
| 68-teilig | 12 | 5 | 60 Teile plus acht Vorlege- und Servierteile |
MerkeRechnen Sie vom Esstisch her, nicht vom Angebot. Ein Zweipersonenhaushalt, der viermal im Jahr sechs Gäste bewirtet, braucht sechs Gedecke und eine Spülmaschine, kein Set für zwölf. Über die Materialfrage, also 18/10 gegen 18/0 und die Ursachen von Rostflecken, lesen Sie im Beitrag zu Edelstahlbesteck nach.
Menübesteck oder Tafelbesteck: Was ist der Unterschied?
Historisch bezeichnet Tafelbesteck die größere Ausführung, wie sie früher üblich war. Menübesteck ist die etwas kleinere, handlichere Form und heute der Normalfall im Handel, größer als ein Dessertbesteck und kleiner als das klassische Tafelbesteck. So beschreibt es die hauswirtschaftliche Fachliteratur. Im Verkauf werden beide Begriffe allerdings uneinheitlich benutzt, und einzelne Anbieter kennzeichnen eine 21,5 Zentimeter lange Gabel als Menügabel, während eine andere Serie ihre Tafelgabel mit 18,5 Zentimetern angibt. Die Bezeichnung allein ist deshalb kein verlässliches Maß.
Verlassen Sie sich stattdessen auf die Längenangabe in Millimetern, die seriöse Anbieter je Teil ausweisen. Legen Sie ein Besteckteil, das Sie schon haben, daneben und vergleichen Sie. Der Unterschied zwischen 185 und 215 Millimetern klingt klein. In der Hand und in der Besteckschublade ist er deutlich. Wichtig wird das vor allem, wenn Sie ein vorhandenes Set ergänzen wollen und Teile aus zwei Serien nebeneinander liegen.
Woran erkennen Sie ein Set, das gut in der Hand liegt?
- Gewicht: Ein Menümesser bringt bei massiven Serien deutlich mehr auf die Waage als eine Gabel, weil die Klinge aus einem anderen Rohling gefertigt wird. Nehmen Sie im Laden immer das Messer in die Hand, nicht den Löffel.
- Balance: Legen Sie eine Gabel quer auf den Zeigefinger. Kippt sie sofort zum Griff oder zur Zinke, sitzt der Schwerpunkt ungünstig. Ein Punkt nahe der Mitte liegt beim Essen ruhiger.
- Griffkante: Fahren Sie mit dem Daumennagel über den Griffrand. Fühlbare Grate oder Absätze bleiben über die gesamte Lebensdauer spürbar und lassen sich nicht wegpolieren.
- Zinkenabstand: Vier Zinken sind Standard. Prüfen Sie, ob die Spitzen exakt auf einer Linie enden, sonst hakt die Gabel auf dem Teller.
- Messerbauart: Ein Monoblockmesser ist aus einem Stück, ein Hohlheftmesser hat einen aufgesetzten Griff. Beim Hohlheft ist die Klebe- oder Lötstelle die Schwachstelle in der Spülmaschine.
- Kaffeelöffel: Er ist das Teil, das am häufigsten verschwindet. Zählen Sie nach, wie viele im Set liegen, und ob Sie ihn einzeln nachbestellen können.
Lässt sich ein Set später ergänzen?
Das ist die Frage, die den Kauf über zehn Jahre trägt. Viele Markenhersteller geben eine Nachkaufgarantie, also die Zusage, Einzelteile einer Serie für einen festgelegten Zeitraum ab Markteinführung lieferbar zu halten. Bei einzelnen Silberserien reichen solche Zusagen bis in die 2040er Jahre. Die Zusage bindet aber nur den Hersteller, nur für die genannte Laufzeit und mit Einschränkungen: Läuft eine Serie aus, kann eine Nachproduktion an Mindestabnahmemengen scheitern. Lassen Sie sich den Zeitraum vor dem Kauf schriftlich zeigen, statt sich auf eine mündliche Auskunft zu verlassen.
- Serienname notieren. Er steht auf der Verpackung, oft auch als Prägung auf der Rückseite von Griff oder Klinge. Ohne diesen Namen finden Sie später kein Ersatzteil.
- Nachkaufzeitraum prüfen. Suchen Sie auf der Herstellerseite nach der Serie und der Angabe, bis wann Einzelteile geführt werden.
- Einzelteilpreis vergleichen. Rechnen Sie den Preis einer nachgekauften Gabel gegen den Stückpreis im Set. Liegt er beim Vierfachen, ist eine größere Erstausstattung günstiger.
- Kaufbeleg aufheben. Er belegt Kaufdatum und Serie. Fotografieren Sie ihn, Thermopapier verblasst innerhalb weniger Jahre.
- Bestand jährlich zählen. Fehlende Teile fallen sonst erst auf, wenn die Serie ausgelaufen ist.
- Reste separat lagern. Teile aus abgelaufenen Serien in einer eigenen Schublade halten, statt sie unter das aktuelle Set zu mischen.
Bestückte Koffer prüfen. Bestecksets werden oft in einem Koffer verkauft, und dessen Einlage ist auf genau diese Teilezahl zugeschnitten. Ergänzen Sie das Set später um Teile, passen diese nicht mehr in den Koffer. Kaufen Sie deshalb entweder eine Kofferausführung mit Reservefächern oder trennen Sie beide Anschaffungen. Worauf es bei der geschlossenen Aufbewahrung ankommt, steht im Beitrag zum Besteckkoffer.
Welche Größe passt zu welchem Haushalt?
Für einen Haushalt mit zwei Personen und Spülmaschine reichen sechs Gedecke im Alltag aus, weil die Maschine in der Regel jeden zweiten Tag läuft. Wer ohne Spülmaschine arbeitet oder die Maschine nur einmal pro Woche startet, braucht mehr Umlauf und liegt bei acht bis zwölf Gedecken richtig. Eine Familie mit vier Personen kommt mit einem 30-teiligen Set über den normalen Tag, stößt aber am Sonntag an die Grenze, sobald Kuchengabeln und Kaffeelöffel gleichzeitig gebraucht werden. In diesem Fall ist es sinnvoller, ein 30-teiliges Set um sechs zusätzliche Kaffeelöffel zu erweitern, als auf 60 Teile zu gehen.
Für sehr kleine Haushalte gibt es 16-teilige Sets für vier Personen. Sie sind selten preiswerter pro Teil, aber sie belegen weniger Platz im Besteckeinsatz. Womit das Besteck aufbewahrt wird, ohne zu klappern und anzulaufen, steht im Beitrag zum Besteckkoffer. Messen Sie vor dem Kauf die Innenlänge Ihres Besteckeinsatzes in der Schublade: Ein Menümesser mit 235 Millimetern passt nicht in jedes Fach, und das merken Sie erst nach dem Auspacken.
