Ein Briefkasten hat genau zwei Aufgaben: Post aufnehmen, ohne sie zu beschädigen, und Wetter aushalten, ohne zu rosten. Beide Punkte sind messbar. Für den ersten gibt es eine Norm mit konkreten Maßen, für den zweiten eine Werkstoffnummer, die auf jedem seriösen Datenblatt steht. Wer beides prüft, kauft einmal. Wer nur auf die Optik schaut, kauft in fünf Jahren erneut.

Welche Maße schreibt die DIN EN 13724 vor?
Die Norm geht von einer Prüfsendung aus, nicht von einem Wunschmaß. Diese Prüfsendung ist ein flexibles Stück im Format C4 mit 229 mal 324 mal 24 Millimetern. Es muss sich einwerfen und wieder entnehmen lassen, ohne dass es geknickt oder beschädigt wird. Alles Weitere folgt daraus. Beim Längseinwurf, bei dem der Umschlag hochkant eingeschoben wird, beträgt die Öffnung 230 bis 280 Millimeter in der Breite bei 30 bis 35 Millimetern Höhe. Beim Quereinwurf liegt die Breite bei 325 bis 400 Millimetern, die Höhe bei 30 bis 35 oder bei 35 bis 45 Millimetern.
Die Norm regelt außerdem die Entnahme: Auch die Entnahmeöffnung muss so bemessen sein, dass sich die Prüfsendung unbeschädigt herausnehmen lässt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Flache Designbriefkästen mit tiefem Gehäuse und schmaler Klappe erfüllen die Einwurfmaße und scheitern an der Entnahme, weil man den Umschlag beim Herausziehen zwangsläufig knickt. Prüfen Sie deshalb beides und nicht nur den Schlitz.
| Merkmal | Wert nach DIN EN 13724 | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| Prüfsendung | Format C4, 229 mal 324 mal 24 Millimeter, flexibel | Ein gefüllter Katalogumschlag muss unbeschädigt passen |
| Einwurf längs | Breite 230 bis 280 Millimeter, Höhe 30 bis 35 Millimeter | Umschlag wird hochkant eingeschoben |
| Einwurf quer | Breite 325 bis 400 Millimeter, Höhe 30 bis 35 oder 35 bis 45 Millimeter | Umschlag wird der Breite nach eingeschoben |
| Montagehöhe | Mittellinie 700 bis 1700 Millimeter über Boden | Ausnahmefall 400 bis 1700 Millimeter |
| Barrierefreiheit in Anlagen | Mindestens 30 Prozent der Schlösser in 900 bis 1300 Millimetern | Betrifft Mehrfamilienhäuser und Anlagen |
| Entnahme | Prüfsendung muss unbeschädigt entnehmbar sein | Schließt sehr flache Gehäuse praktisch aus |
Wo darf der Briefkasten hängen und wann wird nicht zugestellt?
Eine gesetzliche Pflicht, den Briefkasten an die Grundstücksgrenze zu setzen, gibt es nicht. Der Zusteller muss ihn aber ohne unzumutbaren Aufwand erreichen können. Deutsche Post empfiehlt deshalb die Grundstücksgrenze oder zumindest die Nähe zur öffentlichen Verkehrsfläche. Praktisch heißt das: Ein Briefkasten am Haus ist zulässig, solange der Weg dorthin frei, sicher und kurz ist.
Die Zustellung kann verweigert werden, wenn der Weg unzumutbar ist. Typische Gründe sind ein verschlossenes Gartentor, ein freilaufender Hund, ein sehr langer Zuweg oder eine rutschige, nicht geräumte Strecke. Die Post hinterlegt die Sendungen dann in der Filiale. Wer ein Grundstück mit langem Zuweg hat, fährt mit einer Anlage an der Grenze besser. Zur Befestigung an der Fassade finden Sie die Schritte im Beitrag dazu, wie man einen Briefkasten an der Hauswand montiert.
MerkeDenken Sie den Winter mit. Ein Standbriefkasten an der Grenze steht genau dort, wo der Räumdienst Salzschnee an den Rand schiebt. Das ist der Ort mit dem höchsten Chlorideintrag auf dem ganzen Grundstück. Wenn Sie dort einen Edelstahlkasten setzen, sollte er aus 1.4404 bestehen, und der Standfuß sollte nicht in einer Pfütze stehen.
Welcher Edelstahl hält draußen wirklich?
Edelstahl rostet nicht, weil eine sehr dünne Passivschicht aus Chromoxid ihn schützt. Diese Schicht ist gegen Chloride empfindlich. Der verbreitete Werkstoff 1.4301, umgangssprachlich V2A, besteht im Wesentlichen aus Chrom und Nickel. Er hält in normaler Stadt- und Landluft jahrzehntelang. In chloridhaltiger Umgebung stößt er an seine Grenze, und es entsteht Lochkorrosion: punktförmige Vertiefungen, die von außen klein aussehen und darunter weiterfressen. Küstenluft, Streusalz und Schwimmbadatmosphäre sind die klassischen Fälle.
Der Werkstoff 1.4404, umgangssprachlich V4A, enthält zusätzlich rund 2 bis 2,5 Prozent Molybdän. Molybdän stabilisiert die Passivschicht gegenüber Chloriden und erhöht die Beständigkeit gegen Loch- und Spaltkorrosion deutlich. Für Außenanwendungen in Küstennähe ist er die sichere Wahl. Der Unterschied ist kein Detail: In der Praxis wird berichtet, dass Bauteile aus V2A am Meer bereits nach zwei bis drei Jahren Korrosion zeigen, während V4A dort über 20 Jahre hält. Fragen Sie den Anbieter deshalb nach der Werkstoffnummer und nicht nach dem Wort Edelstahl.
Flugrost ist nicht der Rost Ihres Briefkastens. Braune Schleier und feine Punkte auf einer Edelstahloberfläche stammen fast immer von außen: Eisenpartikel aus Bremsstaub, aus Schleif- oder Bohrarbeiten in der Nähe oder aus Werkzeugen, die vorher an Stahl gearbeitet haben. Diese Partikel rosten auf der Oberfläche und färben sie. Der Edelstahl selbst ist zunächst unbeschädigt. Bleiben die Partikel jedoch liegen, entsteht darunter Spaltkorrosion, und dann greift der Schaden das Grundmaterial an. Entfernen Sie Flugrost deshalb, sobald Sie ihn sehen, und bohren Sie niemals Baustahl in unmittelbarer Nähe eines Edelstahlkastens.
Wie montieren und pflegen Sie den Kasten?
- Höhe festlegen. Setzen Sie die Mittellinie der Einwurföffnung zwischen 700 und 1700 Millimeter über den fertigen Boden. In Anlagen sollten mindestens 30 Prozent der Schlösser zwischen 900 und 1300 Millimetern liegen.
- Untergrund prüfen. Bei Wärmedämmverbundsystemen muss die Befestigung durch die Dämmung hindurch in den tragenden Untergrund reichen. Dübel im Dämmstoff halten die Last bei geöffneter Klappe nicht.
- Kontaktkorrosion vermeiden. Verwenden Sie Schrauben aus demselben oder einem edleren Werkstoff. Verzinkte Schrauben in einem Edelstahlkasten hinterlassen nach dem ersten Winter braune Läufer.
- Entwässerung sicherstellen. Der Kasten braucht ein Gefälle oder eine Ablauföffnung, damit Schlagregen abläuft. Stehendes Wasser im Bodenblech ist die häufigste Ursache für Korrosion von innen.
- Beschriftung anbringen. Ein dauerhaftes Namensschild ist die Voraussetzung für die Zustellung. Papier hinter Klarsichtfolie hält im Freien nur wenige Monate.
- Regelmäßig reinigen. Wischen Sie die Oberfläche mit Wasser und mildem Reiniger in Schleifrichtung ab, danach trocken nachwischen. Stahlwolle und Scheuermittel sind verboten, sie tragen Eisenpartikel ein und zerstören die Passivschicht.
Worauf achten Sie beim Kauf noch?
- Werkstoffnummer: 1.4301 für normale Innenlandstandorte, 1.4404 an der Küste, an stark gesalzenen Straßen und in Schwimmbadnähe.
- Blechstärke: Dünne Bleche beulen beim Anlehnen einer Leiter oder beim Zuschlagen der Klappe. Fragen Sie die Stärke in Millimetern ab, sie steht selten in der Anzeige.
- Schloss: Ein Zylinderschloss lässt sich bei Verlust tauschen, ein eingepresstes Hebelschloss meist nicht. Prüfen Sie, ob Ersatzschlösser einzeln erhältlich sind.
- Regenschutz: Die Einwurfklappe braucht eine Abdeckung oder eine Innenlippe. Ohne sie läuft Schlagregen direkt auf die Post.
- Zeitungsfach: Ein offenes Rohr unter dem Kasten hält die Zeitung trocken, sammelt aber Laub und Insekten. Ein geschlossenes Fach ist pflegeleichter.
- Oberfläche: Gebürsteter Edelstahl verbirgt Fingerabdrücke besser als polierter. Farbig beschichtete Varianten wie beim weißen Briefkasten sind unempfindlicher gegen Flugrost, zeigen dafür Kratzer deutlicher.
Wenn Sie zwischen zwei Modellen schwanken, entscheidet ein einfacher Test: Nehmen Sie einen gefüllten C4-Umschlag mit, werfen Sie ihn ein und ziehen Sie ihn wieder heraus. Bleibt er heil, erfüllt der Kasten seinen Zweck. Wer dagegen Wert auf eine bestimmte Optik legt und den Standort im Landesinneren hat, findet die Alternativen im Beitrag zum antiken Briefkasten. Notieren Sie sich beim Kauf die Werkstoffnummer auf der Rechnung, denn ohne diesen Beleg lässt sich später kein Mangel begründen.
