Bademode ist ein Textil mit einer ungewöhnlich kurzen Lebensdauer, und das liegt selten am Stoff selbst. Sie besteht in der Regel aus Polyamid oder Polyester mit einem Anteil Elasthan, und dieser Elasthananteil ist der empfindliche Teil. Er sorgt für Rückstellkraft und damit für Halt und Passform. Chlorwasser, Salzwasser, Sonnenöl und Hitze setzen ihm zu. Wer Bademode nach dem Baden einfach in die Tasche legt, verkürzt ihre Lebensdauer um ein Vielfaches.
Warum zerstört Chlor die Form?
Elasthan ist ein Polyurethanfaden, der sich stark dehnen und wieder zusammenziehen kann. Chlor und andere Oxidationsmittel greifen diese Molekülketten an. Die Faser verliert nach und nach ihre Rückstellkraft, sie bleibt gedehnt und kehrt nicht mehr in die Ausgangslänge zurück. Sichtbar wird das als ausgeleiertes Unterbrustband, als schlaffe Träger und als Schalen, die nicht mehr anliegen. Der Vorgang ist nicht umkehrbar. Es gibt kein Waschmittel und keinen Trick, der Elasthan wieder herstellt.
Salzwasser wirkt anders, aber ebenfalls schädlich. Trocknet Meerwasser im Gewebe, kristallisiert das Salz zwischen den Fasern und scheuert bei jeder Bewegung. Sonnencreme und Sonnenöl bringen Fette und teils Farbstoffe ein, die sich an der Faser festsetzen und helle Bademode dauerhaft gelblich verfärben. Ultraviolette Strahlung schwächt zusätzlich die Farbstoffe und das Material. Diese vier Belastungen treffen im Sommerurlaub täglich zusammen, weshalb dieselbe Bademode nach zwei Wochen Pool oft aussieht wie nach einer ganzen Saison.
| Belastung | Wirkung auf das Material | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Chlorwasser | zerstört Elasthan, Verlust der Rückstellkraft | sofort mit klarem Wasser ausspülen |
| Salzwasser | Salzkristalle scheuern zwischen den Fasern | ausspülen, nicht antrocknen lassen |
| Sonnencreme und Öl | Fettflecken, gelbliche Verfärbung | mindestens 30 Minuten vor dem Anziehen einziehen lassen |
| Sonnenlicht | bleicht Farben, schwächt die Faser | im Schatten trocknen |
| Hitze aus Trockner oder Sauna | Elasthan erschlafft dauerhaft | nur an der Luft trocknen |
| Schleudern über etwa 600 Umdrehungen | überdehnt Bündchen und Träger | nicht oder nur kurz schleudern |
Wie waschen Sie Bademode richtig?
- Sofort ausspülen. Direkt nach jedem Tragen mit klarem, lauwarmem Wasser durchspülen. Das entfernt Chlor, Salz und einen Teil der Creme, bevor sie einziehen.
- Einweichen bei Bedarf. Etwa eine halbe Stunde in lauwarmem Wasser mit einem Spritzer Feinwaschmittel löst Rückstände, ohne mechanische Belastung.
- Von Hand waschen. Lauwarmes Wasser, mildes Fein- oder Buntwaschmittel, sanft durchdrücken statt reiben. Bei heller Bademode können Sie ein Universalwaschmittel verwenden.
- Oder Maschine im Netz. Schonwaschgang bei 30 Grad Celsius, Wäschenetz, kein Weichspüler. Ohne Netz verhaken sich Bügel und Verschlüsse in anderer Wäsche.
- Kaum schleudern. Kein Schleudergang oder höchstens etwa 600 Umdrehungen pro Minute. Höhere Drehzahlen dehnen Bündchen und Träger.
- Wasser vorsichtig entfernen. In ein Handtuch einrollen und leicht andrücken. Nicht auswringen, weil dabei die Bügel verbogen werden.
- Liegend trocknen. Flach auf einem Trockenständer oder Handtuch, im Schatten und mit Luft von beiden Seiten. Tropfnass aufgehängt zieht das Eigengewicht das Teil in die Länge.
Wie oft gründlich gewaschen wird, hängt vom Einsatz ab. Der VerbraucherService Bayern nennt als Richtwert eine gründliche Wäsche nach drei- bis viermaligem Gebrauch, wobei das Ausspülen nach jedem Tragen davon unberührt bleibt. Bei täglichem Schwimmbadbesuch waschen Sie entsprechend häufiger. Welche Waschmitteltypen sich wie unterscheiden, steht im Beitrag zu der Frage, welches Waschmittel am besten ist.
Kein Weichspüler, kein Trockner, keine heiße Fliese. Weichspüler legt sich um die elastischen Fasern und beschleunigt das Ausleiern. Der Wäschetrockner kombiniert Hitze und Mechanik und ist damit die schnellste Methode, ein Elasthangewebe zu ruinieren. Dasselbe gilt für das Trocknen auf heißen Steinen am Pool, auf dem Autodach oder im Saunabereich. Wärme über etwa 40 Grad Celsius setzt der Faser dauerhaft zu.
Wie bleibt der Bügel in Form?
Der Bügel eines Bikinioberteils ist ein dünner, ummantelter Draht oder ein Kunststoffprofil, das in einen Tunnel eingenäht ist. Er verformt sich nicht durch Tragen, sondern durch Quetschen und Knicken. Die typischen Ursachen sind das Auswringen nach dem Baden, das Zusammenrollen in der Reisetasche und das Stopfen in eine volle Schublade. Ein einmal verbogener Bügel drückt an einer Stelle und liegt an anderer nicht mehr an, und er lässt sich in aller Regel nicht sauber zurückbiegen.
- Schalen ineinanderlegen: Legen Sie die Schalen nicht gegeneinander, sondern ineinander, so wie sie geformt sind. Gegeneinander gedrückt knicken sie ein.
- Nicht falten: Vorgeformte Schalen dürfen nicht in der Mitte gefaltet werden. Die Falte bleibt als Knick im Schaumstoff sichtbar.
- Platz geben: In Schublade und Koffer braucht das Oberteil eine eigene Ecke. Anderes Gepäck darf nicht darauf lasten.
- Auf Durchstoßen prüfen: Wenn sich ein Bügelende durch den Stoff arbeitet, sofort von Hand mit engen Stichen schließen. Ein freiliegender Drahtbügel verletzt die Haut.
- Verschlüsse schließen: Haken vor dem Waschen einhaken, sonst verhaken sie sich im Gewebe und ziehen Fäden.
- Im Wechsel tragen: Zwei Teile abwechselnd verwenden. Elasthan braucht etwa 24 Stunden trocken, um seine Rückstellkraft weitgehend zurückzugewinnen.
Was tun bei Flecken von Sonnencreme oder Selbstbräuner?
Vorbeugen ist hier wirksamer als behandeln. Lassen Sie Sonnencreme mindestens eine halbe Stunde vor dem Anziehen einziehen. Fette Rückstände, die einmal in die Faser gewandert sind, lassen sich nur schwer lösen, und die typischen gelblichen Ränder an weißer Bademode bleiben oft dauerhaft. Frische Flecken behandeln Sie zeitnah mit etwas Feinwaschmittel oder Gallseife, sanft einarbeiten, einwirken lassen und gründlich ausspülen. Verzichten Sie auf chlorhaltige Bleiche, denn sie zerstört genau die Faser, die Sie erhalten wollen.
Bei hartnäckigen Rückständen hilft ein längeres Einweichbad in lauwarmem Wasser mit Feinwaschmittel eher als kräftiges Reiben, weil Reiben die Oberfläche aufraut und Pilling erzeugt. Welche Hausmittel bei welchem Fleckentyp sinnvoll sind, steht im Beitrag zu Hausmitteln gegen Flecken. Denken Sie daran, jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle zu testen, etwa an der Innenseite eines Trägers, weil Bademodenfarben stark auslaufen können.
MerkeWaschen Sie neue Bademode vor dem ersten Tragen einmal separat. Bademode ist häufig kräftig gefärbt und gibt beim ersten Kontakt mit Wasser Farbe ab, die auf hellen Handtüchern und heller Wäsche Flecken hinterlässt. Die Grundregeln zum Sortieren und Vorbereiten stehen im Beitrag zum richtigen Waschen von Wäsche.
Wann ist Bademode am Ende?
Es gibt einen einfachen Test. Ziehen Sie das Unterbrustband oder den Beinausschnitt einige Zentimeter auseinander und lassen Sie los. Kehrt das Material sofort und vollständig in die Ausgangslage zurück, ist das Elasthan intakt. Bleibt eine sichtbare Dehnung stehen oder wellt sich der Rand, hat die Faser ihre Rückstellkraft verloren. Weitere Anzeichen sind durchscheinender Stoff im nassen Zustand, Pilling an den Innenseiten und Farbe, die nur noch stellenweise vorhanden ist.
Wenn Sie Bademode über den Winter einlagern, waschen Sie sie vorher gründlich und trocknen Sie sie vollständig. Restfeuchte in einem verschlossenen Behälter führt zu Stockflecken, und Reste von Sonnencreme oxidieren über Monate zu gelben Rändern. Lagern Sie die Teile flach und ohne Druck, am besten in einem Baumwollbeutel statt in einer Plastiktüte. Kontrollieren Sie im Frühjahr zuerst die Nähte an den Bügeltunneln, denn dort beginnt der Verschleiß.
