Umgekippte Saftgläser gehören zu den häufigsten Flecken in Haushalten mit Kindern, und sie sind fast immer harmloser als befürchtet. Fruchtsaft besteht aus Wasser, Zucker, Fruchtsäure und Farbstoffen, und nichts davon ist besonders schwer zu lösen, solange man in der richtigen Reihenfolge arbeitet.
Der Zucker klebt und muss zuerst weg. Der Farbstoff färbt und wird danach behandelt. Wer beides gleichzeitig angeht oder gleich warm ausspült, arbeitet gegen sich selbst.
Die ersten Minuten
- Flüssigkeit aufnehmen, mit einem saugfähigen weißen Tuch abtupfen, nicht reiben.
- Kalt ausspülen, von der Rückseite, damit der Zucker herausgedrückt wird.
- Solange spülen, bis nichts mehr klebt. Über die feuchte Stelle streichen: Sie muss sich glatt anfühlen.
- Farbrest beurteilen, erst danach ein Mittel wählen.
- Gallseife bei Buntem, Sauerstoffbleiche bei Weiß, jeweils einige Minuten einwirken lassen.
- Waschen und feucht kontrollieren, erst danach trocknen.
Kein warmes Wasser im ersten Schritt. Der Zucker löst sich zwar bei jeder Temperatur, aber Wärme bindet die Fruchtfarbstoffe dauerhaft an die Faser. Genau die bleiben später als Schatten zurück, wenn längst nichts mehr klebt.
Welcher Saft macht welchen Fleck?
| Sorte | Farbanteil | Schwierigkeit |
|---|---|---|
| Apfelsaft, klar | sehr gering | gering, kaltes Ausspülen genügt |
| Orangensaft, Multivitamin | Carotinoide | gering, spricht auf Sonnenlicht an |
| Traubensaft, rot | Anthocyane | hoch, wie Rotwein behandeln |
| Kirsch- und Johannisbeersaft | Anthocyane | hoch |
| Karottensaft | fettlösliches Carotin | mittel, Öl hilft zusätzlich |
| Rote-Bete-Saft | Betanin | sehr hoch |
MerkeKarottensaft und Multivitaminsaft färben über Carotinoide, und die sind nicht lichtecht. Auf weißer Wäsche verblasst der Rest deshalb zuverlässig in der Sonne: das feuchte Textil einfach für einen Nachmittag nach draußen legen. Bei bunten Stoffen scheidet die Methode aus.
Saft auf Teppich, Polster und im Auto
Ohne Waschgang zählt vor allem, dass der Zuckerrest vollständig herauskommt. Bleibt er im Material, wird die Stelle über Wochen klebrig und dunkelt nach, weil sie Staub bindet.
- Flüssigkeit sofort aufnehmen, das Tuch mehrfach wechseln.
- Mit kaltem Wasser nachtupfen, ohne die Stelle zu durchnässen.
- Wiederholen, bis nichts mehr klebt, das ist hier der entscheidende Punkt.
- Bei Farbrest Essiglösung aus Essig und Wasser zu gleichen Teilen betupfen.
- Mit klarem Wasser nachtupfen und die Restfeuchte mit einem beschwerten Tuch herausziehen.
Eingetrocknete Saftflecken
Eingetrockneter Saft bildet einen klebrigen, oft glänzenden Rand. Weichen Sie das Textil 30 Minuten in kaltem Wasser ein, dann lösen sich Zucker und Farbstoff wieder an.
Danach folgt der übliche Ablauf: Gallseife oder Sauerstoffbleiche gegen den Farbrest, ausspülen, waschen. Zwei Durchgänge sind bei alten Flecken normal, und zwischendurch darf das Textil weder in den Trockner noch unter das Bügeleisen.
Der Farbanteil verhält sich wie bei Obstflecken, der Zuckeranteil wie bei Marmeladenflecken. Die Systematik erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten.
