Ein Betthimmel ist textil, leicht und harmlos. Das gilt für den Stoff. Für den Punkt, an dem er hängt, gilt es nicht. Eine Deckenbefestigung, die versagt, fällt auf schlafende Menschen, und bei einem Kinderbett kommt eine zweite Gefahr hinzu, die mit dem Gewicht nichts zu tun hat.

Welche Deckenbefestigung hält einen Betthimmel?
Zuerst müssen Sie wissen, was für eine Decke Sie über sich haben. Klopfen Sie ab: Ein heller, hohler Klang deutet auf eine abgehängte Gipskartondecke, ein dumpfer, harter Klang auf Beton oder Mauerwerk. Bohren Sie probeweise 5 Millimeter tief. Weißes, weiches Mehl bedeutet Gips, grauer, harter Staub bedeutet Beton.
| Deckenart | Befestigungsmittel | Anhaltswert Traglast | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Beton | Spreizdübel oder Kunststoffdübel mit Sechskantschraube | hoch, für einen Betthimmel unkritisch | Bohren im Hammerbohrmodus, Bohrmehl vor dem Setzen ausblasen |
| Gipskarton, einlagig beplankt | Hohlraumdübel aus Metall oder Kunststoff | rund 6 Kilogramm je Dübel je Feld und Meter an der Decke | Deckenlasten sind deutlich niedriger anzusetzen als Wandlasten |
| Gipskarton, zweilagig beplankt | Hohlraumdübel aus Metall | höher als einlagig, Herstellerangabe beachten | Setzen Sie mehrere Punkte und verteilen Sie die Last |
| Holzbalkendecke | Schraube direkt in den Balken | sehr hoch, wenn der Balken getroffen wird | Balkenlage mit Leitungssucher oder Klopfprobe orten |
| Unbekannter Aufbau | keine Deckenmontage | nicht bestimmbar | auf eine Wandmontage oder einen Ständer ausweichen |
Die Zahl für Gipskarton ist der Wert, den Sie sich merken sollten: Für Lasten an einer Gipskartondecke wird für Hohlraumdübel eine zulässige Last von etwa 6 Kilogramm je Dübel, je Feld und Meter angesetzt. An einer Wand tragen dieselben Dübel deutlich mehr, Kunststoffdübel etwa 25 Kilogramm bei einlagiger und 40 Kilogramm bei zweilagiger Beplankung, Metalldübel 30 beziehungsweise 50 Kilogramm. Diese Wandwerte dürfen Sie nicht auf die Decke übertragen, weil an der Decke die gesamte Last als Zug am Dübel hängt.
Ein Betthimmel aus leichtem Voile wiegt selten mehr als 1 bis 3 Kilogramm. Das ist unkritisch. Kritisch wird es, wenn schwerer Vorhangstoff, ein Metallring mit 60 Zentimetern Durchmesser und eine Aufhängung mit Kette zusammenkommen, oder wenn ein Kind sich an dem Stoff hochzieht. Planen Sie deshalb mit mindestens dem Dreifachen des tatsächlichen Gewichts und verteilen Sie die Last auf mehrere Befestigungspunkte.
Ein Deckenhaken über einem Bett hat keine zweite Chance. Bohren Sie niemals in eine Decke, ohne vorher mit einem Leitungssuchgerät in beiden Messmodi nach Strom- und Wasserleitungen zu suchen. In abgehängten Decken verlaufen Elektroleitungen häufig frei im Hohlraum und liegen nicht in Schutzzonen. Wenn Sie den Deckenaufbau nicht sicher bestimmen können, montieren Sie nicht an der Decke. Eine Wandmontage über dem Kopfende oder ein freistehender Betthimmelständer sind die sicheren Alternativen.
Welche Bauform passt zu welchem Bett?
Es gibt drei Grundformen, und sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand der Befestigung.
- Ringhimmel: Ein Ring mit 40 bis 60 Zentimetern Durchmesser hängt an einem einzigen Punkt mittig über dem Bett, der Stoff fällt kegelförmig herab. Einfachste Montage, aber die gesamte Last hängt an einem Dübel.
- Schienenhimmel: Zwei oder vier Vorhangschienen werden im Rechteck über dem Bett an der Decke montiert. Aufwendiger, verteilt aber die Last auf viele Punkte und ergibt einen geraden, ruhigen Fall.
- Vier Aufhängepunkte mit Stangen: Vier Deckenhaken über den Bettecken, dazwischen dünne Rundstäbe oder Seile. Ergibt die klassische Form eines Himmelbetts ohne Bettgestell mit Pfosten.
- Wandmontage: Eine Stange oder ein Halbring wird über dem Kopfende an der Wand befestigt, der Stoff fällt nach hinten und seitlich. Die einfachste Lösung, wenn die Decke ausscheidet.
- Freistehender Ständer: Ein Rahmen, der auf dem Boden steht und nichts anbohrt. Für Mietwohnungen und für alle Fälle mit unklarem Deckenaufbau die richtige Wahl.
Für eine ruhige Optik lohnt es sich, den Stoff des Himmels auf die übrigen Textilien im Raum abzustimmen. Wer dafür vorhandenes Material nutzen möchte, findet im Beitrag über Gardinen aus alten Bettlaken eine passende Vorgehensweise, die sich auf einen Betthimmel übertragen lässt.
Wie viel Stoff brauche ich?
Die Stoffmenge ergibt sich aus der Fallhöhe, dem Umfang der Aufhängung und dem gewünschten Faltenwurf. Rechnen Sie in drei Schritten.
- Fallhöhe messen. Messen Sie vom geplanten Befestigungspunkt an der Decke bis dorthin, wo der Stoff enden soll. Bei einer Raumhöhe von 250 Zentimetern und einem Fall bis 20 Zentimeter über dem Boden sind das rund 230 Zentimeter je Bahn.
- Zugabe einrechnen. Addieren Sie oben 10 bis 15 Zentimeter für den Tunnelzug oder die Schlaufen und unten 5 bis 10 Zentimeter für den Saum. Aus 230 werden so etwa 250 Zentimeter Zuschnittlänge.
- Umfang bestimmen. Beim Ringhimmel ist es der Ringumfang, beim Schienenhimmel die Summe der Schienenlängen. Ein Rechteck über einem Bett mit 140 mal 200 Zentimetern hat einen Umfang von 680 Zentimetern.
- Faltenfaktor wählen. Für einen leichten Fall rechnen Sie mit dem 1,5-Fachen des Umfangs, für einen dichten Faltenwurf mit dem 2- bis 2,5-Fachen. Bei 680 Zentimetern Umfang und Faktor 2 brauchen Sie 1.360 Zentimeter Stoffbreite.
- Bahnen berechnen. Teilen Sie die benötigte Breite durch die Stoffbreite. Bei 140 Zentimetern Warenbreite sind das 1.360 geteilt durch 140, also 10 Bahnen. Bei je 250 Zentimetern Zuschnittlänge ergeben sich 25 Meter Meterware.
- Probe machen. Hängen Sie eine einzelne Bahn provisorisch auf, bevor Sie alles zuschneiden. Der Faltenwurf sieht in der Rechnung anders aus als im Raum.
Für einen leichten Ringhimmel über einem Bett mit 140 mal 200 Zentimetern und einer Aufhängung in 240 Zentimetern Höhe kommen Sie mit deutlich weniger aus, üblicherweise mit 8 bis 12 Metern leichtem Stoff. Der große Unterschied zwischen beiden Rechnungen liegt allein im Umfang der Aufhängung.

Bei der Stoffwahl gilt: Voile, Musselin und Chiffon fallen leicht und lassen Licht durch, Baumwollstoffe mittlerer Dichte dunkeln ab und wirken schwerer, schwere Dekostoffe brauchen eine kräftigere Aufhängung. Waschbarkeit ist ein praktischer Punkt, der oft vergessen wird: Ein Betthimmel sammelt Staub, und Staub über dem Kopf ist bei Hausstauballergie ein Problem. Wählen Sie Stoff, den Sie bei mindestens 40 Grad waschen können, und prüfen Sie, ob er nach dem Waschen eingeht.
Was gilt über einem Kinderbett?
Hier verschiebt sich die Frage vom Gewicht zur Erreichbarkeit. Ein Betthimmel über einem Babybett soll abdunkeln und Reize fernhalten. Das Problem entsteht, wenn das Kind den Stoff greifen kann. IKEA rief 2014 mehrere Kinderbetthimmel zurück, nachdem Fälle gemeldet worden waren, in denen sich Kinder mit dem Kopf im Betthimmel verfingen, nachdem sie ihn ins Bett gezogen hatten.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Textilien, die über die Gitterstäbe eines Kinderbetts fallen, behindern die Luftzirkulation im Bett. Als sicherer gilt deshalb eine Variante, die spätestens an der oberen Bettkante endet und die das Kind nicht erreichen kann, solange es noch nicht steht.
- Außer Reichweite: Der Stoff muss so hoch enden, dass ein stehendes Kind ihn nicht greifen kann. Sobald sich ein Kind im Bett aufrichtet, ändert sich die Reichweite schlagartig.
- Keine Schnüre und Bänder: Freie Schnurenden, Kordeln und Schleifen gehören nicht in oder über ein Kinderbett. Sie sind der klassische Auslöser für Strangulationsunfälle.
- Nichts, was ins Bett fallen kann: Prüfen Sie, was passiert, wenn die Befestigung versagt. Fällt der Stoff samt Ring in das Bett, ist die Konstruktion ungeeignet.
- Gitterabstand einhalten: Bei Gitterbetten liegt der maximale Abstand zwischen den Stäben bei 6,5 Zentimetern, damit der Kopf nicht hindurchpasst. Der Betthimmel darf diesen Abstand nicht durch eingeklemmten Stoff verändern.
- Regelmäßig prüfen: Kontrollieren Sie Befestigung und Stoff alle paar Wochen. Kinder testen jede Konstruktion, und was heute unerreichbar ist, ist es in drei Monaten nicht mehr.
- Im Zweifel weglassen: Ein Betthimmel über einem Babybett ist Dekoration und erfüllt keine Funktion, die sich nicht anders lösen ließe. Ein Rollo am Fenster dunkelt besser ab und hängt nicht über dem Kind.
Wie brandsicher ist der Stoff über dem Bett?
Textilien über einem Bett hängen frei, sind großflächig und haben viel Luftkontakt. Genau diese Kombination lässt einen Brand schnell wachsen. Ein Teelicht oder eine Kerze auf dem Nachttisch steht bei einem Betthimmel oft nur 40 bis 60 Zentimeter von hängendem Stoff entfernt, und ein Luftzug beim Öffnen der Tür reicht, um beides zusammenzubringen.
Die Brandschutzklasse B1 nach DIN 4102-1 bezeichnet schwer entflammbare Stoffe. Ein B1-Stoff ist nicht unbrennbar, aber er muss nach dem Entfernen der Zündquelle von selbst erlöschen. Solche Meterware besteht in aller Regel aus Polyester, weil Baumwolle leicht brennbar ist und die Anforderung nicht erfüllt. Wenn Sie einen großflächigen Himmel bauen, ist B1-Ware die vorsichtigere Wahl, auch wenn im privaten Wohnraum keine Vorschrift dazu zwingt.
Unabhängig vom Stoff gelten drei Regeln: keine offene Flamme im selben Raum, wenn Textilien frei über dem Bett hängen. Keine Lichterketten mit Glühlampen im Stoff, weil sie Wärme abgeben und der Stoff die Wärme staut. Und keine Halogenspots in unmittelbarer Nähe des Stoffs. LED-Lichterketten mit geringer Leistung sind die unproblematische Variante, sofern sie das Prüfzeichen eines anerkannten Prüfinstituts tragen.
Der letzte Punkt betrifft die Warnkette im Ernstfall. Ein brennender Betthimmel entwickelt sehr schnell Rauch direkt über dem Kopf des Schlafenden. In Schlafzimmern ist deshalb ein funktionierender Rauchwarnmelder Pflicht, und wie er richtig platziert wird, steht in der Anleitung zum Anbringen von Rauchmeldern. Prüfen Sie vor der Montage des Himmels außerdem, ob der Stoff den Melder verdeckt. Ein Rauchwarnmelder, über dem eine Stoffbahn hängt, meldet zu spät.
Ein praktischer Abschluss zur Montage: Setzen Sie die Deckenhaken so, dass sie in der Flucht der Bettkanten liegen, und messen Sie die Diagonalen der vier Punkte nach. Weichen sie um mehr als 1 Zentimeter voneinander ab, hängt der Himmel sichtbar schief, und das lässt sich mit Stoff nicht kaschieren. Wie sich die Grundmaße 90, 140, 160 und 180 mal 200 Zentimeter im Raum auswirken und wie viel Bewegungsfläche daneben bleiben sollte, steht im Überblick zu Bettgestellen und ihren Maßen.
