Der Titel dieses Ratgebers ist streng genommen aus der Zeit gefallen. Klassische Glühlampen sind seit Jahren nicht mehr im Handel, und auch Halogenlampen sind weitgehend verschwunden. Die Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2020 gilt seit September 2021, seit dem 1. September 2023 dürfen zusätzlich Hochvolt- und Niedervolt-Halogenlampen mit den Sockeln G9, G4 und GY6.35 nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Wer heute Licht ersetzt, kauft in fast allen Fällen ein LED-Leuchtmittel. Der Wechsel selbst ist geblieben, was er war: eine der wenigen Arbeiten an der Beleuchtung, die jeder selbst erledigen darf.

Welcher Sockel sitzt in Ihrer Leuchte?
Der Sockel ist die Schnittstelle zwischen Leuchte und Leuchtmittel, und er entscheidet zuerst darüber, was passt. Nehmen Sie das alte Leuchtmittel mit in den Laden oder fotografieren Sie die Bezeichnung, die meist auf dem Sockelrand aufgedruckt ist. Der Buchstabe steht für die Bauart, die Zahl für ein Maß in Millimetern.
| Sockel | Bauart und Maß | Typische Leuchte | Spannung |
|---|---|---|---|
| E27 | Edison-Schraubgewinde, 27 Millimeter Außendurchmesser | Pendelleuchte, Stehleuchte, Außenleuchte | 230 Volt |
| E14 | Schraubgewinde, 14 Millimeter Außendurchmesser | Kronleuchter, Nachttischleuchte, Dunstabzug | 230 Volt |
| GU10 | Steckfassung mit Bajonett, Stiftabstand 10 Millimeter | Einbaustrahler, Schienensystem | 230 Volt |
| G9 | Stiftsockel aus gebogenem Draht, Stiftabstand 9 Millimeter | Kleine Deckenleuchte, Spiegelleuchte | 230 Volt |
| GU5.3 | Zwei gerade Steckstifte, Abstand 5,3 Millimeter | Einbaustrahler in abgehängter Decke | meist 12 Volt über Trafo |
| G4 | Zwei gerade Steckstifte, Abstand 4 Millimeter | Möbel- und Vitrinenleuchte | 12 Volt |
Zwei Verwechslungen kommen besonders oft vor. GU10 und GU5.3 sehen von vorn ähnlich aus, arbeiten aber mit ganz unterschiedlichen Spannungen. Ein GU5.3-Leuchtmittel gehört an einen Trafo, ein GU10 direkt ans Netz. Und E27 passt zwar mechanisch in viele alte Fassungen, die Leuchte gibt aber eine maximale Leistung vor. Diese Angabe stammt aus der Zeit der Glühlampen und bezieht sich auf die Wärmeentwicklung. Eine LED bleibt darunter mühelos.
Wie wechseln Sie ein Leuchtmittel sicher?
Der Ablauf ist kurz. Halten Sie sich trotzdem an die Reihenfolge, denn der Lichtschalter allein macht eine Fassung nicht zuverlässig spannungsfrei.
- Sicherung ausschalten. Nicht nur den Lichtschalter betätigen, sondern den zugehörigen Leitungsschutzschalter im Verteiler abschalten.
- Abkühlen lassen. Halogen- und ältere Leuchtmittel werden sehr heiß. Warten Sie einige Minuten, bevor Sie zugreifen.
- Standsicher aufstellen. Eine Trittleiter mit Haltebügel statt Stuhl oder Sessel. Die meisten Unfälle bei dieser Arbeit sind Stürze, keine Stromunfälle.
- Sockeltyp bestimmen. Schraubsockel gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen, GU10 hineindrücken und eine Vierteldrehung nach links, G9 und G4 gerade herausziehen.
- Fassung ansehen. Braune Verfärbungen, verschmorter Kunststoff oder ein loser Kontakt sind ein Fall für die Elektrofachkraft, kein Fall für ein neues Leuchtmittel.
- Kontakte reinigen. Staub in der Fassung mit einem trockenen Tuch oder einem Pinsel entfernen. Kein Wasser, keine Sprühreiniger.
- Glas nicht anfassen. Bei Stiftsockellampen den Kolben nur mit einem Tuch berühren. Fett auf dem Glas führt bei heißen Leuchtmitteln zu vorzeitigem Ausfall.
- Neues Leuchtmittel einsetzen. Fest, aber ohne Gewalt. Ein überdrehter Schraubsockel beschädigt die Fassung.
- Sicherung einschalten. Erst danach den Lichtschalter betätigen und die Funktion prüfen.
- Altes Leuchtmittel richtig ablegen. LED und Energiesparlampe getrennt sammeln, nicht in den Restmüll werfen.
Vor dem Wechsel: Stromkreis abschalten, nicht nur den Lichtschalter. In älteren Installationen kann der Schalter im Nullleiter statt in der Phase liegen, dann steht die Fassung trotz ausgeschaltetem Licht unter Spannung. Alles, was über den reinen Lampenwechsel hinausgeht, also eine verschmorte Fassung, eine wackelnde Deckendose, eine defekte Leuchtenleitung oder der Austausch eines Dimmers, gehört zur Elektrofachkraft. Nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung sind Arbeiten an der ans Netz angeschlossenen Anlage einem im Installateurverzeichnis eingetragenen Betrieb vorbehalten.
Wie viel Lumen brauchen Sie statt der alten Wattzahl?
Watt ist eine Angabe zur aufgenommenen Leistung, nicht zur Helligkeit. Bei Glühlampen ließ sich beides gleichsetzen, weil alle Modelle ähnlich ineffizient waren. Bei LED gilt das nicht mehr: Zwei Leuchtmittel mit identischer Wattzahl können sich in der Helligkeit deutlich unterscheiden. Der Wert, auf den es ankommt, steht in Lumen auf der Packung.
| Alte Glühlampe | Lichtstrom | Ungefährer LED-Ersatz |
|---|---|---|
| 25 Watt | etwa 230 Lumen | rund 3 Watt |
| 40 Watt | etwa 400 bis 470 Lumen | rund 5 Watt |
| 60 Watt | etwa 710 Lumen nach Angabe der Verbraucherzentrale | rund 7 bis 9 Watt |
| 75 Watt | etwa 900 bis 1000 Lumen | rund 10 bis 12 Watt |
| 100 Watt | etwa 1300 bis 1500 Lumen | rund 14 bis 20 Watt |
Die Angaben verschiedener Quellen weichen um einige Prozent voneinander ab, weil Glühlampen je nach Bauform unterschiedlich hell waren. Nehmen Sie deshalb den Lumenwert als Richtschnur und nicht als Rechenaufgabe. Ein zweiter Wert lohnt den Blick: der Abstrahlwinkel. Eine LED mit 36 Grad wirft einen engen Spot, eine mit 240 Grad füllt einen Raum. Bei gleichem Lumenwert entsteht daraus ein völlig anderer Eindruck. Wer die Beleuchtung ohnehin überdenkt, findet im Beitrag zur Beleuchtung in der Wohnung die Grundlagen zur Planung.
Welche Farbtemperatur passt in welchen Raum?
Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben, und sie hat mit der Helligkeit nichts zu tun. Ein niedriger Wert bedeutet gelbliches, warmes Licht, ein hoher Wert bläuliches, kühles Licht. Die klassische Glühlampe lag bei etwa 2700 Kelvin, was bis heute die Erwartung an Wohnräume prägt.
- Extra warmweiß: 1800 bis 2700 Kelvin. Sehr gemütlich, gut für Schlafzimmer und indirekte Beleuchtung am Abend.
- Warmweiß: 2700 bis 3300 Kelvin. Der Standard für Wohnzimmer, Flur und Esstisch, entspricht dem gewohnten Glühlampenlicht.
- Neutralweiß: 3300 bis 4000 Kelvin. Sachlicher Eindruck, passend für Küchenarbeitsplatte, Bad und Hauswirtschaftsraum.
- Tageslichtweiß: ab etwa 5300 Kelvin. Für Werkstatt und Arbeitsplatz, im Wohnraum wirkt es kühl und ungemütlich.
- Farbwiedergabe beachten: Der Index Ra oder CRI sollte in Wohnräumen möglichst hoch sein. Bei niedrigen Werten wirken Hauttöne und Lebensmittel fahl.
- Einheitlich bleiben: Mischen Sie in einem Raum keine unterschiedlichen Farbtemperaturen. Der Unterschied fällt sofort auf, sobald zwei Leuchten nebeneinander brennen.
MerkeKaufen Sie bei größeren Leuchten mit mehreren Fassungen alle Leuchtmittel gemeinsam und aus derselben Serie. Selbst innerhalb einer Marke unterscheiden sich Farbtemperatur und Helligkeit zwischen Produktgenerationen sichtbar. Ein einzelner Nachkauf nach zwei Jahren fällt in einem fünfarmigen Leuchter unangenehm auf.

Warum flackert die neue LED am Dimmer?
Weil Dimmer für Glühlampen gebaut wurden. Ein alter Dimmer verlangt eine Mindestlast, die je nach Kanal häufig bei 30 bis 50 Watt liegt. Drei LED-Leuchtmittel mit je 7 Watt kommen zusammen auf 21 Watt und unterschreiten diese Schwelle deutlich. Die Folgen sind bekannt: Flackern im unteren Dimmbereich, Einschaltverzögerung, Nachglimmen oder ein Leuchtmittel, das sich gar nicht erst einschalten lässt.
Drei Punkte helfen weiter. Erstens muss das Leuchtmittel ausdrücklich als dimmbar gekennzeichnet sein. Eine LED ohne diese Freigabe reagiert manchmal auf den Dimmer, aber nie verlässlich. Zweitens vertragen sich Retrofit-LEDs besser mit Phasenabschnittdimmern als mit den älteren Phasenanschnittdimmern. Drittens gibt es inzwischen ausdrücklich für LED gebaute Dimmer mit deutlich geringerer Mindestlast. Der Austausch eines Unterputzdimmers ist allerdings ein Eingriff in die feste Installation und gehört damit zum Elektrofachbetrieb.
Was tun, wenn sich das Leuchtmittel gar nicht wechseln lässt?
Dann sitzt vermutlich ein fest verbautes LED-Modul in der Leuchte. Viele günstige Decken- und Einbauleuchten haben keinen Sockel mehr, sondern eine Platine mit aufgelöteten Leuchtdioden, oft zusätzlich mit dem Kühlkörper verklebt. Fällt dieses Modul aus, ist die gesamte Leuchte am Ende, auch wenn Gehäuse und Glas tadellos sind. Genau darin liegt der wunde Punkt einer sonst sehr langlebigen Technik.
Prüfen Sie deshalb schon beim Kauf, ob ein Standardsockel wie E27, E14 oder GU10 vorhanden ist. Eine Leuchte mit Fassung überlebt mehrere Leuchtmittelgenerationen, eine mit vergossenem Modul nicht. Bei bestehenden Leuchten mit defektem Modul lohnt eine Nachfrage beim Hersteller nach einem Ersatzmodul, mehr als ein Versuch ist das aber selten. Wenn nur der Schirm gelitten hat, während die Fassung in Ordnung ist, hilft der Ratgeber zum Reparieren beschädigter Lampenschirme weiter. Steht dagegen ein kompletter Leuchtenwechsel an, beschreibt der Beitrag zur Installation einer Deckenlampe, welche Schritte dabei anfallen und welche davon die Fachkraft übernimmt.
Wohin mit dem alten Leuchtmittel?
Das hängt vom Typ ab, und der Unterschied ist wichtig. Glühlampen und Halogenlampen enthalten keine Schadstoffe und dürfen in den Restmüll. LED-Lampen gehören nicht dorthin, weil sie Elektronik und wertvolle Metalle enthalten. Energiesparlampen, also Kompaktleuchtstofflampen, enthalten geringe Mengen Quecksilber und müssen in jedem Fall getrennt gesammelt werden.
Abgabestellen gibt es reichlich. Der Handel ist seit dem 25. Juli 2016 zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet. Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte nehmen Altgeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge in haushaltsüblicher Menge auch ohne Neukauf zurück. Seit dem 1. Juli 2022 gilt das ebenso für Lebensmittelhändler und Discounter ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte anbieten. Dazu kommen Wertstoffhöfe und Elektrofachgeschäfte.
Ist eine Energiesparlampe zerbrochen, gehen Sie nach der Empfehlung der Verbraucherzentrale vor: zuerst 15 Minuten intensiv lüften und den Raum in dieser Zeit verlassen, das Fenster auch beim Aufsammeln offen halten. Nehmen Sie niemals den Staubsauger, weil er Quecksilber aufwirbelt. Ziehen Sie Handschuhe an, kehren Sie die Splitter mit einem Stück Karton zusammen, geben Sie die Reste in ein luftdicht verschließbares Gefäß und wischen Sie mit feuchten Papiertüchern nach. Das Gefäß kommt zur Sammelstelle, nicht in den Hausmüll.
