Eine Türmatte aus altem Seil ist ein überschaubares Projekt mit einem Haken, der erst nach der Fertigstellung auffällt: Sie hat keine gummierte Unterseite. Gekaufte Matten bekommen ihre Standfestigkeit von einer Beschichtung, die eine selbstgemachte Matte nicht mitbringt. Deshalb steht die Rutschfrage hier vor der Bauanleitung.

Warum ist eine rutschende Matte gefährlich?
Eine Matte, die auf glattem Boden verrutscht, tut zwei Dinge gleichzeitig. Sie gibt unter dem Fuß nach, wenn jemand mit Schwung darauf tritt, und sie wirft Falten, sobald sie an einer Kante hängen bleibt. Beides ist eine Sturzursache, und beides passiert bevorzugt an Eingängen, weil dort in Bewegung, mit nassen Sohlen und oft mit vollen Händen gelaufen wird.
Rutschfeste Matten aus dem Handel lösen das über eine Unterseite aus Gummi oder Vinyl, die auf Fliesen, Parkett, Marmor und Beton haftet. Eine gewickelte Seilmatte hat diese Schicht nicht. Sie besteht aus rundem, glattem Material, dessen Auflagefläche zudem klein ist, weil nur die Seilscheitel den Boden berühren. Auf einer glatten Fliese ist das die ungünstigste denkbare Paarung.
Achtung, Antirutschunterlagen versagen bei Nässe. Die üblichen Antirutschunterlagen aus Schaumgitter halten auf trockenem, glattem Boden zuverlässig, verlieren aber bei Nässe ihre Haft- und Antirutschwirkung. An einer Haustür ist Nässe der Regelfall, nicht die Ausnahme. Verlassen Sie sich dort nicht allein auf die Unterlage, sondern legen Sie die Matte in eine Vertiefung, in einen Mattenrahmen oder fixieren Sie sie mechanisch.
Welches Seil hält im Freien wie lange?
| Material | Standzeit im Freien | Verhalten bei Nässe | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Jute | wenige Monate | extrem feuchtigkeitsempfindlich, verrottet | nur innen |
| Sisal | rund 1 bis 2 Jahre | bleicht durch UV aus, schlecht witterungsbeständig | innen oder geschützt |
| Kokos | länger als Sisal, aber begrenzt | funktioniert unter einem Vordach | überdachter Eingang |
| Hanf | begrenzt | nimmt Feuchtigkeit auf, schwer, UV-empfindlicher als Kunstfaser | geschützt |
| Polypropylen | rund 3 bis 5 Jahre | unverrottbar, licht- und meerwasserbeständig, kein Festigkeitsverlust | ungeschützt draußen |
Der Unterschied ist deutlich genug, um die Materialwahl vom Standort abhängig zu machen. Unter einem Vordach mit Abstand zum Regen können Sie Kokos oder Sisal verwenden und nehmen die kürzere Lebensdauer in Kauf. An einer ungeschützten Haustür, an einer Terrassentür oder auf einem Balkon ohne Überdachung ist Naturfaser die falsche Wahl; dort kommt entweder Polypropylen zum Einsatz oder Sie planen den jährlichen Austausch ein.
MerkeAlte Seile aus dem Boots- oder Klettersport sind für eine Matte gut geeignet, weil sie meist aus Kunstfaser bestehen und dick genug sind. Verwenden Sie ausgemusterte Kletterseile aber ausschließlich für solche Zwecke und niemals wieder als Sicherungsseil. Ein Seil, das einmal als Fußmatte gelegen hat, ist durch Schmutz, Sand und UV-Belastung endgültig ausgemustert.
Wie viel Seil brauche ich?
- Maß festlegen. Übliche Türmattengrößen liegen bei 40 mal 60, 50 mal 75 oder 60 mal 80 Zentimetern. Messen Sie den Platz vor der Tür aus und prüfen Sie, ob die Tür über der Matte frei aufschwingt.
- Seilstärke wählen. 8 bis 12 Millimeter sind praktikabel. Dünneres Seil braucht sehr viele Wicklungen, dickeres lässt sich schlecht eng legen und macht die Matte hoch.
- Reihen zählen. Teilen Sie die kurze Mattenseite durch den Seildurchmesser. Bei 40 Zentimetern Breite und 10 Millimetern Seil sind das 40 Reihen.
- Länge je Reihe ansetzen. Bei einer rechteckigen, spiralförmig gelegten Matte nimmt die Reihenlänge nach außen zu. Als grobe Näherung rechnen Sie mit der mittleren Umfangslänge mal Reihenzahl.
- Beispiel durchrechnen. Für 40 mal 60 Zentimeter mit 10-Millimeter-Seil landen Sie je nach Muster bei grob 25 bis 35 Metern. Kaufen Sie 10 Prozent mehr, weil Anfang und Ende Verschnitt erzeugen.
- Höhe prüfen. Die fertige Matte ist etwa so hoch wie das Seil dick ist, bei 10 Millimetern also rund 1 Zentimeter plus Unterlage. Prüfen Sie, ob die Haustür noch darüber hinweggeht; nach innen öffnende Türen haben oft nur 5 bis 10 Millimeter Bodenluft.
Wie baue ich die Matte, und wie halte ich sie zusammen?
Eine Seilmatte besteht aus einem fortlaufend gelegten Seil, das Reihe an Reihe verbunden wird. Die Verbindung entscheidet über die Haltbarkeit, nicht das Muster.
- Vernähen: Mit reißfestem Kunstfaserfaden oder dünner Schnur die benachbarten Reihen alle 3 bis 5 Zentimeter durchnähen. Das ist die dauerhafteste Verbindung und bleibt flexibel.
- Auf ein Trägergitter binden: Ein Gitter aus Kunststoff, etwa eine Antirutschmatte mit grober Struktur, dient als Unterlage und Befestigungspunkt zugleich. Die Reihen werden mit Kabelbindern durch das Gitter fixiert.
- Kleben nur ergänzend: Heißkleber hält an Kunstfaserseil schlecht und wird bei Kälte spröde. Verwenden Sie ihn allenfalls, um Seilenden zu sichern.
- Enden verschmelzen: Kunstfaserseil schneiden Sie mit einem heißen Messer oder verschmelzen die Enden mit einem Feuerzeug. Bei Naturfaser bindet man die Enden mit Takelgarn ab.
- Randabschluss: Die äußerste Reihe bekommt eine zusätzliche Naht, weil sie beim Betreten und beim Aufkehren am meisten beansprucht wird.
- Keine Metallteile: Klammern und Drahtstifte rosten im Freien und hinterlassen Rostfahnen auf hellem Stein.
Wie sichere ich die Matte gegen Verrutschen?
- Unterlage zuschneiden. Schneiden Sie eine Antirutschunterlage rund 2 Zentimeter kleiner als die Matte zu, damit sie nicht seitlich hervorsteht.
- Ecken freilassen. Legen Sie die Unterlage jeweils etwa 10 Zentimeter von den Ecken entfernt unter die Matte und drücken Sie sie an. So bleiben die Ecken beweglich und stellen sich weniger auf.
- Untergrund reinigen. Auf staubigem oder sandigem Boden haftet keine Unterlage. Wischen Sie die Fläche vorher und lassen Sie sie trocknen.
- Bei Nässe mechanisch sichern. Im ungeschützten Außenbereich legen Sie die Matte in einen flachen Rahmen aus Winkelprofil oder in eine vorhandene Bodenvertiefung. Alternativ verschrauben Sie einen Anschlag hinter der Matte, gegen den sie sich beim Abtreten abstützt.
- Kanten kontrollieren. Prüfen Sie wöchentlich, ob sich eine Ecke aufstellt. Eine aufgestellte Ecke ist die häufigste Stolperstelle an einer Matte.
- Nicht auf Teppich legen. Auf textilem Boden braucht es eine andere Unterlage als auf glattem. Auf Stufen gilt das erst recht, wie der Beitrag über Stufenmatten aus Teppichresten zeigt.
Wo darf die Matte liegen, und wo nicht?
Der Platz entscheidet mit darüber, wie lange die Matte hält und wie sicher sie ist. Drei Stellen sind problematisch.
- Direkt vor einer nach außen öffnenden Tür: Das Türblatt schiebt die Matte bei jedem Öffnen ein Stück weiter und wirft dabei Falten. Legen Sie die Matte hier hinter den Schwenkbereich.
- Auf einer Stufe oder Schwelle: Eine Matte, die über eine Kante ragt, gibt genau dort nach, wo der Fuß aufsetzt. Sie muss vollständig auf einer Ebene liegen.
- In der Regenfahne einer Dachrinne: Ein tropfendes Fallrohr hält eine Naturfasermatte dauerhaft nass und verkürzt ihre Standzeit auf eine Saison.
- Auf poliertem Naturstein: Dort haftet auch eine Antirutschunterlage schlecht. Ein flacher Rahmen ist an dieser Stelle die einzige zuverlässige Lösung.
- Im Windkanal einer Hausecke: Eine leichte Matte hebt bei Sturm ab. Beschweren Sie sie an den Ecken oder fixieren Sie sie.
Wie pflege ich die Seilmatte?
Seilmatten sammeln Sand und feinen Schmutz zwischen den Windungen. Nehmen Sie die Matte deshalb einmal wöchentlich hoch, klopfen Sie sie aus und kehren Sie die Fläche darunter. Der Sand ist nicht nur ein Schmutzproblem: Er wirkt zwischen Matte und Boden wie ein Kugellager und verstärkt das Rutschen.
Bei Naturfaser gilt zusätzlich, dass sie nicht dauerhaft nass bleiben darf. Stellen Sie die Matte nach starkem Regen hochkant an die Wand, damit beide Seiten trocknen. Eine liegend durchnässte Sisalmatte auf feuchtem Stein ist der schnellste Weg zu Stockflecken und Fäulnis. Kunstfasermatten können Sie mit Wasser abspritzen und aufhängen.
Kontrollieren Sie die Nähte zweimal im Jahr. Gerissene Verbindungen lassen die Reihen auseinanderwandern, und die Matte verliert dann ihre Form von innen heraus. Nachnähen ist an einer einzelnen Stelle schnell erledigt, ein aufgelöster Bereich dagegen kaum noch. Wie Sie Flecken aus einer Matte bekommen, steht im Beitrag über das Reinigen von Fußmatten. Für die Matte im Innenbereich, die weniger Feuchtigkeit abbekommt, sind auch Textilreste ein brauchbares Material, wie der Beitrag über Teppiche aus Stoffresten beschreibt.
Ein letzter Punkt zur Erwartungshaltung: Eine Seilmatte nimmt weniger Schmutz auf als eine Bürsten- oder Kokosmatte, weil ihre Oberfläche glatt und geschlossen ist. Sie sieht gut aus und hält groben Schmutz zurück, ersetzt aber keine Sauberlaufzone. Wenn Sie tatsächlich viel Sand und Streusalz von den Schuhen bekommen wollen, brauchen Sie zusätzlich eine grobstrukturierte Matte draußen und die Seilmatte erst dahinter.
