Der Zehnlitereimer ist der unauffälligste Gegenstand im Haushalt und einer der wenigen, bei denen Physik unmittelbar spürbar wird. Wasser hat bei Zimmertemperatur eine Dichte von etwa einem Kilogramm je Liter. Ein randvoll gefüllter Zehnlitereimer wiegt damit rund zehn Kilogramm, das Eigengewicht des Eimers von häufig etwa 300 Gramm kommt dazu. Diese Last hängt beim Tragen an einer Hand, an einem dünnen Bügel, und zieht den Oberkörper zur Seite. Alles Weitere in diesem Text folgt aus dieser Zahl.

Wieviel passt in einen Zehnlitereimer wirklich?
Mehr als zehn Liter, und das ist kein Widerspruch. Hersteller unterscheiden zwischen Nennvolumen und Randvollvolumen. Das Nennvolumen ist die Kenngröße, unter der der Eimer verkauft wird. Das Randvollvolumen ist die Menge, die bis zur Oberkante hineinpasst. Bei einem typischen Rundeimer aus Polypropylen mit 10 Litern Nennvolumen liegt das Randvollvolumen bei etwa 10,6 Litern; andere Modelle geben ein Randvollvolumen von über 12 Litern an. Der Abstand zwischen beiden Werten ist der Sicherheitsrand, damit beim Tragen nichts überschwappt.
Für die Küche und den Putzschrank ist das keine Nebensache. Ein randvoll gefüllter Eimer schwappt bei jedem Schritt, weil die Wasseroberfläche in Schwingung gerät. Füllen Sie deshalb höchstens bis zur Nennmarke, besser darunter. Zur Orientierung: Ein gängiger Zehnlitereimer misst am Boden etwa 230 Millimeter, oben rund 272 Millimeter und ist etwa 256 Millimeter hoch. Diese Werte schwanken je nach Hersteller, prüfen Sie sie vor dem Kauf, wenn der Eimer unter ein Waschbecken oder in einen Schrank passen soll.
| Füllhöhe | Wassermenge | Gewicht des Wassers | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Randvoll | Etwa 10,6 bis 12 Liter je nach Modell | Rund 10,6 bis 12 Kilogramm | Nur stehend füllen und nicht tragen |
| Bis Nennmarke | 10 Liter | Rund 10 Kilogramm | Einweichen, Wasser bevorraten |
| Drei Viertel | Etwa 7,5 Liter | Rund 7,5 Kilogramm | Große Flächen wischen |
| Halb | 5 Liter | Rund 5 Kilogramm | Übliche Wohnungsgröße, ein Durchgang |
| Ein Drittel | Etwa 3,3 Liter | Rund 3,3 Kilogramm | Bad, Küche, Nebenflächen |
Zehn Kilogramm an einer Hand sind mehr, als es aussieht. Beim einhändigen Tragen wirkt die Last einseitig auf die Wirbelsäule, und der Körper gleicht das durch Seitneigung aus. Die deutsche Lastenhandhabungsverordnung nennt bewusst keine feste Kilogrammgrenze, sondern verlangt eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen; die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt dafür die Leitmerkmalmethode bereit, die neben dem Gewicht auch Haltung, Dauer und Häufigkeit einbezieht. Für den Haushalt heißt das schlicht: Füllen Sie den Eimer dort, wo Sie ihn brauchen, statt ihn voll durch die Wohnung zu tragen. Wenn das nicht geht, tragen Sie zweimal die halbe Menge oder halten Sie den Eimer mit beiden Händen dicht am Körper.
Wieviel Wasser braucht man zum Wischen überhaupt?
Weniger, als die meisten einfüllen. Der Mopp nimmt nur so viel Wasser auf, wie er halten kann, und alles darüber hinaus liegt ungenutzt im Eimer. Für eine normale Wohnung reichen 4 bis 6 Liter. Der Wasserstand muss lediglich hoch genug sein, dass Sie den Mopp eintauchen können, und das ist bei einem Zehnlitereimer schon bei halber Füllung der Fall. Bei Laminat und Parkett gilt ohnehin nebelfeuchtes Wischen: Der Mopp wird nach dem Auswringen noch einmal ausgedrückt, damit kein Wasser in die Fugen läuft. Fliesen vertragen mehr.
Für die Dosierung des Reinigers gilt die Angabe des Herstellers und nichts anderes. Übliche Neutralreiniger werden mit etwa 5 bis 10 Millilitern auf 4 Liter Wasser angesetzt. Zu viel Reiniger ist kein Mehr an Sauberkeit, sondern hinterlässt einen Film, der Staub anzieht und den Boden stumpf und klebrig macht. Welcher Wischer zu welchem Boden passt, steht im Beitrag zum Wischer-Set.
- Am Zielort füllen. Tragen Sie den leeren Eimer zum Waschbecken oder zur Badewanne und füllen Sie ihn dort. Jeder gesparte Meter mit voller Last zählt.
- Menge festlegen. Vier bis sechs Liter reichen für die meisten Wohnungen. Markieren Sie sich die Höhe mit einem Strich am Eimerrand, dann müssen Sie nicht schätzen.
- Reiniger nach Etikett dosieren. Messen Sie mit dem Verschluss oder einem Löffel ab. Aus dem Gefühl heraus dosiert fast jeder zu hoch.
- Erst Wasser, dann Mittel. So schäumt es weniger, und Sie sehen den tatsächlichen Füllstand.
- Wasser rechtzeitig wechseln. Sobald es grau wird, riecht oder Spuren auf dem Boden hinterlässt, ist es verbraucht. Danach verteilen Sie Schmutz statt ihn aufzunehmen.
- Kippen statt heben. Zum Ausleeren stellen Sie den Eimer neben den Ablauf und kippen ihn, statt ihn angehoben auszuschütten. Das nimmt die Last vom Rücken.
- Trocken lagern. Stellen Sie den Eimer nach dem Ausspülen kopfüber und schräg ab, damit Restwasser abläuft und er innen abtrocknet.
Worauf achten Sie beim Kauf?
- Bügelaufnahme: Die Schwachstelle jedes Kunststoffeimers ist die Öse, in der der Bügel sitzt. Sie sollte verstärkt ausgeführt sein. Dort reißt das Material aus, wenn der Eimer zu voll ist.
- Griffhülse: Ein Drahtbügel ohne Hülse schneidet bei zehn Kilogramm in die Hand. Eine bewegliche Kunststoff- oder Gummihülse verteilt die Kraft.
- Ausgießnase: Eine ausgeformte Nase im Rand lenkt den Strahl und verhindert, dass Wasser an der Außenwand herunterläuft. Ohne Nase kleckern Sie beim Ausleeren.
- Literskala: Eingeprägte Markierungen an der Innenwand ersparen das Schätzen beim Ansetzen von Reinigerlösungen.
- Stapelbarkeit: Konisch geformte Eimer lassen sich ineinander stellen. Bei eckigen Modellen prüfen Sie das vorher, sonst brauchen Sie doppelten Stauraum.
- Standfläche: Ein breiter Boden kippt seltener. Bei einem typischen Zehnliter-Rundeimer liegt der Bodendurchmesser bei etwa 230 Millimetern.
- Materialangabe: Polypropylen ist der Standard. Soll der Eimer für Lebensmittel genutzt werden, brauchen Sie eine ausdrückliche Kennzeichnung als lebensmittelecht.
MerkeTraglastangaben für den Henkel finden Sie bei Haushaltseimern so gut wie nie. Es gibt keine allgemein zitierte Norm, die eine Mindesttraglast für Haushaltsbügel festlegt. Prüfen Sie stattdessen selbst: Heben Sie den gefüllten Eimer wenige Zentimeter an und achten Sie darauf, ob sich der Rand an der Bügelaufnahme sichtbar verformt. Tut er das, füllen Sie weniger ein. Weitere Bauformen und Größen finden Sie im Überblick zum Haushaltseimer.
Reicht ein Zehnlitereimer, oder brauchen Sie zwei?
Für die reine Bodenreinigung reicht einer. Sinnvoll wird ein zweiter beim sogenannten Zweikammerprinzip, das aus der Gebäudereinigung stammt: Ein Behälter enthält die frische Reinigerlösung, der andere nimmt das ausgewrungene Schmutzwasser auf. So kommt kein gelöster Schmutz zurück in die saubere Lösung, und Sie müssen seltener wechseln. Zwei einfache Eimer nebeneinander leisten dasselbe wie ein teures Doppelsystem.
Der zweite Grund für einen zweiten Eimer ist die Trennung nach Bereich. Ein Eimer für den Boden, ein anderer für Fenster oder für das Bad, damit Fett und Kalkreste nicht wandern. Wenn der Platz knapp ist, prüfen Sie einen zusammenlegbaren Behälter, dessen Vor- und Nachteile im Beitrag zum Falteimer stehen. Und markieren Sie beide Eimer mit einem Klebeband in unterschiedlicher Farbe, dann greifen Sie im Halbdunkel des Putzschranks nicht zum falschen.
