Leder ist eine Haut, und sie verhält sich auch so: Sie nimmt Fett auf, sie trocknet aus, und sie verträgt keine aggressiven Mittel. Deshalb scheitern bei Leder fast alle Standardrezepte aus der Fleckenentfernung.
Die entscheidende Vorfrage ist die Lederart, denn Glattleder und Rauleder verlangen gegenteilige Behandlungen. Glattleder hat eine geschlossene Oberfläche und meist eine Zurichtung, die etwas Feuchtigkeit abhält. Wildleder, Nubuk und Velours bestehen aus aufgerauten Fasern und saugen alles auf, was auf sie trifft.
Fettflecken: Kartoffelmehl statt Wasser
Bei Fett funktioniert auf beiden Lederarten dasselbe Prinzip, und es kommt ohne Flüssigkeit aus.
- Überschuss abtupfen, ohne zu reiben.
- Kartoffelmehl, Speisestärke oder Babypuder dick aufstreuen, sodass der Fleck vollständig bedeckt ist.
- Antrocknen lassen, mehrere Stunden, bei alten Flecken über Nacht.
- Vorsichtig abbürsten oder absaugen.
- Wiederholen, solange sich das Pulver noch verfärbt.
- Bei Glattleder nachfetten, mit Lederfett oder Lederbalsam.
MerkeAuf Rauleder wie Wildleder und Nubuk lassen sich auch ältere Fettflecken mit einem Schmutzradierer entfernen. Vorsichtig in eine Richtung radieren und anschließend die Faser mit einer Wildlederbürste wieder aufrichten.
Was welche Lederart verträgt
| Glattleder | Wildleder, Nubuk, Velours | |
|---|---|---|
| Wasser | sparsam, sofort nachtrocknen | in vielen Fällen gar nicht |
| Milde Seifenlösung | ja, mit weichem Tuch | nein |
| Kartoffelmehl | ja | ja |
| Schmutzradierer | nein, mattiert die Oberfläche | ja |
| Lederfett, Balsam | ja, nach der Reinigung | nein, verklebt die Faser |
| Imprägnierspray | ja | ja, sogar empfohlen |
| Alkohol, Aceton | nein | nein |
Andere Flecken auf Leder
- Wasserränder: die ganze Fläche gleichmäßig leicht anfeuchten, damit kein Rand entsteht, und flach trocknen lassen, nicht auf der Heizung.
- Tinte und Kugelschreiber: auf Glattleder nur mit einem speziellen Lederreiniger, kein Alkohol. Als Hausmittel gilt Milch, aufgetupft und danach nachgefettet.
- Salzränder von Streugut: mit einer Lösung aus Wasser und einem Schuss Essig abtupfen, dann nachfetten.
- Schimmel: trocken abbürsten, danach mit einem leicht mit Spiritus befeuchteten Tuch abwischen, im Freien arbeiten.
- Blut: kalt und sparsam abtupfen, keinesfalls warm.
- Kaugummi: mit Kälte hart machen und vorsichtig abheben.
Kein Alkohol, kein Aceton, keine Bleiche, kein Scheuermittel. Diese Mittel entziehen dem Leder das Fett, das es geschmeidig hält. Zurück bleiben matte, spröde Stellen, die mit der Zeit brechen. Der Fleck wäre in vielen Fällen der kleinere Schaden gewesen.
Vor der Behandlung immer testen
Leder reagiert je nach Gerbung und Zurichtung sehr unterschiedlich. Testen Sie deshalb jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle: an der Innenseite eines Schuhs, unter dem Sitzkissen, an der Rückseite einer Tasche.
Warten Sie nach dem Test mindestens eine Stunde und schauen Sie im trockenen Zustand nach, ob sich Farbe oder Oberfläche verändert haben. Viele Schäden zeigen sich erst beim Trocknen.
Bei hochwertigen Möbeln, Taschen und Jacken ist der Fachbetrieb ab dem zweiten erfolglosen Versuch die günstigere Entscheidung. Ledermöbelreinigungen arbeiten mit auf die Zurichtung abgestimmten Produkten und können Farbe punktuell nachbehandeln.
Die allgemeine Systematik erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten, den Fettanteil im Detail der Ratgeber zu Fettflecken. Für Schuhe ist außerdem der Ratgeber zu Schuhcremeflecken relevant.
