Alte Schlüssel liegen in fast jedem Haushalt in einer Schublade. Sie passen zu keinem Schloss mehr, sehen aber gut aus, und der Bart bildet von Natur aus einen Haken. Die Idee ist deshalb naheliegend. Zwei Dinge sollten Sie vorher wissen, und beide betreffen das Material.
Woraus bestehen alte Schlüssel?
Meist aus Messing, also einer Kupfer-Zink-Legierung, oft vernickelt. Verbreitet ist auch Neusilber, eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, die trotz des Namens kein Silber enthält. Dazu kommen vernickelte Stahlschlüssel, vor allem bei einfachen Zylinderschlüsseln aus jüngerer Zeit.
Die Unterscheidung ist mit einem Magneten in zwei Sekunden erledigt. Bleibt der Magnet haften, ist es Stahl. Bleibt er nicht haften, haben Sie Messing oder Neusilber vor sich. Am Farbton lässt sich zusätzlich abschätzen: Messing ist gelblich, Neusilber silbrig bis leicht grau, vernickelter Stahl silbrig glänzend und meist härter im Anschlag.
| Material | Erkennung | Nickel enthalten | Bearbeitbarkeit |
|---|---|---|---|
| Messing, blank | Gelblich, unmagnetisch | nein | Bohren und feilen gut, biegen bedingt |
| Messing, vernickelt | Silbrig, unmagnetisch, Kratzer zeigen gelb | ja, in der Schicht | Wie Messing, Schicht platzt an Kanten ab |
| Neusilber | Silbrig grau, unmagnetisch | ja, im Grundmaterial | Härter als Messing, bricht beim Biegen eher |
| Stahl, vernickelt | Magnetisch | ja, in der Schicht | Bohren schwer, biegen fast nicht möglich |
Wie relevant ist das Nickel wirklich?
Nickel ist das häufigste Kontaktallergen. Für Deutschland werden Sensibilisierungsraten von etwa 11 Prozent der Bevölkerung genannt, bei Frauen bis zu 20 Prozent, bei Männern deutlich weniger. Die Beschwerden reichen von Juckreiz und Rötung bis zu einem ekzematösen Ausschlag an der Kontaktstelle.
Der Gesetzgeber hat darauf reagiert. Eintrag 27 des Anhangs XVII der REACH-Verordnung begrenzt die Nickelfreisetzung aus Gegenständen mit längerem Hautkontakt auf 0,5 Mikrogramm je Quadratzentimeter und Woche, geprüft nach der Norm EN 1811. Als längerer Hautkontakt gilt dabei dreimal zehn Minuten oder einmal dreißig Minuten innerhalb von zwei Wochen.
Ein Haken an der Wand ist kein Schmuckstück, aber der Schlüssel daran schon. Ein Garderobenhaken wird nur kurz berührt und erreicht die Definition des längeren Hautkontakts in der Regel nicht. Kritisch wird es, sobald Sie aus denselben Schlüsseln Anhänger, Armbänder oder Ketten machen: Diese Gegenstände liegen dauerhaft auf der Haut, und Schweiß erhöht die Nickelabgabe zusätzlich. Wer bereits auf Nickel sensibilisiert ist, reagiert auch auf kurze Kontakte. Verwenden Sie in dem Fall blanke Messingschlüssel, die Sie mit dem Magneten und an der Kratzfarbe geprüft haben, und verzichten Sie auf Neusilber und vernickelte Ware. Ein Überzug aus Klarlack wirkt als Barriere, nutzt sich aber an genau den Stellen ab, die am häufigsten angefasst werden.
Warum bricht ein Schlüssel beim Biegen?
Weil Messing und Neusilber sich beim Verformen verfestigen. Jede Biegung erzeugt Spannungen im Gefüge, das Material wird härter und spröder, und beim nächsten Biegen bricht es. Zurücksetzen lässt sich das nur durch Weichglühen, und dafür sind bei Kupferlegierungen etwa 450 bis 600 Grad Celsius nötig.
Mit Haushaltsmitteln ist diese Temperatur nicht kontrolliert erreichbar. Ein Küchenherd schafft sie nicht, ein Backofen erst recht nicht, und ein Lötbrenner erhitzt punktuell und ohne Anzeige. Dazu kommt: Bei vernickelten Schlüsseln platzt die Nickelschicht beim Erhitzen ab, bei Neusilber verändert sich die Farbe. Die praktische Konsequenz lautet deshalb, den Schlüssel gar nicht zu biegen.
Das ist keine Einschränkung, sondern die bessere Konstruktion. Montieren Sie den Schlüssel schräg auf einem Trägerbrett, mit dem Bart nach oben. Der Bart bildet dann die Auflage, und der Schlüssel wird auf Zug und Scherung belastet statt auf Biegung. Wer trotzdem eine Krümmung braucht, biegt vorsichtig im Schraubstock über einen runden Dorn, in kleinen Schritten und mit dem Wissen, dass ein Teil des Materials dabei bricht. Rechnen Sie mit Ausschuss.
Wie montieren Sie die Haken Schritt für Schritt?
- Schlüssel aussortieren. Legen Sie alle Kandidaten aus und prüfen Sie jeden mit dem Magneten. Sortieren Sie Schlüssel aus, die noch zu einem aktuellen Schloss gehören könnten.
- Reinigen. Waschen Sie die Schlüssel mit warmem Wasser und Spülmittel und entfernen Sie Fett. Grünspan auf Messing lösen Sie mit einer Paste aus Salz und Essig, danach gründlich abspülen.
- Kanten entgraten. Feilen Sie die Kanten des Barts und die Spitze ab. Alte Schlüssel haben Grate, die in Jackenfutter und Finger schneiden.
- Trägerbrett zuschneiden. Nehmen Sie ein Brett von mindestens 15 Millimetern Stärke. Dünnere Leisten reißen an den Schraublöchern aus.
- Bohren mit niedriger Drehzahl. Messing zieht den Bohrer an und verhakt sich. Arbeiten Sie mit einem HSS-Bohrer, niedriger Drehzahl und leichtem Druck, und legen Sie den Schlüssel dabei auf ein Holzbrett.
- Loch versenken. Senken Sie die Bohrung leicht an, damit der Schraubenkopf bündig sitzt und der Schlüssel nicht auf dem Kopf kippelt.
- Verschrauben. Verwenden Sie zwei Schrauben je Schlüssel, wo es geht. Mit nur einer Schraube dreht sich der Schlüssel unter Last aus der Position.
- Belastung testen. Hängen Sie eine Tasche mit bekanntem Gewicht an, bevor Sie das Brett in Gebrauch nehmen. Prüfen Sie dabei, ob sich der Schlüssel verbiegt.
- Brett montieren. Befestigen Sie das Trägerbrett an mindestens zwei Punkten in der Wand, mit Dübeln, die zum Untergrund passen.
Was hält so ein Haken aus?
- Geringe Last: Ein Schlüssel ist ein dünnes Bauteil. Planen Sie Schlüsselbunde, Taschen, Mützen und Hundeleinen ein, nicht den nassen Wintermantel.
- Hebelarm: Je weiter vorn am Bart die Last hängt, desto größer ist die Biegung. Hängen Sie möglichst nah am Trägerbrett ein.
- Zwei Schrauben: Eine einzelne Schraube lässt den Schlüssel als Drehpunkt wirken. Zwei Befestigungspunkte verhindern das Verdrehen.
- Sicherheitsaspekt: Hängen Sie keine Schlüssel an die Wand, die noch zu einem Schloss in Ihrer Wohnung passen. Ein Schlüsselbart ist mit einem Foto kopierbar.
- Abfärben: Blankes Messing oxidiert und färbt auf helle Textilien ab. Ein dünner Klarlack verhindert das, muss aber nach einigen Jahren erneuert werden.
- Kinderhöhe: Vorstehende Schlüsselbärte auf Kopfhöhe von Kindern sind eine Verletzungsquelle. Montieren Sie das Brett hoch genug oder runden Sie die Spitzen ab.
MerkePrüfen Sie vor dem Bohren in die Wand mit einem Ortungsgerät auf Leitungen und meiden Sie die senkrechten Installationszonen über Steckdosen und Schaltern. Bohren Sie 10 Millimeter tiefer als der Dübel lang ist und blasen Sie das Bohrmehl aus, sonst sitzt der Dübel auf Staub.
Wenn es Ihnen weniger um die Optik der Schlüssel als um die Funktion geht, ist ein Schlüsselbrett aus Holzresten die schnellere Lösung und trägt mehr. Die Montagemaße für Höhe, Abstand und Dübelwahl im Eingangsbereich stehen im Beitrag zum Anbringen von Schlüsselbrettern im Eingangsbereich. Und wer statt Metall lieber ein schweres Material möchte, findet die Befestigungsfrage beim Kleiderhaken aus Beton ausführlich behandelt, dort spielt das Eigengewicht die Hauptrolle. Für ein Brett mit sechs Schlüsseln rechnen Sie mit etwa zwei Stunden, davon die Hälfte für Entgraten und Bohren.
