Der übliche Zustand im Keller sieht so aus: vier Kisten übereinander, die unterste seit drei Monaten nicht bewegt, und wer an das Mineralwasser ganz unten will, hebt erst 60 Kilogramm beiseite. Ein Getränkekistenregal löst genau dieses Problem, indem es jede Kiste einzeln zugänglich macht. Der Punkt, an dem es dabei ernst wird, ist das Gewicht.

Wie schwer ist eine volle Getränkekiste?
Diese Frage lässt sich zum Teil ohne Quelle beantworten. Eine Kiste mit 20 Flaschen à 0,5 Liter enthält 10 Liter Getränk, das sind rund 10 Kilogramm allein an Flüssigkeit. Dazu kommen 20 Glasflaschen und der Kasten selbst. Die Angaben in den Quellen gehen deutlich auseinander: Manche Übersichten nennen 11 Kilogramm für eine durchschnittliche Kiste, andere 15 bis 18 Kilogramm, und eine Nachmessung an einem Kasten mit 20 mal 0,5 Litern ergab genau 20 Kilogramm.
Für die Regalplanung nehmen Sie den höheren Wert. Ein Konstruktionsfehler nach unten ist teurer als ein paar Kilogramm Reserve. Rechnen Sie also mit 20 Kilogramm je Glaskiste im 20er-Format und mit rund 10 Kilogramm bei Kästen mit 24 mal 0,33 Litern. Leere Kästen wiegen etwa ein bis zwei Kilogramm.
| Kistenformat | Flüssigkeit | Planungsgewicht | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 20 mal 0,5 Liter, Glas | 10 Liter | rund 20 Kilogramm | Quellen nennen 11 bis 20 Kilogramm, Messwerte am oberen Ende |
| 24 mal 0,33 Liter, Glas | 7,9 Liter | rund 12 Kilogramm | eine Quelle nennt rund 10 Kilogramm |
| 12 mal 1,0 Liter, Glas | 12 Liter | rund 20 Kilogramm | Flüssigkeit allein bereits 12 Kilogramm |
| Leerkasten | keine | 1 bis 2 Kilogramm | je nach Kunststoffstärke |
MerkeWiegen Sie eine Ihrer Kisten einmal auf der Personenwaage. Sie stellen sich mit der Kiste auf die Waage, ziehen Ihr eigenes Gewicht ab und haben in zwei Minuten den Wert, der für Ihr Regal gilt. Die Streuung zwischen Marken und Flaschenformen ist groß genug, dass sich das lohnt.
Wie viele Kisten trägt eine Regalebene?
Übliche Getränkekistenregale geben 100 Kilogramm Traglast je Ebene an, kräftigere Modelle 150 Kilogramm, sehr leichte Bauarten teils nur 60 Kilogramm. Mit 20 Kilogramm je Kiste ergibt das fünf, sieben beziehungsweise drei Kisten je Ebene. Die Zahl der Kisten, die räumlich nebeneinanderpassen, liegt je nach Modell bei einer bis vier.
Wie bei allen Regalen gilt die Angabe für gleichmäßig verteilte Last. Bei Getränkekisten ist das unproblematisch, weil Kisten von sich aus flächig aufliegen und ähnlich schwer sind. Kritisch wird es erst, wenn Sie eine Ebene zusätzlich mit Werkzeugkoffern oder Farbeimern belegen. Prüfen Sie außerdem, ob der Hersteller eine Feldlast für das gesamte Regal angibt. Sie liegt oft unter der Summe aller Ebenenlasten. Die Systematik dahinter erklärt der Beitrag zu Kellerregalen.
Welche Maße hat ein Getränkekistenregal?
Gängige Außenmaße sind 110 mal 110 mal 30, 160 mal 80 mal 30, 185 mal 81 mal 34 und 200 mal 100 mal 30 Zentimeter, jeweils Höhe mal Breite mal Tiefe. Die Tiefe von rund 30 Zentimetern und die rechnerischen 40 Zentimeter Breite je Kiste ergeben sich direkt aus dem verbreiteten Grundmaß der Mehrwegkästen.
- Tiefe: 30 bis 34 Zentimeter. Weniger geht nicht, mehr verschenkt Platz im schmalen Kellergang.
- Breite je Kiste: rund 40 Zentimeter. Ein Regal von 80 Zentimetern fasst zwei Kisten nebeneinander, eines von 110 Zentimetern drei.
- Ebenenhöhe: mindestens die Kistenhöhe plus Griffraum. Prüfen Sie das Maß Ihrer höchsten Kiste, Kästen mit 1-Liter-Flaschen sind deutlich höher als 0,33-Liter-Kästen.
- Gesamthöhe: 110 bis 200 Zentimeter. Über 140 Zentimetern wird das Einsetzen einer vollen Kiste zur Schulterarbeit.
- Höhenverstellung: viele Modelle sind in den Ebenen verstellbar. Nutzen Sie das, um die schwersten Kisten in die bequeme Zone zu legen.
Auf welcher Höhe sollten die schweren Kisten stehen?
Hier liegt der eigentliche Nutzen der Bauart. Als arbeitsmedizinischer Richtwert gilt, dass häufiges und regelmäßiges Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm bei Frauen und über 20 Kilogramm bei Männern vermieden werden sollte. Für Schwangere liegt der Wert bei 5 Kilogramm. Gesetzlich festgelegte Grenzwerte gibt es in der Lastenhandhabungsverordnung nicht, zur Beurteilung dient die Leitmerkmalmethode der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die neben dem Gewicht auch Körperhaltung, Ausführungsbedingungen und Häufigkeit bewertet.
Eine volle Bierkiste liegt mit rund 20 Kilogramm genau an dieser Schwelle. Und die Körperhaltung ist der Punkt, den ein Regal beeinflussen kann: Dieselben 20 Kilogramm aus dem gebückten Stand vom Boden zu heben, belastet die Wirbelsäule deutlich stärker, als sie in Hüfthöhe herauszuziehen. Legen Sie deshalb die Kisten, die Sie am häufigsten wechseln, in die Ebenen zwischen Knie- und Brusthöhe. Ganz unten lagern Sie Vorrat, den Sie selten anfassen, ganz oben nur Leergut.
Kippgefahr entsteht genau beim Herausziehen. Wer eine volle Kiste aus der obersten Ebene nach vorn zieht, verlagert kurzzeitig 20 Kilogramm weit vor die Standfläche des Regals. Bei einem Regal von 200 Zentimetern Höhe und 30 Zentimetern Tiefe liegt das Höhen-Tiefen-Verhältnis bei 6,7 zu 1 und damit deutlich über der Grenze von 5 zu 1, ab der die DGUV Regel 108-007 eine Kippsicherung verlangt. Schrauben Sie das Regal oben an die Wand. Rutschhemmende Füße und eine Kreuzverstrebung im Rücken ergänzen das, ersetzen es aber nicht.

Was trägt der Kellerboden?
Rechnen Sie das einmal durch. Ein Regal mit 100 Zentimetern Breite und 30 Zentimetern Tiefe steht auf 0,3 Quadratmetern. Fünf Ebenen mit je drei Kisten zu 20 Kilogramm ergeben 300 Kilogramm, also rund 1.000 Kilogramm je Quadratmeter Standfläche. Das ist ein hoher Wert, aber ob er ein Problem darstellt, hängt vollständig vom Untergrund ab.
In einem Kellerraum, dessen Bodenplatte unmittelbar auf dem Erdreich liegt, ist das unkritisch, weil der Baugrund die Last aufnimmt. Kritisch wird es bei Kellerräumen über einer Tiefgarage oder einem Hohlraum, bei Aufstellung im Obergeschoss und in Altbauten mit Holzbalken- oder Kappendecken. Decken in Wohngebäuden werden nach den Eurocode-Regeln üblicherweise für 1,5 bis 2,0 Kilonewton je Quadratmeter bemessen, also rund 150 bis 200 Kilogramm je Quadratmeter Flächenlast. Diese Werte gelten für die gesamte Deckenfläche und nicht für den einzelnen Quadratmeter, die Decke verteilt die Last mit. Eine belastbare Aussage über eine konkrete Decke trifft trotzdem nur ein Tragwerksplaner. Wenn Sie größere Getränkevorräte im Obergeschoss oder auf einem Holzbalkenboden lagern wollen, ist das der Punkt für den Fachbetrieb.
Zwei praktische Konsequenzen gibt es auch ohne Statiker. Erstens: Stellen Sie schwere Regale nahe an eine tragende Wand statt in die Feldmitte. Zweitens: Verteilen Sie den Vorrat lieber auf zwei niedrige Regale als auf ein hohes. Das senkt die Flächenlast und die Kippgefahr gleichzeitig.
Getränkekistenregal aufbauen Schritt für Schritt
- Kiste wiegen und messen. Gewicht auf der Personenwaage ermitteln, Höhe der höchsten Kiste messen. Diese beiden Werte bestimmen Traglast und Ebenenabstand.
- Stellplatz prüfen. Wandbeschaffenheit, Bodenebenheit und Türbreite kontrollieren. Ein 110 Zentimeter breites Regal muss durch die Kellertür passen, im Zweifel liegend transportieren.
- Ebenen einteilen. Häufig gebrauchte Getränke zwischen Knie- und Brusthöhe, Vorrat unten, Leergut oben. Kistenhöhe plus mindestens 3 Zentimeter Griffraum je Ebene.
- Rahmen montieren. Nach Herstelleranleitung stecken oder schrauben, Diagonalen messen. Gleich lange Diagonalen bedeuten einen rechtwinkligen Rahmen.
- Aussteifung einbauen. Kreuzstreben oder Rückwandstreben gehören dazu und werden nicht weggelassen, auch wenn das Regal ohne sie zunächst steht.
- Ausrichten. Wasserwaage an Ständer und Ebene anlegen. Unebenheiten mit flachen Metall- oder Kunststoffplättchen ausgleichen, keine Holzkeile im feuchten Keller.
- Kippsicherung setzen. Wandwinkel möglichst weit oben, Leitungssucher vorher ansetzen, passenden Dübel wählen. Welcher wohin gehört, steht in der Übersicht welchen Dübel für welche Wand.
- Beladen und kontrollieren. Von unten nach oben füllen. Nach der ersten vollen Beladung alle Verbindungen und die Wandbefestigung nachziehen.
Welche Bauart passt zu welchem Raum?
Für schmale Kellergänge sind einreihige Regale mit 40 Zentimetern Breite und mehreren Ebenen übereinander die platzsparendste Lösung. Wer Platz an der Wand hat, fährt mit einem drei- oder vierreihigen Regal besser, weil dann alle Sorten in bequemer Höhe stehen und nicht übereinandergestapelt werden müssen.
Eine Sonderform sind Modelle mit geneigten Ebenen. Die leichte Schrägstellung bringt die Flaschen ins Sichtfeld und erleichtert die Einzelentnahme, ohne dass die ganze Kiste bewegt werden muss. Das ist der ergonomisch beste Ansatz, kostet aber Tiefe. Für einzelne Kisten ohne komplettes Regal gibt es einfache Halterungen, die im Beitrag zu Getränkekistenhaltern beschrieben sind.
Notieren Sie nach dem Aufbau die Traglast je Ebene mit einem wasserfesten Stift am Ständer. Wenn in drei Jahren jemand anderes den Keller einräumt, ist das die einzige Information, die dann noch verfügbar ist.
