Ein Kühlschrank läuft rund um die Uhr, jeden Tag im Jahr. Deshalb entscheidet sich beim Kauf und bei der Aufstellung, was das Gerät über zehn bis fünfzehn Jahre an Strom verbraucht und ob es die eingestellte Temperatur überhaupt halten kann. Vier Angaben tragen dabei die Last: Energieeffizienzklasse, Nutzinhalt, Klimaklasse und Geräuschemission.
Dazu kommt die Aufstellung. Ein hervorragendes Gerät in einer schlecht belüfteten Nische neben dem Backofen verbraucht mehr als ein durchschnittliches Gerät an einem vernünftigen Platz.
Was bedeuten die Klassen A bis G auf dem Energielabel?

Seit dem 1. März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte ein neues Label nach der Verordnung (EU) 2019/2016. Die alten Stufen A+, A++ und A+++ sind ersatzlos weggefallen, an ihre Stelle trat die geschlossene Skala von A bis G. Der Grund war schlicht, dass fast alle Neugeräte in den obersten Plus-Klassen landeten und die Kennzeichnung nichts mehr unterschied.
Die neue Skala wurde bewusst streng geschnitten. Ein Gerät, das nach altem Label A+++ trug, erreicht auf dem neuen Label häufig nur B oder C. Das ist kein Qualitätsverlust, sondern eine andere Messlatte. In den ersten Jahren war die Klasse A praktisch unbesetzt, damit Raum für künftige Technik bleibt.
Auf dem Label stehen neben der Klasse vier weitere Angaben, die für den Vergleich wichtiger sind als der Buchstabe allein:
- Jahresstromverbrauch: in Kilowattstunden pro Jahr, gemessen unter genormten Laborbedingungen. In der Praxis weicht der Wert je nach Aufstellort und Öffnungshäufigkeit ab.
- Nutzinhalt Kühlteil: das nutzbare Volumen der Kühl- und Frischefächer in Litern.
- Nutzinhalt Gefrierteil: separat ausgewiesen, ebenfalls in Litern.
- Geräuschemission: in Dezibel plus eine Geräuschklasse von A bis D. Unter 30 Dezibel entspricht Klasse A, bis 35 Dezibel Klasse B, bis 41 Dezibel Klasse C, ab 42 Dezibel Klasse D.
- QR-Code: oben rechts, er führt in die europäische Produktdatenbank EPREL mit den hinterlegten Herstellerdaten.
MerkeVergleichen Sie nicht die Buchstaben, sondern die Kilowattstunden pro Jahr im Verhältnis zum Nutzinhalt. Ein großes Gerät der Klasse D kann absolut mehr verbrauchen als ein kleines der Klasse F, obwohl es effizienter arbeitet. Für eine Zwei-Personen-Küche zählt der tatsächliche Jahresverbrauch, nicht der Index.
Wie viel Nutzinhalt brauchen Sie?
Der Nutzinhalt ist das messbare Innenvolumen in Litern, nicht das Außenmaß. Als Faustregel gelten rund 100 bis 140 Liter Kühlvolumen für die erste Person im Haushalt und etwa 50 bis 60 Liter für jede weitere. Wer viel frisch kocht, einmal wöchentlich einkauft oder Getränke kühlt, liegt am oberen Rand.
Zu groß gekauft ist nicht kostenlos. Jeder ungenutzte Liter wird mitgekühlt. Zu klein gekauft ist aber teurer, weil ein überfülltes Gerät die Luftzirkulation blockiert und die Temperatur ungleichmäßig wird. Welches Lebensmittel in welche Zone gehört, damit die verfügbaren Liter etwas taugen, steht im Beitrag zur richtigen Lagerung im Kühlschrank.
Warum funktioniert ein Kühlschrank in der kalten Garage nicht?

Auf dem Typenschild im Innenraum steht ein Buchstabenkürzel wie SN, N, ST oder T. Das ist die Klimaklasse, und sie legt fest, in welchem Umgebungstemperaturbereich das Gerät die eingestellte Innentemperatur zuverlässig hält.
| Klimaklasse | Bezeichnung | Zulässige Umgebungstemperatur | Typischer Aufstellort |
|---|---|---|---|
| SN | erweiterte gemäßigte Zone | 10 bis 32 Grad | kühler Keller, Hauswirtschaftsraum |
| N | gemäßigte Zone | 16 bis 32 Grad | normale beheizte Wohnküche |
| ST | subtropisch | 18 bis 38 Grad | warme Küche, Dachgeschoss |
| T | tropisch | 18 bis 43 Grad | sehr warme Räume, Gastronomie |
Viele Geräte tragen eine Kombination wie SN-N-ST oder SN-T. Dann gilt der zusammengefasste Bereich, im Beispiel SN-ST also 10 bis 38 Grad. Der untere Wert ist der interessantere, denn er wird häufiger unterschritten als der obere überschritten.
Das Problem in der unbeheizten Garage ist nicht die Kälte an sich, sondern die Regelung. Der Thermostat sitzt im Kühlteil und misst dort. Ist es draußen 5 Grad kalt, erwärmt sich der Innenraum kaum, der Kompressor springt selten oder gar nicht an. Bei Kombigeräten mit einem gemeinsamen Kältekreis bedeutet das: Das Gefrierfach wird nicht mehr mitgekühlt und taut auf, obwohl der Kühlteil kalt bleibt. Die Tiefkühlware verdirbt, ohne dass es jemand bemerkt.
Zu kalter Aufstellort schadet doppelt. Unterhalb der zulässigen Umgebungstemperatur kann außerdem das Kompressoröl zähflüssig werden und die Schmierung leiden. Ein Gerät für die kalte Garage oder den Kellerraum braucht mindestens Klimaklasse SN, besser eine ausdrückliche Herstellerfreigabe für unbeheizte Räume. Nachträgliche Bastellösungen mit Heizmatten oder externen Thermostaten sind ein Eingriff, für den es keine Herstellerfreigabe gibt.
Wie stellt man einen Kühlschrank richtig auf?
Ein Kühlschrank erzeugt keine Kälte, er transportiert Wärme nach außen. Das geschieht über den Verflüssiger an der Rückseite. Bekommt er die Wärme nicht los, läuft der Kompressor länger, und der Verbrauch steigt spürbar.
- Standzeit einhalten. Nach Transport oder Umzug das Gerät mehrere Stunden aufrecht stehen lassen, bevor Sie den Stecker einstecken. Das Kompressoröl muss sich zurück im Verdichter sammeln.
- Abstand einplanen. Hinter dem Gerät rund 5 Zentimeter Luft lassen, an der Scharnierseite 1 bis 2 Zentimeter, damit die Tür die Dichtung nicht quetscht. Bei Einbaunischen gelten die Herstellerangaben, oft rund 200 Quadratzentimeter freier Lüftungsquerschnitt oben und unten.
- Wärmequellen meiden. Nicht direkt neben Herd, Backofen, Geschirrspüler oder Heizkörper stellen und nicht in die pralle Sonne. Ist es unvermeidbar, gehört eine Dämmplatte dazwischen.
- Waagerecht ausrichten. Über die verstellbaren Füße mit der Wasserwaage prüfen. Steht das Gerät schief, schließt die Tür nicht sauber und der Kältemittelkreis arbeitet ungleichmäßig.
- Erst einschalten, dann befüllen. Das leere Gerät einige Stunden vorkühlen lassen und erst danach die Lebensmittel einräumen.
Die Lüftungsöffnungen im Sockel und im Oberschrank dürfen weder durch eine Blende noch durch eine geschlossene Rückwand verdeckt werden. Genau dieser Fehler passiert in vielen Einbauküchen, weil die Optik über die Funktion gestellt wird.
Abtauen und Reinigen: was wie oft ansteht
Eine Eisschicht wirkt wie eine Dämmung zwischen Kälte und Innenraum. Ab etwa 5 Millimetern Dicke steigt der Stromverbrauch messbar. Geräte mit No-Frost-Technik tauen automatisch ab, klassische Geräte brauchen Handarbeit.
- Abtauen: Netzstecker ziehen, Lebensmittel kühl zwischenlagern, Tauwasser mit flachen Schalen und Tüchern auffangen. Zwei Töpfe mit heißem Wasser auf Untersetzern beschleunigen den Vorgang.
- Niemals kratzen: Kein Messer, kein Schraubendreher. Wird die Verdampferleitung angestochen, entweicht Kältemittel und das Gerät ist ein Fall für den Schrott.
- Innenreinigung: Etwa einmal im Monat mit warmem Wasser und etwas Spülmittel oder Essigreiniger. Scheuermittel greifen die Kunststoffoberflächen an.
- Tauwasserablauf: Die kleine Öffnung in der Mitte der Rückwand mit einem Wattestäbchen freihalten, sonst sammelt sich Wasser im Gemüsefach.
- Rückseite absaugen: Ein- bis zweimal im Jahr das Gitter am Verflüssiger vom Staub befreien. Eine Staubschicht verschlechtert die Wärmeabgabe direkt.
- Türdichtung: Falten mit einem feuchten Tuch auswischen und auf Risse prüfen. Wie Sie die Dichtwirkung testen, steht im Beitrag zur Türdichtung bei Gefrierschränken.
Wo endet die Selbsthilfe?
Türdichtungen, Ablagen, Türgriffe, Beleuchtung und der Tauwasserablauf sind normale Verschleiß- und Reinigungsthemen. Ein Ersatzteil bestellen und einsetzen ist zumutbar, solange das Gerät vom Netz getrennt ist. Erste Schritte bei einem Gerät, das nicht mehr kühlt, beschreibt der Beitrag zum defekten Kühlschrank.
Der Kältekreis ist tabu. Kompressor, Verdampfer, Kapillarrohr und Kältemittel gehören in die Hand eines Kälteanlagenbauers, weil das Kältemittel unter Druck steht und viele Geräte brennbares Isobutan (R600a) enthalten. Auch am Anschlusskabel und an der Elektrik hinter der Verkleidung endet die Laienarbeit. Prüfen Sie stattdessen zuerst das Naheliegende: Temperatur einen Punkt kälter stellen, Dichtung reinigen, Rückseite absaugen, Lüftungsquerschnitt freiräumen.
