Ein Kurkumafleck ist das Ergebnis eines ungewöhnlich vielseitigen Farbstoffs. Curcumin löst sich in Wasser und in Fett, es färbt schon in winzigen Mengen intensiv gelb, und es haftet an praktisch allem: Textil, Kunststoff, Holz, Fingernägeln.
Für die Fleckentfernung heißt das zunächst schlechte Nachrichten: Weder ein reiner Fettlöser noch reines Wasser bekommen ihn vollständig heraus. Es gibt aber eine Schwäche, die ihn deutlich leichter besiegbar macht als seinen Ruf: Curcumin ist nicht lichtecht.
Sonnenlicht ist das stärkste Mittel
Legen Sie das feuchte Textil nach dem ersten Auswaschen in die Sonne, mindestens eine Stunde. Das UV-Licht zerstört das Farbstoffmolekül, und der gelbe Ton verblasst sichtbar, oft bis zum vollständigen Verschwinden.
Das funktioniert auch im Winter und hinter Glas, dauert dann nur länger. Wichtig ist, dass das Textil feucht bleibt, notfalls zwischendurch nachsprühen.
Nur auf weißen und hellen Textilien. Sonnenlicht bleicht nicht nur den Fleck, sondern auch die Textilfarbe. Bei bunten Stoffen wird aus einem gelben Fleck sonst eine ausgeblichene Stelle. Dort arbeiten Sie ausschließlich mit Gallseife und Waschmittel.
Die Reihenfolge bei frischen Flecken
- Feste Reste abheben, etwa Currysauce, mit einem Löffelrücken.
- Kalt ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe.
- Öl einsetzen. Etwas Speiseöl auf die Stelle geben und kurz einwirken lassen, das nutzt die Fettlöslichkeit des Curcumins.
- Mit Spülmittel oder Gallseife nacharbeiten, um Öl und gelösten Farbstoff gemeinsam zu entfernen.
- Waschen, so warm wie das Pflegeetikett erlaubt.
- Feucht in die Sonne legen, bei weißen Textilien. Das erledigt den Rest.
Kurkuma auf Kunststoff, Holz und Händen
| Untergrund | Vorgehen | Aussicht |
|---|---|---|
| Kunststoffdosen, Brettchen | mit Öl einreiben, mit Spülmittel abwaschen, dann in die Sonne | gut, mehrere Durchgänge |
| Silikon | Öl und Sonne, mehrfach | oft bleibt ein Rest |
| Arbeitsplatte, laminiert | Natronpaste, 30 Minuten einwirken | gut |
| Unbehandeltes Holz | Zitronensaft und Salz, danach anschleifen | mittel |
| Edelstahl, Glas, Keramik | Spülmittel, notfalls Natron | problemlos |
| Hände und Nägel | Öl einmassieren, dann Seife, danach Zitrone | verblasst in ein bis zwei Tagen |
MerkeNatron und andere alkalische Mittel können Curcumin vorübergehend rötlich verfärben. Das ist keine Verschlimmerung, sondern eine Reaktion des Farbstoffs auf den pH-Wert. Nach dem Ausspülen und Neutralisieren verschwindet der rote Ton wieder.
Eingetrocknete Kurkumaflecken
Alte Flecken brauchen mehrere Runden statt eines stärkeren Mittels. Weichen Sie das Textil einige Stunden in lauwarmem Wasser mit Sauerstoffbleiche ein, bei Buntem stattdessen mit Gallseife.
Danach wieder die Ölmethode, waschen, und bei weißen Stoffen in die Sonne legen. Drei Durchgänge sind bei Currysauce auf Baumwolle völlig normal. Was Sie dabei vermeiden: das Textil zwischendurch trocknen oder bügeln, denn Hitze fixiert den verbliebenen Farbstoff.
Häufige Fehler
- Nur mit Wasser arbeiten. Der fettlösliche Anteil bleibt zurück.
- Nur mit Fettlöser arbeiten. Der wasserlösliche Anteil bleibt zurück.
- Bunte Textilien in die Sonne legen. Der Fleck geht, die Farbe des Stoffs auch.
- Reiben. Curcumin wandert dabei in benachbarte Fasern.
- Nach dem ersten Waschgang aufgeben. Der Fleck ist danach fast immer noch da und trotzdem lösbar.
Die Systematik dahinter erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Denselben Trick mit Öl und Sonne nutzt der Ratgeber zu Möhrenflecken, verwandt sind außerdem Obstflecken.
