Im Keller stapeln sich Eimer. Vom Wandanstrich, von der Gurkenlieferung aus der Gastronomie, vom Katzenstreu. Sie sind stabil, kostenlos und werfen die Frage auf, ob man daraus nicht einen Mülleimer machen kann. Bei manchen ja, bei anderen ausdrücklich nicht.

Dieser Text behandelt die Auswahl und den Umbau. Welches Volumen für welche Abfallfraktion in der Küche sinnvoll ist, steht im Beitrag zum Abfallsammler für die Küche und wird hier nicht wiederholt.
Welche Eimer dürfen Sie weiterverwenden?
Die Frage entscheidet sich am Vorinhalt, nicht am Zustand. Kunststoff nimmt Bestandteile des Füllguts auf, besonders bei fetthaltigen, lösemittelhaltigen und aromatischen Stoffen. Was einmal in den Poren sitzt, kommt mit Spülmittel nicht wieder heraus. Riechen Sie in den trockenen Eimer hinein: Wenn Sie nach einer gründlichen Reinigung noch etwas wahrnehmen, ist der Eimer nicht neutral.
| Vorinhalt | Eignung als Mülleimer | Begründung |
|---|---|---|
| Gurken, Oliven, Sauerkraut, Feta aus der Gastronomie | gut, auch für Biomüll | lebensmittelgeeignetes PP, rückstandsfrei zu reinigen |
| Speiseöl, Mayonnaise, Fett | eingeschränkt | Fett zieht ein, Geruch bleibt oft dauerhaft |
| Waschmittel, Weichspüler | eingeschränkt, nur für Trockenmüll | Duftstoffe halten sich hartnäckig |
| Katzenstreu, Tierfutter | brauchbar für Trockenmüll | staubt, Geruch meist auswaschbar |
| Dispersionsfarbe, Lack, Lasur | ungeeignet | Binde- und Konservierungsmittel bleiben in der Deckelnut |
| Kleber, Bitumen, Dichtmasse | ungeeignet | Lösemittelrückstände, nicht abzureinigen |
| Gebinde mit UN-Gefahrgutkennzeichnung | ungeeignet | Inhalt war definitionsgemäß ein Gefahrstoff |
| Eimer ohne jede Beschriftung | ungeeignet | Vorinhalt nicht feststellbar |
Farb- und Chemikalieneimer bleiben draußen. Auch ein ausgekratzter Farbeimer trägt Reste von Bindemitteln, Bioziden und Konservierungsstoffen in der Deckelnut, im Bügelansatz und in den Kratzern der Innenwand. Diese Rückstände gelangen in den Abfall und beim Ausleeren an Ihre Hände. Für Biomüll, der in die Kompostierung geht, ist das ein doppeltes Problem. Ein Eimer mit orangefarbener Raute, Gefahrensymbol oder UN-Kennzeichnung im Boden gehört ausschließlich zum Wertstoffhof. Er wird auch nicht zum Blumentopf, weil dieselben Stoffe dann in die Erde gelangen.
Woran erkennen Sie den Kunststoff?
Im Boden fast jedes Eimers steht ein Recyclingcode, ein Dreieck mit einer Zahl und einem Buchstabenkürzel. Für Eimer sind zwei Codes relevant: die 02 für PE-HD, also Polyethylen hoher Dichte, und die 05 für PP, Polypropylen. Die Verbraucherzentralen erklären diese Kennzeichnung im Detail. Beide Materialien sind schlagzäh und für einen Mülleimer robust genug. PP ist wärmebeständiger und formstabiler, PE-HD bei Kälte etwas zäher.
Die Kennzeichnung sagt aber nichts über den Vorinhalt. Ein Farbeimer besteht ebenfalls aus PP. Der Recyclingcode ist also die zweite Prüfung, nicht die erste. Für den Lebensmittelkontakt entscheidend wäre zusätzlich das Glas-und-Gabel-Symbol, das auf Eimern aus der Gastronomie oft aufgedruckt ist. Für einen Mülleimer brauchen Sie es streng genommen nicht, es ist aber ein guter Hinweis darauf, dass der Behälter nie etwas Kritisches enthielt.
Welche Beutelgröße passt in einen runden Eimer?
Hier liegt der praktische Nachteil des Umbaus. Müllbeutel sind flach konfektioniert und für rechteckige oder ovale Behälter gedacht. In einem runden Eimer wirft der Beutel Falten, und ein zu großer Beutel hängt innen durch und nimmt Volumen weg. Gängige Größen sind 10, 20, 30, 60 und 120 Liter. Ein 30-Liter-Beutel misst je nach Hersteller etwa 48 bis 55 Zentimeter in der Breite und 55 bis 65 Zentimeter in der Höhe, ein 60-Liter-Beutel liegt bei rund 64 mal 71 Zentimetern.
- Messen statt schätzen: Innendurchmesser und Innenhöhe des Eimers notieren. Der Eimerumfang ist der Durchmesser mal 3,14.
- Umfangsregel: Die doppelte Beutelbreite ergibt den Beutelumfang. Er sollte mindestens 10 Zentimeter über dem Eimerumfang liegen, sonst reißt der Beutel beim Einsetzen.
- Höhenregel: Die Beutelhöhe sollte mindestens 15 Zentimeter über der Eimerhöhe liegen, damit der Rand sicher umschlagen kann.
- Zugbandbeutel bevorzugen: Sie halten am glatten Eimerrand besser als Beutel ohne Band.
- Alternative ohne Beutel: Wer den Eimer für trockene Fraktionen nutzt, kann auf den Beutel verzichten und den Eimer direkt ausleeren und auswischen.
- Halterung nachrüsten: Ein zweiter, aufgeschnittener Eimerrand als Klemmring hält den Beutel zuverlässiger als jede Klammer.
Wie bauen Sie den Eimer um?
- Gründlich reinigen und trocknen. Warmes Wasser, Spülmittel, Bürste, besonders in der Deckelnut und am Bügelansatz. Anschließend zwei Tage offen trocknen lassen und erneut am Geruch prüfen.
- Klemmring herstellen. Von einem zweiten, baugleichen Eimer die oberen 6 bis 8 Zentimeter absägen und den Ring einmal senkrecht auftrennen. Über den Beutelrand gestülpt hält er den Beutel fest und verdeckt ihn.
- Deckel scharnieren. Zwei Löcher von 4 Millimetern durch Deckelrand und Eimerrand bohren, ein kurzes Stück Kunststoffschnur oder zwei Kabelbinder als Gelenk einsetzen. Ein Metallscharnier hält an dünnem Kunststoff auf Dauer nicht.
- Belüftung bohren. Vier bis sechs Löcher von 5 Millimetern im oberen Drittel der Seitenwand. Feuchter Abfall in einem luftdichten Behälter fault schneller, wie der Beitrag zum Biomülleimer ohne Geruch im Einzelnen erklärt.
- Kanten entgraten. Alle Schnitt- und Bohrkanten mit Schleifpapier der Körnung 180 brechen. Frisch geschnittener Kunststoff ist scharf.
- Standfestigkeit prüfen. Ein hoher, schmaler Eimer kippt beim Hineinwerfen. Wenn er nicht in einer Nische steht, kleben Sie eine Bodenplatte aus 6 Millimeter starkem Multiplex unter und beschweren sie.
- Beschriften. Ein aufgeklebtes Etikett mit der Fraktion verhindert, dass jemand den Eimer im Keller wieder für Farbe benutzt.
- Reinigungsintervall festlegen. Bei feuchtem Abfall wöchentlich mit heißem Wasser ausspülen, im Sommer häufiger. Ein Eimer für Wischwasser und Reinigung sollte davon getrennt bleiben, siehe den Beitrag zum Haushaltseimer.
Was der Umbau nicht leistet

MerkeEin umgebauter Eimer hat weder eine Geruchsdichtung noch ein Fußpedal noch einen inneren Beutelrand. Er wird mit der Hand geöffnet, was in der Küche unpraktisch und beim Kochen hygienisch heikel ist. Für Werkstatt, Garage, Garten, Hobbyraum und Waschküche ist das ohne Bedeutung. Als Haupteimer in der Küche und für Biomüll bleibt ein gekaufter Behälter die bessere Lösung, und das nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil der offene Deckelspalt und die Handbedienung dort real stören.
Wann lohnt sich der Umbau nicht?
Wenn Sie einen passenden Eimer erst kaufen müssten, ist der Umbau sinnlos. Ein neuer Kunststoffeimer kostet ähnlich wenig wie ein einfacher Mülleimer mit Deckel, und der gekaufte hat Bügel, Beutelrand und Standfläche bereits richtig. Der Umbau rechnet sich nur mit Material, das ohnehin da ist.
Er lohnt sich außerdem nicht bei sehr dünnwandigen Eimern, etwa aus Joghurt- oder Speiseeisgebinden. Sie verformen sich, sobald der Beutel Gewicht bekommt, und die Bohrlöcher reißen ein. Prüfen Sie die Wandstärke: Unter etwa 1,5 Millimetern ist der Eimer für diese Verwendung zu weich. Und ein letzter Punkt zur Entsorgung: Ein Eimer, der als Mülleimer ausgedient hat, gehört als Kunststoff in die Wertstofftonne, ein Farb- oder Chemikaliengebinde dagegen ausschließlich zur Schadstoffsammlung des kommunalen Entsorgers.
