Ein Satz Reifen liegt sechs Monate im Jahr ungenutzt herum. In dieser Zeit passiert mehr, als die meisten Autofahrer vermuten: Gummi altert, Felgen setzen Flugrost an, und falsch abgestellte Reifen verformen sich an der Auflagefläche. Ein Reifenregal löst zwei Probleme gleichzeitig. Es bringt die Räder vom Boden weg, und es zwingt Sie dazu, die richtige Lagerposition einzuhalten.

Wie viel wiegt ein Satz Räder wirklich?
Die Traglastfrage entscheidet sich am Gewicht. Und das wird regelmäßig unterschätzt. Ein einzelner Pkw-Reifen ohne Felge wiegt je nach Größe rund 9 bis 12 Kilogramm. Kommt eine Felge dazu, verdoppelt sich der Wert nahezu. Ein Wintersatz in 185/65 R15 auf Aluminiumfelgen bringt pro Rad etwa 15 Kilogramm auf die Waage, größere Räder deutlich mehr.
| Bauteil | Typisches Gewicht | Vier Stück |
|---|---|---|
| Reifen ohne Felge, 195/65 R15 | rund 9 Kilogramm | rund 36 Kilogramm |
| Reifen ohne Felge, 225/45 R17 | bis 12 Kilogramm | bis 48 Kilogramm |
| Aluminiumfelge 7,5 x 17 Zoll | rund 11,5 Kilogramm | rund 46 Kilogramm |
| Aluminiumfelge 19 Zoll | im Mittel 12,7 Kilogramm, Spanne 9 bis 16,4 Kilogramm | rund 51 Kilogramm |
| Komplettrad 185/65 R15 mit Alufelge | rund 15 Kilogramm | rund 60 Kilogramm |
Rechnen Sie mit 60 bis 90 Kilogramm für einen Satz Kompletträder eines Mittelklassewagens. Bei SUV-Größen ab 19 Zoll kommen Sie schnell an die 100 Kilogramm heran. Die genannten Werte sind Richtwerte aus Händler- und Herstellerangaben, das exakte Gewicht steht bei keinem Reifen auf der Flanke. Wer es genau wissen will, stellt ein Rad auf eine Personenwaage.
Liegend, stehend oder hängend: was gehört wie ins Regal?
Hier trennt sich die Sache klar nach Bauart, und der Grund ist mechanisch. Ein Reifen ohne Felge ist ein biegeweicher Ring. Legt man ihn flach hin und stapelt weitere darauf, drückt das Gewicht die unteren Reifen dauerhaft platt. Deshalb gilt: Reifen ohne Felge werden stehend gelagert, auf der Lauffläche, und alle paar Wochen ein Stück weitergedreht, damit nicht immer dieselbe Stelle die Last trägt.
Ein Komplettrad ist etwas anderes. Die Felge stützt den Reifen von innen, der Luftdruck hält die Form. Kompletträder dürfen deshalb flach liegend gestapelt oder an einer Wandhalterung aufgehängt werden. Stellt man sie dagegen auf die Lauffläche, lastet das gesamte Radgewicht über Monate auf einem schmalen Streifen Gummi.
| Lagerform | Reifen ohne Felge | Komplettrad |
|---|---|---|
| stehend auf der Lauffläche | richtig, regelmäßig drehen | bei langer Lagerung ungeeignet |
| flach liegend gestapelt | falsch, der Reifen verformt sich | zulässig, Felgen können Kontaktrost ansetzen |
| hängend an Wandhalter oder Felgenbaum | ungeeignet, der Haken drückt in die Flanke | schonendste Variante |
Beim liegenden Stapeln gibt es einen Nebeneffekt, den viele erst nach dem Auspacken bemerken. Wo Felge auf Felge liegt, entsteht durch Feuchtigkeit und Metallkontakt Flugrost an den Auflagepunkten. Ein Stück Karton oder eine Filzscheibe zwischen den Rädern kostet nichts und verhindert das.
Welche Traglast braucht ein Reifenregal?
Handelsübliche Reifenregale für die Garage sind auf 150 Kilogramm Fachlast je Ebene ausgelegt, verzinkt, mit Steckverbindung und ohne Werkzeug montierbar. Typische Abmessungen sind 200 Zentimeter Höhe, 100 oder 150 Zentimeter Breite und 40 Zentimeter Tiefe. Bei 40 Zentimetern Tiefe liegt ein Pkw-Reifen nicht vollständig auf, er steht auf einer Traverse und lehnt sich an. Genau dafür gibt es reifenschonende Rundtraversen statt scharfkantiger Fachböden.
Rechnen Sie so: vier Kompletträder mit je 15 bis 25 Kilogramm ergeben 60 bis 100 Kilogramm. Eine Ebene mit 150 Kilogramm Fachlast trägt also genau einen Satz, mit Reserve. Zwei Sätze auf einer Ebene sind bei Aluminiumfelgen bereits grenzwertig. Wandhalterungen liegen deutlich darunter, verbreitete Modelle geben rund 25 Kilogramm je einzelnem Halter an. Das reicht für ein Rad, nicht für zwei.
Traglastangaben gelten nur im montierten Zustand. Fachlast heißt gleichmäßig verteilte Last auf einer Ebene bei vollständig verschraubtem oder verstrebtem Regal. Fehlt das Kreuz auf der Rückseite oder steht das Regal schief auf einem Garagenboden mit Gefälle, gilt der Wert nicht mehr. Wandhalterungen sind zusätzlich vom Untergrund abhängig. In Porenbeton oder Hohllochziegel gehört der passende Spezialdübel, nicht der beiliegende Standarddübel. Welcher Dübel in welche Wand gehört, klärt der Beitrag zu Dübeln für die jeweilige Wandart.
Welche Lagerbedingungen halten Gummi jung?
Reifen altern auch ohne Fahrbetrieb. Der ADAC empfiehlt, Reifen unabhängig von der Profiltiefe nach acht bis zehn Jahren zu ersetzen. Das Herstelldatum steht als vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke, die ersten beiden Ziffern sind die Kalenderwoche, die letzten beiden das Jahr. Gute Lagerung verlangsamt die Alterung. Aufhalten kann sie sie nicht.
- Dunkel: UV-Strahlung greift die Gummimischung an. Ein Kellerraum oder eine geschlossene Garage ist besser als der Carport, und ein Fenster im Lagerraum sollte abgedeckt sein.
- Kühl und gleichmäßig: Die gängigen Fachquellen sprechen von kühler Lagerung ohne große Temperaturschwankungen, nennen aber keinen belastbaren Zahlenbereich in Grad. Ein unbeheizter Keller erfüllt die Bedingung, der Dachboden mit sommerlicher Hitze nicht.
- Trocken: Stehende Nässe setzt Stahlfelgen zu und fördert Korrosion an den Auflageflächen der Radschrauben. Ein Regal mit Bodenfreiheit hält die Räder aus Pfützen heraus.
- Fern von Öl und Lösungsmitteln: Mineralöle, Kraftstoffe und Lösemittel quellen Gummi auf. Der Platz direkt neben dem Benzinkanister ist der falsche.
- Abstand zu laufenden Elektromotoren: Elektromotoren mit Bürstenfeuer setzen Ozon frei, das Gummi rissig macht. Kompressor, Heizungspumpe oder Trockner sollten nicht unmittelbar neben dem Reifenregal stehen.

Wie lagere ich einen Radsatz Schritt für Schritt ein?
- Position markieren. Notieren Sie mit Kreide oder Aufkleber, an welcher Position das Rad montiert war, etwa VL für vorne links. Ohne diese Markierung ist der Positionswechsel beim nächsten Radwechsel reine Raterei.
- Zustand prüfen. Suchen Sie die Flanke nach Beulen ab und die Lauffläche nach tiefen Rissen. Beides ist ein Austauschgrund. Messen Sie die Profiltiefe: gesetzlich sind 1,6 Millimeter vorgeschrieben, der ADAC empfiehlt den Wechsel bereits bei 3 Millimetern bei Sommerreifen und 4 Millimetern bei Winterreifen.
- Reinigen und trocknen. Waschen Sie Bremsstaub, Streusalz und Steinchen mit milder Seifenlauge und Wasser aus dem Profil. Salzreste ziehen Feuchtigkeit an und arbeiten den ganzen Sommer über an der Felge.
- Luftdruck erhöhen. Füllen Sie Kompletträder auf etwa 0,5 bar über den Herstellerwert auf. Über Monate verliert jeder Reifen Druck, und ein weicher Reifen verformt sich in der Lagerung stärker.
- Einräumen. Kompletträder liegend oder hängend, Reifen ohne Felge stehend. Schwere Räder gehören auf die untere Ebene, das senkt den Schwerpunkt des Regals.
- Termin setzen. Tragen Sie sich eine Erinnerung ein, um stehend gelagerte Reifen alle paar Wochen weiterzudrehen. Ohne Termin passiert es nicht.
Wandhalter, Felgenbaum oder Standregal, was passt in meine Garage?
Die Entscheidung fällt über den freien Platz. Ein Standregal mit 200 mal 100 mal 40 Zentimetern blockiert einen halben Quadratmeter Bodenfläche, nimmt dafür aber mehrere Sätze auf und bietet auf den oberen Ebenen zusätzlichen Stauraum für Wagenheber und Werkzeug. Eine Wandhalterung kostet keinen Boden, verlangt aber eine tragfähige Wand und verteilt die Last auf wenige Dübelpunkte.
Der Felgenbaum ist die kompakteste Lösung: eine stehende Säule, auf die vier Kompletträder gestapelt werden, häufig mit Rollen. Er eignet sich ausschließlich für Kompletträder, weil Reifen ohne Felge keine Nabe zum Aufstecken haben. In einer Garage, in der noch ein Auto stehen soll, ist die Wandhalterung meist die einzige Option, die nicht am Kotflügel entlangschrammt. Ist der Lagerplatz dagegen der Keller, gelten die dortigen Feuchteregeln, die der Beitrag zu Kellerregalen und Kondenswasser ausführt.
MerkeWer keinen geeigneten Raum hat, gibt die Räder in die Einlagerung. Werkstätten und Händler verlangen dafür im Schnitt 30 bis 60 Euro je Saison, also für sechs Monate und einen kompletten Satz. Lassen Sie sich ein Einlagerungsprotokoll mit Profiltiefe, Zustand und Radposition geben. Es ist Ihr einziger Nachweis, falls beim Ausräumen etwas fehlt oder beschädigt ist.
Material und Oberfläche des Regals spielen in der Garage eine größere Rolle als im Wohnraum, weil dort Streusalz und Kondenswasser auftreten. Verzinkte Regale sind hier die haltbarere Wahl gegenüber pulverbeschichteten, weil eine Zinkschicht auch an Kratzern noch schützt. Der Unterschied zwischen beiden Oberflächen steht ausführlich im Beitrag über Metallregale und ihren Korrosionsschutz. Prüfen Sie vor dem Kauf außerdem die lichte Höhe zwischen zwei Ebenen: für ein 17-Zoll-Komplettrad brauchen Sie etwa 45 Zentimeter Abstand, sonst passt der Satz nicht hinein.
