Der Drogeriemarkt hält für jeden Fleck ein eigenes Produkt bereit. Nötig ist das nicht: Sechs Mittel und drei Werkzeuge decken den weit überwiegenden Teil ab, und wer weiß, was welches kann, greift schneller zum richtigen.
Diese Seite ordnet die Mittel. Welcher Fleck zu welcher Gruppe gehört, steht in der Übersicht zu den vier Fleckenarten, die Anleitung für Ihren konkreten Fall im Verzeichnis unter Flecken entfernen.
Die Grundausstattung
| Mittel | Wirkt gegen | Nicht geeignet für |
|---|---|---|
| Gallseife | Fett, Eiweiß, Obst, Gras, Kosmetik | Tinte, Lack, Nagellack |
| Sauerstoffbleiche | Kaffee, Tee, Rotwein, Obst, Stockflecken | Buntes, Wolle, Seide |
| Enzymwaschmittel | Blut, Ei, Milch, Stärke, Fett | Wolle, Seide, alle Eiweißfasern |
| Zitronensäure | Kalk, Rost, Deo- und Schweißränder | Naturstein, Marmor, Zementfugen |
| Natron oder Soda | Geruch, Fett, Fugen, eingebrannte Reste | Aluminium |
| Waschbenzin | Teer, Wachs, Klebstoff, altes Fett | Acetat, Modacryl, Haut |
Gallseife: das vielseitigste Mittel
Gallseife besteht aus Kernseife und Rindergalle. Die enthaltenen Enzyme machen sie zum einzigen Hausmittel, das Fett, Eiweiß und pflanzliche Farbstoffe gleichzeitig angeht. Wenn nur ein Mittel im Haus sein soll, dann dieses.
Anwendung: auf die angefeuchtete Stelle geben, sanft einarbeiten, einige Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Das Ausspülen ist kein Detail, denn Seifenreste im Gewebe bilden beim Trocknen neue Ränder.
Ihre Grenze liegt bei allem, was ein Lösungsmittel braucht: Kugelschreiber, Lack, Nagellack und Teer bekommt sie nicht heraus.
Sauerstoffbleiche und Enzyme: stark, aber wählerisch
Sauerstoffbleiche, chemisch Natriumpercarbonat, setzt beim Auflösen aktiven Sauerstoff frei und spaltet damit Farbstoffe auf. Sie ist deutlich schonender zu Faser und Umwelt als Chlorbleiche und das Mittel der Wahl gegen Kaffee, Tee, Rotwein und Stockflecken. In warmem Wasser auflösen, nicht in heißem, sonst zerfällt sie zu schnell.
Enzymwaschmittel enthalten Proteasen, Amylasen und Lipasen, die Eiweiß, Stärke und Fett gezielt zerlegen. Gegen Blut, Ei und Milch sind sie das wirksamste Mittel überhaupt.
Beide gehören nicht auf Wolle und Seide. Sauerstoffbleiche greift tierische Fasern an, und Enzyme bauen Eiweiß ab, woraus Wolle und Seide selbst bestehen. Das Mittel arbeitet dann gegen die Faser statt gegen den Fleck. Für diese Materialien bleibt Gallseife mit anschließender Handwäsche.
Säure und Base: gegensätzliche Aufgaben
Zitronensäure löst alles Mineralische: Kalk, Rost und die Aluminiumsalze in Deorändern. Sie ist milder als Essig, riecht angenehmer und greift Dichtungen weniger an. Ihre klare Grenze sind kalkhaltige Materialien: Auf Marmor, Kalkstein und Zementfugen ätzt sie die Oberfläche an.
Natron und Soda arbeiten alkalisch und damit genau umgekehrt. Sie lösen Fett, binden Gerüche und sind das richtige Mittel für Fliesenfugen, wo Säure den Zement angreifen würde. Soda ist die stärkere Variante von beiden und braucht Handschuhe.
Lösungsmittel: nur wenn nichts anderes greift
- Waschbenzin für Teer, Wachs, Klebstoff und altes Fett. Leicht entzündlich, nur gut gelüftet und fern von offenen Flammen.
- Isopropanol oder Spiritus für Tinte, Kugelschreiber und Filzstift.
- Aceton ausschließlich für Nagellack und Sekundenkleber. Es löst Acetat, Triacetat und Modacryl vollständig auf, deshalb vorher immer das Pflegeetikett prüfen.
- Terpentinersatz für Kunstharzlacke, nach Angabe auf der Farbdose.
- Immer an verdeckter Stelle testen und ein saugfähiges Tuch unterlegen.
Die Werkzeuge sind wichtiger als die Mittel
Der häufigste Grund für einen misslungenen Versuch ist nicht das falsche Produkt, sondern fehlendes Zubehör.
- Weiße saugfähige Tücher. Der wichtigste Gegenstand überhaupt. Farbige Tücher geben Farbe ab, und ohne Unterlage wandert der gelöste Fleck auf die Sichtseite.
- Eine weiche Bürste zum trockenen Ausbürsten von Pulver, Ruß, Puder und angetrockneten Resten.
- Eine alte Zahnbürste für Fugen, Nähte und kleine Flächen.
- Wattestäbchen und Wattepads für punktgenaues Auftragen von Lösungsmitteln.
- Eine Schüssel zum Einweichen. Einweichzeit ersetzt bei fast jedem Fleck mechanische Kraft.
- Handschuhe, sobald Soda, Bleiche oder Lösungsmittel im Spiel sind.
MerkeSaugfähige Pulver kosten fast nichts und lösen einen ganzen Fleckentyp: Kartoffelmehl, Speisestärke, Natron oder Babypuder ziehen frisches Fett aus dem Gewebe, bevor es einzieht. Bei Leder und Wildleder sind sie sogar das einzige, was Sie gefahrlos einsetzen können.
Welche Kombinationen Sie vermeiden
- Säure und Bleiche zusammen. Die Kombination kann Farben zerstören und bei Chlorprodukten reizende Gase freisetzen.
- Essig und Natron gleichzeitig. Sie neutralisieren einander, übrig bleibt Salzwasser. Nacheinander eingesetzt ergeben sie dagegen Sinn.
- Enzymmittel auf Wolle und Seide. Das Mittel greift die Faser an.
- Chlorbleiche gegen Schweißränder. Sie reagiert mit den Eiweißresten und macht die Verfärbung oft dunkler.
- Zwei Mittel ohne Ausspülen dazwischen. Immer klar spülen, bevor das nächste kommt.
Wann sich ein Spezialprodukt lohnt
Gekaufte Fleckenentferner sind kein Ersatz für die Grundausstattung, aber in drei Fällen sinnvoll: bei hochwertigen Textilien, bei denen Experimente teuer werden, bei Flecken, die bereits mehrere Waschgänge überstanden haben, und bei farbigen Stoffen, auf denen Bleiche ausscheidet.
Achten Sie darauf, wofür ein Produkt gemacht ist. Spezialentferner sind jeweils auf eine Fleckengruppe abgestimmt, etwa eiweißhaltig oder fetthaltig, und wirken außerhalb davon kaum. Ein Universalentferner deckt mehr ab, dafür weniger gründlich. Und für jedes gekaufte Mittel gilt dieselbe Reihenfolge wie für Hausmittel: an verdeckter Stelle testen, Einwirkzeit einhalten statt zu reiben, gründlich ausspülen und vor dem Trocknen kontrollieren.
Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Das wichtigste Fleckenmittel im Haushalt ist das Waschmittel selbst. Ein Vollwaschmittel enthält Bleiche und mehr Enthärter als ein Colorwaschmittel und löst deshalb Farbstoffflecken auf weißer Wäsche schon im normalen Waschgang. Welches für Ihren Bedarf passt, klärt der Ratgeber dazu, welches Waschmittel am besten ist.
