Rote Bete ist unter den Küchenflecken der wohl gefürchtetste, und der Ruf ist verdient. Betanin, der Farbstoff der Knolle, färbt in Konzentrationen, bei denen andere Pflanzenfarbstoffe noch gar nicht auffallen. Genau deshalb wird Betanin auch als Lebensmittelfarbstoff eingesetzt.
Die gute Nachricht: Betanin ist wasserlöslich. Solange der Fleck feucht bleibt und keine Hitze abbekommt, lässt er sich in mehreren Durchgängen fast immer entfernen. Die schlechte: Beides passiert im Alltag leicht.
Die ersten Minuten entscheiden
- Stücke und Saft abnehmen, mit Küchenpapier abtupfen, nicht wischen.
- Kalt ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe.
- Mindestens 30 Minuten einweichen, in kaltem Wasser. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser wirkt dabei stärker als stilles.
- Zwischendurch das Wasser wechseln, sobald es sich deutlich färbt.
- Beurteilen, was übrig ist, und erst dann zum Mittel greifen.
Kein heißes Wasser, kein Trockner, kein Bügeleisen, solange etwas zu sehen ist. Betanin verbindet sich unter Hitze dauerhaft mit der Faser. Genau daran scheitern die meisten Versuche: Das Kleidungsstück wird gewaschen, sieht blass aus, kommt in den Trockner, und danach ist der Rest für immer da.
Was bei hartnäckigen Flecken hilft
- Backpulverlauge: ein halbes Päckchen Backpulver in einem halben Liter Wasser auflösen und das Textil mindestens 30 Minuten darin einweichen.
- Gallseife: auf die angefeuchtete Stelle geben, in die Fasern einarbeiten, einwirken lassen und mit kaltem Wasser ausspülen. Bei Bedarf mehrfach wiederholen.
- Sauerstoffbleiche auf weißer Baumwolle, als Einweichbad über Nacht.
- Zitronensäure als milde Variante bei hellen Naturfasern, anschließend gründlich ausspülen.
- Enzymhaltiges Flüssigwaschmittel als Vorbehandlung mit etwa 15 Minuten Einwirkzeit.
Rote Bete auf verschiedenen Materialien
| Untergrund | Geeignet | Ungeeignet |
|---|---|---|
| Weiße Baumwolle | Sauerstoffbleiche, Backpulverlauge | heißes Wasser vor der Behandlung |
| Bunte Baumwolle | Gallseife, Mineralwasser, Backpulverlauge | Bleiche |
| Wolle, Seide | kaltes Wasser, Gallseife, Handwäsche | Enzyme, Bleiche, Reiben |
| Holzbrett | Zitronensaft mit Salz abreiben, dann spülen | Spülmaschine, Holz quillt auf |
| Kunststoff | Öl einreiben, dann Spülmittel, danach Sonne | Scheuermittel |
| Hände | Zitronensaft, Salz, danach eincremen | Scheuermittel, greift die Haut an |
TippBeim Verarbeiten gilt Vorbeugen vor Entfernen: Einweghandschuhe beim Schälen, ein Brett aus Kunststoff statt Holz, und die Knollen mit Schale kochen, dann tritt deutlich weniger Saft aus. Das spart mehr Arbeit als jedes Hausmittel danach.
Eingetrocknete Flecken
Ist der Fleck bereits trocken, aber nie erhitzt worden, bleibt der Weg derselbe, nur länger. Weichen Sie das Textil über Nacht in kaltem Wasser mit Backpulver oder Sauerstoffbleiche ein und arbeiten Sie am nächsten Tag mit Gallseife nach.
Rechnen Sie mit zwei bis vier Durchgängen. Was zwischendurch nicht passieren darf: trocknen, bügeln oder heiß waschen. Solange das Textil feucht bleibt, arbeiten Sie weiter gegen einen lösbaren Fleck.
Warum Rote Bete anders reagiert als Fett oder Eiweiß, ordnet die Übersicht zu den vier Fleckenarten ein. Verwandte Fälle sind Obstflecken und Rotweinflecken, die ebenfalls über Pflanzenfarbstoffe färben.
