Poolpumpen fallen selten wirklich aus. Häufiger passiert etwas anderes: Die Pumpe läuft, fördert aber nichts, sie gluckert, sie pfeift, oder der Druck am Manometer steigt und der Rücklauf wird schwach. Fast alle diese Symptome haben Ursachen, die Sie ohne Werkzeug und ohne Öffnen des Motors finden. Die Ausnahme ist die Stromseite, und die ist am Wasser kein Bereich für Versuche.
Vor jeder Prüfung: Pumpe vom Netz trennen. Nach DIN VDE 0100-702 darf die Versorgung einer Filterpumpe nur über einen Fehlerstromschutzschalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von höchstens 30 Milliampere erfolgen. In den unmittelbaren Beckenbereichen sind Steckdosen, Schalt- und Verteilerdosen unzulässig, und es gelten besondere Anforderungen an Leitungstypen und Kleinspannung. Alles, was Anschluss, Klemmkasten, Kondensator oder Motorwicklung betrifft, gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Die Anlage sollte vor der ersten Inbetriebnahme geprüft und dokumentiert werden.
Warum saugt die Pumpe kein Wasser an?
Eine selbstansaugende Poolpumpe braucht eine geschlossene Wassersäule. Zieht sie irgendwo Luft, dreht der Motor weiter, aber es kommt nichts. Die Luft kommt meist aus einer von vier Stellen: dem Deckel des Vorfilters, dessen O-Ring trocken oder eingerissen ist, einer losen Schlauchverbindung auf der Saugseite, einem zu niedrigen Wasserstand, bei dem der Skimmer Luft zieht, oder einem leeren Vorfilterkorb nach der Winterpause. Sichtbar ist das Problem am Vorfilterglas: Steht dort nur Schaum statt Wasser, ist es Luft.
Der Wasserstand ist der häufigste Punkt und der am schnellsten behobene. Er muss ungefähr in der Mitte der Skimmeröffnung stehen. Sinkt er darunter, schnappt der Skimmer bei jeder Welle Luft. Prüfen Sie das zuerst, bevor Sie an Dichtungen gehen. Und geben Sie acht: Läuft die Pumpe ohne Wasser weiter, zerstört sie ihre Gleitringdichtung innerhalb von Minuten. Danach tropft es an der Motorseite, und aus einem Handgriff wird ein Ersatzteil.
- Pumpe spannungsfrei machen. Stecker ziehen oder Sicherung ausschalten, bevor Sie den Vorfilterdeckel öffnen.
- Wasserstand einstellen. Füllen Sie bis zur Mitte der Skimmeröffnung nach. Darunter zieht der Skimmer Luft, darüber schwimmt der Schmutz über die Klappe hinweg.
- Körbe leeren. Skimmerkorb und Vorfilterkorb ausleeren und mit dem Gartenschlauch ausspülen. Ein halb voller Korb halbiert den Durchfluss.
- O-Ring pflegen. Den Ring am Vorfilterdeckel abnehmen, reinigen und mit silikonhaltigem Armaturenfett dünn einreiben. Rissige Ringe werden ersetzt, nicht nachgefettet.
- Vorfilter fluten. Füllen Sie das Gehäuse bis zum Rand mit Wasser, bevor Sie den Deckel schließen. Ohne diese Füllung startet keine selbstansaugende Pumpe zuverlässig.
- Saugseite prüfen. Schlauchschellen nachziehen, Verschraubungen auf Handfestigkeit kontrollieren, Absperrhähne vollständig öffnen.
- Entlüften. Pumpe einschalten und die Entlüftungsschraube am Filterkessel öffnen, bis blasenfreies Wasser austritt, dann schließen.
- Beobachten. Steigt die Wassersäule im Vorfilterglas innerhalb von ein bis zwei Minuten nicht an, schalten Sie ab und suchen erneut nach der Luftquelle.
Was sagt das Manometer am Filterkessel?
Das Manometer ist das nützlichste Bauteil der ganzen Anlage, wenn Sie einmal den Startwert notiert haben. Ein frisch gespülter Filter arbeitet je nach Modell mit einem Betriebsdruck von 0,4 bis 0,8 bar. Diesen Wert schreiben Sie sich am besten mit wasserfestem Stift auf den Kessel. Alles Weitere ist dann eine Differenzbetrachtung.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Druck 0,2 bis 0,3 bar über Startwert | Filterbett mit Schmutz beladen | Rückspülen und nachspülen |
| Druck deutlich unter Startwert, schwacher Rücklauf | Verstopfung auf der Saugseite oder Luft im System | Skimmer- und Vorfilterkorb leeren, Saugseite prüfen |
| Druck sofort nach Rückspülen wieder hoch | Sand verbacken oder verölt, Filterbett kanalisiert | Filtersand wechseln |
| Sand im Becken nach dem Filtern | Laterale am Kesselboden gebrochen | Anlage abschalten, Filterkessel prüfen lassen |
| Pumpe pfeift oder rasselt | Luft im System oder Lagerschaden | Entlüften; bleibt das Geräusch, Fachbetrieb |
| Pumpe schaltet nach einiger Zeit ab | Thermoschutz wegen Überhitzung, oft durch Verstopfung | Ansaugweg freimachen, Lüftungsöffnungen freihalten |
Wie oft und wie lange wird rückgespült?
Der Anlass ist der Druck, nicht der Kalender. Als grober Rahmen gilt ein Rückspülen alle ein bis drei Wochen, abhängig von Nutzung und Eintrag. Schalten Sie die Pumpe vor jeder Ventilstellung ab, sonst schlägt das Sechs-Wege-Ventil im laufenden Betrieb um und beschädigt Dichtscheibe und Spindel. Stellen Sie dann auf Rückspülen und lassen Sie laufen, bis das Wasser im Schauglas klar ist, meist ein bis zwei Minuten. Danach folgt die Stellung Nachspülen für etwa 20 bis 30 Sekunden, damit sich das aufgewirbelte Sandbett wieder setzt und kein Trübwasser ins Becken gelangt. Erst dann zurück auf Filtern.
Rechnen Sie das Spülwasser ein. Bei jedem Rückspülen verlassen je nach Anlagengröße einige Hundert Liter das Becken, die Sie nachfüllen und neu behandeln müssen. Deshalb ist häufiges Rückspülen ohne Druckanstieg keine Pflege, sondern Verschwendung. Zur Laufzeit im Normalbetrieb hat sich eine Faustregel eingebürgert: Wassertemperatur in Grad Celsius geteilt durch zwei ergibt die tägliche Laufzeit in Stunden. Bei 28 Grad Celsius sind das rund 14 Stunden, sinnvoll auf mehrere Intervalle über den Tag verteilt statt in einem Block.
MerkeTrübes Wasser ist häufiger ein Chemieproblem als ein Filterproblem. Stimmt der pH-Wert nicht, arbeitet Chlor kaum noch, und Flockung funktioniert ebenfalls nicht. Messen Sie zuerst, bevor Sie an der Technik suchen; wie Sie das zuverlässig machen, steht im Beitrag zu pH- und Chlortestern.
Wann muss der Filtersand gewechselt werden?
Filtersand nutzt sich ab. Die Körner werden rund, die Zwischenräume verändern sich, Fette aus Sonnencreme und Hautschuppen verbacken die oberste Schicht, und irgendwann sucht sich das Wasser Kanäle durch das Bett, statt es gleichmäßig zu durchströmen. Als Faustwert nennen Hersteller einen Wechsel alle 3 bis 5 Jahre, je nach Wasserpflege, Nutzung und Rückspülhäufigkeit. Bei starker Badebelastung, viel Laub und Insekten verkürzt sich das auf 2 bis 3 Saisons. Standardkörnung für private Anlagen sind 0,4 bis 0,8 Millimeter, die benötigte Menge richtet sich nach dem Kesseldurchmesser und steht am Typenschild oder in der Anleitung.
- Anzeichen für verbrauchten Sand: Der Druck steigt kurz nach dem Rückspülen wieder an, obwohl das Spülwasser klar war.
- Kesselboden schützen: Füllen Sie den Behälter vor dem Einfüllen etwa zur Hälfte mit Wasser, damit der Sand nicht auf die empfindlichen Lateralen fällt.
- Füllhöhe einhalten: Nur bis zur angegebenen Marke befüllen. Ein zu voller Kessel lässt keinen Raum für die Ausdehnung beim Rückspülen.
- Steigrohr abdecken: Während des Einfüllens gehört ein Lappen oder eine Kappe auf das mittige Rohr, sonst rieselt Sand direkt ins Becken.
- Nach dem Wechsel spülen: Erst rückspülen, dann nachspülen, bevor Sie in den Filterbetrieb gehen. Frischer Sand gibt Feinanteile ab.
- Winterpause: Die meisten Poolpumpen sind nicht frostsicher. Pumpe, Filterkessel und Leitungen vollständig entleeren und die Pumpe frostfrei lagern.
Wo endet die Laienarbeit?
Die Grenze verläuft am Gehäuse und an der Klemme. Vorfilter, Skimmer, Rückspülung, Sandwechsel, Dichtungen an Verschraubungen und Ventilstellungen sind vorgesehene Bedienschritte. Motorklemmkasten, Anlaufkondensator, Netzleitung, Erdung und Potentialausgleich sind es nicht. Wer dort ansetzt, arbeitet an 230 Volt in unmittelbarer Nähe von Wasser, und genau diese Kombination ist der Grund für die strengen Vorgaben der DIN VDE 0100-702. Warum das keine Formsache ist, macht der Leitfaden zur Reparatur von Elektrogeräten deutlich.
Auch beim Ersetzen lohnt Rechnen statt Reparieren. Eine defekte Gleitringdichtung oder ein verschlissenes Lager an einer älteren Standardpumpe kostet mit Arbeitszeit oft mehr, als eine neue Pumpe kostet, und drehzahlgeregelte Modelle senken den Stromverbrauch bei langen Laufzeiten deutlich, weil die Leistungsaufnahme überproportional mit der Drehzahl sinkt. Erfragen Sie vor einer Reparatur den Kostenvoranschlag und vergleichen Sie ihn mit dem Neupreis derselben Förderleistung. Wer die Anlage ohnehin überarbeitet, kann bei der Gelegenheit auch die Beheizung ansehen; welche Fehler dort typisch sind, steht im Beitrag darüber, wie Sie Probleme mit der Solaranlage beheben. Notieren Sie zum Schluss den neuen Startdruck am Manometer, dann ist die Anlage für die Saison eingemessen.
