Wer regelmäßig Tee trinkt, kennt den braunen Rand in der Lieblingstasse, der jede Spülmaschine übersteht. Auf Textilien passiert dasselbe, nur weniger sichtbar: Schwarzer Tee enthält mehr Gerbstoffe als Kaffee und bindet sich entsprechend fester an die Faser.
Diese Tannine sind der Grund, warum Tee überhaupt so schmeckt, wie er schmeckt. Sie sind auch der Grund, warum ein Teefleck nach dem falschen Waschgang für immer bleibt.
Welche Teesorte macht welchen Fleck?
| Sorte | Färbender Stoff | Schwierigkeit | Bestes Mittel |
|---|---|---|---|
| Schwarzer Tee | viele Tannine | hoch | Sauerstoffbleiche, Essiglösung |
| Grüner Tee | weniger Tannine | mittel | Essiglösung, Gallseife |
| Früchtetee | Anthocyane wie Rotwein | hoch | wie Rotwein behandeln |
| Kräutertee | wenig Farbstoff | gering | kalt ausspülen genügt meist |
| Chai mit Milch | Tannine plus Eiweiß | hoch | zwingend kalt, dann Gallseife |
Frische Teeflecken
- Flüssigkeit abtupfen, mit einem saugfähigen weißen Tuch, ohne zu reiben.
- Kalt bis lauwarm ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe.
- Essiglösung auftragen, Essig und Wasser zu gleichen Teilen, und einige Minuten wirken lassen.
- Ausspülen und prüfen.
- Bei Weiß mit Sauerstoffbleiche nacharbeiten, als Einweichbad oder Waschgangzusatz.
- Waschen und feucht kontrollieren, erst danach trocknen.
Nicht heiß ausspülen, auch nicht kurz. Gerbstoffe verbinden sich unter Hitze dauerhaft mit der Faser. Der spontane Griff zum heißen Wasserhahn ist bei Tee und Kaffee der häufigste Grund, warum ein Fleck bleibt.
Eingetrocknete Teeflecken
Ein alter Teefleck sieht gelblich-braun aus und wirkt fast wie eine Verfärbung des Stoffs. Solange er nie erhitzt wurde, lässt er sich noch lösen.
- Weiße Textilien mehrere Stunden in lauwarmem Wasser mit Sauerstoffbleiche einweichen, gern über Nacht.
- Bunte Textilien in Essiglösung einweichen, danach mit Gallseife nacharbeiten.
- Zitronensaft und Sonne als schonende Variante bei weißen Naturfasern.
- Mehrere Durchgänge einplanen, statt die Temperatur zu erhöhen.
Der braune Belag in Kanne und Tasse
In Teekannen setzt sich der Gerbstoff als glatter brauner Film ab. Er ist nicht fettig, deshalb greift Spülmittel ihn kaum an, und weil er chemisch anders gebaut ist als Kalk, hilft auch Entkalker nur bedingt.
- Natron einsetzen: ein bis zwei Teelöffel in die Kanne, mit heißem Wasser auffüllen, eine Stunde stehen lassen.
- Ausspülen und bei Bedarf mit einer weichen Bürste nacharbeiten.
- Bei starkem Belag eine Gebissreiniger-Tablette in heißem Wasser verwenden.
- Glaskannen vertragen zusätzlich Zitronensäure, Porzellan mit Golddekor nicht.
- Keine Stahlwolle, Kratzer in der Glasur nehmen künftig noch schneller Farbe auf.
MerkeBei Geschirr ist Hitze hilfreich, im Textil schädlich. Der Unterschied liegt am Untergrund: In Porzellan gibt es keine Faser, in der sich Gerbstoffe verankern könnten, der Belag sitzt nur obenauf.
Wann lohnt ein Fleckenentferner aus der Drogerie?
Hausmittel decken den Großteil der Fälle ab, aber nicht alle. Ein gekauftes Produkt lohnt sich in drei Situationen: bei hochwertigen Textilien, bei denen Experimente teuer werden, bei Flecken, die bereits mehrere Waschgänge überstanden haben, und bei farbigen Stoffen, auf denen Bleiche ausscheidet.
- Fleckensalz auf Sauerstoffbasis ist der Standard für weiße und helle Wäsche und im Grunde eine dosierte Sauerstoffbleiche.
- Fleckenstifte eignen sich für unterwegs, wirken aber nur bei frischen Flecken.
- Enzymhaltige Vorwaschsprays arbeiten gegen die Mischanteile, etwa bei Chai mit Milch.
- Spezialentferner für Gerbstoffe gibt es ebenfalls, sie sind aber selten nötig, wenn Essiglösung und Sauerstoffbleiche zur Verfügung stehen.
Unabhängig vom Produkt gilt dieselbe Reihenfolge wie bei Hausmitteln: an verdeckter Stelle testen, Einwirkzeit einhalten statt zu reiben, gründlich ausspülen und vor dem Trocknen kontrollieren.
Tee auf Teppich und Polster
Hier gilt wie bei allen Getränkeflecken: erst so viel Flüssigkeit wie möglich aufnehmen, dann mit wenig neuem Wasser arbeiten. Tupfen Sie die Stelle mit kaltem Mineralwasser ab und nehmen Sie die Feuchtigkeit sofort mit einem trockenen Tuch wieder auf.
Bleibt ein Schatten, verwenden Sie Essiglösung statt Bleiche, weil Teppichfasern häufig gefärbt sind. Zum Abschluss ein trockenes Tuch mit einem Gewicht auflegen, damit die Restfeuchte nach oben gezogen wird und kein Rand entsteht.
Teeflecken vermeiden
Ein Teil der Flecken entsteht nicht beim Trinken, sondern beim Umgang mit dem Aufguss. Vier Gewohnheiten reduzieren das spürbar:
- Teebeutel nicht ausdrücken, sondern über der Tasse abtropfen lassen und direkt in einen Behälter geben. Der ausgedrückte Beutel spritzt und tropft auf dem Weg zum Mülleimer.
- Kannen mit Ausgusssieb statt loser Blätter im Wasser, das verhindert den typischen Nachtropfen am Ausguss.
- Tassen nicht randvoll füllen, gerade bei Tee, der noch zieht und beim Umrühren schwappt.
- Untersetzer statt Tischdecke an Plätzen, an denen regelmäßig getrunken wird.
Und falls doch etwas danebengeht: Ein Glas Wasser in Reichweite ist die beste Vorbehandlung, die es gibt. Fleckentfernung ist bei Tee zu neunzig Prozent eine Frage der ersten zwei Minuten.
Die Einordnung liefert die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Denselben Fleckentyp behandeln Kaffeeflecken, bei Früchtetee gelten dagegen die Regeln für Rotweinflecken.
