Ein Waschtrockner löst ein Platzproblem. Auf der Stellfläche eines einzigen Geräts, üblicherweise 60 Zentimeter breit und rund 85 Zentimeter hoch, bekommen Sie beide Funktionen. In kleinen Bädern, in Einbauküchen und überall dort, wo kein Trockner mehr danebenpasst, ist das der ganze Kaufgrund. Der Preis dafür wird in Prospekten selten deutlich genannt, und es ist nicht in erster Linie der Stromverbrauch.

Warum muss ich nach dem Waschen Wäsche entnehmen?
Weil Waschen und Trocknen unterschiedlich viel Platz brauchen. Beim Waschen wird die Wäsche nass, sackt zusammen und liegt kompakt in der Trommel. Beim Trocknen muss dieselbe Wäsche fliegen können, damit warme Luft an jede Faser kommt und Feuchtigkeit aufnimmt. Eine vollgestopfte Trommel trocknet ungleichmäßig, dauert ewig und knittert die Wäsche.
Deshalb steht auf jedem Waschtrockner eine doppelte Angabe. Ein typisches Gerät wäscht 9 Kilogramm und trocknet 6. Bei anderen Modellen stehen 8 Kilogramm waschen gegen 4 bis 5 Kilogramm trocknen. Die Trockenkapazität liegt damit bei grob 50 bis 70 Prozent der Waschkapazität. Wer die Maschine voll belädt und anschließend durchtrocknen will, muss nach dem Schleudern die Tür öffnen und ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der Wäsche herausnehmen. Danach läuft das Trockenprogramm mit dem Rest, und die entnommene Wäsche kommt in einem zweiten Durchgang dran.
Der Automatikbetrieb funktioniert nur mit reduzierter Beladung. Der beworbene Vorteil des Kombigeräts ist der durchgehende Lauf von schmutzig bis trocken ohne Umräumen. Das stimmt nur, wenn Sie von vornherein nicht mehr einfüllen, als das Gerät trocknen kann. Praktisch heißt das: Sie fahren die Waschmaschine dauerhaft mit halber bis zwei Drittel Ladung. Das ist der eigentliche Nachteil des Konzepts, denn es erhöht die Zahl der Waschgänge.
Was verbraucht ein Waschtrockner wirklich?
Öko-Test hat für ein Beispielgerät mit 9 Kilogramm Waschkapazität und 6 Kilogramm Trockenkapazität nach der standardisierten Herstellermessung 3,07 Kilowattstunden Strom und 65 Liter Wasser je kompletten Durchlauf ermittelt. Davon entfallen rund 2,5 Kilowattstunden auf das Trocknen. Bei einem Strompreis von 0,40 Euro je Kilowattstunde ergeben sich damit rund 1,23 Euro, bei 0,50 Euro je Kilowattstunde etwa 1,54 Euro, plus rund 0,20 Euro für das Wasser.
| Kennwert | Waschtrockner (Beispiel) | Waschmaschine plus Wärmepumpentrockner |
|---|---|---|
| Waschkapazität | 9 Kilogramm | 8 Kilogramm |
| Trockenkapazität | 6 Kilogramm | 8 Kilogramm |
| Strom je Durchlauf | 3,07 Kilowattstunden | deutlich geringer, je nach Gerät |
| Wasser je Durchlauf | 65 Liter | nur Waschwasser, kein Kondenswasser |
| Energiekosten je Durchlauf | 1,43 bis 1,74 Euro | 1,01 bis 1,42 Euro |
| Stellfläche | ein Gerät, rund 60 mal 60 Zentimeter | zwei Geräte oder gestapelt mit Zwischenbausatz |
| Umräumen nötig | ja, bei voller Waschladung | ja, aber vollständig in einem Zug |
Der Unterschied bei den Energiekosten je Durchlauf liegt danach bei etwa 30 bis 40 Cent zugunsten der Einzelgeräte. Bei 200 Durchläufen im Jahr sind das grob 60 bis 80 Euro. Das ist kein Betrag, der die Kaufentscheidung allein trägt, es summiert sich über zehn Jahre aber auf mehrere hundert Euro. Welche Füllmengen für welche Haushaltsgröße sinnvoll sind, ordnet der Beitrag zu Waschmaschinen mit 8 Kilogramm Fassungsvermögen ein.
Warum verbraucht das Trocknen Wasser?
Die meisten Waschtrockner arbeiten mit Kondenstrocknung über Leitungswasser. Die feuchtwarme Luft aus der Trommel wird an einer mit kaltem Frischwasser gekühlten Fläche vorbeigeführt. Der Wasserdampf kondensiert dort und wird abgepumpt. Das Kühlwasser selbst wird nicht wiederverwendet, es fließt direkt in den Abfluss. Genau daher stammen die 65 Liter im Beispiel oben, von denen ein erheblicher Teil auf die Trockenphase entfällt.

Es gibt inzwischen Waschtrockner mit Wärmepumpe. Sie führen die Wärme im Kreis und brauchen kein Kühlwasser, was Strom und Wasser spart. Diese Geräte kosten in der Anschaffung mehr, und die Trockenkapazität bleibt auch bei ihnen unter der Waschkapazität, denn das ist ein Platz- und kein Energieproblem. Prüfen Sie im Datenblatt, ob dort Kondensationstrocknung oder Wärmepumpentrocknung steht.
Wie liest man das Energielabel eines Waschtrockners?
Seit März 2021 gilt für Waschtrockner ein neues EU-Energielabel nach der Verordnung (EU) 2019/2014. Es ist zweigeteilt und das verwirrt regelmäßig. Die linke Spalte beschreibt den kompletten Betriebszyklus aus Waschen und anschließendem Trocknen ohne Unterbrechung. Die rechte Spalte beschreibt nur den Waschgang und entspricht dem Label einer Waschmaschine.
- Zwei Kapazitäten: Links steht die Nennkapazität des kompletten Zyklus, rechts die des reinen Waschens. Für den Gesamtzyklus gilt immer der niedrigere Wert, meist rund ein Drittel unter der Waschkapazität.
- Zwei Effizienzklassen: Die Skala reicht von A bis G. Bei Waschtrocknern gab es die Plusklassen nie, ein altes Label mit A plus plus plus existiert für diese Gerätegruppe nicht.
- Unterschiedliche Klassenabstände: Beim Waschen liegen zwischen zwei benachbarten Klassen 11 bis 14 Prozent, beim kompletten Zyklus einheitlich 18 Prozent. Ein Klassensprung bedeutet also je nach Spalte etwas anderes.
- Verbrauch je 100 Zyklen: Der Stromverbrauch steht in Kilowattstunden je 100 Betriebszyklen, nicht je Durchlauf. Teilen Sie durch 100, um den Wert für eine Ladung zu bekommen.
- Programmdauer: Das Label nennt die Dauer des Referenzprogramms. Bei Waschtrocknern liegt der komplette Zyklus regelmäßig zwischen drei und sechs Stunden.
- Geräusch und Schleuderklasse: Beide beziehen sich auf den Waschvorgang, nicht auf das Trocknen.
Für wen lohnt sich ein Waschtrockner?
Die Frage lässt sich ziemlich klar beantworten. Sinnvoll ist das Kombigerät für Haushalte mit einer bis zwei Personen, in denen ohnehin selten volle Ladungen anfallen und in denen zwei Geräte keinen Platz finden. Also in Einzimmerwohnungen, in schmalen Bädern, in Einbauküchen mit einer freien Nische. Wer dort einen Trockner braucht, hat kaum eine Alternative.
Weniger sinnvoll ist er für Familien. Bei vier Personen fallen regelmäßig volle Ladungen an, und das ständige Umräumen zwischen Wasch- und Trockenphase frisst genau die Zeit, die das Gerät sparen soll. Hier sind zwei Einzelgeräte im Alltag praktischer, auch weil sich Waschen und Trocknen parallel erledigen lassen. Übereinander gestapelt mit einem passenden Zwischenbausatz brauchen sie ebenfalls nur 60 mal 60 Zentimeter Stellfläche.
- Trockenkapazität prüfen. Suchen Sie im Datenblatt die zweite Kilogrammangabe. Steht dort weniger als die Hälfte der Waschkapazität, planen Sie fest mit zwei Trockendurchgängen je Waschladung.
- Trocknungsart klären. Kondensationstrocknung mit Leitungswasser oder Wärmepumpe. Der Unterschied schlägt bei Wasser und Strom deutlich durch.
- Anschluss sicherstellen. Ein Waschtrockner braucht Kaltwasserzulauf, Ablauf und eine eigene Steckdose. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen sind wegen der hohen Anschlussleistung nicht zulässig.
- Aufstellort belüften. Auch Kondensgeräte geben Wärme und Feuchte an den Raum ab. In einem fensterlosen Bad brauchen Sie eine funktionierende Abluft, sonst schlägt sich Feuchtigkeit an den Wänden nieder.
- Programmdauer einplanen. Ein kompletter Zyklus dauert häufig drei bis sechs Stunden. Wer abends startet, hat die Wäsche nicht mehr am selben Abend im Schrank.
- Flusensieb und Kondensatpumpe pflegen. Beide Systeme setzen sich schneller zu als bei einer reinen Waschmaschine, weil Flusen aus der Trockenphase dazukommen. Prüfen Sie das Sieb monatlich.
- Pflegekennzeichnung beachten. Nicht jedes Textil verträgt den Trockner. Das durchgestrichene Quadrat mit Kreis bedeutet: nicht maschinell trocknen. Ein Automatikzyklus kennt dieses Symbol nicht.
MerkeRechnen Sie vor dem Kauf mit Ihrer echten Wäschemenge, nicht mit der aufgedruckten Waschkapazität. Wiegen Sie einmal einen typischen Wäschekorb. Zwei Personen kommen je Ladung meist auf 3 bis 4 Kilogramm, damit läuft ein Waschtrockner mit 6 Kilogramm Trockenkapazität ohne Umräumen durch. Eine vierköpfige Familie liegt regelmäßig darüber.
Was ist beim Betrieb anders als bei einer Waschmaschine?
Zwei Punkte fallen im Alltag auf. Erstens der Restfeuchtegrad vor dem Trocknen. Je höher die Schleuderdrehzahl, desto weniger Wasser muss die Trockenphase verdampfen. Ein Sprung von 1.000 auf 1.400 Umdrehungen je Minute verkürzt die Trockenzeit spürbar und spart Strom, weil Schleudern deutlich weniger Energie kostet als Verdampfen. Welche Drehzahl zu welchem Gewebe passt, steht in der Übersicht der Waschprogramme und ihrer Drehzahlen.
Zweitens die Wärme. Nach einem Trockengang ist die Trommel warm und feucht. Lassen Sie die Tür danach offen stehen, sonst begünstigen Sie Geruchsbildung in der Manschette. Bei technischen Störungen im Trockenbetrieb, etwa wenn die Wäsche feucht bleibt oder das Gerät abschaltet, sind die Ursachen oft dieselben wie bei einem reinen Trockner. Der Beitrag zur Fehlersuche am Trockner geht die typischen Punkte durch. Prüfen Sie zuerst das Flusensieb, es ist in über der Hälfte der Fälle die Ursache.
