Eine Sauna im eigenen Haus ist bautechnisch etwas anderes als eine Kabine im Garten. Draußen entweicht die Feuchtigkeit ins Freie, drinnen bleibt sie im Gebäude. Ein einzelner Aufguss bringt einen halben bis ganzen Liter Wasser in die Raumluft, dazu kommt die Verdunstung vom Körper. Dieses Wasser sucht sich einen Weg, und wenn Sie ihm keinen vorgeben, findet es die kälteste Wand im Nachbarraum. Wer die Gartenvariante plant, findet Baurecht, Brandschutz und Ofenabstände im Beitrag zur Gartensauna. Hier geht es um die Kabine im Keller oder im Bad.

Wohin geht die Feuchtigkeit?
Das ist die Frage, die vor der Kabinenauswahl steht. Der Betrieb einer Heimsauna erhöht Temperatur und Luftfeuchte im Aufstellraum spürbar. An schlecht gedämmten Außenwänden, an Kellerwänden mit Erdreichkontakt und an kalten Fensterlaibungen kondensiert dieses Wasser, weil die Oberflächen kälter sind als die Raumluft. Kondenswasser auf kalten Flächen ist die Standardvorgeschichte jeder Schimmelbildung.
Praktisch heißt das: Der Aufstellraum braucht eine Möglichkeit, feuchte Luft nach draußen zu bringen. Ein Kellerfenster, das sich kippen lässt, ist die einfachste Lösung. Fehlt es, brauchen Sie eine mechanische Abluftführung ins Freie. Ein Luftentfeuchter im Raum ist ein Notbehelf, kein Ersatz, weil er das Wasser nur sammelt und die Wärme im Raum lässt. Prüfen Sie vor der Planung, ob Ihr Keller überhaupt trocken ist. Räume mit feuchten Wänden, Salzausblühungen oder muffigem Geruch haben bereits ein Feuchteproblem, das eine Sauna verschärft. Wie Sie bestehende Befälle behandeln, steht im Beitrag zum Entfernen von Schimmelflecken.
Feuchte wandert in Nachbarräume. Wenn der Vorraum der Sauna direkt an ein unbeheiztes Kellerabteil, an eine Vorratskammer oder an ein Treppenhaus grenzt, gelangt die warme, feuchte Luft dorthin und kondensiert an der kälteren Oberfläche. Halten Sie die Tür zum Saunabereich während und nach dem Saunieren geschlossen und lüften Sie den Saunaraum gezielt nach außen ab. Kontrollieren Sie in den ersten Wochen nach Inbetriebnahme die Wandoberflächen in angrenzenden Räumen, besonders in Raumecken und hinter Möbeln. Ein einfaches Hygrometer im Aufstellraum zeigt Ihnen, ob die Feuchte nach dem Saunagang innerhalb weniger Stunden wieder sinkt.
Wie muss die Kabine belüftet sein?
Eine Saunakabine hat zwei Öffnungen. Die Zuluft sitzt tief, üblicherweise unter oder neben dem Ofen, damit kalte Frischluft in den Bereich der Heizung strömt. Die Abluft sitzt auf der gegenüberliegenden Seite, meist unter der oberen Liege oder in Bodennähe an der Kabinenrückwand, und ist mit einem Schieber regelbar. Anbieter nennen für Heimsaunen Zuluftöffnungen von rund 150 bis 200 Quadratzentimetern und Abluftöffnungen von rund 300 bis 400 Quadratzentimetern, also den etwa doppelten Querschnitt auf der Abluftseite.
Der Luftwechsel selbst ist kein Nebenschauplatz. Pro Saunagang sollte die Kabinenluft mehrfach vollständig ausgetauscht werden, in der Praxis wird ein sieben- bis achtfacher Austausch genannt. Öffnen Sie den Abluftschieber zwischen den Gängen weiter, um verbrauchte Luft und Feuchte abzuführen. Nach dem letzten Gang bleibt die Kabinentür offen, damit das Holz durchtrocknet. Eine geschlossene Kabine, die feucht abkühlt, riecht nach wenigen Wochen muffig.
| Bauart | Typische Temperatur | Typische Luftfeuchte | Feuchteeintrag in den Raum | Anspruch an die Lüftung |
|---|---|---|---|---|
| Finnische Sauna | 80 bis 100 Grad Celsius | Etwa 10 bis 20 Prozent, kurzzeitig höher beim Aufguss | Hoch, jeder Aufguss bringt Wasser in die Luft | Hoch |
| Biosauna oder Sanarium | Etwa 45 bis 60 Grad Celsius | Etwa 40 bis 55 Prozent | Hoch, dauerhafte Verdunstung | Hoch |
| Dampfbad | Etwa 40 bis 50 Grad Celsius | Nahe 100 Prozent | Sehr hoch | Sehr hoch, dichte Fliesenkabine nötig |
| Infrarotkabine | Etwa 30 bis 50 Grad Celsius | Raumfeuchte, kein Aufguss | Gering | Normale Raumlüftung genügt meist |
Welcher Bodenaufbau gehört unter die Kabine?
Unter einer Saunakabine liegt idealerweise ein wasserunempfindlicher, rutschhemmender Belag. Fliesen auf einer Abdichtung sind der Standard, weil Aufgusswasser, Schwitzwasser und tropfende Handtücher zusammenkommen. Teppich, Laminat und Klick-Vinyl mit Holzfaserkern haben unter und vor einer Sauna nichts verloren. Ein Bodenablauf ist komfortabel, aber nur sinnvoll, wenn ohnehin eine Entwässerung im Raum liegt. Nachträglich in eine Kellersohle einen Ablauf einzubauen, ist ein erheblicher Eingriff.
- Bodenbelag: Fliesen mit rutschhemmender Oberfläche, in Nassbereichen ist Bewertungsgruppe B im Barfußbereich nach der einschlägigen Prüfung üblich. Fragen Sie beim Kauf gezielt nach der Einstufung.
- Abdichtung: Unter den Fliesen eine Verbundabdichtung, damit Wasser nicht in Estrich und Rohdecke zieht. Das ist Handwerkerarbeit.
- Abstand zur Wand: Kabinen brauchen ringsum einen Luftspalt zur Gebäudewand, meist 5 bis 10 Zentimeter, damit die Rückseite abtrocknen kann. Die Herstellerangabe ist verbindlich.
- Raumhöhe: Übliche Kabinenhöhen liegen bei 198 bis 210 Zentimetern zuzüglich Luftspalt nach oben. Messen Sie in Kellern die lichte Höhe unter Leitungen und Lüftungskanälen, nicht nur die Decke.
- Beleuchtung: Im Vorraum und im Nassbereich gehören Leuchten mit passender Schutzart. Welche Bauarten dafür gedacht sind, steht im Beitrag zur LED-Feuchtraumleuchte. In der Kabine selbst dürfen nur ausdrücklich saunataugliche Leuchten verbaut werden.
- Tür: Saunatüren öffnen immer nach außen und dürfen kein Schloss haben, das von innen blockieren kann.
Strom: Wo endet die Eigenleistung?
Die Ofenleistung richtet sich nach dem Kabinenvolumen. Als Faustregel gilt 1 Kilowatt je Kubikmeter. Eine Kabine mit 2,0 mal 1,5 mal 2,0 Metern hat 6 Kubikmeter und braucht danach rund 6 Kilowatt. Große Glasflächen und fehlende Dämmung erhöhen den Bedarf, genannt werden Zuschläge von 15 bis 50 Prozent, bei ungedämmten Kabinen 1,2 bis 1,5 Kilowatt je Kubikmeter. Kleine Kabinen von etwa 3 bis 6 Kubikmetern sind auch als 230-Volt-Ausführung erhältlich, größere Öfen brauchen einen Drehstromanschluss mit 400 Volt.
- Volumen berechnen. Innenmaße der Kabine in Metern multiplizieren, Ergebnis in Kubikmetern notieren.
- Ofenleistung ableiten. 1 Kilowatt je Kubikmeter als Ausgangswert, Zuschlag für Glasflächen und fehlende Dämmung addieren.
- Anschlussart klären. Bis etwa 3,6 Kilowatt sind 230-Volt-Öfen üblich, darüber ist ein Drehstromkreis mit 400 Volt nötig. Prüfen Sie, ob Ihre Verteilung freie Plätze hat.
- Elektrofachkraft beauftragen. Zuleitung, Absicherung, Fehlerstrom-Schutzschalter und Anschluss von Ofen und Steuergerät sind Arbeiten an der festen Installation. Sie dürfen ausschließlich von einer eingetragenen Fachkraft ausgeführt werden.
- Steuergerät platzieren. Es sitzt außerhalb der Kabine an einer trockenen Stelle. Der Temperaturfühler gehört an die vom Hersteller vorgegebene Position, sonst schaltet der Ofen falsch.
- Erste Heizung überwachen. Beim ersten Aufheizen ohne Aufguss bleiben Sie in der Nähe und lüften anschließend gründlich, weil Holz und Ofen Ausdünstungen abgeben.
Worauf sollten Sie gesundheitlich achten?
Ein Saunagang ist Kreislaufbelastung. Die Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck sinkt zunächst, der Puls steigt deutlich an. Bei gesunden Menschen ist das ein Training, bei Vorerkrankungen ein Risiko. Die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass Menschen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder Herzschwäche vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt klären sollten, ob und bei welchen Temperaturen Saunieren für sie infrage kommt. Das ist keine Formalie.
Für den Ablauf haben sich klare Zeiten etabliert: acht bis 15 Minuten in der Kabine, danach eine Abkühlphase, die ungefähr so lange dauert wie die Schwitzphase, anschließend mindestens 30 Minuten Ruhe. Kühlen Sie von den Füßen zum Herzen hin ab, nicht umgekehrt. Alkohol und Nikotin sind tabu, weil sie die Kreislaufregulation stören und ein Kreislaufversagen begünstigen. Trinken Sie nach den Saunagängen, nicht währenddessen. Wer zu Hause allein sauniert, sollte jemandem Bescheid sagen und ein Telefon in Reichweite legen.
MerkeLassen Sie die Kabinentür nach dem letzten Gang mindestens zwei Stunden offen und den Abluftschieber ganz geöffnet. Wischen Sie Bänke und Boden mit einem Tuch trocken. Diese fünf Minuten Nacharbeit entscheiden darüber, ob das Holz nach drei Jahren noch hell ist oder Stockflecken zeigt.
Was Sie realistisch einplanen sollten
Eine Bausatzkabine für zwei bis drei Personen misst häufig etwa 200 mal 150 Zentimeter in der Grundfläche, dazu kommt ringsum der Luftspalt und davor eine Fläche zum Abkühlen und Ausruhen. Rechnen Sie also mit deutlich mehr Raum als der reinen Kabinengrundfläche. Der Aufbau der Kabine selbst ist mit zwei Personen an einem Wochenende machbar, der Elektroanschluss nicht.
Der Betrieb kostet Strom. Ein 6-Kilowatt-Ofen läuft beim Aufheizen unter Volllast, danach getaktet, sodass ein Saunaabend je nach Dauer im Bereich einiger Kilowattstunden liegt. Wer den Verbrauch senken will, saunt in Serie statt einzeln und heizt nicht für einen einzigen Gang auf. Messen Sie die Luftfeuchte im Aufstellraum in den ersten vier Wochen regelmäßig und notieren Sie die Werte vor und drei Stunden nach dem Saunieren. Bleibt der Wert dauerhaft über 65 Prozent relativer Feuchte, reicht Ihre Lüftung nicht aus und muss nachgebessert werden.
