Filter sind Verschleißteile, und zwar mit sehr unterschiedlichen Standzeiten. Der eine wird nach jedem Gebrauch geleert, der nächste einmal im Jahr getauscht. Wer alles über einen Kamm schert, macht entweder zu viel Arbeit oder riskiert einen Geräteschaden. Die folgende Übersicht sortiert die Intervalle nach Gerät und Filtertyp und nennt jeweils den Grund dahinter.
Welches Intervall gilt für welches Gerät?
| Gerät und Filtertyp | Intervall | Was passiert |
|---|---|---|
| Dunstabzugshaube, Metallfettfilter | Reinigen alle 2 bis 4 Wochen bei intensivem Kochen, sonst alle 1 bis 2 Monate | Fett verklebt das Gitter, Absaugleistung sinkt, Fett tropft zurück |
| Dunstabzugshaube, Metallfettfilter | Austausch alle 3 bis 4 Jahre | Gewebe verformt sich, Rahmen verzieht sich, Filter liegt nicht mehr dicht an |
| Dunstabzugshaube, Aktivkohlefilter im Umluftbetrieb | Austausch alle 3 bis 12 Monate, bei starker Nutzung etwa halbjährlich | Aktivkohle ist gesättigt, Gerüche gelangen ungefiltert in den Raum |
| Dunstabzugshaube, regenerierbarer Longlife-Kohlefilter | Reinigen alle 3 bis 4 Monate, Lebensdauer etwa 3 bis 4 Jahre | Nur diese Bauart darf ausgeheizt und wiederverwendet werden |
| Wohnraumlüftung, grober Außenluftfilter der Klasse ISO Coarse, früher G4 | Alle 3 bis 6 Monate | Laub, Insekten und Grobstaub setzen ihn zu, Volumenstrom sinkt |
| Wohnraumlüftung, Feinfilter der Klasse ePM1, früher F7 | Alle 6 bis 12 Monate, in der Pollenzeit früher | Feinstaub und Pollen erhöhen den Druckverlust, Ventilator arbeitet gegen an |
| Lüftungsanlage nach VDI 6022 | Erste Filterstufe spätestens einmal jährlich | Hygieneanforderung, unabhängig vom optischen Zustand |
| Wäschetrockner, Flusensieb in der Tür | Nach jedem Trockengang | Wärmestau, längere Laufzeit, erhöhtes Brandrisiko |
| Wäschetrockner, Wärmetauscher oder Kondensator | Nach Herstellerangabe, bei vielen Geräten monatlich | Flusen im Wärmetauscher steigern Energieverbrauch und Brandgefahr |
| Klimagerät, Vorfilter im Innenteil | Alle 2 bis 4 Wochen während der Betriebssaison | Staub auf dem Verdampfer mindert Leistung und begünstigt Keimwachstum |
| Staubsauger, Motorschutz- und Abluftfilter | Nach Herstellerangabe, häufig bei jedem dritten bis fünften Beutelwechsel | Motor bekommt zu wenig Kühlluft, Saugleistung fällt ab |
Zwei Werte in dieser Tabelle sind keine Empfehlung, sondern eine Untergrenze. Das Flusensieb wird nach jedem Trockengang geleert, und die Hygienenorm VDI 6022 nennt für die erste Filterstufe einer Lüftungsanlage das Jahr als Höchstdauer. Alles andere sind Spannen, die von der Nutzung abhängen. Eine Küche, in der täglich mit Öl gebraten wird, verlangt kürzere Abstände als eine, in der überwiegend gekocht wird. Eine Lüftungsanlage an einer Hauptstraße oder in einem Haushalt mit Tieren braucht ebenfalls häufigere Wechsel.
Trockner: das Flusensieb ist kein Komfortthema. In der Schadendatenbank des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung stehen Wäschetrockner an der Spitze der brandauslösenden Elektrogeräte, vor Fernsehgeräten, Kühlgeräten und Geschirrspülern. Ein verstopftes Sieb staut die Wärme im Gerät, verlängert den Programmlauf und erhöht damit genau die Belastung, die zum Brand führen kann. Leeren Sie das Sieb nach jedem Gang, reinigen Sie den Wärmetauscher nach Herstellerangabe und lassen Sie den Trockner nicht unbeaufsichtigt laufen, wenn Sie das Haus verlassen.
Warum kostet ein zugesetzter Filter Geld?
Der Mechanismus ist bei allen Geräten derselbe. Ein Filter setzt der Luft einen Widerstand entgegen, den Druckverlust. Solange der Filter sauber ist, ist dieser Widerstand klein und der Ventilator schafft seinen Volumenstrom mit wenig Leistung. Mit jeder Schicht Staub, Fett oder Flusen steigt der Druckverlust. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, und beide kosten. Entweder das Gerät regelt nach und zieht mehr Strom, oder es kann nicht nachregeln und liefert weniger, dann läuft das Programm länger.
Beim Trockner zeigt sich das am deutlichsten. Ein volles Flusensieb verlängert die Trockenzeit spürbar, und Wäschetrockner gehören ohnehin zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Bei der Dunstabzugshaube merken Sie es am Fettbeschlag auf den Oberschränken: Was der Filter nicht mehr aufnimmt, schlägt sich im Raum nieder. Bei der Lüftungsanlage sinkt der Volumenstrom, die Feuchte bleibt länger in der Wohnung, und die Wärmerückgewinnung arbeitet schlechter. Bei Klimageräten legt sich Staub auf den Verdampfer, wo Kondenswasser steht; das ist die Kombination, aus der muffige Gerüche entstehen.
Woran erkennen Sie, dass ein Filter fällig ist?
- Papiertest an der Haube: Halten Sie bei voller Leistung ein Blatt Küchenpapier an das Gitter. Fällt es herunter, statt zu haften, ist der Fettfilter zu.
- Geruch statt Absaugung: Riecht die Wohnung nach dem Kochen länger als früher, ist im Umluftbetrieb die Aktivkohle gesättigt.
- Wäsche zu warm und feucht: Endet das Trocknerprogramm mit klammer, sehr warmer Wäsche, sind Sieb oder Wärmetauscher zugesetzt.
- Pfeifen an der Lüftung: Ein deutlich lauteres Ansauggeräusch bedeutet, dass der Ventilator gegen einen zu hohen Widerstand arbeitet.
- Kondensat am Klimagerät: Tropfendes Wasser aus dem Innenteil deutet auf einen vereisten Verdampfer hin, oft ausgelöst durch zu wenig Luftdurchsatz.
- Sichtbare Verfärbung: Ein Lüftungsfilter, dessen Anströmseite gleichmäßig grau statt weiß ist, hat seine Aufgabe erfüllt.
Wie reinigen Sie einen Fettfilter richtig?
- Haube ausschalten und abkühlen lassen. Trennen Sie Beleuchtung und Gebläse vom Strom, bevor Sie unter das Gerät greifen.
- Filter aushängen. Die Schnappverschlüsse liegen an der Unterseite. Halten Sie den Filter dabei fest, er ist schwerer als er aussieht.
- Vorbehandeln. Legen Sie den Filter für 20 bis 30 Minuten in heißes Wasser mit Spülmittel oder Natron ein. Das löst die Fettschicht, die die Maschine allein nicht schafft.
- Spülmaschine nutzen. Ein Intensivprogramm reinigt Metallfettfilter gut. Aluminiumfilter können dabei matt oder dunkel werden, das ist optisch, nicht funktional.
- Vollständig trocknen lassen. Einen feuchten Filter wieder einzusetzen, führt zu Korrosion am Rahmen und zu Tropfwasser über dem Kochfeld.
- Aktivkohlefilter separat behandeln. Normale Kohlefilter werden nicht gewaschen, sondern ersetzt. Nur ausdrücklich als regenerierbar bezeichnete Longlife-Filter dürfen nach Anleitung gereinigt werden.
- Datum notieren. Ein Klebestreifen mit dem Wechseldatum an der Innenseite der Haube erspart das Rätselraten beim nächsten Mal.
MerkeAktivkohle bindet Gerüche durch Anlagerung an ihrer inneren Oberfläche. Ist diese belegt, ist der Filter erschöpft, unabhängig davon, wie sauber er aussieht. Auswaschen bringt nichts, weil das Wasser die angelagerten Stoffe nicht aus den Poren löst. Nur Filter, die der Hersteller ausdrücklich als regenerierbar beschreibt, lassen sich durch Ausheizen im Backofen nach Anleitung wieder verwenden.
Was gilt für Lüftungsgitter und Abluftöffnungen?
Gitter sind keine Filter, sie werden deshalb nicht getauscht, sondern gereinigt. Trotzdem gehören sie in denselben Wartungsplan, weil ein zugesetztes Gitter denselben Druckverlust erzeugt wie ein voller Filter. Zu- und Abluftventile in Wohnräumen wischen Sie zweimal im Jahr feucht ab. Wichtig dabei: Verstellen Sie die Einstellung nicht. Viele Teller- und Kegelventile sind bei der Einregulierung der Anlage auf einen bestimmten Volumenstrom eingestellt und mit einer Kontermutter fixiert. Markieren Sie die Position, bevor Sie das Ventil herausdrehen, und schrauben Sie es genau bis zu dieser Marke wieder ein.
Bei Außenwandgittern, Mauerkästen und Fassadenhauben kommen Insektennester, Laub und Spinnweben dazu. Ein Blick von außen einmal im Jahr genügt meist. Kontrollieren Sie dabei auch die Rückstauklappe eines Mauerkastens: Klemmt sie offen, zieht es kalt herein, klemmt sie geschlossen, arbeitet die Haube gegen eine Wand. Vergitterte Öffnungen an Gasgeräten und Feuerstätten sind ein eigenes Thema und dürfen nie zugestellt oder abgeklebt werden, weil sie die Verbrennungsluft zuführen.
Was tun, wenn der Filterwechsel nichts bringt?
Dann liegt der Fehler weiter hinten. Bleibt die Trockenzeit trotz sauberem Sieb und gereinigtem Wärmetauscher lang, lohnt der Blick in den Beitrag zur Fehlersuche am Trockner. Saugt der Staubsauger nach dem Filterwechsel weiterhin schwach, sitzt oft eine Verstopfung im Schlauch oder in der Bodendüse; das behandelt der Beitrag darüber, wie man einen defekten Staubsauger wieder in Gang bringt. Und wenn ein Klimagerät nach der Filterreinigung immer noch schlecht kühlt, geht es meist um Kältemittel oder den Verdampfer, also um Arbeiten, die ein zertifizierter Fachbetrieb ausführen muss; die Grundlagen dazu stehen in den Hinweisen zur Wartung von Klimaanlagen.
Legen Sie sich zum Schluss einen einfachen Zettel im Hauswirtschaftsraum an, mit einer Zeile je Gerät und dem Datum des letzten Wechsels. Das ist unspektakulär und funktioniert besser als jede Erinnerungsfunktion, weil es dort hängt, wo Sie ohnehin stehen. Bestellen Sie Lüftungsfilter im Doppelpack, dann liegt der nächste Satz schon bereit.
