Ein Plissee lässt sich in zwanzig Minuten anbringen. Oder es kostet einen Nachmittag, zwei Fehlbohrungen und ein undichtes Fensterprofil. Der Unterschied liegt fast immer in einer einzigen Entscheidung, die vor dem Kauf fällt: klemmen oder bohren. Diese Anleitung geht beide Wege durch, nennt die Maße, die Sie vorher am Fenster abnehmen müssen, und sagt klar, wo die Grenze zum Vermieter und zum Fensterbauer verläuft.

Klemmen oder bohren: Was passt zu Ihrem Fenster?
Klemmträger sind kleine Metallbügel, die von oben über die Rahmenkante des Fensterflügels geschoben werden. Sie halten allein durch Federkraft. Damit das funktioniert, braucht der Flügel eine frei zugängliche Kante. Die Hersteller geben dafür Spannbereiche zwischen etwa 7 und 24 Millimetern an, je nach Modell auch enger, etwa 11 bis 24 Millimeter. Messen Sie diese Kante mit einem Messschieber oder einem Zollstock, bevor Sie bestellen. Passt sie nicht, hilft kein Nachdrücken.
Ein Nebeneffekt wird oft übersehen. Der Bügel des Klemmträgers legt sich über die innere Gummidichtung des Fensters und drückt sie an dieser Stelle zusammen. Bei zwei bis vier Trägern pro Fenster ist das unkritisch. Sitzt der Träger aber genau auf einem Dichtungsstoß oder verläuft das Kabel eines Rollos darüber, kann an dieser Stelle Zugluft entstehen. Prüfen Sie das im Winter mit der Handfläche.
Gebohrt wird dort, wo geklemmt nicht reicht. Also bei schweren Holzjalousien, bei Behängen über etwa 140 Zentimetern Breite, bei Fenstern ohne passende Flügelkante und bei allen Behängen, die vor der Nische hängen sollen.
Welche Montagearten gibt es und wie viel Platz brauchen sie?
| Montageart | Befestigung | Voraussetzung am Fenster | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Klemmträger am Flügel | ohne Bohren, Federkraft | freie Rahmenkante ca. 7 bis 24 mm | leichte Plissees, schmale Alu-Jalousien |
| Kleben auf Glasleiste | Klebeplättchen | saubere, fettfreie, glatte Fläche | sehr leichte Plissees, Wabenplissees |
| Schrauben in die Glasleiste | 2 kurze Schrauben je Träger | Glasleiste mind. 15 mm tief, ideal 25 mm | Plissees und Jalousien im Flügel |
| Nischenmontage am Sturz | Dübel und Schraube | tragfähiger Sturz, Nische tief genug | Jalousien, Rollos, Plissees |
| Wand- oder Deckenmontage | Dübel und Schraube | tragfähiger Untergrund über der Nische | schwere und breite Behänge |
Für die Montage auf dem Fensterflügel gilt eine einfache Faustregel: Der Behang sollte den Glasrand auf jeder Seite um etwa 1 Zentimeter überstehen. Sonst fällt an den Rändern Licht ein. Bei Nischenmontage messen Sie die lichte Breite an drei Stellen, oben, in der Mitte und unten. Altbaunischen sind selten rechtwinklig. Der kleinste Wert zählt, abzüglich etwa 5 Millimeter Luft.
Darf ich in einen Kunststofffensterrahmen bohren?
Technisch geht es. Sinnvoll ist es selten. Ein Kunststofffenster ist ein Mehrkammerprofil mit einer Stahl- oder Glasfaserarmierung im Inneren und einer definierten Dichtungsebene. Wer quer durch den Rahmen bohrt, kann die Armierung treffen, eine Kammer öffnen oder die Dichtungsebene durchstoßen. In die geöffnete Kammer läuft Kondenswasser, das nicht mehr abtrocknet. Zusätzlich sitzen im Flügelfalz die Beschlagteile, ein Bohrer dort trifft im schlimmsten Fall den Schließzapfen.
Achtung, Gewährleistung. Fensterhersteller schließen Schäden, die durch nachträgliche Bohrungen im Rahmen oder Flügel entstehen, in ihren Bedingungen regelmäßig aus. Wenn Sie ein neues oder noch in der Gewährleistung befindliches Fenster haben, fragen Sie vor dem Bohren beim Fensterbauer nach. Ein kurzer Anruf ist billiger als ein neuer Flügel.
Im Mietverhältnis kommt eine zweite Ebene dazu. Löcher in Wand und Decke gelten weitgehend als vertragsgemäßer Gebrauch, solange sie in üblichem Umfang bleiben und beim Auszug fachgerecht verschlossen werden. Bohrungen im Fensterrahmen oder Fensterflügel sind etwas anderes: Sie treffen ein Bauteil, das sich nicht spachteln lässt. Behandeln Sie das als zustimmungspflichtig und lassen Sie sich die Erlaubnis schriftlich geben. Wenn Ihr Vermieter ablehnt, bleiben Klemmträger, Kleben und die Montage an Wand oder Decke.
Wie montiere ich ein Plissee mit Klemmträgern?
- Kante messen. Legen Sie den Zollstock an die obere Rahmenkante des Fensterflügels und notieren Sie die Stärke in Millimetern. Vergleichen Sie den Wert mit dem Spannbereich des Klemmträgers, bevor Sie bestellen.
- Träger vorbereiten. Schieben Sie die Klemmträger auf die Führungsschiene oder die Oberschiene des Plissees, je nach System. Zwei Träger reichen bis etwa 100 Zentimeter Breite, darüber setzen Sie einen dritten in die Mitte.
- Position anzeichnen. Markieren Sie mit einem Bleistift, wo die Träger sitzen sollen. Halten Sie mindestens 5 Zentimeter Abstand zum Fenstergriff und zu den Scharnieren.
- Aufschieben und andrücken. Setzen Sie die Träger über die Rahmenkante und drücken Sie sie bis zum Anschlag. Sie müssen spürbar einrasten und dürfen sich nicht mehr von Hand verschieben lassen.
- Einklicken und testen. Hängen Sie das Plissee ein, ziehen Sie es zwei- bis dreimal komplett auf und zu und öffnen Sie das Fenster einmal ganz. Streift der Behang, korrigieren Sie die Trägerposition jetzt und nicht später.
Was gilt bei Wand- und Deckenmontage?
Sobald Sie über der Fensternische bohren, ist die Jalousie ein normales Wandprojekt. Der Untergrund entscheidet über Dübel und Bohrmodus. Über Fensteröffnungen liegt oft ein Betonsturz, seitlich davon kann Porenbeton oder ein Lochziegel sitzen. Welcher Dübel wohin gehört und wann Schlagbohren erlaubt ist, steht ausführlich im Ratgeber welchen Dübel für welche Wand. Kurz zusammengefasst gilt für die Praxis am Fenster:
- Bohrtiefe: so tief wie die Dübellänge plus einmal den Dübeldurchmesser. Bei einem 8-Millimeter-Dübel von 40 Millimetern Länge sind das 48 Millimeter.
- Schraubenlänge: rund 20 Millimeter länger als der Dübel, damit die Spreizung vollständig greift.
- Schlagbohren: nur in Beton, Vollziegel und Naturstein. In Porenbeton, Lochziegel, Fliesen und Gipskarton bohren Sie ohne Schlag, sonst brechen die Stege aus.
- Gipskarton: einlagig beplankt trägt mit passenden Hohlraumdübeln rund 25 Kilogramm, doppelt beplankt rund 40 Kilogramm. Eine breite Holzjalousie liegt darunter, ein schweres Vorhangsystem nicht unbedingt.
- Abstand zur Decke: planen Sie mindestens 5 Zentimeter über der Nische ein, damit der Behang frei läuft und der Träger nicht auf der Sturzkante sitzt.
MerkeNach DIN 18015-3 verlaufen die waagerechten Installationszonen 15 bis 45 Zentimeter über dem Fußboden und die gleiche Zone unterhalb der Decke. Genau in dieser oberen Zone sitzen Jalousieträger häufig. Prüfen Sie die Stelle vor dem Bohren mit einem Leitungssucher und bohren Sie im Zweifel 10 Zentimeter tiefer.
Welche Fehler kosten am Ende Geld?
Die häufigsten Pannen sind Messfehler, keine Montagefehler. Wer die Breite des Behangs am Rahmenaußenmaß statt am Glasausschnitt nimmt, bekommt ein Plissee, das den Fenstergriff blockiert. Wer die Glasleiste nicht misst, bestellt Träger, die nicht aufliegen. Und wer bei Holzfenstern in eine frisch lackierte Leiste bohrt, reißt den Lack auf. Wenn ohnehin ein Anstrich ansteht, erledigen Sie ihn zuerst, die Reihenfolge und die Trockenzeiten stehen im Beitrag Holzfenster richtig streichen.
Ein letzter Punkt betrifft die Raumwirkung. Ein deckennah montierter Behang lässt das Fenster höher wirken, ein in der Glasleiste sitzendes Plissee wirkt kompakt und lässt die Fensterbank frei. Wenn Sie den Behang nicht nur als Sichtschutz, sondern als Zonierung im Raum einsetzen wollen, sind flächige Systeme wie ein Raumteiler oft die bessere Wahl als ein zweites Plissee.
Für den Einkauf reichen drei Zahlen: die Breite des Glasausschnitts, die Tiefe der Glasleiste in Millimetern und die Stärke der freien Flügelkante. Notieren Sie diese drei Werte am Fenster, bevor Sie irgendetwas bestellen.
