An einer Tür sitzen bis zu drei Dichtungen, und sie haben unterschiedliche Aufgaben. Die Falzdichtung im Zargenfalz hält Zugluft und Schall, die Bodendichtung schließt den Spalt unten, und bei Außentüren kommt eine Schwellendichtung dazu. Wer nur eine davon erneuert, weil sie sichtbar kaputt ist, löst oft nicht das Problem, das er eigentlich hat.

Welche Dichtung sitzt wo an einer Tür?
Öffnen Sie die Tür und schauen Sie den Zargenfalz von oben nach unten ab. Dort läuft die Falzdichtung in einer Nut. Schauen Sie dann auf die Unterkante des Türblatts. Dort sitzt entweder nichts, eine Bürstendichtung, eine aufgeschraubte Schiene oder eine in eine Nut eingelassene Absenkdichtung. Die Kombination sagt Ihnen, was die Tür kann und was nicht.
| Dichtungsart | Position | Aufgabe | Tausch durch Laien |
|---|---|---|---|
| Falzdichtung | Nut im Zargenfalz oder im Türblatt | Zugluft, Schall, Türschlag dämpfen | Ja, in etwa 20 Minuten |
| Bürstendichtung | Aufgeschraubt oder geklebt an der Türunterkante | Zugluft und Staub, geringe Wirkung | Ja, einfach |
| Absenkbare Bodendichtung | In eine Nut in der Türunterkante eingelassen | Schall, Rauch, Zugluft, Boden bleibt frei | Bedingt, Fräsarbeit nötig |
| Schwellendichtung | Auf oder in der Schwelle der Außentür | Schlagregen, Wind, Wärmeverlust | Ja, wenn Ersatzprofil verfügbar |
| Magnetdichtung | Bodenprofil und Türunterseite bei Nullschwellen | Dichtheit ohne Höhenversatz | Nein, Systembauteil |
| Selbstklebendes Schaumprofil | Aufgeklebt auf den Anschlag | Notbehelf gegen Zugluft | Ja, aber nur als Übergangslösung |
Wie tauschen Sie eine Falzdichtung aus?
- Profil bestimmen. Ziehen Sie ein 15 bis 20 Zentimeter langes Stück der alten Dichtung heraus und nehmen Sie es zum Kauf mit. Nur der Querschnitt entscheidet, ob das Profil in Ihre Nut passt.
- Fußform prüfen. Es gibt Anker-, Schwert- und Klemmfüße. Ein Ankerfuß hält nur in einer hinterschnittenen Nut, ein Klemmfuß nur in einer glatten. Vertauscht rutscht die Dichtung wieder heraus.
- Länge ermitteln. Umfang von Zargenfalz messen und 10 Prozent Zugabe für die Ecken rechnen. Bei einer Standardinnentür sind das ungefähr 5 Meter.
- Alte Dichtung ziehen. An einer Ecke aushebeln und gleichmäßig abziehen. Reste in der Nut mit einem Kunststoffspachtel entfernen und aussaugen.
- Nut reinigen. Mit mildem Reiniger auswischen und trocknen lassen. Auf Schmutzresten sitzt das neue Profil zu hoch und die Tür klemmt.
- Ohne Zug einlegen. Oben in der Mitte beginnen und das Profil eindrücken, ohne es zu dehnen. Gedehnte Dichtungen ziehen sich zurück und reißen an den Ecken Lücken auf.
- Ecken einschneiden. Die Dichtung nicht durchtrennen, sondern innen keilförmig einkerben und um die Ecke führen. Durchgehende Profile dichten besser als gestoßene.
- Stoß setzen. Die Enden auf Stoß zusammenführen, 2 bis 3 Millimeter Überlänge lassen und die Fuge an eine unauffällige Stelle oben legen.
- Schließprobe machen. Die Tür muss sich ohne spürbaren Widerstand schließen lassen. Braucht sie jetzt Kraft, ist das Profil zu hoch und Sie brauchen eine flachere Ausführung.
- Schließblech kontrollieren. Fällt die Falle nicht mehr sauber ein, ist das Schließblech nachzustellen. Wie das geht, steht in der Anleitung zur Reparatur von Türschlössern.
Wann lohnt sich eine absenkbare Bodendichtung?
Immer dann, wenn der Spalt unter der Tür geschlossen sein soll, solange die Tür zu ist, und offen, wenn sie auf ist. Genau das leistet eine Absenkdichtung. Sie sitzt in einer Nut in der Türunterkante. Auf der Bandseite steht ein Auslösestift heraus. Beim Schließen drückt dieser Stift gegen die Zarge, und ein federunterstützter Mechanismus senkt das Dichtungsprofil auf den Boden ab. Öffnet die Tür, fährt es wieder ein.
Das ist der große Vorteil gegenüber einer festen Anschlagschiene: Der Boden bleibt frei begehbar, es entsteht keine Stolperkante, und Bodenbeläge nehmen keinen Schaden. Für Räume, in denen ohnehin über die Schwellenhöhe nachgedacht wird, ist das die sauberste Lösung, wie auch beim Reparieren beschädigter Türschwellen beschrieben.
Für den Einbau brauchen Sie eine Oberfräse und eine Führungsschiene. Die Nut wird üblicherweise 2 bis 3 Millimeter tiefer gefräst als der Beschlag hoch ist. So bleibt Reserve, falls die Tür später gekürzt oder der Bodenbelag erneuert wird. Der Boden muss eben, fest und glatt sein, sonst schleift die Dichtung an einer Stelle und liegt an einer anderen nicht auf. Bei Glastüren und bei Türblättern mit Wabenkern ist das Fräsen keine Heimwerkerarbeit, weil der Kern die Nut nicht trägt.
Machen Sie keine Tür dicht, die Luft durchlassen muss. In Bädern, Küchen und allen Räumen mit Abluftanlage strömt die Zuluft über den Spalt unter der Tür nach. Wird dieser Spalt geschlossen, arbeitet der Ventilator gegen Unterdruck, die Feuchte bleibt im Raum und Schimmel wird wahrscheinlicher. Kritisch wird es bei raumluftabhängigen Feuerstätten wie Gastherme, Kamin oder Gasherd, weil dort die Verbrennungsluft fehlt und Abgase in den Raum gelangen können. Sprechen Sie in diesen Fällen mit dem Schornsteinfeger, bevor Sie eine Tür nachrüsten. Zargen von Brand- und Rauchschutztüren sind ebenfalls tabu, dort sind Dichtungen Teil des geprüften Bauteils.
Was bringt eine Dichtung beim Schallschutz?
Mehr als die meisten erwarten, aber nur im Zusammenspiel. Die DIN 4109 unterscheidet bei Wohnungseingangstüren zwei Fälle: Führt die Tür von einem Hausflur oder Treppenraum in einen abgeschlossenen Wohnungsflur, gilt eine Anforderung von 27 Dezibel als bewertetes Schalldämm-Maß. Führt sie direkt in einen Aufenthaltsraum, sind es 37 Dezibel.
Dazu kommt das Vorhaltemaß. Weil Einbau, Zarge und Anschlussfugen Verluste erzeugen, wird für ein Bauteil mit 27 Dezibel Sollwert am Bau üblicherweise ein Element mit einem Prüfwert von 32 Dezibel eingesetzt. Die Dichtungen sind dabei kein Zubehör, sondern Teil dieses Werts: umlaufende Falzdichtung plus absenkbare Bodendichtung. Ein Türblatt mit gutem Prüfwert und offenem Bodenspalt erreicht in der Praxis einen Bruchteil davon, weil Schall durch jede Öffnung geht.
Wer den Schallschutz einer bestehenden Wohnungseingangstür verbessern will, hat drei Stellschrauben in dieser Reihenfolge: Bodenspalt schließen, Falzdichtung erneuern und rundum gleichmäßig anlegen, Anschlussfuge zwischen Zarge und Wand prüfen. Erst danach lohnt der Gedanke an ein neues Türblatt. Ein leichtes Röhrenspantürblatt lässt sich durch Dichtungen nicht in eine Schallschutztür verwandeln.
MerkePrüfen Sie den Dichtschluss mit einem Blatt Papier, genau wie am Fenster. Ziehen Sie es bei geschlossener Tür rundum alle 20 bis 30 Zentimeter heraus und markieren Sie die Stellen, an denen es leicht rutscht. Dasselbe Verfahren ist beim Reparieren beschädigter Fensterdichtungen beschrieben und liefert innerhalb weniger Minuten eine Karte aller undichten Punkte.
Was taugen Zugluftstopper?
Als schnelle Hilfe gegen kalten Luftzug am Boden funktionieren sie, als dauerhafte Lösung nicht. Es lohnt sich, die Varianten auseinanderzuhalten.
- Loser Textilstopper: Die klassische Rolle vor der Tür. Wirkt nur bei geschlossener Tür, muss nach jedem Öffnen neu gelegt werden, kostet fast nichts.
- Doppelseitiger Stopper mit Steg: Wird über die Türunterkante geschoben und bleibt an der Tür. Praktischer, schleift aber auf empfindlichen Böden und verschmutzt schnell.
- Bürstendichtung zum Anschrauben: Dauerhaft montiert, gleicht kleine Unebenheiten aus, dichtet aber nur mäßig und verschleißt an der Bürste.
- Aufschraubbare Gummischiene: Bessere Dichtwirkung als die Bürste, schleift dafür ständig über den Boden und verhakt sich an Teppichkanten.
- Absenkbare Bodendichtung: Die technisch beste Lösung, weil sie nur bei geschlossener Tür wirkt. Verlangt eine Fräsung und einen ebenen Boden.
- Selbstklebende Schaumbänder am Anschlag: Kurzfristig wirksam, lösen sich mit der Zeit und hinterlassen Kleberreste auf der Zarge.
Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Kalte Zugluft unter einer Wohnungstür ist selten ein Wärmeverlust von Bedeutung. Sie ist ein Komfortproblem. Der Energieeffekt einer nachgerüsteten Bodendichtung an einer Innentür ist gering, an einer Wohnungseingangstür zum unbeheizten Treppenhaus dagegen spürbar.
Wann ist die Dichtung gar nicht die Ursache?
Wenn die Tür schief in der Zarge steht. Eine Dichtung kann nur ausgleichen, wozu sie Spielraum hat, und der liegt meist bei wenigen Millimetern. Messen Sie deshalb vor jedem Dichtungskauf die Falzluft: an beiden Längsseiten und oben. Weichen die Werte um mehr als 2 Millimeter voneinander ab, stellen Sie zuerst die Bänder nach.
Der zweite Fall ist die Anschlussfuge zwischen Zarge und Wand. Bei alten Einbauten ist sie oft nur mit ausgehärtetem Montageschaum gefüllt und nicht luftdicht abgeklebt. Dort geht Luft und Schall am Türblatt vorbei, und keine Falzdichtung ändert daran etwas. Halten Sie bei geschlossener Tür eine Kerze an die Zargeninnenkante. Flackert die Flamme dort und nicht am Türfalz, liegt das Problem in der Wand. Dann hilft nur, die Bekleidung abzunehmen und die Fuge dauerhaft elastisch zu schließen.
