Ausrangierte Badetücher sind meist noch dick, aber ausgeblichen oder an einer Stelle eingerissen. Für eine Badematte ist genau das ausreichend, denn hier zählt Saugfähigkeit und nicht das Aussehen. Ein Punkt bleibt dabei jedoch offen, und er ist der wichtigste am ganzen Projekt: die Rutschsicherheit.

Warum ist die Rutschsicherheit der kritische Punkt?
Gekaufte Badematten haben auf der Unterseite einen aufgetragenen Latex- oder Gummirücken. Der sorgt dafür, dass die Matte auch bei Nässe an Ort und Stelle bleibt. Eine selbst genähte Matte aus Frottee hat diese Schicht nicht. Nasses Frottee auf einer nassen, glatten Fliese gleitet, und zwar genau in dem Moment, in dem Sie mit einem Fuß aus der Dusche treten und das gesamte Gewicht auf eine Kante bringen.
Es gibt drei brauchbare Lösungen. Erstens eine zugeschnittene Antirutschunterlage aus dem Teppichzubehör, die lose unter die Matte gelegt wird und im Handel etwa 5 bis 10 Euro kostet. Zweitens eine flüssige Antirutschbeschichtung auf Latexbasis, die punktförmig auf die Unterseite aufgetragen wird und nach dem Trocknen waschbar ist. Drittens ein aufgenähtes Stück rutschhemmender Matte, das allerdings die Waschbarkeit einschränkt. Die lose Unterlage ist die pflegeleichteste Variante, weil Matte und Unterlage getrennt gewaschen und getrocknet werden können.
Keine Matte ohne Rutschschutz in eine Nasszelle legen. Das gilt besonders in Haushalten mit älteren Menschen oder kleinen Kindern. Wenn Sie keine Antirutschunterlage zur Hand haben, legen Sie die selbst genähte Matte vorerst vor das Waschbecken auf trockenen Boden und nicht direkt vor Dusche oder Wanne. Prüfen Sie die Unterlage außerdem regelmäßig, denn Antirutschmaterial wird mit den Jahren hart und verliert seine Wirkung.
Welche Handtücher eignen sich?
| Material | Flächengewicht | Eignung | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Baumwollfrottee, schwer | 500 bis 600 Gramm pro Quadratmeter | Sehr gut | Beste Saugleistung, braucht lange zum Trocknen |
| Baumwollfrottee, mittel | 400 bis 500 Gramm pro Quadratmeter | Gut | Der übliche Badetuchbereich, guter Kompromiss |
| Baumwollfrottee, leicht | unter 400 Gramm pro Quadratmeter | Nur als Zwischenlage | Allein zu dünn, saugt zu wenig |
| Mikrofaser | 200 bis 400 Gramm pro Quadratmeter | Bedingt | Trocknet schnell, fühlt sich unter nassen Füßen kühl an |
| Waffelpikee | 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter | Als Oberlage | Wenig Volumen, gut kombinierbar mit Frottee als Kern |
| Handtücher mit Elasthan oder Polyesteranteil | variabel | Weniger geeignet | Saugen schlechter und trocknen ungleichmäßig |
Material, Maße und Kosten
- Handtücher: Zwei Badetücher von etwa 70 mal 140 Zentimetern, gewaschen und vollständig getrocknet. Daraus entstehen zwei Matten von 50 mal 80 Zentimetern oder eine Matte mit drei Lagen.
- Schrägband: Baumwollschrägband 30 Millimeter breit, etwa 2,8 Meter pro Matte für eine Kantenlänge von 260 Zentimetern plus Reserve.
- Nähgarn: Polyester-Nähgarn Stärke 100. Es ist reißfester als Baumwollgarn und verträgt die 60-Grad-Wäsche.
- Nadel: Jeansnadel Stärke 90 oder 100. Drei Lagen Frottee plus Schrägband sind für eine Universalnadel 80 zu viel.
- Schere: Eine scharfe Stoffschere oder ein Rollschneider. Frottee franst beim Schneiden stark, arbeiten Sie über einer Mülltüte.
- Antirutschunterlage: Zugeschnittenes Teppichgitter, etwa 5 bis 10 Euro, 2 Zentimeter kleiner als die Matte zuschneiden.
- Zeit und Kosten: 60 bis 90 Minuten, Materialkosten etwa 10 bis 20 Euro, wenn die Handtücher vorhanden sind.
Anleitung Schritt für Schritt

- Vorwaschen. Alle Handtücher einmal bei 60 Grad Celsius ohne Weichspüler waschen und vollständig trocknen. Baumwollfrottee läuft dabei ein, das soll vor dem Zuschnitt geschehen.
- Zuschneiden. Zwei Rechtecke von 52 mal 82 Zentimetern zuschneiden, dazu eine dritte Lage in gleicher Größe aus einem dünneren Handtuch als Kern. Fertigmaß nach dem Einfassen etwa 50 mal 80 Zentimeter.
- Lagen stapeln. Die beiden dicken Lagen mit den Frotteeseiten nach außen legen, die dünne Lage in die Mitte. Ecken bündig ausrichten.
- Heften. Rundum im Abstand von 10 Zentimetern stecken, zusätzlich in der Mitte. Frottee verschiebt sich unter dem Nähfuß erheblich.
- Steppen. Ein Raster aus Längs- und Querlinien im Abstand von 10 Zentimetern nähen, Stichlänge 3,5 Millimeter. Die Steppung verhindert, dass sich die Lagen beim Waschen gegeneinander verschieben und Wülste bilden.
- Kanten begradigen. Den gesteppten Stapel mit Lineal und Rollschneider auf 50 mal 80 Zentimeter beschneiden. Ecken leicht abrunden, das erleichtert das Einfassen erheblich.
- Schrägband annähen. Band rundum aufstecken, zuerst auf der Rückseite feststeppen, dann nach vorn klappen und knappkantig absteppen. An den Rundungen das Band leicht dehnen, nicht raffen.
- Ecken sichern. An jeder Ecke einige Rückwärtsstiche setzen. Genau dort wird die Matte beim Aufheben angefasst, und dort geht das Band als Erstes auf.
- Unterlage zuschneiden. Antirutschgitter auf 48 mal 78 Zentimeter schneiden, also 2 Zentimeter kleiner als die Matte. Ein überstehendes Gitter kräuselt sich an den Rändern und wird selbst zur Stolperstelle.
- Funktionsprobe. Matte auf die feuchte Fliese legen, Unterlage darunter, und mit einem Fuß bewusst schräg auftreten. Verschiebt sich etwas, brauchen Sie eine andere Unterlage oder eine Latexbeschichtung.
MerkeHängen Sie die Matte nach dem Duschen auf, statt sie liegen zu lassen. Drei bis vier Lagen Frottee trocknen auf einer kühlen Fliese kaum, und dauerhaft feuchtes Baumwollgewebe riecht innerhalb weniger Tage muffig. Ein Handtuchhalter mit ausreichend Stangenlänge löst das Problem, Hinweise zur Montage stehen im Beitrag über Handtuchringe und Haken im Badezimmer.
Wie pflegen Sie die Matte richtig?
Einmal pro Woche bei 60 Grad Celsius, so wie andere Badtextilien auch. Verzichten Sie konsequent auf Weichspüler: Er legt sich als dünner Film um die Baumwollfasern, und genau dieser Film verhindert, dass Wasser aufgenommen wird. Eine Matte, die nach einigen Wäschen nicht mehr saugt, hat fast immer ein Weichspülerproblem und kein Materialproblem. Ein halber Becher Haushaltsessig im Weichspülerfach löst die Rückstände wieder ab.
Der Trockner ist bei reiner Baumwolle unproblematisch und stellt die Flauschigkeit sogar wieder her. Die Antirutschunterlage gehört dagegen weder in die Waschmaschine noch in den Trockner, sie wird mit lauwarmem Wasser abgespült und flach getrocknet. Prüfen Sie sie zweimal im Jahr: Wird das Material hart, spröde oder bröselig, ist die Rutschhemmung weg und die Unterlage muss ersetzt werden.
Wie lange hält eine selbst genähte Badematte?
Bei wöchentlicher Wäsche zwei bis vier Jahre. Das Material ist bereits vorgebraucht, denn ein ausrangiertes Handtuch hat meist schon Dutzende Wäschen hinter sich, und die Schlingen sind entsprechend abgenutzt. Die Naht hält in der Regel länger als der Stoff. Sichtbare Verschleißzeichen sind kahle Stellen ohne Schlingen, ein aufgegangenes Schrägband und eine Matte, die nach dem Duschen nicht mehr saugt, sondern das Wasser stehen lässt.
Reparieren lohnt sich beim Schrägband, nicht beim Kern. Ein aufgegangenes Band nähen Sie in zehn Minuten nach. Ist die Frotteeoberfläche dagegen glatt gescheuert, hilft nur eine neue Lage. Da ohnehin Handtücher übrig sind, ist das kein großer Aufwand. Dieselbe Bauweise funktioniert auch für andere Räume, der Beitrag über den Bettvorleger aus alten Handtüchern beschreibt die Variante ohne Nässebelastung, bei der die Rutschfrage weniger kritisch ist. Im Bad bleibt sie der Punkt, an dem Sie nicht sparen sollten.
