Büroregale kaufen: Traglast, Fachhöhe und Kippsicherung

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein laufender Meter mit zwölf breiten A4-Ordnern wiegt rechnerisch rund 26 Kilogramm, Archivdienstleister kalkulieren mit 30 bis 35 Kilogramm je Meter. Ein Regal mit fünf Ordnerebenen à einem Meter trägt damit 130 bis 175 Kilogramm.
  • Für Standardordner brauchen Sie mindestens 35 Zentimeter Fachhöhe und 30 bis 32 Zentimeter Fachbodentiefe. Ein A4-Ordner ist rund 32 Zentimeter hoch und etwa 28 Zentimeter tief.
  • Übliche Ordnerregale aus Stahl geben 80 Kilogramm Fachlast und rund 1.500 Kilogramm Feldlast an. Diese Werte gelten immer für gleichmäßig verteilte Last, nicht für eine Punktlast in der Feldmitte.
  • Nach DGUV Regel 108-007 müssen Regale mit einem Höhen-Tiefen-Verhältnis ab 5 zu 1 gegen Kippen gesichert werden, etwa durch Wandbefestigung oder Bodenverdübelung.
  • Ein voll bestücktes Aktenregal erzeugt leicht mehr als 400 Kilogramm je Quadratmeter Grundfläche. Wohnungsdecken werden üblicherweise nur für 1,5 bis 2,0 Kilonewton je Quadratmeter bemessen, also rund 150 bis 200 Kilogramm.
Büroregale kaufen: Traglast, Fachhöhe und Kippsicherung
Bild: KI generiert

Büroregale werden fast immer nach Optik und Preis gekauft und fast nie nach Traglast. Das geht so lange gut, wie nur Bücher und Deko darin stehen. Sobald Aktenordner einziehen, kippt die Rechnung. Papier ist schwer, und ein Regalfach voller Ordner liegt in einer Gewichtsklasse, die viele Wohnzimmerregale schlicht nicht bedienen. Dieser Beitrag rechnet die Last vor und nennt die Maße, auf die Sie beim Kauf achten sollten.

Bueroregal aus Stahl mit mehreren Ebenen Aktenordner
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Wie schwer ist ein laufender Meter Aktenordner wirklich?

Der laufende Meter, im Archivwesen auch Regalmeter genannt, ist die übliche Mengeneinheit für Akten. Ein laufender Meter besteht aus zwölf DIN-A4-Standardordnern mit acht Zentimetern Rückenbreite, die genau ein Regalfach von einem Meter Breite füllen. Alternativ passen 20 bis 24 schmale Ordner mit fünf Zentimetern Rücken auf denselben Meter.

Ein voller breiter Ordner wiegt rund 2,2 Kilogramm. Zwölf davon ergeben etwa 26 Kilogramm je laufendem Meter. Archivdienstleister rechnen in der Praxis mit 30 bis 35 Kilogramm je Meter, weil Ordner unterschiedlich stark gefüllt sind und Archivschachteln oder EDV-Listen noch schwerer ausfallen. Rechnen Sie mit dem höheren Wert, dann liegen Sie auf der sicheren Seite.

Lagergut je laufendem MeterStückzahlEinzelgewichtLast je Meter
Breite A4-Ordner, 8 Zentimeter Rücken12 Stückrund 2,2 Kilogrammrund 26 Kilogramm
Schmale A4-Ordner, 5 Zentimeter Rücken20 bis 24 Stückrund 1,4 Kilogrammrund 28 bis 34 Kilogramm
Archivschachteln10 bis 12 Stück2,0 bis 2,5 Kilogrammrund 20 bis 30 Kilogramm
Hängeordner oder Pendelmappen60 bis 80 Stückrund 0,4 Kilogrammrund 24 bis 32 Kilogramm
EDV-Listen10 bis 12 Stück2,5 bis 3,3 Kilogrammrund 25 bis 40 Kilogramm

Rechnen Sie das auf ein komplettes Regal hoch. Ein Ordnerregal mit 100 Zentimetern Breite und fünf Ordnerebenen fasst fünf laufende Meter. Das sind 130 bis 175 Kilogramm. Ein Regal mit 300 Zentimetern Breite und fünf Ebenen kommt auf 15 laufende Meter und damit auf 390 bis 525 Kilogramm. Kurz gesagt: Aktenlast ist Schwerlast.

Welche Fachhöhe und Tiefe braucht ein Ordnerregal?

Die Maße ergeben sich direkt aus dem Ordner. Ein DIN-A4-Ordner ist rund 32 Zentimeter hoch und etwa 28 Zentimeter tief. Daraus folgen drei Mindestmaße, die Sie im Datenblatt nachlesen sollten, bevor Sie bestellen.

  • Fachhöhe: mindestens 35 Zentimeter lichte Höhe je Ebene. Bei genau 32 Zentimetern bekommen Sie den Ordner nicht mehr herausgekippt, weil der Hebemechanismus oben Platz braucht.
  • Fachbodentiefe: 30 bis 32 Zentimeter. Bei 25 Zentimetern steht der Ordner vorn über, bei 40 Zentimetern verschenken Sie Stellfläche und der Staub sammelt sich hinter den Ordnern.
  • Bodenverstellung: gute Systeme lassen den Fachboden im Raster von rund 25 Millimetern versetzen. Das reicht, um zwischen Ordner-, Buch- und Kartonebene zu wechseln.
  • Fachlast: 80 Kilogramm je Boden sind bei Ordnerregalen aus Stahl der übliche Wert und decken einen vollen Meter Ordner mit deutlicher Reserve ab.
  • Feldlast: rund 1.500 Kilogramm bei einem Standardfeld. Die Feldlast ist die Summe aller Fachlasten eines Regalfeldes und meist der kleinere Engpass, als man denkt.

MerkeFachlast und Feldlast sind zwei verschiedene Werte. Die Fachlast gilt für einen einzelnen Boden, die Feldlast für das ganze Feld zwischen zwei Rahmen. Fünf Böden mit je 80 Kilogramm Fachlast ergeben nicht automatisch ein Feld für 400 Kilogramm, wenn die Feldlast niedriger angegeben ist. Beide Angaben setzen außerdem gleichmäßig verteilte Last voraus.

Stahl, Holz oder Kunststoff: welches Material passt wohin?

Die Materialfrage ist im Büro selten eine Geschmacksfrage allein. Sie entscheidet über Traglast, Durchbiegung und Lebensdauer. Stahlregale mit verzinkten oder pulverbeschichteten Fachböden tragen am meisten und lassen sich später umbauen. Sie sehen nach Lager aus, was in einem Archivraum niemanden stört, im Besprechungszimmer aber schon.

Holzregale sind optisch die bessere Wahl für Wohn- und Repräsentationsräume, biegen sich unter Dauerlast aber sichtbar durch. Ein Fachboden aus 19 Millimeter starker Spanplatte über einer Stützweite von 100 Zentimetern hält Bücher aus, unter einer vollen Ordnerreihe hängt er nach einigen Monaten durch. Verkürzen Sie deshalb die Stützweite auf 60 bis 80 Zentimeter oder wählen Sie eine dickere Platte. Kunststoffregale sind für Akten ungeeignet und gehören eher in den Feuchtraum. Eine Übersicht der Bauformen mit ihren Lastklassen finden Sie im Beitrag zu Metallregalen.

Planung eines Bueroregalsystems mit Massband und Grundriss
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Ab wann muss ein Büroregal an die Wand?

Hier gibt es klare Zahlen aus dem Arbeitsschutz, und sie sind auch im Homeoffice ein guter Maßstab. Die DGUV Information 208-061 nennt Schränke mit Flügeltüren als standsicher, solange die Höhe der obersten Ablage über der Standfläche nicht mehr als das Vierfache der Schranktiefe beträgt. Bei Schiebe- oder Rolltüren gilt das Fünffache. Wird das überschritten, sind Verbindungen der Regale untereinander oder mit geeigneten Bauwerksteilen erforderlich.

Für offene Regale nennt die DGUV Regel 108-007 ein Höhen-Tiefen-Verhältnis ab 5 zu 1 als Grenze, ab der eine Kippsicherung nötig ist. Praktisch heißt das: Ein Regal mit 30 Zentimetern Tiefe darf freistehend höchstens rund 150 Zentimeter hoch sein. Alles darüber wird verdübelt, an der Wand befestigt oder über Querverbände mit dem Nachbarregal gekoppelt. Genau in diese Kategorie fallen praktisch alle Aktenregale, denn 200 Zentimeter Höhe bei 30 Zentimetern Tiefe ergeben ein Verhältnis von 6,7 zu 1.

Ein kippendes Aktenregal ist lebensgefährlich. 400 Kilogramm Papier entwickeln beim Umfallen eine Wucht, gegen die niemand ausweichen kann. Das Regal kippt zudem meist genau dann, wenn jemand oben einen schweren Ordner herauszieht und sich der Schwerpunkt kurzzeitig nach vorn verlagert. Befestigen Sie jedes hohe Regal an der Wand und laden Sie es von unten nach oben mit abnehmendem Gewicht. Welcher Befestigungspunkt in welchem Wandaufbau hält, klärt die Übersicht welchen Dübel für welche Wand.

Was ist bei Bodenbelastung und Aufstellort zu beachten?

Ein voll bestücktes Ordnerregal von 300 Zentimetern Breite und 30 Zentimetern Tiefe steht auf 0,9 Quadratmetern Grundfläche und wiegt mit Inhalt gut 400 Kilogramm. Das entspricht mehr als 400 Kilogramm je Quadratmeter. Decken in Wohngebäuden werden nach den Eurocode-Regeln üblicherweise für 1,5 bis 2,0 Kilonewton je Quadratmeter bemessen, also für rund 150 bis 200 Kilogramm je Quadratmeter Flächenlast. Für Büroflächen liegen die Werte höher, meist bei 2,0 bis 3,0 Kilonewton je Quadratmeter.

Damit ist ein Aktenarchiv im Dachgeschoss oder in einer umgenutzten Altbauwohnung kein Selbstläufer. Die Flächenlast ist ein Bemessungswert für die gesamte Deckenfläche, nicht für den einen Quadratmeter unter dem Regal, und tatsächlich verteilt die Decke die Last mit. Eine Aussage, ob eine bestimmte Decke ein bestimmtes Archiv trägt, kann aber nur ein Tragwerksplaner treffen, der die Statik des Gebäudes kennt. Planen Sie größere Aktenmengen, ist das der Fachbetrieb, den Sie brauchen. Verteilen Sie im Zweifel auf mehrere Räume und stellen Sie schwere Regale nahe an tragende Wände statt in die Feldmitte.

Der zweite Punkt beim Aufstellort ist der Brandschutz. Papier ist eine der größten Brandlasten, die ein Bürogebäude überhaupt enthält. Notwendige Flure sind Rettungswege und sollen weitgehend frei von Brandlasten bleiben, außerdem verlangt die ASR A2.3, dass Fluchtwege in der erforderlichen Breite ständig freigehalten werden. Ein Aktenregal im Flur ist damit im gewerblichen Bereich fast immer der falsche Platz und höchstens nach einer Gefährdungsbeurteilung zulässig.

Wie gehen Sie beim Kauf vor?

  1. Bestand messen. Zählen Sie die vorhandenen Ordner und rechnen Sie in laufende Meter um, zwölf breite Ordner ergeben einen Meter. Schlagen Sie 30 Prozent Reserve auf.
  2. Last berechnen. Laufende Meter mal 35 Kilogramm ergibt die Gesamtlast. Dieser Wert muss unter der Feldlast des Regals bleiben.
  3. Stellmaß prüfen. Raumhöhe, Breite und Tiefe aufnehmen, dazu Sockelleisten, Heizkörper und Fensterbänke. Die Regaltiefe von 30 Zentimetern kommt bei Sockelleisten schnell mit der Wand in Konflikt.
  4. Fachhöhe festlegen. Mindestens 35 Zentimeter lichte Höhe je Ordnerebene. Bei 200 Zentimetern Regalhöhe ergeben sich so fünf gut erreichbare Ebenen.
  5. Zugriffshöhe begrenzen. Was Sie täglich brauchen, gehört zwischen 80 und 160 Zentimeter Höhe. Oberhalb von 180 Zentimetern brauchen Sie einen Tritt, und einen vollen Ordner über Kopf herauszuziehen ist unangenehm und unsicher.
  6. Kippsicherung mitbestellen. Wandwinkel gehören zum Regal, nicht zum optionalen Zubehör. Prüfen Sie, ob passende Winkel im Lieferumfang sind.
  7. Erweiterbarkeit klären. Anbaufelder teilen sich einen Rahmen mit dem Nachbarfeld und sind deutlich günstiger als ein weiteres Grundfeld. Das lohnt sich nur, wenn Sie beim selben System bleiben.
  8. Nach dem Aufbau nachziehen. Schraubsysteme setzen sich. Ziehen Sie nach der ersten Beladung alle Verbindungen noch einmal nach und kontrollieren Sie die Böden auf Durchbiegung.

Welche Ausstattung lohnt sich, welche nicht?

Abschließbare Fächer sind sinnvoll, sobald personenbezogene Daten im Regal liegen. Ein einfacher Rollladenaufsatz oder eine abschließbare Tür für ein einzelnes Feld kostet wenig und erspart die Diskussion über den Zugriffsschutz. Rückwände stabilisieren das Feld und verhindern, dass Ordner nach hinten durchrutschen, sie erhöhen aber auch den Preis spürbar.

Trennbleche zwischen den Ordnerblöcken sind bei halb gefüllten Fächern nützlich, weil die Ordner sonst umkippen und sich schräg gegeneinander legen. Hängeregistratur-Einsätze lohnen sich nur, wenn Sie tatsächlich mit Hängemappen arbeiten. Fahrbare Regale mit Rollen sind für Aktenlast eine schlechte Idee, weil die Kippsicherheit an der Wand damit entfällt. Wer stattdessen ein vorhandenes System erweitern will, findet in der Übersicht zu Regalsystemen die gängigen Bauarten im Vergleich.

Notieren Sie sich nach dem Aufbau Fachlast und Feldlast auf einem Aufkleber am Rahmen. Im gewerblichen Bereich ist eine solche Kennzeichnung ohnehin vorgesehen, und im Homeoffice erspart sie Ihnen in drei Jahren die Suche nach dem Datenblatt.

Häufige Fragen zu Büroregale kaufen: Traglast, Fachhöhe und Kippsicherung

Wie viel wiegt ein laufender Meter Aktenordner?

Ein laufender Meter besteht aus zwölf breiten A4-Ordnern mit acht Zentimetern Rückenbreite. Bei rund 2,2 Kilogramm je vollem Ordner ergeben sich etwa 26 Kilogramm. Archivdienstleister kalkulieren vorsichtiger mit 30 bis 35 Kilogramm je Meter, weil Archivschachteln und EDV-Listen schwerer ausfallen.

Welche Fachhöhe braucht ein Regal für DIN-A4-Ordner?

Mindestens 35 Zentimeter lichte Höhe je Ebene. Der Ordner selbst ist rund 32 Zentimeter hoch, der Rest ist Griffraum zum Herauskippen. Die Fachbodentiefe sollte 30 bis 32 Zentimeter betragen, damit der etwa 28 Zentimeter tiefe Ordner nicht übersteht.

Was bedeuten Fachlast und Feldlast?

Die Fachlast ist die zulässige Belastung eines einzelnen Fachbodens, bei Ordnerregalen aus Stahl typischerweise 80 Kilogramm. Die Feldlast gilt für das gesamte Regalfeld zwischen zwei Rahmen und liegt bei Standardregalen bei rund 1.500 Kilogramm. Beide Werte setzen gleichmäßig verteilte Last voraus, nicht eine Punktlast in der Mitte.

Ab welcher Höhe muss ein Büroregal an der Wand befestigt werden?

Nach DGUV Regel 108-007 gilt ein Höhen-Tiefen-Verhältnis ab 5 zu 1 als kippgefährdet. Ein Regal mit 30 Zentimetern Tiefe darf danach freistehend etwa 150 Zentimeter hoch sein. Übliche Aktenregale mit 200 Zentimetern Höhe liegen bei 6,7 zu 1 und gehören damit an die Wand oder in den Bodendübel.

Trägt eine normale Wohnungsdecke ein volles Aktenregal?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Decken in Wohngebäuden werden üblicherweise für 1,5 bis 2,0 Kilonewton je Quadratmeter bemessen, ein volles Ordnerregal erzeugt lokal über 400 Kilogramm je Quadratmeter. Bei größeren Archivmengen, im Dachgeschoss oder im Altbau sollte ein Tragwerksplaner die Statik prüfen.

Darf ein Aktenregal im Flur stehen?

Im gewerblichen Bereich meist nicht. Notwendige Flure sind Rettungswege und sollen weitgehend frei von Brandlasten bleiben, und Papier ist eine erhebliche Brandlast. Zusätzlich verlangt die ASR A2.3, dass Fluchtwege in der erforderlichen Breite ständig freigehalten werden. Zulässig ist eine Aufstellung allenfalls nach einer Gefährdungsbeurteilung.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026