Im Herbst wandert die Deko nach draußen: Kürbisse an der Haustür, Laternen auf den Stufen, Lichterketten über der Terrasse. Genau dort greifen andere Regeln als im Wohnzimmer. Draußen regnet es, draußen weht es, und draußen brennt eine Kerze im Wind anders. Wer das mitplant, hat bis in den November hinein eine Deko, die noch aussieht wie am ersten Tag.

Welche Schutzart brauchen Lichterketten im Freien?
Die IP-Kennzeichnung besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper, die zweite den Schutz gegen Wasser. Für den Außenbereich dürfen nur Lichterketten ab IP44 verwendet werden. Das bedeutet Schutz gegen Fremdkörper größer als 1 Millimeter und gegen allseitiges Spritzwasser. Eine Kette ohne IP-Angabe oder mit IP20 ist eine Innenraumkette und gehört nicht auf die Terrasse, auch nicht unter das Vordach, sobald Schlagregen dorthin kommt.
IP44 reicht dort, wo die Kette geschützt hängt, etwa unter einem Vordach oder direkt an der Hauswand. Frei im Baum, im Beet oder über einer offenen Terrasse ist IP65 sinnvoller: staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus jeder Richtung. Prüfen Sie außerdem den Stecker und das Netzteil, denn beides trägt eine eigene Schutzart. Eine IP65-Kette an einem IP20-Netzteil ist in Summe eine Innenraumlösung. Verlängerungen und Steckverbindungen gehören in wettergeschützte Verteilerboxen oder mindestens 30 Zentimeter über den Boden, damit sie nicht in Pfützen liegen.
| Schutzart | Schutz gegen Fremdkörper | Schutz gegen Wasser | Typischer Einsatzort |
|---|---|---|---|
| IP20 | Fremdkörper über 12,5 Millimeter | Kein Wasserschutz | Nur Innenraum |
| IP44 | Fremdkörper über 1 Millimeter | Spritzwasser aus allen Richtungen | Überdachte Terrasse, Hauswand, Balkon mit Dach |
| IP54 | Staubgeschützt | Spritzwasser aus allen Richtungen | Geschützte Außenbereiche |
| IP65 | Staubdicht | Strahlwasser aus allen Richtungen | Frei stehende Bäume, offene Terrasse, Beet |
| IP67 | Staubdicht | Zeitweiliges Untertauchen | Bodennahe Montage, Teichrand |
Solarbetriebene Ketten umgehen das Kabelproblem, haben dafür andere Grenzen: kurze Leuchtdauer im Spätherbst, schwächere Helligkeit und ein Akku, der bei Frost an Kapazität verliert. Welche Bauarten sich bewähren, steht im Beitrag zu LED-Solarlichterketten. Für dauerhafte Installationen über Sitzplätzen lohnt der Blick in den Beitrag zur Terrassenbeleuchtung aus Lichterketten, dort geht es um Spannweiten, Abhängung und Zugentlastung.
Echte Kerzen draußen: nie unbeaufsichtigt. Eine brennende Kerze bleibt in Sichtweite, auch wenn Sie nur kurz in die Küche gehen. Halten Sie mindestens 20 Zentimeter Abstand zu Zweigen, Stroh, Trockengestecken und Textilien, bei großen Flammen und Stumpenkerzen eher 50 Zentimeter. Wind ist draußen der zusätzliche Faktor: Er drückt die Flamme zur Seite und verlängert sie deutlich. Geschlossene Laternen mit Glas auf allen vier Seiten sind Pflicht, offene Schalen und Windlichter ohne Abdeckung sind es nicht wert. Löschen Sie das Licht, bevor Sie ins Haus gehen, und benutzen Sie für Bereiche ohne Aufsicht ausschließlich LED-Kerzen.
Wie verhindern Sie Schimmel an Kürbissen und Kränzen?
Naturmaterialien draußen haben ein Problem: Sie ziehen Wasser von unten. Ein Zierkürbis auf nassen Terrassenplatten schimmelt binnen weniger Tage an der Auflagefläche, während er oben noch makellos aussieht. Die Gegenmaßnahmen sind einfach und wirken.
- Unbeschädigte Ware wählen. Nehmen Sie nur Kürbisse ohne Druckstellen und mit erhaltenem Stiel. Jede Verletzung der Schale ist eine Eintrittsstelle für Pilze.
- Gründlich waschen. Lauwarmes Wasser und ein mildes Reinigungsmittel entfernen Erde und Sporen von der Schale. Danach vollständig abtrocknen.
- In Essiglösung tauchen. Ein Teil weißer Essig auf drei Teile Wasser, den Kürbis kurz eintauchen, danach an der Luft trocknen lassen. Das reduziert Bakterien und Schimmelpilze auf der Oberfläche.
- Schale versiegeln. Ein dünner Film aus Bienenwachs oder Vaseline schließt die Poren und bremst den Wasserverlust. Geschnitzte Kürbisse behandeln Sie auch an den Schnittflächen.
- Erhöht aufstellen. Eine Holzscheibe, ein Brett, etwas Stroh oder ein Stück Pappe zwischen Kürbis und Boden. Wichtig ist, dass Luft von unten herankommt.
- Wöchentlich kontrollieren. Weiche Stellen und dunkle Flecken bedeuten, dass die Frucht innen arbeitet. Solche Exemplare entfernen Sie, bevor sie die Nachbarn anstecken.
Für Kränze und Gestecke gilt dasselbe Prinzip in anderer Form. Ein Türkranz an einer nach Westen zeigenden Haustür bekommt Schlagregen ab und trocknet zwischen zwei Regentagen nicht durch. Hängen Sie ihn mit einem Abstandhalter, sodass Luft zwischen Kranz und Türblatt zirkuliert, sonst zeichnet sich der Kranz nach vier Wochen als Feuchtefleck auf dem Lack ab. Zu den robustesten Naturmaterialien im Freien zählen Kastanien, Eicheln, Zieräpfel und Treibholz, während Moos, Hagebutten und frisches Laub schnell faulen.
Was hält dem Herbstwind stand?
- Masse statt Schönheit: Laternen mit einer Handbreit Sand oder Kies füllen, dann steht auch eine schlanke Metalllaterne bei Böen. Der Kerzenhalter kommt obenauf.
- Draht statt Schnur: Kränze und Girlanden mit Blumendraht befestigen. Bast und Kordel weichen bei Nässe auf und reißen.
- Bodennah bleiben: Deko unter etwa 40 Zentimetern Höhe hat weniger Angriffsfläche. Hohe, leichte Objekte kippen zuerst.
- Pflanzkübel als Anker: Chrysanthemen, Ziergräser und Skimmien in schweren Kübeln bilden gleichzeitig Deko und Windschutz für leichtere Objekte dahinter.
- Rückzug einplanen: Bei angekündigtem Sturm alles Lose hereinholen. Ein weggewehter Zierkürbis ist ärgerlich, ein weggewehter Metalldeko-Ständer ist ein Geschoss.
- Höhe abstufen: Kombinieren Sie drei Ebenen, etwa Kübel am Boden, Laterne auf der Stufe und Kranz an der Tür. Das wirkt geordnet, ohne dass Sie viele Einzelteile brauchen.
MerkeTrennen Sie Ihre Herbstdeko gedanklich in zwei Gruppen. Alles mit offener Flamme steht nur dort, wo Sie sich aufhalten und wo Sie es beim Hineingehen zwangsläufig sehen. Alles Elektrische wird nach Schutzart ausgewählt und über eine Steckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter versorgt. Wo im Außenbereich keine geeignete Steckdose vorhanden ist, gehört die Installation in die Hand einer Elektrofachkraft, weil an 230 Volt im Freien nicht improvisiert wird. Wie Sie höher gelegene Pflanzen und Deko sicher unterbringen, zeigt der Beitrag zu Pflanzenregalen.
Was kommt wann an die Reihe?
Ein praktikabler Ablauf: Ende September die Pflanzkübel neu bestücken, weil Chrysanthemen und Ziergräser dann in voller Blüte stehen. Mitte Oktober die Kürbisse dazu, denn früher gekaufte Exemplare halten selten bis November durch. Ab dem ersten kalten Abend die Beleuchtung, weil sie erst dann wirkt. Kränze und Gestecke halten draußen erfahrungsgemäß vier bis sechs Wochen, bevor sie unansehnlich werden.
Räumen Sie am Ende der Saison konsequent ab. Nasse Naturmaterialien, die den Winter über liegen bleiben, ziehen Schnecken und Nagetiere an und hinterlassen Flecken auf Holzdielen und Naturstein. Lichterketten kommen trocken und locker aufgerollt ins Haus, nicht eng um die Verpackung gewickelt, weil das die Adern an den Übergängen knickt. Prüfen Sie beim Einräumen jedes Kabel auf Risse in der Isolierung und sortieren Sie beschädigte Ketten aus, statt sie im nächsten Jahr noch einmal einzustecken.
