In fast jedem Haushalt liegt eine Dose mit Knöpfen, die von aussortierten Hemden, Jacken und Mänteln übrig sind. Sie sind rund, gelocht, farbig sortierbar und stabil. Für Christbaumschmuck ist das eine gute Ausgangslage, denn Knöpfe lassen sich stapeln, auffädeln und zu Flächen zusammensetzen, ohne dass eine einzige neue Anschaffung nötig wäre. Vor dem Basteln sind allerdings zwei Punkte zu klären, die mit Optik nichts zu tun haben.

Welche Knöpfe eignen sich und woran erkenne ich das Material?
Knöpfe bestehen aus sehr unterschiedlichen Materialien, und das entscheidet über Gewicht, Bohrbarkeit und Verhalten bei Hitze. Die meisten Knöpfe aus Konfektionsware der letzten Jahrzehnte sind Polyester. Ältere Hemdenknöpfe sind oft Perlmutt, Mantelknöpfe häufig Horn oder Steinnuss.
| Material | Erkennungsmerkmal | Gewicht (20 mm, 2,5 mm dick) | Verhalten bei Hitze | Bohrbar |
|---|---|---|---|---|
| Polyester | gleichmäßig gefärbt, glatte Ränder, Gussnaht möglich | ca. 1 g | schmilzt, tropft brennend | ja, langsam bohren |
| Polyamid, Acryl | leicht, oft transparent oder gemustert | ca. 0,8 bis 1 g | schmilzt, tropft brennend | ja, langsam bohren |
| Perlmutt | schillernde Struktur, kühl, ungleichmäßige Maserung | ca. 2 g | nicht brennbar, springt bei Hitze | heikel, splittert |
| Steinnuss (Tagua) | elfenbeinartig, feine Poren, warm im Griff | ca. 1,3 g | verkohlt, tropft nicht | ja, gut |
| Horn | unregelmäßige Maserung, riecht beim Schleifen streng | ca. 1,5 g | verkohlt, tropft nicht | ja, gut |
| Holz | sichtbare Fasern, sehr leicht | ca. 0,4 g | brennt, tropft nicht | ja, sehr gut |
| Metall | kalt, klingt hell beim Anschlagen | ca. 4 bis 6 g | nicht brennbar, wird heiß | nur mit Metallbohrer |
Die Gewichtsangaben sind Rechenwerte aus Volumen und Materialdichte, keine gemessenen Herstellerangaben. Sie reichen aber aus, um den Anhänger zu planen: Ein Gebilde aus zehn Polyesterknöpfen bleibt unter 15 Gramm und hängt problemlos an einem dünnen Zweig. Zehn Metallknöpfe wiegen dagegen 40 bis 60 Gramm und ziehen den Zweig sichtbar nach unten.
Für die Materialbestimmung reicht in den meisten Fällen ein Blick und ein Griff. Perlmutt ist beim Anfassen deutlich kühler als Kunststoff und erwärmt sich langsamer. Steinnuss und Horn zeigen eine unregelmäßige, gewachsene Struktur, Polyester eine völlig gleichmäßige Färbung. Wo Sie unsicher sind, behandeln Sie den Knopf wie Kunststoff, das ist die vorsichtigere Annahme.
Warum Kunststoffknöpfe und echte Kerzen nicht zusammenpassen
Holz brennt, Kunststoff schmilzt. Dieser Unterschied ist beim Baumschmuck erheblich. Ein brennender Holzknopf bleibt am Ort. Ein schmelzender Polyesterknopf löst sich von seiner Aufhängung, tropft nach unten und trägt das Feuer dorthin, wo es vorher nicht war, etwa auf einen tiefer liegenden Zweig, auf ein Geschenkpapier oder auf einen Teppich. Brennende Kunststofftropfen sind schwer zu löschen und verursachen zusätzlich schwere Verbrennungen, wenn sie auf Haut treffen.
Halten Sie Kunststoffschmuck von offenen Flammen fern und nutzen Sie besser LED. Feuerwehren nennen als Mindestabstand 30 Zentimeter zwischen einer Kerze und Zweigen oder Schmuck sowie 50 Zentimeter zu brennbaren Gegenständen in der Umgebung. Kerzen dürfen nie unter einem überhängenden Zweig sitzen, weil sich die Hitze dort staut, und sie müssen senkrecht in Haltern aus Metall stecken. Ein ausgetrockneter Weihnachtsbaum steht in deutlich unter einer Minute in Vollbrand. Wenn Sie selbst gebastelten Schmuck aus Knöpfen, Stoff oder Papier am Baum haben, ist eine LED-Lichterkette die einzige Beleuchtung, die diese Abstandsfrage vollständig auflöst. Lassen Sie brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt, auch nicht kurz, und halten Sie ein Löschmittel bereit.
LED-Ketten mit wenigen Watt Gesamtleistung erzeugen keine offene Flamme. Kleben Sie trotzdem keine Knöpfe direkt auf die Leuchtmittel, sondern lassen Sie mindestens 2 bis 3 Zentimeter Abstand, damit die Wärme abgeführt werden kann und der Kleber nicht weich wird.
Wie fädle und klebe ich die Knöpfe?
Es gibt drei Grundformen. Der Stapel, bei dem Knöpfe absteigender Größe übereinander sitzen und einen Tannenbaum oder Schneemann ergeben. Die Fläche, bei der Knöpfe flach nebeneinander auf einen Träger geklebt werden, etwa als Kranz oder Stern. Und die Kette, bei der Knöpfe an einem Draht aufgereiht werden.
- Knöpfe sortieren und waschen. Legen Sie die Knöpfe 10 Minuten in warmes Spülwasser, spülen Sie nach und lassen Sie sie vollständig trocknen. Alte Knöpfe tragen einen Fettfilm, auf dem kein Kleber hält.
- Nach Größe staffeln. Für einen Stapel legen Sie die Knöpfe in absteigender Reihenfolge nebeneinander aus, etwa von 25 auf 10 Millimeter in Schritten von 2 bis 3 Millimetern. Ein gleichmäßiger Verlauf wirkt deutlich sauberer als ein zufälliger.
- Draht wählen. Nehmen Sie Basteldraht mit 0,6 bis 0,8 Millimetern Durchmesser. Dünnerer Draht knickt und verbiegt sich beim Aufhängen, dickerer passt nicht mehr durch die Knopflöcher.
- Auffädeln. Führen Sie den Draht durch zwei gegenüberliegende Löcher und drehen Sie ihn unter dem letzten Knopf zwei- bis dreimal um sich selbst. Diese Verdrillung ist die eigentliche Sicherung.
- Aufhängung biegen. Formen Sie am oberen Ende eine geschlossene Schlaufe mit etwa 15 Millimetern Durchmesser und drehen Sie das Ende ebenfalls fest. Offene Haken rutschen vom Zweig.
- Drahtenden einkürzen. Kneifen Sie überstehende Enden bündig ab und drücken Sie sie mit einer Flachzange an. Abstehende Drahtspitzen verhaken sich in Zweigen und in Kleidung.
- Flächen kleben. Für flache Motive nehmen Sie einen Träger aus 2 Millimeter starkem Filz oder Karton und einen lösemittelfreien Kleber. Heißkleber hält auf Polyester nur mäßig, weil die glatte Oberfläche kaum Haftung bietet.
- 24 Stunden aushärten lassen. Belasten Sie geklebte Teile erst nach vollständiger Trocknung. Ein Anhänger, der am Baum auseinanderfällt, verteilt genau die Kleinteile, die dort nicht hingehören.
Wenn Sie Knöpfe auf Stoff nähen wollen statt zu kleben, ist das die haltbarere Variante. Nähen Sie mit doppeltem Garn und führen Sie den Faden mindestens viermal durch jedes Lochpaar. Die passende Nadel- und Garnwahl je Stoff steht unter Kleidung reparieren.
Woher kommen die Knöpfe, wenn die Dose leer ist?
Die ergiebigste Quelle sind ausrangierte Kleidungsstücke aus dem eigenen Haushalt. Ein Herrenhemd trägt sieben bis neun Knöpfe an der Leiste, zwei an den Manschetten, einen am Kragen und meist einen Ersatzknopf im Saum. Ein Mantel bringt vier bis sechs große Knöpfe mit, dazu oft Ärmelknöpfe.
- Vor dem Entsorgen abtrennen: Knöpfe sind der teuerste Einzelbestandteil vieler Kleidungsstücke. Trennen Sie sie ab, bevor das Teil in den Altkleidercontainer geht.
- Mit dem Nahttrenner arbeiten: Setzen Sie die Spitze unter den Faden zwischen Knopf und Stoff, nicht seitlich am Knopfrand. So bleibt der Stoff unversehrt und lässt sich weiterverwenden.
- Nach Farbe und Größe sortieren: Getrennte Dosen nach Durchmesser in 5-Millimeter-Schritten sparen beim Basteln viel Zeit.
- Ersatzknöpfe prüfen: Bevor Sie einen Knopf verbasteln, prüfen Sie, ob er noch als Ersatz an einem getragenen Kleidungsstück gebraucht wird. Ein einzelner fehlender Knopf entwertet ein ganzes Hemd.
- Reststoff mitnehmen: Wenn Sie ein Hemd zerlegen, heben Sie auch die Knopfleiste auf. Aus dem Rumpf lassen sich zum Beispiel Kissenbezüge aus alten Hemden zuschneiden.
- Nichts kaufen, was schon da ist: Neue Bastelknöpfe sind gleichmäßig und dadurch langweilig. Der Reiz gemischter Knopfarbeiten liegt gerade in den unterschiedlichen Alters- und Materialstufen.
Was ist mit Kindern und Haustieren im Haushalt?
Ein Knopf ist ein Kleinteil. Nach der Spielzeugnorm EN 71-1 gilt ein Teil als verschluckbar, wenn es vollständig in einen Prüfzylinder mit 31,7 Millimetern Innendurchmesser passt. Ein Knopf mit 25 Millimetern Durchmesser passt mühelos hindurch. Selbstgebastelter Baumschmuck fällt zwar nicht unter die Spielzeugnorm, aber die körperliche Realität ist dieselbe.
Christbaumschmuck hängt zusätzlich in einer ungünstigen Höhe. Die unteren Zweige eines 180 Zentimeter hohen Baums liegen zwischen 40 und 90 Zentimetern über dem Boden, also genau im Greifbereich eines Kleinkinds. Hängen Sie Knopfschmuck deshalb ausschließlich in das obere Drittel des Baums und dort weit innen, oder verzichten Sie in den ersten Jahren darauf.
Für Katzen gilt Ähnliches aus einem anderen Grund. Sie spielen mit hängenden Objekten, ziehen daran und verschlucken gelegentlich Kleinteile und Fäden. Draht ist dabei gefährlicher als Faden, weil er im Verdauungstrakt verletzen kann. In Haushalten mit Katzen sind flach geklebte Motive auf Filz die bessere Wahl als aufgefädelte Ketten mit Draht.
MerkeZählen Sie Ihre Anhänger beim Aufhängen und beim Abnehmen. Wenn nach Weihnachten ein Stück fehlt, liegt es irgendwo im Raum, und zwar meist unter einem Möbelstück. Wer die Zahl notiert, sucht gezielt statt zufällig. Das gilt besonders für Anhänger aus mehreren losen Knöpfen, bei denen sich einzelne Teile lösen können.
Wie lagere ich den Schmuck bis zum nächsten Jahr?
Knopfschmuck ist unempfindlich gegen Kälte und Trockenheit, aber nicht gegen Druck. Geklebte Flächenmotive brechen, wenn andere Dekoration darauf liegt. Legen Sie die Anhänger einlagig in einen flachen Karton und trennen Sie die Lagen mit Seidenpapier.
Vermeiden Sie Aufbewahrung auf einem unbeheizten Dachboden, wo im Sommer über 50 Grad erreicht werden können. Kleber wird bei diesen Temperaturen weich, und geklebte Knöpfe lösen sich. Ein Schrank im beheizten Bereich ist die bessere Wahl. Wenn Sie mehrere Kartons haben, beschriften Sie sie, weil selbstgebastelte Stücke sonst regelmäßig erst im Januar wieder auftauchen. Passend dazu lässt sich der Rest der Stoffkiste im Weihnachtskranz aus Stoffresten unterbringen. Prüfen Sie beim Auspacken jeden Anhänger auf gelöste Drahtwicklungen, bevor er wieder an den Baum kommt.
