Korkreste liegen in vielen Kellern: übrig gebliebene Trittschalldämmung, eine alte Pinnwand, eine Rolle Wandkork. Daraus Untersetzer zu schneiden ist naheliegend und funktioniert auch, aber nicht mit jeder Platte und nicht für jeden Zweck. Zwei Dinge unterscheiden Kork von den üblichen Alternativen: Er dämmt sehr gut und er saugt.

Wie viel Hitze hält Kork wirklich aus?
Kork isoliert sehr gut. Expandierte Korkplatte wird in Dämmstofftabellen mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 0,040 Watt pro Meter und Kelvin bei einer Rohdichte von etwa 120 Kilogramm pro Kubikmeter geführt. Zum Vergleich: Edelstahl liegt bei rund 15 Watt pro Meter und Kelvin, also fast beim Vierhundertfachen. Ein Korkuntersetzer schützt die Tischplatte deshalb nicht über einen Luftspalt, sondern über das Material selbst. Das ist der Unterschied zu einem Drahtgestell.
Gegenüber Filz aus Synthetikfasern hat Kork einen klaren Vorteil: Er schmilzt nicht. Polyesterfilz beginnt bei etwa 230 bis 250 Grad Celsius weich zu werden und verklebt dann mit der Topfunterseite. Kork verkohlt stattdessen an der Oberfläche. Unbegrenzt hitzefest ist er damit trotzdem nicht. Nach DIN 4102-1 fällt Kork in die Baustoffklasse B2, normal entflammbar. Wo Filz die bessere Wahl ist und wo nicht, steht ausführlicher unter Untersetzer aus Filz.
MerkeDie Dämmwirkung steigt mit der Dicke, nicht mit der Fläche. Ein Untersetzer von 4 Millimetern unter einer Auflaufform aus 200 Grad Celsius heißem Ofen gibt Wärme nach unten weiter, auch wenn er 30 Zentimeter groß ist. Für Kochgeschirr direkt vom Herd oder aus dem Backofen nehmen Sie mindestens 10 Millimeter, besser 20 Millimeter.
Presskork, Backkork oder Dämmkork: was haben Sie im Keller?
Die Unterscheidung entscheidet, ob der Untersetzer hält oder bröselt. Presskork entsteht aus gemahlenem Korkgranulat, das unter hohem Druck mit Bindemittel zu Blöcken gepresst wird. Er ist dicht, gleichmäßig und die übliche Ware für Untersetzer und Pinnwände. Backkork, auch expandierter Kork genannt, entsteht ohne Fremdbindemittel: Korkschrot wird mit etwa 350 Grad Celsius heißem Wasserdampf unter Druck aufgebläht, und das korkeigene Harz Suberin verklebt die Partikel. Backkork ist dunkler, leichter und poröser, dämmt dafür besser.
Was im Baumarkt oft als Korkplatte verkauft wird, ist grobkörniger Dämmkork mit sehr weicher Struktur. Der zerfällt unter mechanischer Belastung, wie es der Beitrag zur Pinnwand aus Korkplatten für Pinnnadeln beschreibt. Als Untersetzer ist er ebenfalls ungeeignet, weil die Kanten beim Schneiden ausbrechen. Der Test dauert fünf Sekunden: Drücken Sie mit dem Daumennagel in die Platte. Bleibt eine tiefe Delle und rieselt Granulat heraus, taugt sie nicht.
| Einsatz | Empfohlene Stärke | Geeignete Korkart | Übliche Größe |
|---|---|---|---|
| Gläser, Tassen, Flaschen | 4 bis 6 Millimeter | Presskork, feinkörnig | 95 mal 95 Millimeter oder 100 Millimeter rund |
| Teekanne, warme Servierschüssel | 8 bis 10 Millimeter | Presskork | 150 bis 180 Millimeter rund |
| Kochtopf, Pfanne | Mindestens 10 Millimeter | Presskork oder Backkork | 200 Millimeter rund |
| Backblech, Auflaufform | 20 bis 35 Millimeter | Backkork | bis etwa 440 mal 290 Millimeter |
| Grobkörnige Dämmplatte | Nicht geeignet | Bröselt an den Kanten | Entfällt |
Warum verfärbt sich Kork, und was bringt Versiegeln?
Kork besteht aus einer wabenartigen Zellstruktur und nimmt Flüssigkeit in geringen Mengen auf. Rotwein, Kaffee, Tee und Öl ziehen ein und hinterlassen Ränder, die sich nicht mehr auswaschen lassen, weil sich der Farbstoff in der Zellwand festsetzt. Deshalb gilt bei Kork dieselbe Regel wie bei Holz: Verschüttetes sofort abnehmen, nicht erst nach dem Essen. Ist der Fleck erst einmal drin, hilft nur noch Abschleifen mit Körnung 180, und das kostet Materialstärke.
Eine Versiegelung mit Hartwachsöl oder Acrylklarlack verhindert das Eindringen weitgehend. Sie hat aber einen Preis. Erstens verliert der Untersetzer seine Saugfähigkeit, was bei kalten Gläsern mit Kondenswasser eher stört als hilft. Zweitens sind Bastellacke nicht für dauerhaft heiße Auflagen ausgelegt, sie können unter einem Topf weich werden und ankleben. Die sinnvolle Aufteilung: Untersetzer für Gläser versiegeln, Untersetzer für heißes Kochgeschirr unbehandelt lassen. Was ein durchgelassener heißer Topf mit der Tischplatte anstellt, beschreibt der Beitrag Flecken auf Holz entfernen.
Material, Maße und Kosten
- Korkplatte: Presskork in 4 bis 10 Millimetern für Getränkeuntersetzer, Backkork ab 20 Millimetern für Töpfe.
- Klinge: Cuttermesser mit frischer Klinge. Eine stumpfe Klinge reißt die Kanten aus, statt zu schneiden.
- Lineal: Stahllineal mit mindestens 40 Zentimetern Länge als Schnittführung, kein Kunststofflineal.
- Kreisschneider: Für runde Formen ein Zirkelschneider oder eine Lochsäge im Bohrständer bei dickem Material.
- Schleifpapier: Körnung 120 für die Kanten, Körnung 180 bis 240 für die Fläche.
- Unterlage: Schneidmatte oder ein Reststück Holz, damit die Klinge nicht in die Tischplatte läuft.
- Maße: 95 mal 95 Millimeter für Gläser, 200 Millimeter Durchmesser für Töpfe.
- Zeit und Kosten: Etwa 45 Minuten für einen Satz von sechs Stück, Materialkosten nahe null, wenn Reste vorhanden sind.
Anleitung Schritt für Schritt

- Platte prüfen. Daumennageltest machen und die Rückseite auf Kleberreste kontrollieren. Alte Trittschalldämmung ist häufig mit Kontaktkleber verklebt gewesen.
- Kleberreste entfernen. Angeklebte Schichten flächig abschleifen. Was sich nicht entfernen lässt, kommt nicht unter heißes Geschirr, weil unbekannte Klebstoffe bei Hitze ausgasen können.
- Anreißen. Mit Bleistift und Winkel die Quadrate aufzeichnen, Kanten der Platte als Bezug meiden, sie sind meist nicht rechtwinklig.
- In mehreren Zügen schneiden. Klinge senkrecht führen und drei bis vier Durchgänge machen, statt einmal mit Kraft durchzudrücken. So bleibt die Kante gerade.
- Runde Formen sägen. Bei über 10 Millimetern Stärke mit Lochsäge und langsamer Drehzahl arbeiten, sonst reißt der Kork an der Austrittsseite aus.
- Kanten brechen. Alle Kanten mit Körnung 120 leicht anfasen. Scharfe Korkkanten bröseln im Gebrauch als Erstes ab.
- Fläche glätten. Mit Körnung 180 bis 240 kurz überschleifen und den Schleifstaub mit einem feuchten Tuch abnehmen.
- Versiegeln, falls gewünscht. Hartwachsöl dünn auftragen, 10 Minuten einziehen lassen und überschüssiges Material abnehmen. Nur für Getränkeuntersetzer.
- Trocknen lassen. Versiegelte Stücke mindestens 24 Stunden liegen lassen, bevor Sie sie benutzen.
Keine Untersetzer aus unbekannten Verbundplatten. Korkparkett und Korkfertigböden haben oft eine HDF-Trägerschicht und eine Lack- oder Vinyloberfläche. Diese Schichten sind für Wandbeläge oder Böden ausgelegt, nicht für den Kontakt mit 200 Grad Celsius heißem Kochgeschirr. Verwenden Sie nur reine Korkplatten, bei denen Sie an der Schnittkante die durchgehende Korkstruktur sehen.
Wie lange halten selbst geschnittene Korkuntersetzer?
Bei Getränkeuntersetzern aus Presskork mit 4 bis 6 Millimetern sind mehrere Jahre realistisch, solange sie nicht dauerhaft nass liegen. Was sie irgendwann unbrauchbar macht, sind nicht Risse, sondern Flecken und abgeriebene Kanten. Ein Satz lässt sich einmal komplett nachschleifen, danach ist die Stärke zu gering. Versiegelte Stücke halten optisch länger, brauchen aber alle ein bis zwei Jahre eine neue Auflage Hartwachsöl.
Topfuntersetzer aus Backkork verhalten sich anders. Sie werden an der Oberseite mit der Zeit dunkler, weil sich das Material unter wiederholter Hitze verändert, und sie verlieren an den Kanten Granulat. Das ist normal und beeinträchtigt die Dämmwirkung nicht, solange die Stärke erhalten bleibt. Reinigen Sie Kork nur feucht abgewischt, nie in der Spülmaschine und nie in Wasser eingeweicht. Eine durchnässte Korkplatte quillt auf und trocknet verzogen wieder ab.
