Ein Einbaumülleimer verlegt den Abfall dorthin, wo er beim Kochen anfällt, und macht ihn unsichtbar. Das ist der Vorteil. Der Preis dafür ist ein Bauteil, das eng im Schrank sitzt, schlecht zu reinigen ist und mechanisch verschleißt. Vor dem Kauf entscheidet ein Maßband, ob das überhaupt passt.
Welche Schrankbreite fasst wie viel?
Die Systeme sind auf Standardkorpusbreiten abgestimmt. Angeboten werden Frontauszugs-Sammler ab 300 Millimeter Schrankbreite, typisch sind 300, 400, 450, 500 und 600 Millimeter, große Programme gehen bis 900 Millimeter. Das nutzbare Volumen hängt nicht nur von der Breite ab, sondern auch von der Bauhöhe des Systems und davon, wie viele Behälter Sie unterbringen.
| Schrankbreite | Beispielkonfiguration | Gesamtvolumen | Praktische Einordnung |
|---|---|---|---|
| 300 Millimeter | 2 Behälter | Etwa 33 Liter | Reicht für Restmüll plus Bioabfall in einem kleinen Haushalt |
| 400 Millimeter | 1 Behälter | Etwa 28 Liter | Ein großes Fach statt zweier kleiner, wenn Sie außerhalb trennen |
| 400 Millimeter | 2 Behälter | Etwa 36 Liter | Der gängige Kompromiss für Zweipersonenhaushalte |
| 450 Millimeter | 2 Behälter | Etwa 59 Liter | Hohe Bauform, braucht entsprechend hohen Korpus |
| 500 Millimeter | 3 Behälter | Etwa 46 Liter | Drei Fraktionen, dafür jedes Fach kleiner |
| 600 Millimeter | 3 Behälter | Etwa 80 Liter | Familienhaushalt mit Restmüll, Verpackung und Bioabfall |
Die Zahlen stammen aus einem Herstellerprogramm und sind Beispiele, keine Norm. Innerhalb derselben Breite unterscheiden sich Systeme um mehr als 20 Liter, je nachdem wie tief die Behälter bauen. Vergleichen Sie deshalb immer das angegebene Gesamtvolumen zusammen mit der Einbauhöhe. Welche Fraktion wie viel Volumen braucht, steht im Beitrag über den Abfallsammler.
Frontauszug oder Einsatz für den vorhandenen Auszug?
Das ist die erste Weiche und sie wird oft übersehen. Ein Frontauszugs-Sammler ist ein komplettes System mit eigener Auszugsmechanik. Er wird im Korpus verschraubt, die Schranktür wird ausgehängt und stattdessen als Front an den Auszug gekoppelt. Danach fährt beim Ziehen an der Front der ganze Sammler heraus. Dafür müssen die vorhandenen Türscharniere entfernt und die Front neu angeschraubt werden.
Die zweite Bauart ist ein Einsatz, der auf einen bereits vorhandenen Schubkasten mit Teil- oder Vollauszug gesetzt wird. Hier liefert Ihr Möbel die Mechanik, das System liefert nur Rahmen und Behälter. Diese Variante ist günstiger und weniger aufwendig zu montieren, setzt aber voraus, dass der Auszug das Gewicht trägt und der Schubkasten hoch genug ist.
- Lichte Innenbreite: Im Korpus zwischen den Seitenwänden messen, nicht die Außenbreite des Schranks. 16 bis 19 Millimeter Wandstärke je Seite gehen ab.
- Nutzbare Tiefe: Vom Frontinnenmaß bis zur Rückwand, abzüglich Sockelleiste, Kabelkanal und Steckdosen.
- Höhe: Vom Schrankboden bis zur Unterkante der Arbeitsplatte, bei Spülenunterschränken bis zur Beckenunterseite.
- Siphon: Der Abflussbogen ist der häufigste Grund, warum unter der Spüle nichts passt. Flachsiphons schaffen manchmal die fehlenden Zentimeter.
- Türanschlag: Bei Frontauszügen muss geprüft werden, ob die Front nach dem Umbau an Nachbarschränken vorbeikommt.
- Traglast: Die Angabe der Auszugsschiene beachten. Vier gefüllte Behälter erreichen schnell 15 Kilogramm und mehr, Glas deutlich darüber.
Messen Sie im leeren Schrank und mit ausgeräumtem Inhalt. Rohre, Wasserzähler, Boiler unter der Spüle und Kabelkanäle an der Rückwand sind der übliche Grund, warum ein bestellter Auszug zurückgeht. Prüfen Sie außerdem, ob der Schrankboden trägt: Viele Küchenböden bestehen aus 16 Millimeter Spanplatte mit Beschichtung, und Schrauben in aufgequollenem Material halten nicht. Bei feuchtem oder gewelltem Boden gehört zuerst der Boden erneuert.
So rüsten Sie den Auszug nach
- Schrank leeren. Alles herausnehmen und den Boden trocken wischen, um Wasserschäden zu erkennen.
- Dreimal messen. Lichte Breite oben und unten, Tiefe links und rechts, Höhe an mehreren Punkten. Alte Küchen sind selten rechtwinklig.
- System wählen. Bauart nach Türtyp festlegen, dann Volumen nach Anzahl der Fraktionen, erst zuletzt nach Optik.
- Mitte anzeichnen. Die Auszugsmittellinie auf dem Schrankboden markieren, damit der Rahmen später mittig sitzt und die Front bündig schließt.
- Rahmen verschrauben. Vorbohren, damit die Spanplatte nicht aufreißt, und mit der Wasserwaage ausrichten. Ein schräger Rahmen klemmt nach wenigen Wochen.
- Front koppeln. Bei Frontauszügen die Tür aushängen, Scharniere abbauen, Bohrlöcher verschließen und die Front an die Mitnehmer schrauben.
- Justieren. Höhe, Seite und Tiefe der Front einstellen, solange der Sammler leer ist. Mit vollen Behältern wird das mühsam.
- Probelauf. Zehnmal öffnen und schließen, dabei auf Streifgeräusche an Nachbarschränken achten.
Wie geruchsdicht ist ein Einbausystem wirklich?
Weniger, als die Werbung nahelegt, und das liegt am Inhalt. Bioabfall wird von Mikroorganismen abgebaut, dabei entstehen Wärme und Feuchtigkeit. In einem dicht verschlossenen Behälter läuft dieser Abbau ohne Sauerstoff ab, und dabei entstehen die besonders unangenehmen Schwefelverbindungen. Zusätzlich kondensiert Wasser am Deckel und tropft zurück. Ein Deckel verlagert das Problem, er löst es nicht.
Was hilft, ist ein kleiner Biobehälter, der Sie zum häufigen Leeren zwingt, im Sommer täglich. Ein Blatt Zeitungspapier am Boden bindet Flüssigkeit. Die Bauformen dafür stehen im Beitrag über den Biomülleimer. Zweiter Punkt: Der Schrank selbst muss Luft bekommen. Ein geschlossener Korpus ohne jede Öffnung in der Rückwand staut Feuchtigkeit, und dann riecht nicht der Abfall, sondern das Möbel.
MerkeLegen Sie unter das Trägerblech eine abwaschbare Matte oder eine flache Auffangwanne. Austretender Abfallsaft zieht in beschichtete Spanplatte ein, lässt sie aufquellen und macht den Geruch dauerhaft. Ein einmal durchgeweichter Schrankboden lässt sich nicht mehr reinigen, nur noch abdecken oder ersetzen. Passende Hinweise zum Möbel selbst stehen im Beitrag über Küchenschränke.
Was ist bei der Reinigung anders als beim freistehenden Eimer?
Ein freistehender Eimer wandert in die Dusche und wird ausgespritzt. Ein Einbausystem müssen Sie zerlegen. Die Behälter lassen sich bei den meisten Systemen einzeln aus dem Rahmen heben, der Rahmen selbst bleibt verschraubt und wird im Schrank ausgewischt. Planen Sie das einmal wöchentlich ein, mit heißem Wasser und Spülmittel, und setzen Sie die Behälter erst zurück, wenn sie vollständig trocken sind.
Prüfen Sie dabei die Deckelscharniere und die Kunststoffhalterungen. Diese Teile brechen als Erstes, weil sie bei jedem Öffnen belastet werden. Bei Markensystemen sind Behälter, Deckel und Halterungen einzeln als Ersatzteil zu bekommen, was ein Argument beim Kauf ist. Notieren Sie sich die Modellbezeichnung des Auszugs und bewahren Sie sie auf, sonst wird die Ersatzteilsuche nach fünf Jahren zur Ratearbeit.
