Der Fettfleck auf der Bluse hat eine unangenehme Eigenschaft: Er fällt erst auf, wenn das Kleidungsstück getrocknet ist. Vorher sieht die Stelle einfach nass aus. Und wer dann Wasser draufhält, macht ihn größer statt kleiner.
Der Grund ist simpel. Fett ist nicht wasserlöslich, Wasser und Fett meiden einander. Es braucht einen Vermittler, und das sind Tenside, wie sie in Spülmittel, Gallseife und Waschmittel stecken. Oder man geht den anderen Weg und saugt das Fett auf, bevor es überhaupt in die Faser zieht.
Frische Fettflecken: erst saugen, dann lösen
- Überschuss abtupfen. Mit Küchenpapier vorsichtig aufnehmen, nicht reiben.
- Pulver aufstreuen. Kartoffelmehl, Speisestärke, Natron oder Babypuder großzügig auf den Fleck geben.
- 15 bis 30 Minuten wirken lassen. Das Pulver zieht das flüssige Fett heraus, bei stärkeren Flecken gern länger.
- Ausbürsten oder absaugen, wenn das Pulver sich verklumpt oder gelblich verfärbt hat.
- Spülmittel oder Gallseife direkt auf die Stelle geben und sanft einarbeiten.
- Einige Minuten einwirken lassen und so heiß waschen, wie das Pflegeetikett zulässt.
MerkeAnders als bei Eiweißflecken ist Wärme hier ein Verbündeter: Fett wird bei höherer Temperatur flüssiger und lässt sich leichter auswaschen. Die Ausnahme sind Mischflecken. Kakao, Schokolade, Ei und Milch enthalten zusätzlich Eiweiß und müssen zuerst kalt behandelt werden.
Alte und eingetrocknete Fettflecken
Ein eingezogener Fettfleck sitzt tief in der Faser und lässt sich mit Pulver nicht mehr herausholen. Hier hilft Wärme, die das Fett wieder verflüssigt, kombiniert mit einem Material, das es aufnimmt.
Die Löschpapiermethode: Legen Sie saugfähiges Papier, also Löschpapier, Küchenpapier oder eine Papiertüte, auf und unter den Fleck. Gehen Sie mit einem warm eingestellten Bügeleisen darüber, ohne Dampf. Das Fett verflüssigt sich und wandert in das Papier. Wechseln Sie das Papier mehrfach, solange sich ein dunkler Rand darauf abzeichnet.
Anschließend die Stelle mit Gallseife oder Spülmittel behandeln und waschen. Auf weißer Baumwolle wirkt zusätzlich Sauerstoffbleiche gegen den verbliebenen Schatten.
Bügeleisen nicht zu heiß einstellen und immer die Temperatur des Gewebes beachten. Auf Kunstfasern schmilzt das Material, bevor das Fett weich wird. Bei Synthetik ist die Löschpapiermethode deshalb ungeeignet, dort arbeiten Sie besser mit Waschbenzin.
Welche Methode für welches Material?
| Material | Geeignet | Ungeeignet |
|---|---|---|
| Baumwolle, Leinen | Pulver, Gallseife, Löschpapier, heiß waschen | nichts Besonderes |
| Synthetik | Spülmittel, Waschbenzin, kalt bis lauwarm | heißes Bügeleisen |
| Seide | Waschbenzin oder reiner Alkohol mit Baumwolltuch | Wasser, hinterlässt Ränder |
| Wolle | Gallseife, Handwäsche kalt | Reiben, Enzymwaschmittel |
| Leder | Kartoffelmehl über Nacht, dann abbürsten | Wasser, Spülmittel, Bleiche |
| Papier, Tapete | Löschpapier und Bügeleisen | jede Flüssigkeit |
| Holz, unbehandelt | Kartoffelmehl, danach anschleifen | Wasser, zieht tiefer ein |
Fettflecken auf Polstern und Teppich
Auf Textilmöbeln arbeiten Sie ohne Waschgang, also mit dem Pulverweg. Kartoffelmehl oder Natron dick aufstreuen, mehrere Stunden liegen lassen und gründlich absaugen. Bei Bedarf wiederholen, bevor Sie zu Flüssigkeit greifen.
Bleibt ein Schatten, mischen Sie warmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und tupfen die Stelle damit ab, ohne sie zu durchnässen. Danach mit klarem Wasser nachtupfen und ein trockenes Tuch mit einem Gewicht auflegen, damit die Restfeuchte nach oben gezogen wird.
Was Sie besser lassen
- Nur mit Wasser spülen. Das verteilt den Fleck auf eine größere Fläche.
- Reiben. Fett wird dabei tiefer in die Faser gearbeitet.
- Trocknen, bevor der Fleck weg ist. Die Hitze des Trockners lässt Fettreste polymerisieren, danach sind sie kaum noch lösbar.
- Waschbenzin in geschlossenen Räumen. Es ist leicht entzündlich, immer gut lüften und von offenen Flammen fernhalten.
- Mehrere Mittel gleichzeitig. Erst ausspülen, dann das nächste Mittel.
Die Einordnung, warum Fett andere Regeln braucht als Blut oder Kaffee, steht in der Übersicht zu den vier Fleckenarten. Verwandte Einzelfälle sind Butterflecken und Ölflecken.
