Ein Butterfleck sieht harmlos aus und wird oft erst bemerkt, wenn das Kleidungsstück getrocknet ist. Dann zeigt sich ein durchscheinender Rand, der sich beim Waschen nur teilweise löst.
Der Grund ist die Zusammensetzung. Butter besteht zu rund 82 Prozent aus Milchfett, dazu kommen Wasser und ein kleiner Eiweißanteil aus der Milch. Damit ist sie ein Mischfleck, bei dem der kleinere Bestandteil die Regeln vorgibt: Eiweiß gerinnt oberhalb von etwa 40 Grad und verankert dann auch das Fett.
Die richtige Reihenfolge
- Feste Reste trocken abheben, mit einem Löffelrücken oder stumpfen Messer, nicht verstreichen.
- Kalt ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe. Damit geht der Eiweißanteil heraus.
- Saugfähiges Pulver aufstreuen, Kartoffelmehl, Speisestärke oder Natron, und 15 bis 30 Minuten wirken lassen.
- Ausbürsten oder absaugen, sobald das Pulver sich verklumpt.
- Spülmittel oder Gallseife einarbeiten, jetzt darf es warm sein.
- Waschen und feucht kontrollieren, erst danach trocknen.
Nicht sofort heiß waschen, auch wenn der Fettanteil überwiegt. Der Milcheiweißanteil gerinnt bei Wärme und schließt das Fett in der Faser ein. Der Fleck fühlt sich danach steif an und der Schatten bleibt dauerhaft.
Warme Butter richtig behandeln
Frische, weiche Butter ist der ungünstigste Fall, weil jede Wischbewegung sie großflächig verteilt und in die Faser drückt. Lassen Sie den Fleck deshalb erst fest werden, notfalls mit einem Kühlakku, und heben Sie ihn dann ab.
Das gilt besonders bei Kleidung, die am Körper getragen wird: Die Körperwärme hält die Butter weich, und wer sie unterwegs abzuwischen versucht, macht aus einem Punkt einen Streifen.
Butter auf anderen Materialien
| Untergrund | Vorgehen | Hinweis |
|---|---|---|
| Baumwolle, Leinen | Pulver, dann Gallseife, danach heiß | Eiweiß zuerst kalt entfernen |
| Polster, Teppich | Kartoffelmehl, mehrere Stunden, absaugen | kein Wasser, verteilt das Fett |
| Papier, Tapete | Löschpapier und warmes Bügeleisen | ohne Dampf arbeiten |
| Leder | Kartoffelmehl über Nacht, abbürsten | kein Wasser, kein Spülmittel |
| Holz, unbehandelt | Pulver, danach anschleifen | zieht schnell tief ein |
| Kunststoff, Arbeitsplatte | Spülmittel warm | unproblematisch |
MerkeWird der Fleck erst nach dem Trocknen entdeckt, ist er nicht verloren, solange das Textil nicht heiß gewaschen oder getrocknet wurde. Die Pulvermethode funktioniert auch bei älteren Fettflecken, sie braucht dann nur mehrere Durchgänge und längere Einwirkzeiten.
Der Unterschied zu reinem Öl
Speiseöl enthält kein Eiweiß und keine Milchbestandteile. Ein Ölfleck darf deshalb von Anfang an warm behandelt werden, was die Sache deutlich einfacher macht. Margarine liegt dazwischen: pflanzlich, aber je nach Sorte mit Milchanteil.
Praktische Konsequenz: Wenn Sie nicht sicher sind, ob Milch im Spiel war, arbeiten Sie kalt. Das kostet einen zusätzlichen Schritt, kann aber nichts kaputt machen. Details zu reinem Fett stehen im Ratgeber zu Fettflecken, zum Eiweißanteil im Ratgeber zu Eiweißflecken.
Die allgemeine Systematik erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten.
