Haushaltsbesen: Welche Borste kehrt welchen Boden und wann Saugen die bessere Wahl ist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Weiche Borsten wie Rosshaar und Ziegenhaar nehmen Feinstaub und Haare auf glatten Innenböden auf. Harte Fasern wie Kokos und Piassava sind für groben Schmutz auf rauem Untergrund im Außenbereich gedacht.
  • Trockenes Kehren wirbelt lungengängigen Feinstaub auf, der in geschlossenen Räumen lange in der Luft schwebt. Auf glatten Böden und Teppich erzielt ein Staubsauger deshalb ein deutlich besseres Ergebnis.
  • Arenga aus der Zuckerpalme ist der Kompromiss für innen und außen und verträgt Nässe. Rosshaar dagegen sollte trocken bleiben, weil Tierhaar bei Dauernässe verklebt.
  • Ein gespaltenes Borstenende fängt Feinstaub besser als ein glatt geschnittenes. Deshalb kehren angeschlagene Naturborsten und geflaggte Kunststoffborsten sauberer als glatte Monofilamente.
  • Wichtiger als das Material ist die Technik: langsame, kurze Züge in eine Richtung statt schneller Wischbewegungen, und der Besen bleibt dabei flach auf dem Boden.
Haushaltsbesen: Welche Borste kehrt welchen Boden und wann Saugen die bessere Wahl ist
Bild: KI generiert

Der Besen gehört zu den Geräten, die jeder zu kennen glaubt. Trotzdem steht in vielen Haushalten ein einziges Modell für alles: für die Fliesen in der Küche, für den Kellerboden und für die Terrasse. Das funktioniert nirgends richtig. Ein Besen ist ein Werkzeug mit einer klaren Zuordnung von Borstenmaterial zu Untergrund, und wer die falsche Borste nimmt, schiebt den Staub entweder nur herum oder zerkratzt die Oberfläche. Dazu kommt eine Frage, die noch grundsätzlicher ist: In vielen Situationen ist Kehren gar nicht die richtige Methode.

Haushaltsbesen mit Stiel auf einem Fliesenboden
Bild: KI generiert

Welche Borste gehört auf welchen Boden?

Die Auswahl folgt einer einfachen Logik: Je feiner der Schmutz und je empfindlicher der Belag, desto weicher die Borste. Feiner Staub auf glattem Parkett verlangt nach Rosshaar oder Ziegenhaar. Grober Schmutz auf rauem Beton verlangt nach Kokos oder Piassava, weil weiche Borsten dort einfach umklappen. Zwischen diesen beiden Polen liegen die Mischbesen, die zwei Materialien kombinieren und für Flur, Keller und geschützte Außenbereiche die praktischste Lösung sind.

Bei den Naturfasern lohnt ein Blick auf die Herkunft. Rosshaar stammt aus dem Schweifhaar und ist sehr langlebig, Ziegenhaar ist noch feiner, sehr weich und von Natur aus antistatisch, weshalb es vor allem für Staubbürsten verwendet wird. Kokosfaser aus der Kokosnuss gehört zu den härtesten Naturborsten. Piassava wird aus den Blattrippen einer westafrikanischen Palme gewonnen und ist für grobes Kehrgut gedacht. Arenga stammt aus der Zuckerpalme und ist die vielseitigste Faser, weil sie feinen wie groben Schmutz aufnimmt und Nässe verträgt.

BesatzmaterialHärteNässeGeeignet für
ZiegenhaarSehr weich, antistatischNeinFeiner Staub auf Parkett, Laminat, glatten Möbeln
RosshaarWeich bis mittelNeinStaub, Haare und Krümel auf glatten Innenböden
Arenga aus der ZuckerpalmeMittelJaUniversalbesen für innen und geschützt außen
KokosfaserHartJaGrober Schmutz auf Beton, Werkstatt, Kellerboden
PiassavaSehr hartJaGrobes Kehrgut, Hof, Einfahrt, raue Pflastersteine
Kunststoff, meist PET oder PVC, geflaggtWeich bis mittelJaInnenräume, gut abwaschbar, für Feuchträume geeignet
Kunststoff als glattes MonofilamentMittel bis hartJaAußenbereich, nimmt Feinstaub schlechter auf

Warum wirbelt Kehren so viel Staub auf?

Weil der Besen beim Zug über den Boden zwei Dinge gleichzeitig tut. Er schiebt die groben Partikel vor sich her, und er erzeugt mit jeder Borste einen kleinen Luftwirbel, der die feinen Partikel nach oben trägt. Grober Schmutz fällt danach wieder herunter. Der feine, lungengängige Anteil tut das nicht: Er bleibt in geschlossenen Räumen lange in der Luft und wird von allen Anwesenden eingeatmet. Genau deshalb gilt trockenes Kehren im Arbeitsschutz als staubintensives Verfahren, das dort vermieden werden soll, wo eine bessere Methode zur Verfügung steht.

Für den Haushalt heißt das nicht, den Besen wegzuwerfen. Es heißt, ihn dort einzusetzen, wo er stark ist: bei grobem Kehrgut wie Scherben, Erde, Blättern, Sägespänen oder Katzenstreu, bei denen ein Staubsauger schnell an seine Grenzen kommt oder Schaden nimmt. Für Hausstaub, Tierhaare und Textilfasern auf glatten Böden und auf Teppich ist der Sauger die bessere Wahl, weil er den Staub aufnimmt statt ihn umzuverteilen. Für kleine Flächen und schnelle Einsätze zwischendurch reicht oft ein Akku-Handstaubsauger.

Nie über Scherben, Bauschutt oder Schimmelbefall trocken kehren. Bei Glasscherben schieben Sie feine Splitter in Fugen, wo sie schwer wieder herauskommen. Bei mineralischem Bauschutt und beim Schleifen von Wänden entsteht quarzhaltiger Feinstaub, der beim Einatmen dauerhaft schädigt. Bei sichtbarem Schimmel verteilt trockenes Kehren die Sporen in der ganzen Wohnung. In diesen Fällen arbeiten Sie feucht oder mit einem Sauger, der einen geeigneten Filter besitzt. Ein normaler Haushaltssauger ohne Feinstaubfilter bläst den Anteil hinten wieder aus.

Wie kehren Sie so, dass möglichst wenig aufwirbelt?

  1. Fenster kurz schließen. Zugluft trägt aufgewirbelten Staub in die ganze Wohnung. Lüften Sie erst nach dem Kehren, dafür dann gründlich.
  2. Besen flach führen. Halten Sie den Stiel möglichst flach, damit die Borsten mit ihrer Länge und nicht mit den Spitzen arbeiten. Steil gehaltene Besen wirbeln mehr auf.
  3. Kurze, langsame Züge. Ziehen Sie in Zügen von etwa 30 bis 50 Zentimetern und immer in dieselbe Richtung. Schnelle Wischbewegungen hin und her verteilen den Staub nur.
  4. Von außen nach innen arbeiten. Führen Sie den Schmutz aus den Ecken auf eine gemeinsame Stelle in der Raummitte zu, statt ihn zur Tür zu schieben.
  5. Kehrblech nachziehen. Setzen Sie das Blech dicht an den Haufen und ziehen Sie es mit, statt den Haufen hineinzuschieben. Der letzte Streifen bleibt sonst liegen.
  6. Rest feucht aufnehmen. Wischen Sie die dünne Staublinie hinter dem Blech mit einem feuchten Tuch weg. Trockenes Nachkehren erzeugt genau dort die nächste Wolke.
  7. Besen ausklopfen, nicht ausschütteln. Klopfen Sie ihn draußen an einer Kante aus. Im Innenraum landet alles wieder auf dem Boden.

Was Sie am Besen prüfen sollten

  • Borstenende: Gespaltene oder geflaggte Enden nehmen Feinstaub deutlich besser auf als glatt geschnittene Monofilamente. Erkennbar an den fransigen Spitzen im Gegenlicht.
  • Borstenlänge: Lange, weiche Borsten kehren fein, klappen aber unter Druck um. Kurze, harte Borsten übertragen Kraft, hinterlassen aber auf empfindlichen Belägen Kratzspuren.
  • Kehrbreite: Breite Besen ab etwa 40 Zentimetern sparen in Fluren und Kellerräumen Zeit, kommen aber in Küchen zwischen Möbeln kaum an die Ecken.
  • Stielgewinde: Standardgewinde lassen sich mit Ersatzstielen kombinieren. Steckstiele ohne Gewinde lockern sich mit der Zeit und lassen sich nicht nachziehen.
  • Stiellänge: Der Stiel sollte etwa bis zum Kinn reichen. Ein zu kurzer Stiel zwingt in eine gebeugte Haltung und belastet den unteren Rücken.
  • Bestückung: Eingezogene Borstenbündel halten länger als eingeklebte. Ausfallende Büschel sind das erste Verschleißzeichen.
  • Randbüschel: Ein etwas längerer Besatz an den Außenkanten hilft an Sockelleisten und in Ecken.

Besen, Handfeger oder Bürste: Was wofür?

Der Stielbesen ist für Flächen zuständig. Sobald es um kleine Bereiche geht, etwa Arbeitsplatte, Treppenstufen oder das Innere eines Schranks, ist ein Handfeger schneller und genauer, weil Sie ihn führen können statt ihn zu balancieren. Für festsitzende Verschmutzungen auf einer Fläche taugt beides nicht: Dort brauchen Sie Druck und Wasser, also einen Schrubber oder eine kräftige Handbürste. Die Übersicht der Bauformen und ihrer Einsatzbereiche liefert der Beitrag zur Haushaltsbürste.

Ein häufiger Fehler ist, einen Innenbesen im Außenbereich zu benutzen. Auf rauem Pflaster und Waschbeton schleift der weiche Besatz schnell ab, und die Borsten verlieren binnen weniger Wochen an Länge. Umgekehrt hinterlässt ein Kokos- oder Piassavabesen auf geöltem Parkett und weichen Vinylbelägen feine Kratzspuren. Halten Sie deshalb zwei Besen vor, einen für drinnen und einen für draußen, und markieren Sie die Stiele, damit sie nicht vertauscht werden.

MerkeEin leicht angefeuchteter Besen bindet Feinstaub, statt ihn aufzuwirbeln. Das funktioniert bei Kunststoff- und Pflanzenfaserbesatz gut, bei Rosshaar und Ziegenhaar dagegen nicht: Tierhaar verklebt bei Nässe, verliert die Spannkraft und trocknet nur langsam. Wenn Sie mit Wasser arbeiten wollen, nehmen Sie einen Arenga- oder Kunststoffbesen und hängen Sie ihn danach mit den Borsten nach unten frei hängend zum Trocknen auf.

Wie halten Sie einen Besen lange brauchbar?

Der häufigste Grund für einen kaputten Besen ist die Lagerung. Steht er auf den Borsten in der Ecke, verbiegen sie sich dauerhaft und der Besen kehrt danach nur noch einseitig. Hängen Sie ihn an einem Haken auf oder stellen Sie ihn mit dem Stiel nach unten. Ausgeklopft wird nach jedem Einsatz, gewaschen wird nur, was waschbar ist: Kunststoff- und Pflanzenfaserbesen dürfen mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel ausgespült werden, danach kopfüber trocknen.

Ausgetauscht gehört ein Besen, wenn die Borsten so weit abgeschliffen sind, dass die Bündel unterschiedlich lang stehen, oder wenn sie sich nicht mehr aufrichten. Prüfen können Sie das in zehn Sekunden: Drücken Sie den Besen mit normalem Arbeitsdruck auf den Boden und heben Sie ihn wieder an. Stehen die Borsten sofort gerade, ist der Besen in Ordnung. Bleiben sie schräg liegen, kehrt er nur noch mit halber Fläche.

Häufige Fragen zu Haushaltsbesen: Welche Borste kehrt welchen Boden und wann Saugen die bessere Wahl ist

Welcher Besen eignet sich für Innenräume?

Für glatte Innenböden sind weiche Besätze aus Rosshaar, Ziegenhaar oder geflaggtem Kunststoff die richtige Wahl, weil sie feinen Staub und Haare aufnehmen. Ziegenhaar ist von Natur aus antistatisch und deshalb besonders für Staub geeignet. Harte Fasern wie Kokos oder Piassava gehören nach draußen, sie können empfindliche Beläge zerkratzen.

Ist Kehren oder Saugen besser?

Auf glatten Böden und auf Teppich erzielt der Staubsauger das bessere Ergebnis, weil er den Staub aufnimmt, während der Besen den feinen Anteil aufwirbelt. Der Besen ist dort im Vorteil, wo grobes Kehrgut anfällt: Erde, Blätter, Sägespäne, Streu oder Scherben. Bei Scherben sollten Sie den Rest anschließend feucht aufnehmen.

Darf ich einen Besen nass machen?

Bei Kunststoff- und Pflanzenfaserbesatz ja, ein leicht angefeuchteter Besen bindet Feinstaub sogar besser. Arengafaser aus der Zuckerpalme verträgt Nässe problemlos. Rosshaar und Ziegenhaar sollten trocken bleiben, weil Tierhaar bei Nässe verklebt und die Spannkraft verliert.

Was ist der Unterschied zwischen Arenga und Piassava?

Arenga stammt aus der Zuckerpalme, ist mittelhart und für feinen wie groben Schmutz geeignet, auch bei Nässe. Piassava wird aus den Blattrippen einer westafrikanischen Palme gewonnen und ist deutlich härter, gedacht für grobes Kehrgut auf rauem Untergrund. Für den Innenbereich ist Arenga die praktischere Faser.

Wie lang sollte der Besenstiel sein?

Der Stiel sollte im Stand etwa bis zum Kinn reichen, dann arbeiten Sie mit aufrechtem Rücken. Zu kurze Stiele zwingen in eine gebeugte Haltung und belasten die Lendenwirbelsäule. Achten Sie auf ein Standardgewinde, damit sich der Stiel später einzeln ersetzen lässt.

Wann muss ein Besen ersetzt werden?

Wenn die Borsten sich nach dem Andrücken nicht mehr aufrichten oder wenn die Bündel unterschiedlich stark abgeschliffen sind. Testen Sie das, indem Sie den Besen mit normalem Arbeitsdruck aufsetzen und wieder anheben. Bleiben die Borsten schräg stehen, arbeitet nur noch ein Teil der Kehrfläche.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026