Eine Haushaltsbürste kostet wenig und wird deshalb selten ausgesucht. Das ist der Grund, warum in vielen Haushalten dieselbe Bürste für den Fliesenboden, für Jackenkragen und für den Grillrost benutzt wird. Sie kann alles ein bisschen und nichts richtig. Die Trennung nach Borstenmaterial löst das Problem.
Welche Borste für welche Aufgabe?
Bürstenbesatz stammt aus drei Gruppen: Pflanzenfasern, Tierhaare und Kunststoffe. Pflanzenfasern sind die klassische Schrubbborste. Fibre wird aus Agavenfasern gewonnen, ist hell, hitzebeständig und unempfindlich gegenüber Säuren und Laugen. Arenga stammt aus den Blattstielen einer Palme, ist dunkel, ölabweisend und die robusteste dieser Fasern. Kokos ist elastisch, witterungs- und fäulnisbeständig und wird deshalb draußen eingesetzt.
Tierhaare sind das andere Ende. Rosshaar ist lang, weich und fein und dient dem Ausbürsten von Textilien und Polstern. Schweineborsten sind steifer und elastisch, ihre gespaltenen Spitzen nehmen Staub gut auf. Beide vertragen kein heißes Wasser und keine aggressiven Reiniger.
| Borstenmaterial | Härte | Eigenschaft | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Fibre, Agavenfaser | Hart | Hitzebeständig, säure- und laugenfest | Fliesen, Steinböden, Werkbank, grober Schmutz |
| Arenga, Palmfaser | Sehr hart | Ölabweisend, sehr robust | Öl und Fett auf rauen Flächen, Garage, Keller |
| Kokosfaser | Hart, elastisch | Witterungs- und fäulnisbeständig | Terrasse, Fußmatte, Außenbereich |
| Rosshaar | Weich | Lang, fein, statisch aufnahmefähig | Kleidung, Polster, empfindliche Oberflächen |
| Schweineborste | Mittel | Elastisch, gespaltene Spitzen | Möbelstaub, Leder, feine Textilien |
| Polyester | Steif | Trocknet schnell, leicht zu reinigen | Küche, Bad, alles Feuchte |
| Polyamid | Weich bis hart | Abriebfest, elastisch, nimmt wenig Wasser auf | Fugen, Armaturen, Dauergebrauch im Nassen |
Für das Geschirr ist die Handbürste die falsche Bauform, dafür gibt es die längere und schlankere Variante mit Stiel, siehe den Beitrag über die Spülbürste. Für loses Kehrgut auf dem Boden nehmen Sie ebenfalls kein Handgerät, sondern den Haushaltsbesen.
Wie schrubben Sie Fugen, ohne sie zu beschädigen?
Fugenmörtel ist weicher als die Fliese daneben. Zu viel Druck mit einer Metallbürste trägt Material ab, und die offene Fuge saugt danach Schmutz noch schneller auf. Nehmen Sie eine schmale Bürste mit kurzen, steifen Kunststoffborsten. Kurz ist wichtiger als hart, denn lange Borsten biegen sich unter Druck seitlich weg und bringen keine Kraft auf den Fugengrund.
- Vorweichen. Die Fläche mit warmem Wasser benetzen und fünf bis zehn Minuten einwirken lassen, damit sich der Belag löst.
- Mittel wählen. Bei Fett alkalisch reinigen, bei Kalk sauer. Beides nie mischen, und saure Mittel nicht auf Naturstein wie Marmor.
- In Fugenrichtung arbeiten. Längs der Fuge führen, nicht quer. Quer schrubben verteilt den Schmutz nur auf die Fliese.
- Kraft dosieren. Kurze Züge mit mäßigem Druck. Wenn Sand oder Mörtelkrümel erscheinen, sofort aufhören.
- Klar nachspülen. Reinigerreste in der Fuge binden Staub und lassen die Fuge nach zwei Wochen dunkler aussehen als vorher.
- Trocknen lassen. Erst im trockenen Zustand beurteilen. Nasse Fugen wirken immer dunkler.
Bürste und Untergrund müssen zusammenpassen. Messing- und Stahlborsten gehören nicht auf Fliesen, beschichtete Töpfe, Edelstahlspülen oder lackierte Flächen. Sie hinterlassen feine Kratzer, in denen sich Schmutz festsetzt, und abgebrochene Metallborsten rosten in Ritzen weiter. Beginnen Sie immer mit der weichsten Bürste, die denkbar ist, und steigern Sie erst, wenn es nicht reicht.
Welche Bürste eignet sich für Textilien?
Für Kleidung und Polster brauchen Sie weiches Tierhaar oder feines Polyamid. Rosshaar nimmt Staub und Fusseln auf, ohne den Stoff aufzurauen. Bei Wolle und Anzugstoffen arbeiten Sie in Strichrichtung mit leichten, kurzen Zügen, nicht kreisend. Kreisende Bewegungen verfilzen die Oberfläche.
Flecken auf Textil behandeln Sie dagegen nicht mit einer harten Bürste, sondern tupfend von außen nach innen. Reiben mit steifen Borsten drückt den Fleck tiefer in das Gewebe und beschädigt die Faser. Eine steife Bürste ist bei Textil nur bei robusten Materialien sinnvoll, etwa bei Fußmatten oder groben Baumwollgeweben. Für den Boden mit Stiel ist der Schrubber das passende Gerät.
Wie pflegen Sie eine Haushaltsbürste?
- Ausspülen: Nach jedem Gebrauch unter fließendem Wasser gegen die Borstenrichtung ausspülen, damit sich Schmutz aus dem Besatz löst.
- Temperatur: Kunststoffborsten vertragen heißes Wasser, Naturborsten nur lauwarmes. Hitze macht Tierhaar spröde und löst den Leim im Bürstenkörper.
- Desinfizieren: Eine Mischung aus einem Teil Haushaltsessig und drei Teilen warmem Wasser, etwa zehn Minuten einlegen, danach klar nachspülen.
- Trocknen: Immer mit den Borsten nach unten ablegen oder aufhängen, damit Wasser abläuft und nicht in den Körper zieht.
- Holzkörper: Nie im Wasser stehen lassen. Aufgequollenes Holz gibt die Borstenbündel frei, und die Bürste haart.
- Trennen: Getrennte Bürsten für Bad, Küche und Außenbereich, mit Farbe oder Griffmarkierung unterscheidbar.
MerkeEine Bürste ist verbraucht, wenn die Borsten dauerhaft umgeknickt sind und nach dem Trocknen nicht mehr aufstellen. Ab diesem Punkt schmiert sie nur noch, statt zu schrubben, und Sie erhöhen unbewusst den Druck. Genau dabei entstehen Kratzer auf empfindlichen Flächen.
Wenn Sie nur eine einzige Bürste anschaffen wollen, nehmen Sie eine Handbürste mit steifen Polyesterborsten und Kunststoffkörper. Sie ist nass belastbar, trocknet schnell, hält kochendes Wasser aus und lässt sich im Zweifel in der Spülmaschine mitlaufen. Für Textilien kaufen Sie dann eine zweite mit weichem Besatz dazu.
