Haushaltsthermometer ist kein Produkt, sondern eine Sammelbezeichnung. Gemeint sein können ein Backofenthermometer, ein Bratenthermometer, ein Kühlschrankthermometer, ein Raumthermometer oder ein Fieberthermometer. Die Geräte haben nichts miteinander gemeinsam außer der Einheit auf der Anzeige. Wer das falsche kauft, misst einen Bereich, der ihn nicht interessiert. Dieser Beitrag sortiert die fünf Typen nach Einsatzzweck und nennt die Werte, auf die es dabei jeweils ankommt.

Welches Thermometer brauchen Sie wofür?
Der Messbereich entscheidet. Ein Bratenthermometer, das erst bei 0 Grad beginnt, taugt nicht für den Kühlschrank. Ein Raumthermometer mit Skala bis 50 Grad verglüht im Backofen. Und ein Backofenthermometer misst die Luft im Garraum, nicht das Fleisch darin. Das ist der häufigste Denkfehler beim Braten: Die Ofentemperatur sagt nichts darüber aus, ob das Innere des Bratens sicher ist.
| Typ | Was gemessen wird | Üblicher Messbereich | Zielwert | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|---|
| Bratenthermometer, Einstichthermometer | Kerntemperatur im Lebensmittel | Etwa minus 50 bis 300 Grad | 70 Grad für mindestens 2 Minuten bei Geflügel, Hack, Fisch | Fühler zu flach oder am Knochen, Wert zu hoch |
| Backofenthermometer | Lufttemperatur im Garraum | Etwa 50 bis 300 Grad | Abgleich mit der Reglerskala des Ofens | Wird mit der Kerntemperatur verwechselt |
| Kühlschrankthermometer | Lufttemperatur im Kühlraum | Etwa minus 30 bis plus 30 Grad | 7 Grad im mittleren Fach, minus 18 Grad im Gefrierfach | Direkt an der Rückwand platziert, misst zu kalt |
| Raumthermometer, oft mit Hygrometer | Lufttemperatur und Luftfeuchte | Etwa 0 bis 50 Grad | 20 Grad Wohnraum, 18 Grad Küche, 17 Grad Schlafzimmer | An der Außenwand oder über der Heizung montiert |
| Fieberthermometer | Körpertemperatur | Etwa 32 bis 43 Grad | Fieber ab etwa 38 Grad | Messstelle gewechselt, Werte nicht vergleichbar |
Welche Kerntemperatur ist beim Braten sicher?
Die Verbraucherzentralen nennen einen klaren Wert: Fleisch, Hackfleisch, Geflügel, frische Bratwurst und Fisch sollen vollständig durchgegart werden, mit einer Kerntemperatur von 70 Grad Celsius über mindestens zwei Minuten. Bei dieser Kombination aus Temperatur und Zeit werden Salmonellen, Campylobacter und EHEC zuverlässig abgetötet. Einzelne Fachquellen empfehlen für Geflügel höhere Werte von 72 bis 74 Grad. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, orientieren Sie sich am höheren Wert, sicher ist der niedrigere aber ebenfalls, sofern die zwei Minuten wirklich eingehalten werden.
Zwei Lebensmittel verzeihen hier gar nichts. Hackfleisch wird gewolft, dabei gelangen Keime von der Oberfläche ins Innere, wo sie nicht durch das Anbraten erreicht werden. Geflügel ist häufig mit Campylobacter belastet. Beides muss durch sein, unabhängig davon, wie es aussieht. Ein Rinderfilet dagegen darf innen rosa bleiben, weil die Keime dort auf der Oberfläche sitzen und beim scharfen Anbraten abgetötet werden. Fertig gegarte Speisen, die warmgehalten werden, müssen an jeder Stelle mindestens 60 Grad haben.
Der Messpunkt bestimmt das Ergebnis. Stechen Sie den Fühler bis in die dickste Stelle des Fleisches, ohne einen Knochen zu berühren. Knochen leiten Wärme schneller und zeigen deshalb einen zu hohen Wert an, der ein noch rohes Inneres verdeckt. Bei Geflügel messen Sie im dicksten Teil der Brust und zusätzlich im Keulenansatz, weil dort die Wärme zuletzt ankommt. Ziehen Sie den Fühler langsam zurück und achten Sie darauf, ob der Wert unterwegs absackt: Der niedrigste Wert ist der maßgebliche.
Kühlschrank und Gefrierfach: Welche Werte gelten?
Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale empfehlen für das mittlere Fach des Kühlschranks 7 Grad Celsius, für das Gefrierfach minus 18 Grad. Kälter einzustellen bringt keine zusätzliche Sicherheit, kostet aber Geld: Jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch um etwa 6 Prozent. Ein günstiges Thermometer im Kühlraum lohnt sich trotzdem, weil die Stufenregler an vielen Geräten keine Gradzahlen anzeigen und die tatsächliche Temperatur stark vom Füllstand, von der Umgebungswärme und von der Türdichtung abhängt.
Legen Sie das Thermometer für die Messung in ein Glas Wasser auf das mittlere Rost und lassen Sie es einige Stunden liegen. Direkt an die Rückwand gelegt zeigt es zu kalt, weil dort das Kälteaggregat sitzt. Ein Kühlschrank hat mehrere Zonen: oben wärmer, unten über dem Gemüsefach am kältesten. Welche Lebensmittel in welche Zone gehören, steht im Beitrag Grundwissen Kühlschrank, und was sich dort dauerhaft lohnt, zeigt die Liste der gesunden Lebensmittel für den Kühlschrank.
So messen Sie richtig
- Bereich festlegen. Klären Sie zuerst, ob Sie Luft oder Lebensmittelkern messen wollen. Danach richtet sich der Gerätetyp, nicht umgekehrt.
- Fühler tief einführen. Beim Braten mindestens bis zur Mitte der dicksten Stelle, ohne Knochen und ohne die Pfanne zu berühren.
- Anzeige stabilisieren lassen. Warten Sie, bis der Wert stehenbleibt. Schnellmessende Fühler brauchen wenige Sekunden, Standardgeräte deutlich länger.
- Zwei Minuten halten. Bei Geflügel, Hackfleisch und Fisch zählt nicht der Moment, in dem 70 Grad erreicht sind, sondern die anschließende Haltezeit.
- Kühlschrank in Wasser messen. Thermometer in ein Glas Wasser auf dem mittleren Rost, mehrere Stunden stehen lassen, dann ablesen.
- Raumthermometer richtig hängen. Innenwand, etwa 1,50 Meter über dem Boden, nicht in der Sonne, nicht über der Heizung, siehe die Hinweise zum Anbringen von Wanduhren und Thermometern.
- Fieber immer gleich messen. Behalten Sie eine Messstelle bei, sonst sind die Werte über den Krankheitsverlauf nicht vergleichbar.
- Nachprüfen mit Eiswasser. Ein Glas mit Eiswürfeln und wenig Wasser muss nach einigen Minuten 0 Grad zeigen. Weicht das Gerät um mehr als 1 Grad ab, taugt es für sicherheitsrelevante Messungen nicht mehr.
Raumklima und Fieber: die beiden anderen Bereiche
- Wohnräume: Das Umweltbundesamt nennt 20 Grad für den Wohnbereich, 18 Grad für die Küche und 17 Grad für das Schlafzimmer als Richtwerte.
- Luftfeuchte: 40 bis 60 Prozent relative Feuchte gelten als günstig. In schlecht gedämmten Wohnungen sollte der Wert im Winter unter 50 Prozent bleiben, sonst droht Schimmel an kalten Außenwänden.
- Lüften: Je kühler ein Raum, desto häufiger muss gelüftet werden, weil kühle Luft weniger Feuchtigkeit aufnimmt. Ein Hygrometer im Bad macht das sichtbar.
- Fieber: Ab etwa 37,5 Grad spricht man von erhöhter Temperatur, ab etwa 38 Grad von Fieber. Bei Kindern gelten je nach Alter abweichende Schwellen, bei Säuglingen unter drei Monaten wird der Arzt schon ab 38 Grad hinzugezogen.
- Messstelle: Rektal kommt der Körperkerntemperatur am nächsten. Im Ohr liegt der Wert 0,3 bis 0,5 Grad darunter, unter der Achsel kann er bis zu 2 Grad abweichen.
- Kinder unter drei Jahren: Ohrmessungen sind hier wegen des Verletzungsrisikos ungeeignet, Stirnthermometer messen ungenauer als Ohr und Rektalmessung.
MerkeEin Backofenthermometer lohnt sich bei alten Geräten und bei Gasöfen mit Stufenschalter, weil die Reglerskala dort oft nicht zur tatsächlichen Garraumtemperatur passt. Legen Sie es für den Test mittig auf das Rost, heizen Sie auf 180 Grad vor und warten Sie 20 Minuten, bevor Sie ablesen. Weicht der Ofen um mehr als 20 Grad ab, notieren Sie die Differenz und rechnen Sie sie künftig auf die Rezeptangabe auf.
Wenn Sie nur ein einziges Gerät anschaffen wollen, nehmen Sie ein digitales Einstichthermometer mit schnellem Fühler und einem Bereich, der mindestens von minus 20 bis 200 Grad reicht. Es deckt Kerntemperatur, Kühlschrank und Gefrierfach ab und ist das einzige Gerät auf dieser Liste, an dem Lebensmittelsicherheit hängt. Prüfen Sie es einmal im Jahr im Eiswasser gegen den Wert 0 Grad.
