Ein Korbregal ist eine Kombination aus zwei Produkten, die getrennt gekauft werden und zusammenpassen müssen. Das Regal liefert das Fach, der Korb den Stauraum. Passt der Korb nicht, verliert das Regal seinen Zweck, denn ein Korb, der klemmt oder wackelt, wird nicht benutzt. Deshalb steht am Anfang das Bandmaß und nicht der Katalog.

Welche Korbmaße passen in welches Regal?
Der Markt hat sich weitgehend auf das Rastermaß der Würfelregale eingestellt. Der verbreitetste Aufbewahrungskorb misst 33 mal 38 mal 33 Zentimeter in Breite, Tiefe und Höhe und ist für Fächer mit mindestens 33,5 mal 33,5 Zentimetern lichter Weite und 38,5 Zentimetern Tiefe ausgelegt. Mit 38 Zentimetern Tiefe füllt ein solcher Korb das Fach vollständig aus, es bleibt kein toter Raum dahinter.
Bei allen anderen Regalen gilt das nicht. Ein Standregal aus dem Baumarkt, ein altes Bücherregal oder ein Regal nach Maß hat beliebige Fachmaße, und dort wird die Korbsuche zur Rechenaufgabe. Messen Sie die lichte Weite zwischen den Seitenwangen, die lichte Höhe zwischen zwei Böden und die nutzbare Tiefe bis zur Rückwand.
| Maß | Was Sie messen | Zugabe |
|---|---|---|
| Breite | lichte Weite zwischen den Seitenwangen, an der engsten Stelle | mindestens 1 Zentimeter Luft, bei steifen Körben 2 Zentimeter |
| Höhe | Abstand von der Bodenoberkante bis zur Unterkante des nächsten Bodens | 2 Zentimeter, damit sich der Korb kippen und herausziehen lässt |
| Tiefe | Vorderkante Boden bis Rückwand oder bis Bodenende | 1 bis 2 Zentimeter, damit der Korb nicht hinten übersteht |
| Griffbereich | zusätzlicher Platz vor dem Korb für die Hand | bei Ösen 0 Zentimeter, bei aufgesetzten Griffen 3 bis 5 Zentimeter |
Ein Detail, das viele übersehen: Naturgeflechte sind nie exakt maßhaltig. Ein handgeflochtener Rattankorb weicht um 1 bis 2 Zentimeter vom Katalogmaß ab, weil der Rand nicht überall gleich weit aussteht. Wer vier Körbe nebeneinander in ein Regal setzen möchte, sollte deshalb Luft einplanen oder alle vier Körbe aus derselben Serie und Charge kaufen.
MerkeMessen Sie das Regal, nicht den Korb, und kaufen Sie den Korb eine Nummer kleiner statt eine Nummer größer. Ein Korb mit 2 Zentimetern Luft sieht fast genauso ordentlich aus wie einer, der bündig sitzt, lässt sich aber mit einer Hand herausziehen. Ein Korb, der genau passt, verkantet beim Herausziehen und wird deshalb nach zwei Wochen nicht mehr bewegt.
Welches Korbmaterial passt in welchen Raum?
Die Materialwahl folgt weniger dem Geschmack als der Raumfeuchte und dem Inhalt. Naturgeflechte reagieren auf beides, Filz und Stoff auf Feuchtigkeit, Metall auf Korrosion.
| Material | Eigenschaften | Passender Raum | Reinigung |
|---|---|---|---|
| Rattan und Weide | robust und langlebig, wird bei zu trockener Luft brüchig | Wohn- und Schlafraum, Flur | Bürstenaufsatz des Staubsaugers, bei Bedarf leicht feuchtes Tuch |
| Seegras | flexibel, weiche Optik, verträgt keine dauerhafte Feuchtigkeit | Bad und Küche, aber nicht im Spritzbereich | trocken absaugen, nur punktuell feucht abwischen |
| Filz | formstabil, leicht, dämpft Geräusche, nimmt Gerüche an | Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Wohnraum | absaugen, Flecken punktuell auswaschen, langsam trocknen |
| Stoff und Baumwolle | faltbar, günstig, verliert ohne Einlage die Form | Schlaf- und Kinderzimmer | häufig im Schonwaschgang waschbar, Herstellerangabe prüfen |
| Draht und Metall | sehr belastbar, offen, zeigt den Inhalt | Werkstatt, Keller, Speisekammer, Bad | trocken auswischen, um Korrosion zu vermeiden |
| Kunststoff | abwischbar, unempfindlich gegen Nässe, vergilbt mit den Jahren | Bad, Keller, Hauswirtschaftsraum | feucht abwischen, spülmaschinenfest je nach Modell |
Bei Naturgeflechten ist die Luftfeuchte der kritische Punkt, und zwar nach unten. Steht ein Rattankorb dauerhaft direkt über oder neben einem Heizkörper, trocknet das Geflecht aus und wird brüchig. Sichtbar wird das an aufstehenden Fasern und an Bruchstellen am Rand. Abhilfe schafft eine nebelfeuchte Sprühkur mit klarem Wasser, ein- bis zweimal in der Heizperiode. Pflegemittel auf Bienenwachsbasis bringen Glanz und lassen Staub schlechter haften.
Nach oben ist ebenfalls eine Grenze gesetzt. Zu viel Wasser lässt Naturgeflecht aufquellen, und in den Zwischenräumen bildet sich Schimmel. Im Bad gehören Naturkörbe deshalb nicht in den Spritzbereich der Dusche, sondern an eine trockene Wand mit Luftzirkulation. Welche Materialien im Feuchtraum überhaupt taugen, ist im Beitrag zu Badregalen und ihrer Materialwahl ausführlich beschrieben.
Wie viel darf man in einen Korb packen?
Hier wird die Quellenlage dünn, und das ist ein Befund für sich: Für Aufbewahrungskörbe geben die wenigsten Anbieter eine Belastbarkeit an. Es gibt keine Norm dafür, und im Zweifel steht auf der Verpackung nur das Maß. Sie müssen deshalb selbst abschätzen, und dabei helfen drei Beobachtungen aus der Praxis.
- Der Griff ist die Schwachstelle: Aufgenähte Stoffgriffe, aufgeschraubte Metallösen und eingeflochtene Rattangriffe geben lange vor dem Korbboden nach. Prüfen Sie beim Kauf, ob der Griff durchgehend vernäht oder durchgenietet ist.
- Der Boden gibt nach: Faltbare Stoffkörbe ohne steife Bodeneinlage wölben sich unter Last nach unten. Damit steht der Korb nicht mehr sauber auf dem Regalboden, und die Vorderkante hängt durch.
- Das Regal ist oft die kleinere Grenze: Ein Fach im Würfelregal wird häufig mit 13 Kilogramm angegeben, ein Holzregalboden mit 10 bis 20 Kilogramm. Ein 41 Liter fassender Korb erreicht diese Werte mit Büchern, Werkzeug oder Konserven mühelos.
- Textilien sind harmlos, Papier nicht: Ein voller Korb Bettwäsche wiegt selten mehr als 5 Kilogramm. Derselbe Korb mit Zeitschriften oder Aktenordnern kommt leicht auf 25 Kilogramm.
- Draht trägt am meisten: Metallkörbe mit umlaufendem Rahmen sind unter allen Bauformen die belastbarsten, geben aber den Inhalt preis und schützen nicht vor Staub.
Ein Korb macht die Last unsichtbar. Genau darin liegt das Risiko. Ein offenes Fach zeigt, wie viel darin steht, ein blickdichter Korb nicht. Halten Sie sich deshalb an eine einfache Regel: Wenn Sie den Korb nicht mehr mit einer Hand aus dem Fach ziehen können, ist er für ein Wohnregal zu schwer. Bei Kinderzimmern gilt zusätzlich, dass Kinder Körbe als Kletterhilfe benutzen. Das Regal gehört dann ohne Ausnahme an die Wand geschraubt.
Fangen Körbe Staub, oder halten sie ihn ab?
Beides, je nach Bauform. Ein geschlossener Korb aus Filz oder Stoff hält Staub weitgehend vom Inhalt fern, das ist sein Hauptvorteil gegenüber dem offenen Regalfach. Er sammelt den Staub dafür auf seinem eigenen oberen Rand und, bei Geflechten, in den Zwischenräumen der Struktur.
Offene Geflechte aus Rattan, Weide und Seegras haben die größte Oberfläche und damit den höchsten Staubfang. Sichtbar wird das vor allem an hellen Körben in Räumen mit Teppichboden. Die schonendste Reinigung ist der Staubsauger mit Bürstenaufsatz, weil er den Staub aus den Zwischenräumen holt, ohne das Geflecht nass zu machen. Hartnäckiger Schmutz lässt sich mit milder Seifenlauge und wenig Wasser abnehmen, danach muss der Korb vollständig durchtrocknen.
- Regal vermessen. Lichte Weite, lichte Höhe und nutzbare Tiefe notieren, jeweils an der engsten Stelle. Rückwandleisten und Bodenträger verkleinern das Maß.
- Zugabe einrechnen. Mindestens 1 Zentimeter in der Breite, 2 Zentimeter in der Höhe und 1 bis 2 Zentimeter in der Tiefe abziehen, bevor Sie ein Korbmaß auswählen.
- Material nach Raum wählen. Naturgeflecht in trockene Wohnräume, Filz und Stoff in Schlaf- und Kinderzimmer, Metall und Kunststoff in Bad, Keller und Werkstatt.
- Inhalt festlegen. Erst entscheiden, was in den Korb kommt, dann die Bauform wählen. Schweres gehört in Metall- oder Kunststoffkörbe und auf die unteren Ebenen.
- Beschriften. Blickdichte Körbe brauchen ein Etikett, sonst wird jeder Korb einmal herausgezogen, bevor der richtige gefunden ist. Ösen an der Vorderseite sind dafür gedacht.
- Regal sichern. Kippsicherung montieren, sobald die Höhe des Regals mehr als das Dreifache seiner Tiefe beträgt oder Kinder im Haushalt leben.
- Pflege einplanen. Naturgeflecht zweimal im Jahr absaugen und in der Heizperiode ein- bis zweimal mit klarem Wasser einnebeln.

Wo lohnen sich Korbregale, und wo nicht?
Korbregale spielen ihre Stärke dort aus, wo viele kleine, ungleichmäßige Dinge zusammenkommen, die niemand sehen soll. Handschuhe, Mützen und Hundeleinen im Flur. Kabel, Ladegeräte und Adapter im Arbeitszimmer. Handtücher und Kosmetikvorräte im Bad. Spielzeug im Kinderzimmer. In all diesen Fällen ersetzt ein Korb die Schranktür und kostet dabei weniger Platz, weil er nicht aufschwingt.
Weniger sinnvoll sind Körbe für Dinge, die täglich einzeln gebraucht werden. Wer Gewürze, Tassen oder Bücher in einen Korb legt, muss zum Zugriff jedes Mal den ganzen Korb bewegen. Für solche Inhalte sind offene Fächer oder Schubkästen die bessere Wahl. Welche Einsätze dafür in Frage kommen und wie sich Fachraster und Zubehör zueinander verhalten, steht im Beitrag zu Regalwürfeln und ihren Einsätzen.
Für Textilien lohnt ein eigener Blick auf die Korbform, denn Wäsche braucht Luft und ein geschlossener Korb kann bei feuchter Wäsche muffig werden. Welche Bauformen sich dafür eignen, beschreibt der Beitrag zum Haushaltskorb für Textilien.
Zum Schluss ein konkreter Handgriff, der viel Ärger spart: Legen Sie in Körbe, die auf lackiertem Holz oder auf Melaminböden stehen, vier kleine Filzgleiter unter die Ecken. Naturgeflecht und die Metallfüße von Drahtkörben zerkratzen die Bodenoberfläche jedes Mal, wenn der Korb herausgezogen wird, und nach einem Jahr ist der Kratzer nicht mehr wegzupolieren.
