Nachhaltige Wärmesysteme für Ihr Haus

Der Klimawandel hat Deutschland fest im Griff. Als Gegenmaßnahme fordert die Bundesregierung Klimaschutz, unter anderem im Hinblick auf die Energiesysteme im Haushalt. Verbraucher sollen auf grüne Energie umsteigen und beim Heizen auf fossile Brennstoffe verzichten. Leider ist die Bundesrepublik bei letzterem Punkt noch weit von einem echten Durchbruch entfernt. Zwar hat die Wärmewende hierzulande begonnen, doch ein Großteil aller deutschen Heizungen läuft noch immer mit Erdöl oder Erdgas. Und das, obwohl es für ein warmes Zuhause auch nachhaltige Heizsysteme gibt. Welche sind das und wo liegen ihre jeweiligen Vor- und Nachteile?

Nachhaltig heizen: Wärmewende beginnt bei der Bauplanung

In deutschen Bestandsbauten wird trotz Aufrufen zur Wärmewende weiterhin überwiegend mit fossilen Energieträgern geheizt. Im Hinblick auf Neubauten zeichnet sich allerdings eine Trendwende ab. Nachhaltige Systeme wie Fernwärme oder mit Flächenheizungen kombinierte Luftwärmepumpen werden immer häufiger installiert. Gerade jetzt ist das nicht nur im Rahmen des Klimaschutzes sinnvoll, sondern schont auch den Geldbeutel. Die Energiepreise sind zuletzt regelrecht explodiert. Die Erhöhungen der CO2-Steuer und der Kriegsausbruch in der Ukraine haben auch die Heizkosten für Erdöl- und Erdgas-Kunden auf Rekordwerte getrieben.

Dies kommt der Wärmewende zugute, denn Systeme wie Wärmepumpen sind ökonomisch. Schon alleine wegen des langfristigen Sparpotentials werden sie immer attraktiver. Wer derzeit baut, plant idealerweise von Anfang an ein passendes Heizsystem. Nachhaltige Varianten senken den Energieverbrauch und sind besonders effizient, wenn sie genau auf das gebaute Haus zugeschnitten sind. Zu den bekanntesten Systemen zählen

  1. Fernwärme
  2. Wärmepumpen
  3. Pelletheizungen
  4. Solarthermie
  5. Blockheizkraftwerke

1. Fernwärme

Fernwärme ist thermische Energie, die von einer zentralen Energieversorgungseinheit zu einzelnen Haushalten geliefert wird. Per Kraft-Wärme-Kopplung gewinnt man die ausgelieferte Wärme bei der Stromerzeugung als Nebenprodukt. Um dies auf möglichst nachhaltige Weise zu schaffen, lassen sich als Brennstoffe Biomasse und sogar Müll verwenden. Die CO2-Bilanz dieser Art der Wärmegewinnung ist vergleichsweise gering und der Investitionsaufwand nicht weiter nennenswert. Auch Wartungskosten verursacht Fernwärme nicht, da sie fertig nach Hause geliefert wird. Leider sind Kraftwerke mit erneuerbaren Energieträgern noch nicht weit verbreitet und entsprechende Netze regional oft nicht verfügbar. Viele Kraftwerke arbeiten noch immer mit Kohle und Öl, worunter die Nachhaltigkeitsbilanz der gelieferten Wärme leidet.

2. Wärmepumpen

In heutigen Neubauten kommen Wärmepumpen mittlerweile standardmäßig zum Einsatz. Die nachhaltigen Heizsysteme gewinnen Energie aus der Umgebung. Die verbreitetste Form der Anlagen ist die Luftwärmepumpe. Diese Heizung macht sich zur Wärmegewinnung die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenluft zunutze. Die verglichen mit anderen Varianten relativ einfache Installation und die langfristigen Einsparmöglichkeiten sprechen für das Heizsystem. Auch die Verwendungsmöglichkeit als Klimaanlage ist für viele Verbraucher angesichts des zunehmend spürbaren Klimawandels ein Plus. Doch das System der Wärmepumpe hat auch Grenzen. Ab Temperaturen von -25 Grad Celsius muss beispielsweise eine elektrische Ersatzheizung zur Wärmegewinnung einspringen. Grundsätzlich hängt die Effizienz einer Wärmepumpe bedeutend vom Zustand des Hauses und der Art der verwendeten Heizkörper ab. Je besser Häuser beispielsweise isoliert sind, desto lohnenswerter ist das System. Da Wärmepumpen unter der Zuhilfenahme von Strom Wärme gewinnen, ist auch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage empfehlenswert. In diesem Fall lässt sich annähernd CO2-neutral heizen und kühlen.

3. Pelletheizungen

Trotz ihrer Nachhaltigkeit sind Heizungssysteme mit Holzpellets bisher kaum verbreitet. Sägespäne und andere Abfälle aus der Schnittholzproduktion werden bei diesem System zur Herstellung der Brennstoffe verwendet. Automatische Fördersysteme führen die Brennstoffe dem Verbrenner zu. Allerdings müssen Bauherren mit Interesse an der Heiztechnologie immer genug Raum einplanen, um die Pellets zu lagern. Weil bei der Verbrennung CO2 entsteht, ist die Pelletheizung außerdem nicht die aller nachhaltigste Alternative zu konventionellen Heizsystemen.

4. Solarthermie

Sonnenenergie kann nicht nur der Stromgewinnung dienen. Auch thermische Energie kann aus der Sonne gewonnen werden. Hierzu sind neben einer Solaranlage ein Speicher und ein Heizkessel erforderlich. In den Dachkollektoren der Solaranlage befindet sich eine Wärmeträgerflüssigkeit, die die Strahlungsenergie absorbiert und sich so erwärmt. Diese Wärmeenergie wandert anschließend in den Wärmespeicher und wird dort zu thermischer Energie für die Warmwasserbereitung oder Heizung umgewandelt. In der Regel wird Solarthermie mit anderen Heizsystemen kombiniert. Denn vollständig decken kann das System den Wärmebedarf nur im Sommer. Im Winter reicht die Sonnenstrahlung allein meist nicht zum Heizen aus.

5. Blockheizkraftwerke

Mikro-Blockheizkraftwerk gelten als hocheffizient und sind für ihren hohen Nutzungsgrad bekannt. Im Regelfall kommen darin allerdings fossile Brennstoffe zur Wärmegewinnung zum Einsatz. Nachhaltige Varianten des Systems verwenden Biomasse und sind dementsprechend umweltschonend. Dank ihrer Wetterunabhängigkeit und ihrer langen Laufzeit werden die Heizungen immer beliebter. Allerdings bleiben die Anschaffungskosten hoch, weshalb viele Verbraucher vor einem Umstieg zurückschrecken.