Eine Hängematte im Garten steht vor anderen Anforderungen als eine im Wohnzimmer. Sie bekommt Sonne, Regen und Morgentau ab, sie liegt nachts in kühler, feuchter Luft, und sie hängt oft wochenlang, ohne bewegt zu werden. Genau daran scheitern die meisten günstigen Modelle, und zwar nicht am Gewicht der liegenden Person, sondern am Material. Wer draußen dauerhaft liegen will, wählt deshalb zuerst den Stoff und danach die Form.
Welches Material hält draußen?
Baumwolle liegt sich angenehm, ist im nassen Zustand sogar noch reißfest, hat draußen aber zwei Nachteile: Sie braucht lange zum Trocknen und wiegt nass erheblich. Bleibt sie feucht liegen oder wird feucht zusammengelegt, entsteht Schimmel, der Gewebe und Nähte dauerhaft schwächt. Für die dauerhafte Aufhängung im Freien ist reine Baumwolle deshalb nicht die richtige Wahl. Dazu kommt, dass viele preiswerte Baumwollmatten unter Sonneneinstrahlung schnell ausbleichen und mit der Zeit spröde werden.
Die Alternativen sind synthetisch. Polyester ist farb- und UV-beständig, trocknet schnell und ist das übliche Material für Gartenhängematten. Olefin, also Gewebe aus Polyethylen oder Polypropylen, ist ebenfalls UV-beständig, schimmelresistent, sehr leicht und trocknet extrem schnell. Nylon ist reißfest und leicht und deshalb bei Reisehängematten verbreitet, bleicht aber unter UV-Strahlung schneller aus als Polyester und nimmt Feuchtigkeit bereitwilliger auf. Mischgewebe versuchen den Ausgleich; eine verbreitete Variante kombiniert 55 Prozent Baumwolle mit 45 Prozent Polyester und trocknet dadurch deutlich schneller als reine Baumwolle.
| Material | UV-Beständigkeit | Trocknung | Eignung für dauerhaft draußen |
|---|---|---|---|
| Baumwolle | Gering, bleicht aus und wird spröde | Langsam, nass sehr schwer | Nicht geeignet, schimmelanfällig |
| Baumwoll-Polyester-Mischung | Mittel bis gut | Deutlich schneller als reine Baumwolle | Bedingt, mit Abnehmen bei Dauerregen |
| Polyester | Sehr gut, farbstabil | Schnell | Gut, Standardwahl für den Garten |
| Olefin, also Polyethylen oder Polypropylen | Sehr gut | Extrem schnell | Sehr gut, zusätzlich schimmelresistent |
| Nylon, auch Polyamid | Mäßig, bleicht schneller aus | Langsamer als Polyester | Eher für Touren als für den Dauerplatz |
| Netzhängematte aus Kunstfaser | Je nach Faser | Sehr schnell, da luftdurchlässig | Gut, aber unbequem ohne Auflage |
Mit Spreizstab oder ohne?
Der Spreizstab ist ein Querholz an den Enden, das die Matte in die Breite zieht. Das hat Folgen für Liegegefühl und Sicherheit. Ohne Spreizstab zieht sich das Tuch an den Enden zusammen, die Matte formt sich wie ein Kokon um den Körper und liegt kippsicher. Mit Spreizstab bleibt die Liegefläche flach und offen, das Einsteigen fällt leichter, und man sinkt nicht so tief ein. Der Preis dafür ist Empfindlichkeit: Eine Stabhängematte reagiert auf jede Bewegung, weil sie sich nicht an den Körper anpassen kann, und kippt leichter.
Praktisch unterscheiden sich beide Bauformen auch in der benötigten Höhe. Eine Hängematte ohne Spreizstab braucht eine Aufhängehöhe von mindestens 130 Zentimetern, weil sie unter Last stark durchhängt. Modelle mit Spreizstab werden straffer gespannt und lassen sich schon ab etwa 80 Zentimetern aufhängen. Wenn zwischen Ihren Aufhängepunkten also nur wenig Höhe zur Verfügung steht, entscheidet das die Bauform. Alles zur Aufhängung selbst steht im Beitrag darüber, wie man eine Hängematte im Garten oder auf dem Balkon befestigt.
Die Traglast bestimmt das schwächste Glied. Eine Hängematte, die 200 Kilogramm tragen soll, nützt nichts, wenn Gurt, Karabiner, Haken oder Gestell darunter liegen. Prüfen Sie die Herstellerangaben aller Bauteile und rechnen Sie mit dem kleinsten Wert. Beachten Sie außerdem den Aufhängewinkel: Als Richtwert gelten etwa 30 Grad zur Waagerechten. Je flacher Sie spannen, desto größer werden die Zugkräfte an den Aufhängepunkten. Der tiefste Punkt der belasteten Matte sollte etwa 40 Zentimeter über dem Boden liegen, damit ein Sturz glimpflich ausgeht.
Gestell oder Bäume: Was passt zu Ihrem Garten?
Zwei Bäume im richtigen Abstand sind die schönste Lösung und zugleich die mit den meisten Unbekannten. Der Baum muss gesund und ausreichend stark sein, die Rinde braucht Schutz durch breite Gurte statt schmaler Seile, und der Abstand muss zur Länge der Matte passen. Bäume bewegen sich außerdem im Wind, was die Aufhängung dynamisch belastet. Wer an Mauern oder Balkonwände geht, hat es mit Dübelbefestigung in tragendem Untergrund zu tun, und das ist eine Frage der Statik, nicht des Komforts.
Ein Gestell umgeht all das. Es steht frei, lässt sich umstellen, braucht keine Bohrung und kein Baumwerk, und es liefert eine geprüfte Kombination aus Rahmen und Aufhängepunkten. Dafür braucht es Stellfläche, es ist im Wind kippempfindlich, wenn es leer ist, und es kostet mehr als zwei Gurte. Holzgestelle brauchen ihrerseits Pflege und mögen keinen Dauerkontakt mit nassem Boden; stellen Sie sie auf Platten statt auf Rasen. Stahlgestelle rosten an Schweißnähten und Bohrungen, wenn die Beschichtung verletzt ist.
- Platz messen. Nehmen Sie die Gesamtlänge der Matte einschließlich Aufhängeschnüre und rechnen Sie den benötigten Abstand aus. Zu kurze Abstände zwingen zu flachen Winkeln.
- Untergrund prüfen. Weicher Rasen unter einem Gestell führt zum Einsinken der Füße und damit zu Schräglage. Legen Sie Gehwegplatten unter.
- Aufhängung einstellen. Zielen Sie auf etwa 30 Grad und kontrollieren Sie die Höhe des tiefsten Punkts im belasteten Zustand.
- Probelast aufbringen. Setzen Sie sich zuerst vorsichtig in die Mitte, bevor Sie sich hineinlegen. Knacken und Nachgeben sind Abbruchsignale.
- Sonnenstand berücksichtigen. Ein Platz im Halbschatten schont das Gewebe und verlängert die Farbhaltbarkeit deutlich.
- Abnehmen bei Regen. Nehmen Sie Matten aus Baumwolle oder Mischgewebe bei angekündigtem Dauerregen ab. Bei Polyester und Olefin genügt Abtropfen.
- Trocken zusammenlegen. Erst wenn das Gewebe vollständig trocken ist, kommt die Matte in den Sack. Feucht eingepackt schimmelt sie innerhalb weniger Tage.
Wie verhindern Sie Schimmel und Ausbleichen?
- Halbschatten wählen: Direkte Mittagssonne über Wochen bleicht jedes Gewebe, synthetische Fasern langsamer als Baumwolle.
- Nach dem Regen aufhängen: Hängen Sie die Matte locker über eine Leine, statt sie zusammengerollt liegen zu lassen. Luft von beiden Seiten ist das Entscheidende.
- Schmutz abwaschen: Erde, Pollen und Vogelkot sind Nährboden. Lauwarmes Wasser und eine weiche Bürste genügen meist.
- Pflegeetikett beachten: Waschtemperatur und Trocknerfreigabe stehen dort. Weichspüler bleibt weg, er setzt die Fasern zu.
- Nähte kontrollieren: Prüfen Sie die Sammelknoten an den Enden und die Randverstärkung einmal pro Saison auf ausgefranste Stellen.
- Aufbewahrungssack lüften: Ein Sack, in dem die Matte einmal feucht lag, riecht dauerhaft. Waschen Sie ihn mit.
MerkeKleine Schäden am Gewebe wachsen unter Last schnell. Ein Riss von wenigen Zentimetern kann beim nächsten Hineinlegen quer durch die Bahn laufen. Wie sich Löcher, gerissene Aufhängeschnüre und beschädigte Randseile beheben lassen, steht in den Tipps zur Reparatur von beschädigten Hängematten.
Wie übersteht die Hängematte den Winter?
Frost allein macht synthetischen Fasern wenig aus. Das Problem ist die Kombination aus Nässe, Kälte und mechanischer Last. Wasser, das im Gewebe gefriert, arbeitet gegen die Fasern, und eine Matte, die den Winter über nass durchhängt, ist im Frühjahr messbar schwächer. Dazu kommt bei Baumwolle die Schimmelbildung, die von außen oft erst sichtbar wird, wenn die Nähte bereits nachgeben. Nehmen Sie die Matte deshalb ab, sobald die Saison endet.
Die Reihenfolge ist einfach: abnehmen, gründlich reinigen, vollständig trocknen lassen, locker zusammenlegen und trocken sowie frostfrei lagern. Locker heißt: nicht fest gepresst und nicht in eine dichte Plastiktüte, weil sich dort Restfeuchte sammelt. Ein Baumwollsack oder eine Kiste im trockenen Keller sind besser als der Gartenschuppen, in dem es kondensiert. Gestelle aus Holz kommen ebenfalls ins Trockene, Stahlgestelle mindestens unter eine luftige Abdeckung, nicht unter Folie. Welche Regeln für die übrigen Gartenmöbel gelten, steht in den Tipps zum Schutz der Gartenmöbel im Winter. Kontrollieren Sie im Frühjahr vor dem ersten Aufhängen die Nähte, die Aufhängeschnüre und die Karabiner, dann ist die Saison eingeläutet.
