Eine Sitzlandschaft aus Europaletten ist an einem Wochenende gebaut und hält viele Jahre, wenn drei Dinge stimmen: die Verbindung der Lagen untereinander, die Abstützung der Rückenlehne und der Abstand zum Boden. Die Paletten selbst sind dabei der unkritische Teil. Sie sind für Lasten gebaut, die weit über dem liegen, was ein paar Menschen auf einem Sofa erzeugen.

Welche Paletten dürfen Sie verwenden?
Nur solche, deren Herkunft und Behandlung Sie kennen. Auf dem Klotz jeder normgerechten Palette sitzt der IPPC-Stempel. Das Kürzel HT bedeutet Hitzebehandlung und ist unbedenklich, MB steht für eine Begasung mit Methylbromid. Methylbromid ist in der Europäischen Union seit Langem verboten, ältere Paletten aus Drittstaaten können das Kürzel aber noch tragen. Findet sich MB auf dem Klotz, kommt die Palette weder ins Wohnzimmer noch auf die Terrasse. Fehlt jeder Stempel, wissen Sie nichts über das Holz und lassen es besser. Was der Stempel im Einzelnen enthält, steht ausführlich im Beitrag über Balkonmöbel aus Paletten.
Achten Sie außerdem auf Verschmutzungen. Paletten aus dem Lebensmittel- und Getränketransport sind meist sauber. Paletten aus dem Chemie-, Bau- oder Farbenbereich können Rückstände tragen, die man weder abschleifen noch abwaschen kann. Eine Palette mit dunklen, öligen Flecken auf den Deckbrettern kommt nicht in eine Sitzgruppe, auf der Kinder barfuß herumklettern.
| Kennwert | Europalette EPAL 1 | Bedeutung für die Lounge |
|---|---|---|
| Grundmaß | 1200 mal 800 Millimeter | Eine Palette bietet Platz für zwei Sitzplätze zu je etwa 60 Zentimetern |
| Höhe | 144 Millimeter | Zwei Lagen ergeben 288 Millimeter, drei Lagen 432 Millimeter |
| Eigengewicht | 20 bis 24 Kilogramm je nach Holzfeuchte | Ein Zweisitzer aus vier Paletten wiegt bereits rund 80 bis 96 Kilogramm ohne Polster |
| Tragfähigkeit dynamisch | 1500 Kilogramm | Die Personenlast ist konstruktiv unkritisch |
| Tragfähigkeit statisch | 4000 Kilogramm | Stapeln ist statisch möglich, die Verbindung entscheidet |
| Übliche Sitzhöhe | 40 bis 45 Zentimeter | Zwei Lagen plus Polster von 10 bis 15 Zentimetern treffen den Bereich |
Wie hoch soll die Sitzfläche werden?
Rechnen Sie rückwärts von der fertigen Sitzhöhe. Als angenehmer Bereich für eine Loungesitzfläche gelten 40 bis 45 Zentimeter, tiefere Lounge-Möbel liegen bei 35 bis 40 Zentimetern. Eine Palettenlage bringt 14,4 Zentimeter. Zwei Lagen ergeben 28,8 Zentimeter, dazu ein Polster von 10 bis 15 Zentimetern Stärke, und Sie landen bei 39 bis 44 Zentimetern. Drei Lagen ergeben 43,2 Zentimeter und werden mit Polster zu hoch, es sei denn, Sie verwenden eine dünne Auflage von 5 Zentimetern.
Die Sitztiefe ist die zweite Größe. Eine quer gelegte Palette gibt 80 Zentimeter Tiefe, und das ist für eine Sitzfläche ohne Lehne zu viel: Man rutscht nach hinten und findet keinen Halt. Entweder legen Sie die Palette längs und nutzen die 120 Zentimeter als Sitzbreite bei 80 Zentimetern Tiefe mit Rückenlehne, oder Sie füllen die überschüssige Tiefe mit Rückenkissen von 15 bis 20 Zentimetern Stärke auf. Eine Sitztiefe von 55 bis 65 Zentimetern ohne Kissenanteil ist der Zielwert.
Warum ist die Rückenlehne der kritische Punkt?
Die Sitzfläche steht auf sich selbst und kann nicht kippen. Eine hochkant gestellte Palette als Rückenlehne kann das sehr wohl. Sie ist über 80 Zentimeter hoch, hat eine Standfläche von wenigen Zentimetern Tiefe und bekommt genau die Last, die sie umwirft: Ein Erwachsener lehnt sich mit vollem Oberkörpergewicht dagegen. Eine nur angelehnte oder mit zwei Schrauben angeheftete Lehne ist deshalb keine Konstruktion, sondern ein Unfall mit Ansage.
- Verschrauben: Die Lehne wird mit mindestens sechs Edelstahlschrauben 6 mal 100 Millimetern durch die Klötze mit der Sitzpalette verbunden, nicht mit den dünnen Deckbrettern.
- Abstreben: Zwei Dreieckstreben aus 40 mal 60 Millimeter Kantholz auf der Rückseite, die von der Lehnenoberkante nach unten auf die Sitzfläche laufen.
- Neigung: Eine Lehnenneigung von 10 bis 15 Grad nach hinten sitzt sich deutlich besser als eine senkrechte Lehne, verlängert aber den Hebel und braucht die Streben erst recht.
- Wandaufstellung: Steht die Lounge an einer Hauswand, nimmt die Wand die Kippkraft auf. Verlassen Sie sich darauf nur, wenn die Lehne die Wand tatsächlich auf voller Höhe berührt.
- Ecklösung: Bei L-förmigen Landschaften werden die Elemente untereinander mit Flachverbindern gekoppelt, sonst wandern sie im Alltag auseinander.
- Kinder: Rechnen Sie damit, dass Kinder auf der Lehne sitzen und daran ziehen. Prüfen Sie die Konstruktion, indem Sie sich mit vollem Gewicht gegen die Oberkante der Lehne werfen.
Eine kippende Palettenlehne wiegt über 20 Kilogramm. Fällt sie nach hinten um, trifft sie mit voller Kantenlänge auf. Das ist besonders dann gefährlich, wenn Kinder hinter der Lounge spielen oder wenn dahinter eine Absturzkante liegt, etwa eine Terrassenbrüstung. Verschrauben Sie die Lehne fest mit der Sitzfläche, streben Sie sie ab, und stellen Sie eine freistehende Sitzlandschaft niemals so auf, dass die Lehne die Brüstung ersetzt. Eine Palettenkonstruktion ist keine Absturzsicherung; dafür gelten bauliche Anforderungen, die ein Fachbetrieb umsetzt.
Wie überlebt die Lounge das Wetter?
Palettenholz ist in aller Regel Kiefer oder Fichte, also nicht dauerhaftes Nadelholz. Die Norm DIN EN 335 beschreibt dafür Gebrauchsklassen: Bewitterung ohne Erdkontakt mit schneller Abtrocknung entspricht Gebrauchsklasse 3.1, Bereiche ohne schnelle Abtrocknung der Klasse 3.2, und dauerhafter Kontakt zu Erde oder Süßwasser der Klasse 4. Ihre Aufgabe besteht darin, die Konstruktion in 3.1 zu halten statt in 4. Praktisch heißt das: Wasser muss ablaufen und die Bauteile müssen zwischen zwei Regenfällen trocknen können.
- Aufständern. Die Lounge auf Gehwegplatten, Betonplattenstücke oder Kunststoff-Stellfüße setzen, mit 3 bis 5 Zentimetern Abstand zum Boden. Die Palettenklötze dürfen nicht in Erde oder stehendem Wasser stehen.
- Wasserwege schaffen. Zwischen den Deckbrettern die vorhandenen Spalte offen lassen, nicht mit einer geschlossenen Platte abdecken. Wo eine geschlossene Auflage nötig ist, mindestens 5 Millimeter Fuge lassen.
- Klötze entwässern. Die massiven Klötze speichern Wasser. Setzen Sie in liegende Klötze je eine Bohrung von 8 Millimetern schräg nach unten.
- Schleifen. Körnung 60 oder 80 zum Abtragen, dann 120, dann 180. Alle Kanten mit Radius brechen, weil Palettenholz an scharfen Kanten stark splittert.
- Edelstahl verwenden. Alle Schrauben und Verbinder in Edelstahl A2. Verzinkte Schrauben rosten an den Köpfen und ziehen dunkle Läufer über das Holz.
- Grundieren und beschichten. Offenporige Lasur oder Öl statt deckendem Lack. Lackfilme reißen bei Feuchtewechsel auf und lassen Wasser darunter, wo es nicht mehr trocknet.
- Stirnholz zusätzlich sättigen. Alle Hirnholzflächen bekommen einen zusätzlichen Auftrag. Dort saugt Holz ein Vielfaches der Fläche auf.
- Jährlich nachziehen. Einmal im Jahr Oberfläche kontrollieren, angegraute Stellen anschleifen und nachölen. Wie das bei Terrassenholz abläuft, beschreibt der Beitrag zum Terrassenöl.

Was ist mit Polstern und Winterlagerung?
Normaler Möbelschaum saugt sich voll und trocknet tagelang nicht. Für den dauerhaften Außeneinsatz gibt es offenzellige Schaumstoffe, durch die Wasser hindurchläuft, kombiniert mit wasserdurchlässigem Bezugsstoff. Der einfachere Weg ist, die Polster nach jedem Gebrauch in eine Kiste oder ins Haus zu räumen. Eine Auflagenbox neben der Lounge löst das Problem im Alltag zuverlässiger als jede Materialwahl.
Im Winter ist die Konstruktion selbst das kleinere Problem, weil sie wetterfest gebaut ist. Kritisch ist eine luftdichte Plane: Darunter kondensiert Feuchtigkeit, sie kann nicht abtrocknen, und im Frühjahr sitzt Schimmel auf dem Holz. Verwenden Sie atmungsaktive Abdeckungen, lassen Sie unten einen Luftspalt, und heben Sie die Lounge im Winter zusätzlich auf Klötzen an. Weitere Punkte dazu sammelt der Beitrag mit Tipps zum Schutz von Gartenmöbeln im Winter. Prüfen Sie im Frühjahr als Erstes alle Schraubverbindungen: Holz schwindet über den Winter, und die Verbindungen zwischen den Lagen sind dann lose.
