Nach einem Kaminbrand, einer verrußten Kerze oder einem Küchenunfall ist der Reflex fast immer derselbe: mit einem feuchten Lappen darüber. Genau das macht aus einem oberflächlichen Rußfilm einen dauerhaften grauen Fleck.
Ruß besteht aus extrem feinen Kohlenstoffpartikeln. Trocken liegen sie lose auf dem Material. Sobald sie gerieben oder befeuchtet werden, wandern sie zwischen die Fasern und verteilen sich auf die mehrfache Fläche.
Der erste Schritt: absaugen
- Nicht reiben, auch nicht trocken. Jede Wischbewegung arbeitet den Ruß tiefer ein.
- Nicht pusten. Das verteilt die Partikel im ganzen Raum.
- Mit dem Staubsauger absaugen, aus etwas Abstand und ohne Bürstenaufsatz aufzudrücken.
- Textil vorsichtig ausschütteln, am besten im Freien, und erneut absaugen.
- Erst danach an Pulver oder Flüssigkeit denken.
Der zweite Schritt: saugfähiges Pulver
Was nach dem Absaugen noch im Gewebe sitzt, lässt sich mit Pulver herausholen, bevor Wasser ins Spiel kommt.
- Salz großzügig aufstreuen, mehrere Stunden einwirken lassen, dann absaugen oder ausbürsten.
- Kartoffelstärke oder Talkum für empfindliche Textilien, weil sie feiner sind und nicht scheuern.
- Auf Teppichen mehrere Stunden liegen lassen, bei Kleidung genügt oft eine kürzere Zeit.
- Wiederholen, solange sich das Pulver noch grau verfärbt.
Kein Wasser vor dem Absaugen. Feuchter Ruß verschmiert und bindet sich an die Faser. Der graue Schleier, der danach bleibt, lässt sich in vielen Fällen nicht mehr vollständig entfernen. Trocken vor feucht ist bei Ruß keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung.
Der dritte Schritt: waschen
Jetzt erst kommen Tenside zum Einsatz. Spülmittel, Gallseife oder auch Zahnpasta lösen die verbliebenen Partikel, weil Ruß oft mit Fett und Öl aus dem Verbrennungsprozess vermischt ist.
Mittel kurz einwirken lassen, ausspülen und anschließend so heiß waschen, wie das Pflegeetikett erlaubt. Auf weißer Baumwolle wirkt Sauerstoffbleiche gegen den letzten Grauschleier. Vor dem Trocknen kontrollieren: Was der Trockner fixiert, bleibt.
Ruß und Nikotin an Wänden
| Untergrund | Vorgehen | Hinweis |
|---|---|---|
| Raufaser, Tapete | trockener Schwamm, Radiergummi, trockenes Brot | feuchtes Reiben löst die Oberfläche ab |
| Beton, Naturstein | verdünnte Essigessenz | bei Kalkstein zuerst testen |
| Lackierte Fläche | Spülmittelwasser, sparsam | vorher trocken abnehmen |
| Kaminglas | feuchtes Zeitungspapier in Holzasche | Asche wirkt als mildes Schleifmittel |
| Fliesen | Spülmittel, dann Allzweckreiniger | Fugen brauchen Natronpaste |
MerkeFür größere Ruß- und Nikotinflächen an Wänden gibt es trockene Spezialschwämme, sogenannte Chemieschwämme. Sie nehmen die Partikel auf, ohne Feuchtigkeit einzubringen, und sind deshalb der Sanierungsstandard nach kleineren Bränden. Bei starkem Nikotinbefall bleibt danach oft nur eine Isolierfarbe, weil sich die Verfärbung sonst durch jeden neuen Anstrich zieht.
Nach einem Brandschaden
Bei einem echten Brandschaden ist die Fleckenfrage nachrangig. Rußpartikel aus verbrannten Kunststoffen enthalten gesundheitlich bedenkliche Verbindungen, die sich über die gesamte Wohnung verteilen, auch in Räumen ohne sichtbaren Ruß.
- Versicherung informieren, bevor Sie mit dem Reinigen beginnen. Fotos vorher machen.
- Handschuhe und FFP2-Maske tragen, Rußpartikel sind lungengängig.
- Nicht mit dem Haushaltssauger arbeiten, dessen Filter lässt die feinen Partikel wieder durch.
- Lebensmittel und offene Kosmetik entsorgen, die im betroffenen Bereich lagerten.
- Bei größeren Schäden Fachfirma beauftragen, das übernimmt in der Regel die Versicherung.
Warum Pigmentflecken eigenen Regeln folgen, erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Denselben Trocken-zuerst-Grundsatz nutzt der Ratgeber zu Druckerschwärze, für den Fettanteil gilt der zu Fettflecken.
