Eine Schattenbox ist eine flache Vitrine, in der Sie Gegenstände wie Bilder ausstellen: Muscheln, Modelle, Fundstücke, Erinnerungen. Eine ausgediente Schublade bringt dafür fast alles mit. Sie hat vier saubere Zargen, einen ebenen Boden und eine Tiefe von 8 bis 15 Zentimetern, also genau das Maß, das für eine Wandvitrine passt. Was sie nicht mitbringt, ist eine Aufhängung. Und sie kann etwas mitbringen, das niemand will: alten bleihaltigen Lack.

Welche Schublade eignet sich?
Prüfen Sie vier Dinge, bevor Sie loslegen. Erstens die Verbindung der Ecken: Gezinkte oder gedübelte Ecken halten, geklammerte Ecken aus Spanplatte reißen beim Umbau leicht auf. Zweitens den Boden. Er sitzt fast immer in einer umlaufenden Nut und ist nur 3 bis 5 Millimeter stark, meist aus Hartfaserplatte oder dünnem Sperrholz. Drittens die Zargenhöhe: Unter 8 Zentimetern wirkt die Box flach, über 15 Zentimetern springt sie unangenehm weit in den Raum. Viertens den Zustand der Oberfläche.
Kleine Schubladen aus Nähmaschinentischen oder Apothekerschränken sind ideal, weil sie massiv gebaut und meist unter 40 mal 30 Zentimetern groß sind. Große Kommodenschubladen aus Spanplatte mit Folienbeschichtung sind die schlechteste Wahl: Sie wiegen viel, halten Schrauben schlecht und sehen nach Umbau selten gut aus.
Alte Lacke vor dem Schleifen prüfen. Bleiweißhaltige Beschichtungen wurden in Deutschland bis in die 1980er Jahre verwendet, ein vollständiges Verbot für alle Beschichtungen gilt erst seit 1989. Beim trockenen Anschleifen oder Abbrennen solcher Anstriche entstehen bleihaltige Stäube und Rauche, die Nerven und Nieren schädigen und für Kinder und Schwangere besonders gefährlich sind. Bei Möbeln, die älter als etwa 1990 sind, gilt deshalb: nicht trocken schleifen. Verwenden Sie einen Bleitest aus dem Baumarkt, schleifen Sie im Zweifel nass mit Wasser und Schwamm, arbeiten Sie im Freien und tragen Sie eine Maske der Klasse FFP3. Am einfachsten ist es, den Altanstrich stehen zu lassen und darüber zu lackieren.
Warum darf die Schraube nicht durch den Schubladenboden?
Weil dieser Boden nie dafür gebaut wurde. In der Schublade nimmt er Druck von oben auf, das Gewicht des Inhalts drückt ihn in seine Nut. An der Wand kehrt sich die Kraftrichtung um: Jetzt zieht die Box am Boden, und eine 4 Millimeter starke Hartfaserplatte hat in dieser Richtung fast keine Festigkeit. Eine Schraube durch diese Platte reißt entweder das Material aus oder zieht den Boden aus der Nut. Der Schaden zeigt sich oft erst nach Wochen, wenn sich das Material unter Dauerlast setzt.
Die Lösung ist, die Last über die Seitenteile zu führen. Zwei Varianten funktionieren zuverlässig. Variante eins ist eine Multiplexleiste mit 18 Millimetern Stärke, die Sie innen quer zwischen die beiden Seitenzargen setzen und von außen durch die Zarge mit je zwei Schrauben 4 mal 40 Millimeter verschrauben. Durch diese Leiste bohren Sie dann in die Wand. Variante zwei ist die Keilleiste, auch French Cleat genannt: Sie sägen eine Leiste im Winkel von 45 Grad längs auf, schrauben eine Hälfte an die Wand und die andere in die Box. Die Box hängt sich dann selbst ein und lässt sich seitlich verschieben.
| Wandtyp | Bohrer | Befestigungsmittel | Bohrmodus | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Vollziegel, Kalksandstein | 6 Millimeter | Nylondübel 6 mal 30 mit Schraube 4,5 mal 50 | Schlagbohren | Für 3 bis 8 Kilogramm deutlich überdimensioniert, also sicher |
| Beton | 6 Millimeter | Nylondübel 6 mal 30 oder Betonschraube | Hammerbohren | Staubarm arbeiten, Bohrstaub absaugen |
| Lochziegel, Hohlblockstein | 8 Millimeter | Langschaftdübel 8 mal 60 oder Injektionsanker | Nur drehend, ohne Schlag | Schlagbohren zerstört die Stege im Stein |
| Gipskarton, Trockenbau | 10 bis 12 Millimeter | Hohlraumdübel, Kippdübel oder Direktmontage in den Ständer | Nur drehend | Ständer mit Leitungssucher orten, dort direkt schrauben |
| Porenbeton | 8 Millimeter | Porenbeton-Spezialdübel | Nur drehend | Normale Spreizdübel halten hier nicht |
Material- und Maßliste
- Grundkörper: 1 Schublade, Innenmaß etwa 40 mal 30 Zentimeter, Zargenhöhe 8 bis 15 Zentimeter, Zargenstärke mindestens 12 Millimeter.
- Aufhängeleiste: 1 Multiplexstreifen 18 Millimeter stark, Länge gleich Innenbreite der Schublade, Höhe 6 Zentimeter. Alternativ 1 Keilleiste, 20 Millimeter stark, im 45-Grad-Winkel aufgetrennt.
- Fächer: Sperrholzstreifen 4 bis 6 Millimeter stark, auf Innenhöhe zugeschnitten, mit halbtiefen Schlitzen im Kreuzverbund gesteckt.
- Rückwandgestaltung: Tapetenrest, Stoff oder Fotokarton im Innenmaß plus 1 Zentimeter, dazu Sprühkleber oder Tapetenkleister.
- Schrauben: 4 Stück 4 mal 40 Millimeter für die Leiste, 2 Stück 4,5 mal 50 Millimeter für die Wand, Vorbohrer 2,5 Millimeter.
- Oberfläche: Haftgrund für alte Lacke, dazu Acryllack oder Kreidefarbe, Schleifschwamm Körnung 180 für den Nassschliff.
- Optionale Verglasung: Acrylglas 3 Millimeter stark im Außenmaß der Zarge, mit Glasklemmen oder aufgeleimten Leisten 10 mal 10 Millimeter gehalten.
- Werkzeug: Akkuschrauber, Bohrmaschine mit Bohrhammerfunktion, Wasserwaage mit 40 Zentimetern, Leitungssucher, Feinsäge.
Bauanleitung in acht Schritten
- Schublade zerlegen und prüfen. Entfernen Sie Griff, Laufrollen und Führungsschienen. Drücken Sie den Boden von hinten an: Gibt er nach, sitzt er nicht mehr fest in der Nut und muss von innen mit Leisten unterstützt werden.
- Schadstoffcheck machen. Bei Möbeln aus der Zeit vor 1990 testen Sie den Anstrich mit einem Bleitest. Fällt der Test positiv aus oder haben Sie keinen Test, verzichten Sie auf trockenes Schleifen und arbeiten mit Haftgrund über den Altanstrich.
- Oberfläche vorbereiten. Reinigen Sie das Holz mit Seifenlauge und lassen Sie es 24 Stunden trocknen. Danach entweder nass anschleifen mit Körnung 180 oder direkt grundieren.
- Aufhängeleiste einbauen. Setzen Sie die Multiplexleiste bündig unter die obere Zargenkante und verschrauben Sie sie von außen durch beide Seitenzargen mit je zwei Schrauben 4 mal 40 Millimeter. Bohren Sie mit 2,5 Millimetern vor, sonst spaltet altes Holz.
- Innenaufteilung einsetzen. Schneiden Sie die Sperrholzstreifen zu und schlitzen Sie sie auf halber Höhe ein, damit sie sich kreuzen lassen. Diese Steckfächer brauchen keinen Leim und lassen sich später anders anordnen.
- Rückwand gestalten. Tapete, Stoff oder Karton passgenau zuschneiden und einkleben. Arbeiten Sie von der Mitte nach außen und streichen Sie Blasen mit einem Plastikspachtel heraus.
- Wandposition anzeichnen und bohren. Setzen Sie die Oberkante der Box auf etwa 145 bis 155 Zentimeter über dem Boden, dann liegt die Mitte auf Augenhöhe. Prüfen Sie mit dem Leitungssucher, ob Strom- oder Wasserleitungen im Bohrbereich liegen, und richten Sie die beiden Bohrlöcher mit der Wasserwaage waagerecht aus.
- Montieren und beladen. Dübel setzen, Box anschrauben, nochmals mit der Wasserwaage prüfen. Erst danach die Ausstellungsstücke einräumen, weil eine leere Box leichter zu korrigieren ist.

MerkeDie Montage folgt denselben Regeln wie bei jedem anderen Wandobjekt. Die Grundlagen zum Anzeichnen, Bohren und Ausrichten stehen in der Anleitung dazu, wie Sie ein Wandboard für Deko-Elemente installieren. Welcher Dübel in Ihre Wand gehört, klärt der Beitrag Welchen Dübel für welche Wand. Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Dübel, sondern der Schlagbohrmodus im Lochziegel.
Wie viel trägt eine solche Schattenbox?
Die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen. Die Wandbefestigung ist selten das Problem: Eine gefüllte Schattenbox wiegt typischerweise 3 bis 8 Kilogramm, und ein 6-Millimeter-Nylondübel in Vollziegel liegt weit darüber. Verlassen Sie sich dabei auf die Angaben des Dübelherstellers für Ihre konkrete Wand, denn diese Werte gelten nur bei richtiger Bohrlochtiefe und sauber ausgeblasenem Loch.
Das schwächste Glied ist die Verbindung zwischen Schublade und Aufhängung. Alte Möbelverbindungen sind auf Druck ausgelegt, nicht auf Zug. Beladen Sie die Box deshalb mit leichten Dingen und nicht mit Büchern oder Werkzeug. Wer echten Stauraum aus Schubladen bauen will, hängt sie nicht an die Wand, sondern stapelt sie stehend, wie es der Beitrag zum Treppenregal aus alten Schubladen zeigt. Dort wirkt die Last wieder in der Richtung, für die das Bauteil gemacht ist.
Was kostet das Projekt?
Wenn die Schublade vorhanden ist, bleiben überschaubare Posten: Multiplexrest 4 bis 8 Euro, Dübel und Schrauben 3 bis 6 Euro, Farbe und Haftgrund 10 bis 20 Euro, Acrylglas für die Front 12 bis 25 Euro. Ohne Verglasung landen Sie bei etwa 15 bis 30 Euro, mit Front bei 30 bis 45 Euro. Die Arbeitszeit liegt bei 2 bis 4 Stunden zuzüglich 24 Stunden Trockenzeit für Lack und Kleber. Kontrollieren Sie nach vier Wochen, ob sich die Schrauben in der Aufhängeleiste gesetzt haben, und ziehen Sie sie gegebenenfalls nach.
