Ein Gasherd verzeiht wenig. Er ist zuverlässig, regelt schnell und funktioniert auch bei Stromausfall, aber er verbrennt einen Brennstoff mitten in der Wohnung. Damit unterscheidet er sich grundlegend von jedem anderen Küchengerät. Ein Teil der typischen Störungen lässt sich mit einem Spültuch und zehn Minuten Zeit beheben. Ein anderer Teil beginnt genau dort, wo das Gesetz die Zuständigkeit verschiebt. Dieser Beitrag trennt beides, damit Sie wissen, wann Sie zur Bürste greifen und wann zum Telefon.

Wenn es nach Gas riecht, wird nichts mehr geschaltet. Kein Lichtschalter, keine Klingel, kein Stecker, kein Telefon und kein Feuerzeug im Gebäude, denn ein einziger Schaltfunke reicht zur Zündung. Öffnen Sie Fenster und Türen weit, drehen Sie den Gashahn oder den Hauptabsperrhahn nur zu, wenn Sie ihn gefahrlos erreichen, warnen Sie Nachbarn durch Klopfen statt Klingeln und verlassen Sie das Haus. Wählen Sie erst im Freien die 112 und die Entstörungsnummer Ihres Gasnetzbetreibers, die auf der Gasrechnung und auf der Website des Netzbetreibers steht. Der Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr erreichbar und kostet Sie nichts.
Was dürfen Sie am Gasherd überhaupt selbst machen?
Die Grenze ist hier nicht Geschmackssache. Nach Paragraf 13 Absatz 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung bei der Gasversorgung in Niederdruck, kurz NDAV, dürfen Arbeiten an einer Gasanlage nur vom Netzbetreiber selbst oder von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das in dessen Installateurverzeichnis eingetragen ist. Der Wortlaut umfasst Errichtung, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung. Zur Gasanlage zählen dabei ausdrücklich auch die Gasgeräte, also der Herd selbst. Den technischen Rahmen setzt das DVGW-Arbeitsblatt G 600, die Technische Regel für Gasinstallationen, aktuell in der Fassung TRGI 2018.
Praktisch bedeutet das: Anschließen, Umsetzen, Austauschen, Umrüsten und Abklemmen sind Sache des eingetragenen Betriebs. Er ist es auch, der nach der Arbeit die Dichtheit der Verbindung prüft, und genau diese Prüfung ist der eigentliche Punkt. Eine Verschraubung sieht auch dann fest aus, wenn sie es nicht ist. Ihr Bereich liegt bei allem, was sich ohne Werkzeug vom Kochfeld abheben lässt, plus Reinigung, Beobachtung und Fehlerbeschreibung. Das ist mehr, als die meisten annehmen, und es deckt den größten Teil der Alltagsstörungen ab.
| Aufgabe | Selbst zulässig | Hinweis |
|---|---|---|
| Brennerkappe und Brennerkopf abnehmen und reinigen | Ja | Teile liegen lose auf, kein Werkzeug nötig |
| Verstopfte Brenneröffnungen freimachen | Ja | Dünne Nadel oder Zahnstocher, Öffnung nicht aufweiten |
| Zündelektrode trocken wischen | Ja | Weiches Tuch, Gerät vorher spannungsfrei schalten |
| Roste und Auffangschale reinigen | Ja | Vollständig trocknen, bevor alles zurück auf das Feld kommt |
| Bedienknebel abziehen und säubern | Meist ja | Nur wenn der Hersteller es in der Anleitung beschreibt |
| Düsen tauschen oder auf Flüssiggas umrüsten | Nein | Eingriff in die Gasführung, eingetragener Betrieb |
| Gasschlauch oder Anschlussverschraubung wechseln | Nein | Danach ist eine Dichtheitsprüfung vorgeschrieben |
| Thermoelement oder Magnetventil tauschen | Nein | Teil der Zündsicherung, sicherheitsrelevant |
| Gashahn hinter dem Herd versetzen | Nein | Arbeit an der Leitung, Paragraf 13 NDAV |
| Herd neu aufstellen oder in eine andere Küche mitnehmen | Nein | Anschluss und Abnahme durch den Fachbetrieb |
Der Brenner zündet nicht: Wie grenzen Sie den Fehler ein?
Gehen Sie der Reihe nach vor und beginnen Sie mit dem Naheliegenden. Häufig hat sich beim letzten Putzen nur eine Kappe verschoben. Schalten Sie vor jeder Reinigung den Herd am Sicherungskasten oder am Netzschalter stromlos, denn die Zündung arbeitet mit Hochspannung.
- Gaszufuhr prüfen. Sehen Sie nach, ob der Absperrhahn hinter oder neben dem Herd offen steht. Bei Flüssiggas kontrollieren Sie zusätzlich, ob die Flasche noch Inhalt hat und das Ventil geöffnet ist.
- Anderen Brenner testen. Zünden alle Brenner nicht, liegt es an der Zufuhr oder an der Zündelektronik. Zündet nur einer nicht, ist es fast immer dieser eine Brenner selbst.
- Kappe auf korrekten Sitz prüfen. Nehmen Sie den Rost ab und heben Sie die Brennerkappe an. Sie muss plan und ohne Spiel in ihrer Aussparung liegen. Eine um wenige Millimeter verrutschte Kappe verhindert die Zündung zuverlässig.
- Brennerteile reinigen. Legen Sie Kappe und Brennerkopf in warmes Spülwasser, bürsten Sie die Kränze mit einer alten Zahnbürste ab und machen Sie verstopfte Öffnungen mit einer dünnen Nadel vorsichtig frei. Weiten Sie die Bohrungen dabei nicht auf, ihr Durchmesser bestimmt das Gas-Luft-Gemisch.
- Vollständig trocknen lassen. Feuchtigkeit unter der Kappe ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass es nach dem Putztag nicht mehr zündet. Planen Sie eher eine Stunde ein als zehn Minuten.
- Zündelektrode abwischen. Der kleine Keramikstift am Brennerrand muss sauber und trocken sein. Ein weiches Tuch genügt, Scheuermittel und Drahtbürste sind tabu.
- Zündsicherung beobachten. Halten Sie den Knebel nach dem Zünden etwa 10 bis 15 Sekunden gedrückt, damit das Thermoelement warm wird. Geht die Flamme danach trotzdem sofort aus, ist die Zündsicherung ein Fall für den Kundendienst.
- Befund notieren. Halten Sie fest, welche Brenner betroffen sind, ob es klickt, ob Gas riechbar strömt und wie lange die Flamme steht. Diese vier Angaben verkürzen den Servicebesuch spürbar.
Warum brennt die Flamme gelb statt blau?
Eine sauber eingestellte Erdgasflamme brennt blau und steht ruhig. Gelbe oder orange Flammen bedeuten, dass zu wenig Luft in das Gemisch gelangt und der Brennstoff nicht vollständig verbrennt. Dabei entstehen Rußpartikel, die gelb leuchten, und es entsteht Kohlenmonoxid. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos, es bindet sich an den roten Blutfarbstoff und blockiert dort den Sauerstofftransport. Sie merken es nicht, bevor die Symptome da sind. Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit, die beim Kochen auftreten und an der frischen Luft nachlassen, sind ein ernstes Zeichen.
Ursachen sind meist verstopfte Brenneröffnungen, eine falsch sitzende Kappe, eine verstellte Luftregulierung oder ein Gerät, das mit der falschen Düsengröße für die anliegende Gasart betrieben wird. Den ersten beiden Punkten dürfen Sie selbst nachgehen. Bleibt die Flamme nach gründlicher Reinigung und korrektem Zusammenbau gelb, betreiben Sie das Gerät nicht weiter und rufen Sie den Fachbetrieb. Ein Kohlenmonoxidmelder nach DIN EN 50291 ist in Küchen mit Gasgeräten eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber keine Reparatur; er wird auf Kopfhöhe und nicht direkt über dem Herd angebracht. Rauchmelder erkennen Kohlenmonoxid übrigens nicht, das sind zwei verschiedene Geräte mit zwei verschiedenen Sensoren. Wie und wo Rauchmelder korrekt sitzen, beschreibt der Beitrag zum Anbringen von Rauchmeldern in der Wohnung.

Welche Symptome gehören sofort zur Fachkraft?
- Gasgeruch: Auch schwacher, kurzzeitiger Geruch wird nicht abgewartet. Erdgas ist von Natur aus geruchlos und wird künstlich odoriert, damit Sie es überhaupt bemerken. Wer den Geruch wahrnimmt, nimmt eine Warnung wahr.
- Dauerhaft gelbe oder rußende Flamme: Zeichen unvollständiger Verbrennung. Schwarze Ablagerungen an Topfböden gehören in dieselbe Kategorie und sind ein sichtbarer Beleg.
- Flamme schlägt zurück oder pfeift: Ein Brummen, Pfeifen oder ein Zurückschlagen der Flamme in den Brenner deutet auf ein falsches Gemisch oder eine falsche Düse hin.
- Gas strömt ohne Zündung: Wenn der Knebel offen ist und hörbar Gas austritt, ohne dass es zündet, schließen Sie sofort und lüften Sie. Wiederholte Zündversuche sammeln nur Gas unter der Kappe.
- Flamme geht nach Loslassen des Knebels aus: Die Zündsicherung schließt nicht mehr korrekt. Sie ist das Bauteil, das die Gaszufuhr sperrt, wenn keine Flamme brennt, und damit sicherheitsrelevant.
- Beschädigter Anschlussschlauch: Risse, poröse Stellen, Knicke oder ein abgelaufenes Prüfdatum am Schlauch sind ein Auftrag für den Fachbetrieb, nicht für den Baumarkt.
- Kopfschmerzen oder Übelkeit beim Kochen: Wenn mehrere Personen im Haushalt dieselben Beschwerden haben und sie draußen nachlassen, lüften Sie sofort und lassen Sie das Gerät prüfen.
MerkeEin Gasherd braucht Luft. Kochen Sie nicht mit geschlossenen Fenstern und laufender Dunstabzugshaube in einem sehr dichten Neubau, ohne für Zuluft zu sorgen. Eine Abluftanlage kann in dichten Wohnungen einen Unterdruck erzeugen, und Unterdruck verändert die Verbrennung. Ein gekipptes Fenster im Raum reicht in den meisten Fällen aus.
Reparieren oder ersetzen: Was ist beim Gasherd sinnvoll?
Bei Gasgeräten fällt die Rechnung anders aus als bei Elektrokleingeräten, weil der Einbau in beiden Fällen vom Fachbetrieb kommt. Ein Kundendienstbesuch mit Anfahrt, Arbeitszeit und Kleinteilen bewegt sich je nach Region und Anbieter im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich; verbindlich ist nur ein Kostenvoranschlag, den Sie vorher einholen. Ist der Herd älter als etwa 12 bis 15 Jahre und liegt der Kostenvoranschlag oberhalb der Hälfte eines vergleichbaren Neugeräts, spricht wenig für die Reparatur. Fragen Sie beim Kundendienst nach der Ersatzteilverfügbarkeit für Ihr Modell, bevor Sie entscheiden.
Für die Gewährleistung gilt in Deutschland die gesetzliche Frist von 24 Monaten ab Übergabe gegenüber dem Verkäufer. Eine zusätzliche Herstellergarantie ist freiwillig und an die Bedingungen des Herstellers gebunden. Wer ein Gasgerät selbst öffnet, umbaut oder anschließt, verliert diese Garantieansprüche in aller Regel und bekommt zusätzlich ein Versicherungsproblem: Gebäude- und Hausratversicherer prüfen im Schadenfall, wer an der Anlage gearbeitet hat. Repair-Cafés sind für Toaster und Lampen eine gute Adresse, für Gasgeräte nicht; die meisten schließen Arbeiten an gasführenden Geräten in ihren Nutzungsbedingungen aus.
Wenn Sie ohnehin über einen Wechsel nachdenken, vergleichen Sie nüchtern mit der elektrischen Alternative, deren Störungsbild der Beitrag zu Problemen mit dem Elektroherd beschreibt. Und wenn im Haushalt weitere Gasgeräte stehen, lohnt der Blick auf die gemeinsame Anlage, den der Beitrag zur Zentralheizung und ihren Zuständigkeiten aufschlüsselt. Notieren Sie sich zum Schluss die Entstörungsnummer Ihres Gasnetzbetreibers und legen Sie sie an den Kühlschrank. Sie brauchen sie im Ernstfall in einer Situation, in der Sie kein Telefon in der Wohnung benutzen dürfen.
