Ein Briefkasten hängt zwanzig Jahre an derselben Stelle. Wer ihn 40 Zentimeter zu tief setzt, ärgert sich zwanzig Jahre lang. Wer ihn mit den beiliegenden Universaldübeln an eine gedämmte Fassade schraubt, sieht ihn nach dem ersten nassen Winter hängen. Diese Anleitung nennt die Maße, die vor dem Bohren feststehen müssen, und die Dübelfrage, die den Unterschied macht.

In welcher Höhe muss der Einwurfschlitz sitzen?
Die gängige Angabe lautet: mindestens 700 und höchstens 1700 Millimeter über dem Boden, gemessen bis zur Einwurföffnung. Dieser Korridor stammt aus dem informativen Anhang B der DIN EN 13724 und ist als ergonomische Planungshilfe gedacht, nicht als bindende Vorschrift. In Ausnahmefällen wird ein weiterer Bereich von 400 bis 1800 Millimetern genannt. Praktisch heißt das: Wer sich zwischen 900 und 1300 Millimetern bewegt, macht nichts falsch und bleibt gleichzeitig im barrierefreien Bereich.
| Maß | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Einwurfhöhe über Boden | 700 bis 1700 mm | informativer Anhang B, DIN EN 13724 |
| Einwurfhöhe barrierefrei | 900 bis 1300 mm | Empfehlung für eingeschränkte Mobilität |
| Ausnahmebereich | 400 bis 1800 mm | Sonderfälle laut Norm |
| Schlitzbreite Quereinwurf | 325 bis 400 mm | DIN EN 13724 |
| Schlitzbreite Längseinwurf | 230 bis 280 mm | DIN EN 13724 |
| Schlitzhöhe | 30 bis 35 mm | DIN EN 13724 |
| Namensschild, Schrifthöhe | ab 8 mm | Lesbarkeitsempfehlung |
Bei Briefkastenanlagen mit mehreren Fächern wird empfohlen, mindestens 30 Prozent der Kästen auf 900 bis 1300 Millimeter Höhe zu setzen. Wer im Erdgeschoss eines Mehrparteienhauses plant, sollte diese Fächer den Bewohnern zuordnen, die schlecht zu Fuß sind.
Was verlangt DIN EN 13724 sonst noch?
Die Norm dreht sich um ein einziges Bezugsformat: den C4-Umschlag mit 229 mal 324 Millimetern. Er muss ungefaltet durch den Schlitz passen, und er muss im Inneren des Kastens Platz finden, ohne geknickt zu werden. Ein Kasten, dessen Innenraum flacher ist als der Schlitz breit, erfüllt die Norm nicht. Genau das ist bei sehr flachen Designmodellen der Punkt, an dem der Zusteller anfängt zu falten.
Prüfen Sie beim Kauf drei Dinge: die ausdrückliche Angabe DIN EN 13724, das Innenmaß in Millimetern und die Angabe zur Regensicherheit. Ein Kasten ohne Wetterschutzkante über dem Schlitz nimmt bei Schlagregen Wasser auf, und nasse Post ist genauso verloren wie gar keine. Optische Alternativen von schlicht bis klassisch finden Sie in den Übersichten zum weißen Briefkasten und zum antiken Briefkasten.
Wo darf der Briefkasten stehen, damit zugestellt wird?
Die Beförderungsbedingungen der Postunternehmen verlangen leichte Zugänglichkeit. Der Zusteller muss den Kasten ohne Gefährdung durch Hunde, ohne rutschige Hindernisse und ohne zeitraubende Umwege erreichen. Daraus folgen ein paar praktische Regeln.
- Zurückliegende Häuser: Bei Grundstücken, die weit von der Straße abgesetzt sind, empfiehlt die Deutsche Post die Montage an der Grundstücksgrenze, etwa am Pfosten der Vorgartentür, statt an der Hauswand.
- Freier Zugang: Kein Tor, das verschlossen ist, keine Stufe ohne Handlauf, kein freilaufender Hund auf dem Weg.
- Beleuchtung: Im Winter wird ab 16 Uhr im Dunkeln zugestellt. Ein Bewegungsmelder über der Haustür erhöht die Trefferquote spürbar.
- Namensschild: gut lesbar, wetterfest, Schrifthöhe ab etwa 8 Millimetern. Ohne Namen kann eine Sendung als unzustellbar zurückgehen.
- Öffnungsrichtung: Die Entnahmetür soll sich öffnen lassen, ohne dass Sie danach in der Hecke stehen. Prüfen Sie das vor dem Anzeichnen.

Wie montiere ich den Briefkasten Schritt für Schritt?
- Höhe festlegen. Halten Sie den Kasten an die Wand und messen Sie vom Boden bis zur Unterkante des Einwurfschlitzes. Zielbereich sind 900 bis 1300 Millimeter. Markieren Sie die Höhe mit Klebeband, nicht mit Bleistift, Putz nimmt Graphit dauerhaft an.
- Bohrpunkte übertragen. Nutzen Sie die Bohrschablone des Herstellers oder halten Sie den geöffneten Kasten an. Richten Sie mit der Wasserwaage aus und markieren Sie alle vier Punkte. Ein schief hängender Briefkasten fällt an einer Fassade sofort auf.
- Untergrund und Leitungen prüfen. Bohren Sie an einer unauffälligen Stelle 2 Zentimeter probeweise an und beurteilen Sie das Bohrmehl. Roter Staub deutet auf Ziegel, grauer auf Beton, sehr feiner heller auf Porenbeton. Fahren Sie die Punkte zusätzlich mit dem Leitungssucher ab.
- Bohren. Bohrerdurchmesser gleich Dübeldurchmesser, Bohrtiefe gleich Dübellänge plus einmal Dübeldurchmesser. Ein 40 Millimeter langer 8er-Dübel braucht also 48 Millimeter Tiefe. Schlagbohren nur in Beton, Vollziegel und Naturstein, sonst ohne Schlag.
- Loch säubern und dübeln. Blasen oder saugen Sie das Bohrmehl heraus. Ein Dübel, der auf Bohrmehl sitzt, wandert beim Anziehen nach hinten und verliert die halbe Auszugskraft. Dübel bündig einschlagen.
- Verschrauben und abdichten. Schraube rund 20 Millimeter länger als der Dübel wählen. Ziehen Sie über Kreuz an und kontrollieren Sie die Waagerechte erneut. Setzen Sie oben über die Schraubenköpfe einen kleinen Tropfen Fassadendichtstoff, damit kein Wasser hinter die Rückwand läuft.
- Funktionsprobe. Stecken Sie einen C4-Umschlag durch den Schlitz und öffnen Sie die Entnahmetür einmal komplett. Bleibt der Umschlag stecken oder schlägt die Tür gegen die Wand, korrigieren Sie jetzt.
Welcher Dübel hält an einer gedämmten Fassade?
Das ist der häufigste Fehler bei dieser Montage. Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren Zentimetern Dämmstoff, auf den ein dünner Putz aufgebracht ist. Weder Dämmstoff noch Putz tragen Last. Wer dort einen Universaldübel setzt, hält den Briefkasten am Putz fest, und der Putz reißt.
Achtung bei Wärmedämmverbundsystemen. Verwenden Sie Montagezylinder oder Abstandsmontagesysteme, die durch die Dämmebene hindurch in das tragende Mauerwerk reichen und die Last dorthin leiten. Diese Systeme sind für definierte Dämmstoffdicken ausgelegt, messen Sie die Dicke vorher an einer Fensterlaibung. Ohne solches System hängen Sie den Kasten besser an einen freistehenden Pfosten.
Bei ungedämmten Wänden richtet sich alles nach dem Baustoff. Vollziegel und Beton sind unkritisch, Lochziegel brauchen lange Dübel mit weit hinten liegender Spreizzone, Porenbeton verlangt eigene Porenbetonschrauben oder Spezialdübel. Welcher Dübel in welchen Untergrund gehört, welche Bohrtiefe gilt und wann der Schlagbohrmodus ausbleiben muss, steht ausführlich im Ratgeber welchen Dübel für welche Wand.
MerkeNach DIN 18015-3 verlaufen waagerechte Installationszonen 15 bis 45 Zentimeter über dem Fußboden und unter der Decke. Neben Haustüren kommen senkrechte Zonen hinzu, in denen Leitungen zu Klingel, Türöffner und Außenleuchte laufen. Ein Briefkasten hängt oft genau dort. Setzen Sie den Leitungssucher an, bevor Sie bohren, und bohren Sie niemals blind neben einer bestehenden Klingelanlage.
Was gilt für Mietwohnungen, Reihenhäuser und Sonderfälle?
In einem Mehrparteienhaus ist der Vermieter dafür verantwortlich, dass für jede Wohnung ein zustellfähiger Briefkasten vorhanden ist. Ein Mieter darf nicht ohne Weiteres einen eigenen Kasten an die Fassade schrauben. Klären Sie das vorher schriftlich. Bei Eigentumswohnungen entscheidet in aller Regel die Gemeinschaft über die Fassade, ein einzelner Eigentümer nicht allein.
Steht das Haus unter Denkmalschutz oder gibt es eine Gestaltungssatzung, kann die Fassadenbefestigung genehmigungspflichtig sein. Ein Anruf bei der Unteren Denkmalschutzbehörde dauert zehn Minuten und ist billiger als ein Rückbau.
Und wenn die Wand keine Option ist, bleibt der Standbriefkasten. Er wird auf ein Betonfundament gesetzt oder in eine Bodenhülse gesteckt und steht damit unabhängig von der Fassade. Für Grundstücke mit langer Zufahrt ist er ohnehin die von der Post bevorzugte Lösung.
Messen Sie vor dem Bohren einmal nach: Unterkante Einwurfschlitz zwischen 900 und 1300 Millimetern, C4-Umschlag passt durch, Namensschild montiert. Erst dann setzen Sie den Bohrer an.
