Dieser Fleck hat einen unnötig schlechten Ruf, denn chemisch ist er unspektakulär: Er gehört zur Gruppe der eiweißhaltigen Flecken, genau wie Ei, Milch und Blut. Damit gilt dieselbe Regel wie dort, und die ist einfach.
Eiweiß gerinnt oberhalb von etwa 40 Grad. Wird der Fleck warm behandelt oder heiß gewaschen, verhakt sich das Protein zwischen den Fasern und bleibt als steifer, meist hellerer Rand zurück. Kalt behandelt löst er sich dagegen problemlos.
Frische Flecken
- Kalt ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe, bis nichts mehr abgeht.
- Feinwaschmittel oder Gallseife auf die Stelle geben und einige Minuten einwirken lassen.
- Nochmals kalt spülen.
- Bei höchstens 30 Grad waschen.
- Feucht gegen das Licht prüfen, erst danach trocknen oder bügeln.
MerkeBettwäsche landet oft reflexartig im 60-Grad-Programm, weil das hygienisch richtig klingt. Bei sichtbaren Flecken ist die Reihenfolge umgekehrt: erst kalt behandeln, bis der Fleck weg ist, dann heiß waschen. Der Hygieneeffekt geht dabei nicht verloren, er kommt nur einen Schritt später.
Eingetrocknete Flecken
Eingetrocknet bildet sich ein steifer, gelblich-weißer Rand. Solange nie Hitze im Spiel war, ist er gut lösbar.
- Kaltes Salzwasser ansetzen: rund 20 Gramm Salz auf einen Liter kaltes Wasser, mehrere Stunden oder über Nacht einweichen.
- Gallseife auf die aufgeweichte Stelle, sanft einarbeiten, nicht reiben.
- Enzymhaltiges Flüssigwaschmittel als Vorbehandlung, etwa 15 Minuten. Nicht auf Wolle und Seide, dort greifen Enzyme die Faser an.
- Bei Bedarf wiederholen, statt die Temperatur zu erhöhen.
Welches Material verträgt was?
Bettwäsche besteht meist aus Baumwolle und ist unkompliziert. Bei den übrigen Materialien lohnt ein Blick auf das Pflegeetikett, bevor ein Mittel zum Einsatz kommt.
| Material | Geeignet | Ungeeignet |
|---|---|---|
| Baumwolle, Leinen | Salzlake, Gallseife, Enzymwaschmittel | heißes Wasser vor der Behandlung |
| Seide, Wolle | kaltes Wasser, Gallseife, Handwäsche | Enzyme, sie greifen die Faser an |
| Mikrofaser, Satin | Feinwaschmittel kalt | starkes Reiben, es raut die Oberfläche auf |
| Matratzenbezug | abnehmen und separat waschen | Behandlung im eingezogenen Zustand |
| Latex- und Schaumkern | Abtupfen, Natronpaste | Durchnässen, trocknet nicht mehr durch |
Matratze und Polster
Eine Matratze lässt sich nicht ausspülen, deshalb gilt hier das Gegenteil von viel Wasser: so wenig Flüssigkeit wie möglich, dafür mehrere Durchgänge.
- Mit einem kalten, feuchten Tuch abtupfen, das Tuch häufig wechseln.
- Natronpaste auftragen, aus Natron und kaltem Wasser, und vollständig antrocknen lassen.
- Absaugen, bei Bedarf ein zweites Mal.
- Aufstellen und durchlüften, damit keine Restfeuchte im Kern bleibt.
Ein Matratzenschoner, der bei 60 Grad waschbar ist, erspart diese Arbeit dauerhaft und schützt zugleich vor Schweiß und Hausstaub.
Die Einordnung in die Fleckensystematik liefert die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Nach demselben Muster funktionieren Eiweißflecken allgemein und Blutflecken.
