Eine Terrassenbox soll Polster, Auflagen und Spielzeug trocken halten. In der Praxis passiert oft das Gegenteil: Die Box hält den Regen zuverlässig ab, und trotzdem riechen die Kissen nach zwei Wochen muffig und zeigen dunkle Punkte auf der Unterseite. Die Ursache ist fast immer dieselbe, und sie hat nichts mit Undichtigkeit zu tun.

Warum schimmeln Kissen in einer dichten Box?
Schimmelpilze brauchen Wärme, Nährstoffe und Feuchtigkeit. Nährstoffe liefert jedes Textil, Wärme liefert die Sonne auf dem Boxdeckel. Der einzige Faktor, den Sie steuern können, ist die Feuchtigkeit. Fachliteratur zum Schimmelbefall nennt als kritische Schwelle eine relative Feuchte von rund 80 Prozent an der Materialoberfläche über einen längeren Zeitraum. Ab diesem Wert wächst nahezu jede Schimmelpilzart, ohne dass irgendwo flüssiges Wasser stehen muss.
Genau dieser Wert wird in einer geschlossenen Box mühelos erreicht. Ein Polster, das nach einem Regenschauer nur oberflächlich abgetrocknet wirkt, enthält im Schaumkern noch erhebliche Mengen Wasser. In einer dichten Box kann dieses Wasser nirgends hin. Es verdunstet in den Innenraum, die Luft dort erreicht binnen Stunden Sättigung, und in der Nacht schlägt es sich als Kondenswasser an der kühlen Innenwand nieder. Am Morgen ist die Box innen nass, obwohl kein Tropfen Regen hineingelaufen ist.
Wasserdicht ist nicht dasselbe wie trocken. Die Werbung für Auflagenboxen wirbt fast immer mit Dichtheit. Für die Kissen ist eine Box, die gar keine Luft austauscht, aber ungünstig. Der beste Kompromiss ist eine Box mit Deckelüberstand gegen Schlagregen und mit kleinen Lüftungsöffnungen im oberen Bereich, weil dort keine Spritzwassermenge ankommt und die feuchte, warme Luft ohnehin nach oben steigt.
Wie belüften Sie eine Auflagenbox richtig?
Lüftungsschlitze sind der einfachste Weg, kosten nichts und brauchen keinen Strom. Sie haben aber eine Grenze: Bei durchgehend hoher Außenluftfeuchte, etwa in einer nebligen Herbstwoche, trocknet auch eine belüftete Box nicht aus, weil die Umgebungsluft selbst schon feucht ist. Deshalb kommt es weniger auf die Öffnungen an als darauf, was Sie hineinlegen.
- Trocken einlagern. Legen Sie nur Polster ein, die vollständig durchgetrocknet sind. Drücken Sie das Kissen mit der flachen Hand fest zusammen. Bleibt an der Handfläche Feuchtigkeit, ist der Schaumkern noch nass.
- Locker stapeln. Packen Sie die Box nicht randvoll. Zwischen den Auflagen braucht es Luft, sonst trocknen die inneren Lagen über Wochen nicht ab.
- Regelmäßig öffnen. Öffnen Sie den Deckel bei trockenem, sonnigem Wetter für eine Stunde. Das ist wirksamer als jede zusätzliche Lüftungsöffnung.
- Schlitze freihalten. Reinigen Sie vorhandene Lüftungsöffnungen im Frühjahr. Sie setzen sich mit Staub, Blütenpollen und Spinnweben zu und wirken dann nicht mehr.
- Trockenmittel einlegen. Ein Beutel Silicagel oder ein Luftentfeuchter-Granulat in einer Schale bindet Restfeuchte. Wechseln Sie das Granulat, sobald es zusammenklumpt oder sich Flüssigkeit gesammelt hat.
- Vor dem Winter leeren. Textile Auflagen gehören in der kalten Jahreszeit nach drinnen, an einen frostfreien und trockenen Ort. Wie Sie die restliche Ausstattung überwintern, steht im Beitrag über den Schutz von Gartenmöbeln im Winter.
Warum braucht die Box Abstand zum Boden?
Der zweite Feuchtigkeitsweg kommt von unten. Terrassenplatten, Beton und Holzdielen nehmen Wasser auf und geben es langsam wieder ab. Steht die Box mit geschlossenem Boden flächig darauf, bildet sich zwischen Boxboden und Belag eine Zone, die tagelang nicht abtrocknet. Bei einer Holzbox fault dort das Bodenbrett, bei einer Metallbox rostet die Bodenkante, und bei einer Kunststoffbox wandert die Feuchte durch den Spalt nach innen.
Die Lösung ist banal: Stellen Sie die Box auf. Zwei Kanthölzer, vier Möbelfüße oder ein einfaches Gerüst aus Terrassendielen mit 3 bis 5 Zentimetern Höhe reichen. Die Luft kann darunter zirkulieren, Regenwasser läuft ab, und die Auflagefläche trocknet zwischen zwei Schauern wieder ab. Bei Holzterrassen hat das einen Nebeneffekt: Unter einer flächig aufliegenden Box vergraut die Diele nicht, was nach dem Umstellen einen deutlich sichtbaren Fleck hinterlässt.
Wählen Sie den Standort außerdem nicht in der prallen Nachmittagssonne. Eine dunkle Kunststoffbox erreicht im Sommer im Inneren erhebliche Temperaturen, was Farben in Polsterstoffen ausbleicht und Kunststoffe schneller altern lässt. Ein halbschattiger Platz an einer Hauswand ist besser, solange dort kein Wasser vom Dach abtropft.
Welches Material passt zu welchem Standort?
| Material | Stärken | Schwächen | Pflegeaufwand |
|---|---|---|---|
| Kunststoff, UV-stabilisiert | rostet nicht, leicht, kein Anstrich nötig | leicht genug, um bei Sturm zu kippen, versprödet bei fehlender UV-Stabilisierung | abwischen, sonst keiner |
| Holz, Kiefer imprägniert | günstig, schwer und damit standfest | braucht Anstrich, quillt und schwindet, Bodenbrett gefährdet | Lasur alle 1 bis 2 Jahre |
| Holz, Lärche oder Douglasie | höhere natürliche Dauerhaftigkeit als Fichte | teurer, vergraut ohne Pflege | Öl je nach Optik jährlich |
| Stahl, pulverbeschichtet | sehr stabil, hohes Eigengewicht | rostet ab dem ersten Kratzer, besonders an der Bodenkante | Kratzer sofort ausbessern |
| Aluminium | rostfrei, leicht, formstabil | teuer, dellt bei Stößen | praktisch keiner |
| Polyrattan auf Gestell | optisch passend zu Loungemöbeln | Geflecht ist selten dicht, meist mit Innenhülle | Innenhülle jährlich prüfen |
Bei Holzboxen lohnt der Blick auf die Bodenkonstruktion. Viele preiswerte Modelle haben eine Bodenplatte aus beschichteter Spanplatte oder dünnem Sperrholz, das bei Feuchtigkeit aufquillt und danach nicht wieder zusammengeht. Massivholzlatten mit Fugen sind hier deutlich robuster, auch wenn die Box damit nicht mehr staubdicht ist. Zur Materialfrage bei Sitzmöbeln passt der Beitrag über Gartenbänke und ihre Standzeiten.
Wie gefährlich ist der Deckel?
Ein voll aufgeklappter Boxdeckel hat je nach Größe und Material ein erhebliches Gewicht und schließt, sobald er den Kipppunkt überschreitet, mit dem gesamten Hebelweg. Kinderhände liegen beim Hineingreifen genau auf dem Boxrand. Das ist die Stelle, an der der Deckel aufschlägt.
- Gasdruckfedern: Sie halten den Deckel offen und lassen ihn kontrolliert absinken. Prüfen Sie beim Kauf, ob die Feder den Deckel in jeder Position hält, nicht nur ganz oben.
- Fingerspalt: Ein umlaufender Freiraum zwischen Deckelkante und Korpus verhindert, dass Finger zwischen zwei Kanten geraten. Bei Boxen mit bündig aufliegendem Deckel fehlt dieser Spalt.
- Deckelbremse: Ein Anschlagdämpfer oder Softclose-Beschlag ist die einfachere Variante und bei Holzboxen häufiger verbaut.
- Kippsicherheit: Leichte Kunststoffboxen können bei offenem Deckel nach hinten kippen, wenn sich ein Kind daran hochzieht. Beladen Sie solche Boxen hinten schwerer oder sichern Sie sie an der Wand.
- Keine abschließbare Box im Kinderbereich: Eine Box, die von innen nicht zu öffnen ist und in die ein Kind hineinklettern kann, ist ein Risiko. Wählen Sie in diesem Fall Modelle ohne dicht schließenden Verschluss.
MerkePrüfen Sie im Laden nicht nur, ob der Deckel offen bleibt, sondern auch, wie er zufällt. Lassen Sie ihn aus halber Höhe los und hören Sie hin. Ein hartes Krachen bedeutet, dass keine Dämpfung vorhanden ist. Bei Boxen, an die Kinder herankommen, ist das ein Ausschlusskriterium.
Was tun, wenn die Auflagen schon muffig sind?
Ein muffiger Geruch ist die Vorstufe. Er entsteht durch Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, bevor sichtbarer Befall auftritt. Nehmen Sie in diesem Stadium alle Auflagen heraus und trocknen Sie sie an einem luftigen, schattigen Platz vollständig durch, notfalls über mehrere Tage. Prüfen Sie danach die Reißverschlüsse: Viele Auflagenbezüge lassen sich abziehen und bei 30 oder 40 Grad waschen, die Angabe steht im eingenähten Etikett.
Sind bereits dunkle Punkte sichtbar, geht es um Schimmelflecken im Textil. Die Behandlung unterscheidet sich je nach Gewebe und Farbe, und nicht jeder Befall lässt sich rückstandslos entfernen. Ein durchgeschimmelter Schaumkern ist ein Fall für den Austausch, weil sich das Myzel im offenporigen Schaum nicht sicher beseitigen lässt. Die Möglichkeiten für Textilien beschreibt der Beitrag über das Entfernen von Schimmelflecken.
Die Box selbst reinigen Sie mit warmem Wasser und Spülmittel und trocknen sie anschließend mit einem Tuch aus. Bei Holzboxen prüfen Sie danach den Anstrich im Bodenbereich und bessern schadhafte Stellen aus, bevor Sie wieder einräumen. Warten Sie mindestens 24 Stunden bei trockenem Wetter, bevor die ersten Auflagen zurück in die Box kommen.
