Der Spritzer Tomatensauce auf dem hellen Shirt gehört zu den häufigsten Küchenflecken überhaupt, und er ist ein Musterbeispiel für einen Mischfleck. Neben dem roten Farbstoff steckt fast immer Öl darin, weil Tomatensauce in Fett zubereitet wird.
Der Farbstoff heißt Lycopin und ist fettlöslich. Das erklärt zwei Dinge: warum reines Wasser wenig ausrichtet und warum ein Tomatenfleck nach dem Waschen oft blass, aber nicht weg ist. Der Fettanteil hält den Farbstoff im Gewebe fest.
Frische Tomatenflecken
- Feste Reste abheben, mit einem Löffelrücken, nicht wischen.
- Kalt ausspülen, von der Rückseite durch das Gewebe.
- Spülmittel oder Gallseife auf die Stelle geben und einige Minuten einwirken lassen, das löst den Fettanteil.
- Ausspülen und prüfen, was an Farbe übrig ist.
- Gegen den Farbrest arbeiten: Sauerstoffbleiche auf Weiß, Gallseife oder Essiglösung auf Buntem.
- Waschen und feucht kontrollieren, erst danach trocknen.
MerkeLycopin ist wie Beta-Carotin ein Carotinoid und damit nicht lichtecht. Auf weißer Wäsche verblasst der Rest deshalb zuverlässig in der Sonne. Legen Sie das Textil feucht nach draußen, oft genügt ein Nachmittag. Bei bunten Stoffen scheidet die Methode aus.
Eingetrocknete Tomatenflecken
Bei alten Flecken hat sich Essig als besonders wirksam erwiesen. Setzen Sie eine Mischung aus vier Teilen Wasser und einem Teil Essigessenz an, alternativ klaren Haushaltsessig pur, und legen Sie das Textil hinein.
Nach dem Einweichen unter kaltem Wasser ausspülen und den Vorgang wiederholen, bis der Fleck verschwunden ist. Zwei bis drei Runden sind bei eingetrockneter Sauce normal. Anschließend mit Spülmittel gegen den verbliebenen Fettschatten arbeiten und waschen.
Essigessenz nicht unverdünnt auf farbige Textilien und nicht auf Wolle oder Seide. Sie ist deutlich konzentrierter als Haushaltsessig und kann Farben und tierische Fasern angreifen. Auf empfindlichen Stoffen bleibt Gallseife die richtige Wahl.
Frisch, angetrocknet oder alt?
Der Aufwand hängt weniger an der Menge als am Zustand des Flecks und daran, ob er schon Wärme abbekommen hat.
| Zustand | Aussicht | Vorgehen |
|---|---|---|
| frisch, noch feucht | sehr gut | kalt ausspülen, dann Spülmittel |
| angetrocknet, wenige Stunden | gut | kalt einweichen, dann Gallseife |
| eingetrocknet, Tage | gut bis mittel | Essiglösung 4 zu 1, mehrere Durchgänge |
| bereits warm gewaschen | schlecht | Sauerstoffbleiche auf Weiß, sonst bleibt ein Ton |
| getrocknet oder gebügelt | sehr schlecht | Lycopin ist dauerhaft fixiert |
Tomate auf Kunststoff und Arbeitsplatten
Vorratsdosen und Brettchen aus Kunststoff nehmen Lycopin besonders bereitwillig auf, weil das Material selbst leicht fetthaltig ist. Der orange Ton lässt sich mit denselben Eigenschaften wieder lösen.
- Mit Speiseöl einreiben, kurz einwirken lassen und mit Spülmittel abwaschen.
- Anschließend in die Sonne stellen, das erledigt den Rest.
- Natronpaste auf laminierten Arbeitsplatten, etwa 30 Minuten einwirken lassen.
- Kein Scheuermittel auf Kunststoff, die Kratzer nehmen künftig noch schneller Farbe auf.
- Silikonformen behalten oft einen Rest, hier lässt sich der Ton nur abschwächen.
Der Unterschied zu Ketchup
Ketchup verhält sich ähnlich, bringt aber zwei Zusätze mit: Zucker und Essig. Der Zucker macht den Fleck klebrig und muss zuerst kalt ausgespült werden, sonst arbeitet man später gegen eine Schicht. Der enthaltene Essig hilft dagegen sogar mit, weil er den Farbstoff bereits leicht angreift.
Praktisch heißt das: Bei Ketchup zuerst gründlich kalt spülen, dann wie bei Tomatensauce weiterarbeiten. Details dazu stehen im Ratgeber zu Ketchupflecken.
Die Systematik hinter Farbstoff- und Fettflecken erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten, den Fettanteil im Detail der Ratgeber zu Fettflecken.
