Eine ausgediente Waschmaschine enthält ein Bauteil, das für Feuer wie gemacht scheint: eine perforierte Edelstahltrommel. Die Lochung sorgt für Luftzufuhr von allen Seiten, das Material hält hohe Temperaturen aus, und das Lichtmuster, das die Löcher abends an Wände und Boden werfen, ist der eigentliche Grund für die Beliebtheit dieses Umbaus. Der Aufwand steckt nicht im Feuerkorb, sondern in der Demontage davor.

Hält eine Waschmaschinentrommel offenes Feuer aus?
Die Innentrommel moderner Frontlader besteht in aller Regel aus rostfreiem Edelstahl. Dieses Material verträgt die Temperaturen eines Holzfeuers dauerhaft, es verzieht sich allenfalls leicht und läuft an der Oberfläche an. Ein Anlaufen ist optisch, kein Materialversagen.
Alles andere an einer Waschmaschine verträgt Feuer nicht. Die Trommel läuft in einem Bottich, der bei den meisten Geräten aus Kunststoff besteht. Im Trommelinneren sitzen die Mitnehmerrippen, ebenfalls häufig aus Kunststoff. An der Trommelrückseite sitzen Lager, Wellendichtring und Lagerfett. Das Gehäuse selbst ist lackiertes oder verzinktes Stahlblech. Von all diesen Teilen darf nichts übrig bleiben.
Erhitzen Sie niemals verzinkte Bauteile, Kunststoffreste oder Lagerfett. Verzinktes Blech gibt beim Erhitzen Zinkoxid an die Luft ab, das Atemwegsbeschwerden auslösen kann. Kunststoffreste, Dichtungen und Lagerfett verbrennen unvollständig und setzen dabei Rauchgase frei, die weder in den Garten noch in die Lunge gehören. Gehen Sie die Trommel vor dem ersten Feuer mit einer Taschenlampe Loch für Loch ab und entfernen Sie jeden Rest. Bei Zweifeln über die Materialzusammensetzung eines Teils lassen Sie es weg.
Bei sehr alten Maschinen kann die Trommel emailliert oder verzinkt sein statt aus Edelstahl. Ein einfacher Test: Ein Magnet haftet an ferritischem und verzinktem Stahl deutlich, an austenitischem Edelstahl kaum oder gar nicht. Der Test ist kein Beweis, aber ein brauchbarer Hinweis. Haftet der Magnet kräftig und ist die Oberfläche glänzend beschichtet, verzichten Sie auf das Projekt.
Welche Teile müssen raus, bevor gebaut wird?
| Bauteil | Material | Umgang |
|---|---|---|
| Innentrommel | meist Edelstahl | bleibt, wird zum Feuerkorb |
| Laugenbottich | Kunststoff, teils Edelstahl | komplett entfernen, Kunststoff zum Wertstoffhof |
| Mitnehmerrippen innen | häufig Kunststoff | abschrauben oder ausbrechen, restlos entfernen |
| Lager und Wellendichtring | Stahl, Gummi, Fett | ausbauen, Fettreste vollständig abwischen |
| Ausgleichsgewichte | Beton oder Gusseisen | nicht verbauen, Beton kann bei Hitze abplatzen |
| Federn und Stoßdämpfer | Stahl mit Kunststoffanteilen | demontieren |
| Motor, Heizstab, Kabelbaum | Kupfer, Kunststoff | ausbauen, Elektroschrott |
| Türmanschette und Schläuche | Gummi | mit dem Cuttermesser trennen und entsorgen |
Die Ausgleichsgewichte sind der Grund, warum eine Waschmaschine so schwer ist. Sie bestehen aus Beton oder Gusseisen und wiegen zusammen oft mehrere Dutzend Kilogramm. Sie gehören nicht in die Nähe des Feuers, denn Beton kann bei starker Erhitzung Feuchtigkeit einschließen und abplatzen. Für die Entsorgung gilt: Bauschutt, nicht Restmüll.

Die Elektronik, der Motor und der Heizstab sind Elektroaltgeräte und gehören zum Wertstoffhof. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht. Wer eine Waschmaschine zerlegt, wird zum Besitzer der Einzelteile und muss sie fachgerecht abgeben.
Wie bauen Sie den Feuerkorb Schritt für Schritt?
- Netzstecker ziehen. Trennen Sie die Maschine vollständig vom Stromnetz und lassen Sie sie vor der Demontage vollständig leerlaufen. Restwasser steht auch in scheinbar leeren Geräten in Pumpe und Schläuchen.
- Gehäuse öffnen. Lösen Sie Rückwand, Deckel, Frontblende und Tür. Danach liegen Bottich, Federn und Stoßdämpfer frei.
- Bottich ausbauen. Hängen Sie die Federn aus, lösen Sie die Stoßdämpfer und nehmen Sie den Bottich mit der Trommel heraus. Ohne die Ausgleichsgewichte ist er handhabbar.
- Trommel freilegen. Trennen Sie die beiden Bottichhälften und lösen Sie die Riemenscheibe sowie die Lagerung. Anschließend lässt sich die Trommel entnehmen.
- Restlos säubern. Entfernen Sie Mitnehmerrippen, Dichtungen und Fettreste. Waschen Sie die Trommel heiß ab und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Standfüße anbringen. Befestigen Sie drei oder vier Füße aus Metallrohr oder Flachstahl in gleichmäßigem Abstand an der Trommelunterseite. Drei Füße stehen auf unebenem Boden stabiler als vier.
- Ausrichtung prüfen. Die Öffnung zeigt nach oben, dort kommt später das Holz hinein. Prüfen Sie die Standsicherheit mit Gewicht, bevor Sie Feuer machen.
- Erstes Feuer im Freien. Brennen Sie den Korb bei einem ersten, kleinen Feuer aus. Restliche Öl- und Fettfilme rauchen dabei ab, deshalb an einem Tag mit guter Durchlüftung und ohne Nachbarn im Garten.
Hitzebeständiger Lack ist optional und nur außen sinnvoll. Auf der Innenseite verbrennt jede Beschichtung ohnehin. Verwenden Sie ausschließlich Lacke, die ausdrücklich für Ofen- und Grilltemperaturen freigegeben sind, und lassen Sie sie vollständig aushärten.
MerkeDie Trommel eines Toplader-Waschautomaten hat eine deutlich kleinere Öffnung und ist als Feuerkorb kaum brauchbar. Nehmen Sie die Trommel eines Frontladers, dort ist die gesamte Stirnseite offen.
Wo darf die Feuerstelle stehen?
Der Untergrund muss nicht brennbar sein. Geeignet sind Pflastersteine, Betonplatten und verdichteter Kies. Ungeeignet sind Holzterrassen, Rindenmulch, trockener Rasen und Kunstrasen. Auch auf Steinplatten lohnt eine zusätzliche Stahlblechunterlage, weil herausfallende Glut sonst Brandflecken hinterlässt und heller Naturstein durch Hitze reißen kann. Welche Plattenarten wie hitzeempfindlich sind, ordnet der Beitrag über Terrassensteine und ihre Materialeigenschaften ein.
- Abstand zu Brennbarem: Halten Sie mindestens zwei Meter zu allem Brennbaren frei, mehr ist besser. Verbreitete Empfehlungen für Feuerschalen nennen fünf bis zehn Meter zu Gebäuden, Hecken und Bäumen.
- Über Kopf prüfen: Über der Feuerstelle darf kein Ast, keine Markise und keine Wäscheleine hängen. Funkenflug steigt senkrecht auf.
- Windrichtung: Bei starkem Wind kein Feuer. Rauch und Funken tragen dann weit, und die Kontrolle geht verloren.
- Löschmittel bereithalten: Ein gefüllter Eimer Wasser oder Sand gehört neben die Feuerstelle. Ein Feuerlöscher in der Nähe ist die bessere Lösung, dazu passt der Hinweis, wie eine Feuerlöscherhalterung montiert wird.
- Nie unbeaufsichtigt: Auch die Restglut nicht. Sie hält je nach Holzmenge noch Stunden Zündtemperatur.
- Nicht bewegen: Ein Feuerkorb heißt tragbar, weil er im kalten Zustand tragbar ist. Im Betrieb wird er nicht verschoben.
Brauchen Sie eine Genehmigung für ein Feuer im Garten?
Das lässt sich nicht bundeseinheitlich beantworten. Maßgeblich sind das Bundes-Immissionsschutzgesetz, die Landes-Immissionsschutzgesetze, die Landeswaldgesetze und vor allem das jeweilige Ortsrecht. In vielen Kommunen gelten kleine Feuer in Feuerschalen und Feuerkörben als genehmigungsfrei, solange sie niemanden belästigen und eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Andernorts besteht Anzeigepflicht, in einzelnen Fällen auch Genehmigungspflicht.
Ein Beispiel für die Größenordnung solcher Vorgaben liefert Brandenburg. Dort gelten Holzfeuer bis zu einem Meter Durchmesser und einem Meter Höhe als kleine Feuer, es sind Mindestabstände zu Wäldern einzuhalten, und ab Waldbrandwarnstufe 4 ist offenes Feuer untersagt. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 20.000 Euro geahndet werden. Diese Zahlen gelten für Brandenburg, nicht für Ihre Gemeinde. Fragen Sie vor dem ersten Feuer beim örtlichen Ordnungsamt nach, das kostet ein Telefonat.
Beim Brennmaterial ist die Rechtslage dagegen bundesweit eindeutig. Zulässig ist ausschließlich naturbelassenes, trockenes Holz, also Scheite, kurze Äste, Reisig, Zapfen und Holzbriketts. Verboten sind gestrichenes, lackiertes und imprägniertes Holz, Sperrholz, Spanplatten, Abbruchholz mit Teer oder Dachpappe sowie das Verbrennen von Garten- und Haushaltsabfällen. Feuchtes Holz raucht stark und ist der häufigste Anlass für Beschwerden aus der Nachbarschaft. Wie Sie Brennholz so lagern, dass es tatsächlich trocknet, zeigt der Beitrag über Kaminholzregale und die richtige Lagerung.
Nach dem Abend gilt: Glut vollständig ablöschen, Asche erst nach mindestens 48 Stunden entsorgen und dafür einen Metalleimer verwenden. Asche aus naturbelassenem Holz gehört in den Restmüll, nicht auf den Kompost und nicht ins Beet, weil Schwermetallgehalte und pH-Wert nicht kalkulierbar sind.
