Ein Feuerlöscher nützt nur dann etwas, wenn ihn im Ernstfall jemand innerhalb von Sekunden findet und mit einer Hand aus der Halterung ziehen kann. Genau daran scheitern die meisten Löscher in Privathaushalten: Sie stehen im Abstellraum hinter dem Staubsauger, sind seit 14 Jahren nicht geprüft, oder es ist der falsche Typ für den Brand, der am wahrscheinlichsten ausbricht. Die Montage der Halterung ist deshalb nur der letzte von drei Schritten.

In welcher Höhe wird ein Feuerlöscher montiert?
Die Arbeitsstättenregel ASR A2.2 gilt zwar für Arbeitsstätten und nicht für Privatwohnungen, sie ist aber der beste verfügbare Maßstab. Dort heißt es, Feuerlöscher seien so anzubringen, dass sie ohne Umstände aus der Halterung genommen werden können, und für die Griffhöhe hätten sich 0,80 bis 1,20 Meter als zweckmäßig erwiesen. Gemessen wird bis zum Tragegriff, nicht bis zur Oberkante des Behälters.
Der zweite Wert betrifft den Weg. Die Entfernung von jedem Punkt bis zum nächsten Löscher soll 20 Meter tatsächliche Laufstrecke nicht überschreiten, gemessen also um Möbel und durch Türen herum, nicht in der Luftlinie. In einem Reihenhaus über drei Etagen bedeutet das in der Regel mehr als ein Gerät.
- Standort: Flure, Treppenhauseingänge, Ausgänge ins Freie und Kreuzungspunkte von Wegen sind die sinnvollen Plätze. Dort kommt man auf dem Fluchtweg ohnehin vorbei.
- Sichtbarkeit: Der Löscher muss zu sehen sein. In Arbeitsstätten wird der Standort mit dem Brandschutzzeichen F001 nach ASR A1.3 gekennzeichnet, im Privathaus reicht ein freier Blick darauf.
- Griffbereich: Kein Schrank, kein Vorhang, kein Türblatt davor. Was verstellt werden kann, wird irgendwann verstellt.
- Kinder: Die untere Grenze von 0,80 Metern ist Absicht. Wer den Löscher höher hängt, damit Kinder nicht drankommen, macht ihn für kleinere Erwachsene schwer erreichbar.
- Temperatur: Nicht neben Heizkörper, Herd oder in den unbeheizten Außenbereich. Beachten Sie den auf dem Etikett angegebenen Temperaturbereich.
- Verkehrswege: Der Löscher darf nicht in den Durchgang ragen. In schmalen Fluren gibt es flache Halterungen und Wandkästen.
Welcher Feuerlöscher gehört in die Wohnung?
Die Auswahl richtet sich nach der Brandklasse. DIN EN 2 teilt Brände nach dem brennenden Stoff ein, die frühere Klasse E für Elektrobrände wurde abgeschafft. Ein Löscher trägt die Klassen, für die er geeignet ist, als Piktogramm auf dem Etikett.
| Brandklasse | Brennende Stoffe | Beispiele | Geeignetes Löschmittel |
|---|---|---|---|
| A | feste, Glut bildende Stoffe | Holz, Papier, Textilien | Wasser, Schaum, ABC-Pulver |
| B | brennbare Flüssigkeiten und Stoffe, die durch Hitze flüssig werden | Benzin, Öle, Lacke, Wachs | Schaum, ABC-Pulver, Kohlendioxid |
| C | brennbare Gase | Propan, Erdgas, Wasserstoff | ABC-Pulver, BC-Pulver |
| D | brennbare Metalle | Aluminium, Magnesium, Lithium | spezieller Metallbrandlöscher |
| F | Speiseöle und Speisefette | Frittieröl, Bratfett | spezieller Fettbrandlöscher |
Für den Haushalt lautet die verbreitete Empfehlung: mindestens ein Feuerlöscher an einem zentralen, gut erreichbaren Ort und zusätzlich ein Fettbrandlöscher für die Küche. Der zentrale Löscher deckt in der Praxis die Klassen A und B ab, weil damit brennende Möbel, Textilien und Flüssigkeiten erfasst sind. Reine Pulverlöscher löschen zwar breit, verteilen aber feines Pulver in der ganzen Wohnung und richten dabei erheblichen Folgeschaden an. Schaumlöscher sind im Wohnbereich meist die praktischere Wahl.
Warum braucht die Küche einen eigenen Löscher?
Brennendes Speisefett ist ein Sonderfall. Wasser und wasserhaltiger Schaum sind hier nicht nur wirkungslos, sondern gefährlich: Das Wasser sinkt in das über 300 Grad heiße Fett, verdampft schlagartig und reißt das brennende Fett in feinen Tröpfchen mit nach oben. Es entsteht eine explosionsartige Stichflamme, die bis an die Decke reicht. Ein Fettbrandlöscher der Klasse F enthält dagegen ein Mittel, das mit dem Fett eine seifenartige Schicht bildet, den Brand erstickt und ein Rückzünden verhindert.
Achtung, niemals Wasser in brennendes Fett. Das gilt für den Wasserhahn, für den Wassereimer und für jeden Löscher ohne Klasse F. Ist kein Fettbrandlöscher greifbar, schalten Sie die Herdplatte aus und ersticken die Flamme mit einem passenden Topfdeckel aus Metall, den Sie von der Körperseite weg über den Topf schieben. Gelingt das nicht sofort, verlassen Sie die Wohnung, schließen die Tür und rufen die 112.
Wie montiere ich die Halterung Schritt für Schritt?
- Standort festlegen. Gehen Sie den Weg von den Räumen mit der höchsten Brandlast, also Küche, Heizungsraum und Werkstatt, bis zum geplanten Platz ab. Bleiben Sie unter 20 Metern Laufweg und wählen Sie einen Punkt auf dem Fluchtweg.
- Höhe anreißen. Halten Sie den Löscher in der Halterung an die Wand und markieren Sie die Position so, dass der Tragegriff zwischen 0,80 und 1,20 Metern über dem Fertigfußboden liegt. Notieren Sie die Bohrpunkte der Halterung.
- Untergrund prüfen. Eine Probebohrung mit 6 Millimetern zeigt am Bohrmehl, womit Sie es zu tun haben. Bei Gipskarton suchen Sie die Ständer der Unterkonstruktion. Welcher Dübel wohin gehört, steht im Ratgeber welchen Dübel für welche Wand.
- Leitungen orten. Fahren Sie die Bohrpunkte mit dem Leitungssucher ab. Nach DIN 18015-3 verlaufen senkrechte Installationszonen 10 bis 30 Zentimeter neben Türen, und genau dort hängt ein Löscher gern.
- Bohren und dübeln. Bohrerdurchmesser gleich Dübeldurchmesser, Bohrtiefe gleich Dübellänge plus einmal Dübeldurchmesser. Bohrloch ausblasen, Dübel bündig einschlagen.
- Halterung verschrauben. Mit der Wasserwaage ausrichten, alle Schrauben zuerst handfest, dann über Kreuz fest anziehen. Ein schief sitzender Halter klemmt den Löscher.
- Funktion testen. Nehmen Sie den Löscher einhändig aus der Halterung und hängen Sie ihn wieder ein. Das muss ohne Ruckeln und ohne zweite Hand gehen, sonst sitzt der Halter zu hoch oder zu eng.
- Alle einweisen. Zeigen Sie allen Mitbewohnern den Standort und die Bedienung: Sicherung ziehen, Abstand von zwei bis drei Metern halten, stoßweise in die Glut sprühen, nicht in die Flammenspitze.
MerkeEin Feuerlöscher ersetzt keinen Rauchwarnmelder. Der Melder weckt Sie nachts, der Löscher hilft nur, wenn Sie wach und im Raum sind. In allen Bundesländern gilt eine Rauchmelderpflicht für Wohnungen, die Montage ist im Beitrag Rauchmelder in der Wohnung anbringen beschrieben.
Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?
Das Grundintervall beträgt zwei Jahre. Geprüft wird von einer sachkundigen Person nach DIN 14406-4, dazu gehören äußere Sichtprüfung, Wiegen des Behälters, Prüfung von Druck und Auslösemechanismus sowie der Austausch von Verschleißteilen. Nach der Prüfung wird das Gerät neu plombiert und mit einem Prüfvermerk beklebt.
Zwei weitere Termine kommen dazu. Nach fünf Jahren steht die innere Prüfung mit Öffnen des Behälters an, einschließlich Wechsel von Löschmittel und Dichtungen. Nach zehn Jahren folgt die Festigkeitsprüfung des Behälters mit Wasserdruck. Nach insgesamt 20 bis 25 Jahren wird ein Löscher unabhängig vom Zustand ausgetauscht, das Herstellungsdatum finden Sie eingeprägt am Behälter. Die Kosten je Sachkundigenprüfung werden je nach Anbieter und Gerätetyp unterschiedlich angegeben, die Spanne reicht von etwa 7 bis 35 Euro.
Für rein private Wohnbereiche gibt es keine gesetzliche Prüfpflicht. Empfohlen wird sie trotzdem, weil ein Löscher mit abgefallenem Druck im Ernstfall nichts weiter ist als ein schwerer roter Behälter. Prüfen Sie zwischen den Terminen monatlich selbst: Ist die Plombe unversehrt, steht der Zeiger des Manometers im grünen Bereich, ist das Gerät frei zugänglich und unbeschädigt? Diese Sichtkontrolle dürfen Sie selbst vornehmen, die Sachkundigenprüfung nicht. Ob Ihre Versicherung Anforderungen an Löschmittel im Haushalt stellt, klärt ein Blick in die Bedingungen, dazu mehr im Beitrag zur Feuerversicherung.
Wann bringt der Löscher nichts mehr?
Ein tragbarer Feuerlöscher ist für Entstehungsbrände gemacht. Sobald ein Möbelstück vollständig brennt, sich Rauch unter der Decke sammelt oder Sie den Raum nur noch gebückt verlassen können, ist die Grenze überschritten. Brandrauch ist die häufigste Todesursache bei Wohnungsbränden, und wenige Atemzüge reichen aus. Löschen Sie nie gegen die Fluchtrichtung, halten Sie immer die Tür im Rücken.
Ebenso wenig gehören brennende Gasflaschen, ein brennender Zählerkasten oder ein Akkubrand an einem Elektrofahrzeug in Laienhand. Bei Lithium-Akkus arbeitet die Feuerwehr mit anderen Verfahren, ein Haushaltslöscher kühlt die betroffenen Zellen nicht ausreichend. Wählen Sie in diesen Fällen sofort die 112, bringen Sie alle Personen aus der Wohnung und schließen Sie die Türen hinter sich.
Tragen Sie den nächsten Prüftermin in den Kalender ein, sobald der Löscher hängt. Der Aufkleber am Gerät hat noch niemanden erinnert.
