Im Baumarkt stehen beide Bauformen nebeneinander und heißen beide Vogelhaus. Das eine ist ein Nistkasten, in dem im Frühjahr gebrütet wird, das andere ein Futterhaus für den Winter. Wer sie verwechselt, hängt im Oktober einen Nistkasten auf und wundert sich, dass niemand kommt. Trennen Sie die beiden Funktionen von Anfang an, dann treffen Sie auch die richtigen Entscheidungen bei Maßen und Standort.

Welcher Lochdurchmesser passt zu welcher Vogelart?
Das Flugloch ist die wichtigste Entscheidung am ganzen Kasten. Es wirkt wie ein Filter: Zu groß, und größere Arten oder Räuber kommen hinein. Zu klein, und die Wunschart passt nicht durch. Der NABU nennt für die gängigen Höhlenbrüter konkrete Durchmesser.
| Art | Flugloch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Blaumeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Sumpfmeise, Weidenmeise | 26 bis 28 Millimeter Durchmesser | Hält die größere Kohlmeise draußen |
| Kohlmeise | 32 Millimeter Durchmesser | Wird auch von Kleiber und Feldsperling angenommen |
| Star | 45 Millimeter Durchmesser | Braucht zusätzlich einen deutlich größeren Kasten |
| Gartenrotschwanz | Ovale Öffnung, 48 Millimeter hoch und 32 Millimeter breit | Die ovale Form ist artspezifisch |
Zwei Maße gelten unabhängig von der Art. Der Unterrand des Flugloches soll mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden liegen, damit eine Katzenpfote die Brut nicht erreicht. Und die Grundfläche soll mindestens 12 mal 12 Zentimeter betragen, auch bei den kleinsten Modellen. Kästen, die diese Werte unterschreiten, sind Dekoration.
Kein Anflugstab vor dem Flugloch. Die Sitzstange, die viele Kästen mitbringen, ist nach Einschätzung des NABU unnötig und für die Bewohner sogar schädlich. Höhlenbrüter landen direkt am Loch und klettern die Wand hoch, sie brauchen keine Stange. Katzen, Marder und Elstern dagegen nutzen sie als Halt, um an das Loch heranzukommen. Wenn Ihr gekaufter Kasten eine Stange hat, sägen Sie sie bündig ab und schleifen Sie die Stelle glatt. Aus demselben Grund gehören auch Zierleisten und vorstehende Kanten unter dem Flugloch nicht an einen Nistkasten.
Welches Holz und welcher Aufbau?
Naturholz ist die richtige Wahl, weil es atmungsaktiv ist und im Inneren ein ausgeglichenes Klima erzeugt. Kunststoffkästen sind abzulehnen: Sie heizen sich in der Sonne stark auf, und die glatten Innenwände lassen Jungvögel beim Ausfliegen nicht hochklettern. Rauhe Innenflächen sind deshalb ein Vorteil, nicht ein Verarbeitungsfehler.
- Brettdicke: Dickere Bretter puffern Temperaturschwankungen besser ab und halten länger. Dünne Sperrholzkästen verziehen sich nach dem ersten Winter.
- Innenwand: Sägerau lassen oder auf der Innenseite der Vorderwand quer einritzen, damit die Jungen Halt zum Hochklettern finden.
- Behandlung: Innen bleibt das Holz unbehandelt. Außen genügt ein diffusionsoffener, lösungsmittelfreier Anstrich, wenn Sie ihn überhaupt wollen.
- Öffnungsmöglichkeit: Der Kasten muss sich öffnen lassen. Fest verschlossene Kästen füllen sich mit Nistmaterial, toten Jungvögeln und Parasiten und sind dann auf Jahre unbrauchbar.
- Entwässerung: Ein paar kleine Löcher im Boden lassen eingedrungenes Wasser ablaufen. Ein stehendes Nest verschimmelt.
- Dachüberstand: Ein nach vorn überstehendes Dach hält Regen vom Flugloch fern und erschwert Räubern den Zugriff von oben.
Wo und wie hängen Sie den Kasten auf?
- Ausrichtung wählen. Das Flugloch nach Osten oder Südosten drehen. Damit liegt es weder in der prallen Mittagssonne noch auf der Wetterseite, von der Regen kommt.
- Neigung setzen. Den Kasten leicht nach vorn geneigt aufhängen, nie nach hinten. So läuft Regen an der Vorderwand ab statt ins Flugloch.
- Höhe bestimmen. Üblich sind 2 bis 3 Meter über dem Boden, außerhalb der Reichweite von Katzen und Menschen. Für die Arbeit in dieser Höhe brauchen Sie einen sicheren Stand, dazu passt der Beitrag darüber, wie Sie eine Leiter an der Hauswand oder im Garten sichern.
- Anflug freihalten. Vor dem Flugloch sollten keine dichten Zweige stehen. Ein freier Anflug von mindestens einem Meter ist sinnvoll.
- Baumfreundlich befestigen. Aluminiumnägel oder ein Drahtbügel mit Schlauchstück als Rindenschutz statt Stahlnägeln. Der Draht muss jährlich nachgelassen werden, sonst wächst er ein.
- Abstand einhalten. Mehrere Kästen derselben Art nicht dicht nebeneinander, weil Meisen Reviere verteidigen. Ein Abstand von etwa 10 Metern ist ein brauchbarer Anhaltspunkt.
- Aufhängezeitpunkt. Der Herbst ist gut, weil Kästen im Winter auch als Schlafplatz genutzt werden. Aufhängen im Februar oder März funktioniert ebenfalls.
Warum ist am Futterhaus die Hygiene der Kernpunkt?
Weil ein Futterplatz viele Vögel an einem Ort zusammenbringt. Salmonellen werden über Kot übertragen, und in einem offenen Häuschen laufen die Tiere durch ihr eigenes Futter. Kommt Feuchtigkeit hinzu, verdirbt das Futter und schimmelt. Der NABU dokumentiert Fälle von Salmonellose an Futterplätzen, bei denen ganze Gruppen betroffen waren.
Daraus folgt die klare Rangfolge: Ein Futtersilo ist besser als ein offenes Häuschen, weil das Futter trocken bleibt und die Vögel nicht hineinlaufen können. Wer trotzdem ein offenes Häuschen nutzt, muss es täglich reinigen und darf immer nur kleine Mengen nachfüllen. Verdorbenes oder feuchtes Futter gehört sofort entfernt, nicht nur ergänzt. Weitere Bauformen und Varianten beschreibt der Beitrag über das Vogelhaus.
| Merkmal | Futtersilo | Offenes Futterhaus |
|---|---|---|
| Futter bleibt trocken | Ja, geschützt im Rohr | Nur bei großem Dachüberstand |
| Verschmutzung durch Kot | Praktisch ausgeschlossen | Regelmäßig, weil Vögel im Futter stehen |
| Reinigungsaufwand | Alle paar Wochen komplett leeren und säubern | Täglich |
| Nachfüllmenge | Großer Vorrat möglich | Nur kleine Mengen sinnvoll |
| Geeignete Arten | Vor allem Körnerfresser an der Sitzstange | Auch Arten, die am Boden picken |
MerkeNistkasten und Futterhaus gehören nicht an denselben Ort. Ein Futterplatz zieht viele Vögel und damit auch Katzen und Greifvögel an, ein Brutplatz braucht Ruhe. Halten Sie beide Einrichtungen mehrere Meter auseinander. Wenn Sie ein einfaches Projekt für Kinder suchen, ist ein Vogelhaus aus Milchkartons ein guter Einstieg, ersetzt aber keinen dauerhaften Nistkasten aus Holz.
Wann und wie reinigen Sie den Nistkasten?
Nach der Brutsaison, üblicherweise im Spätsommer oder Herbst, wenn keine zweite Brut mehr im Kasten ist. Nehmen Sie das alte Nest vollständig heraus, denn darin sitzen Vogelflöhe, Milben und andere Parasiten, die im nächsten Jahr die Brut schwächen. Kehren Sie den Kasten mit einer Handbürste aus und lassen Sie ihn offen trocknen.
Verzichten Sie auf Reinigungsmittel und Desinfektionslösungen. Klares Wasser genügt, wenn überhaupt Wasser nötig ist. Tragen Sie Handschuhe und eine Staubmaske, weil beim Ausräumen Staub und Parasiten aufgewirbelt werden. Kontrollieren Sie bei dieser Gelegenheit auch die Aufhängung: Ein Draht, der sich in die Rinde einschneidet, gehört gelöst und neu gesetzt. Und prüfen Sie das Flugloch auf Aufweitung durch Spechte, denn ein aufgehacktes Loch macht den Kasten für Räuber zugänglich und lässt sich mit einer aufgeschraubten Metallplatte mit passendem Durchmesser reparieren.
