Ein Regal im Bad hat wenig zu tragen und viel auszuhalten. Shampooflaschen und Cremetiegel bringen kaum Gewicht auf die Wand, aber die Luftfeuchte steigt nach jeder Dusche über 80 Prozent, Reinigungsmittel hinterlassen Chloride auf den Beschlägen, und hinter der Fliese liegt eine Abdichtungsebene, die man mit einem Bohrer in Sekunden zerstört. Wer diese drei Punkte im Griff hat, montiert ein Badregal, das nach fünf Jahren noch aussieht wie am ersten Tag.
Welche Beschläge rosten im Bad nicht?

Die entscheidende Unterscheidung heißt A2 gegen A4, im Handel auch V2A gegen V4A. Beide sind nichtrostende Stähle mit Chrom, das eine schützende Passivschicht bildet. Der Unterschied liegt in einem einzigen Legierungselement: A4 enthält zusätzlich rund zwei Prozent Molybdän, und dieses Molybdän stabilisiert die Passivschicht gegen Chloride. Ohne den Zusatz kann die Schutzschicht örtlich durchbrochen werden. Das Ergebnis ist Lochfraß, der an der Oberfläche kaum zu sehen ist und die Schraube von innen zerfrisst.
Für ein normales Hausbad mit üblicher Luftfeuchte genügt A2. Sobald chlorhaltige Reiniger regelmäßig zum Einsatz kommen, die Lüftung schwach ist oder das Bad an einen Poolbereich grenzt, gehört A4 an die Wand. Der Aufpreis fällt bei vier Schrauben kaum ins Gewicht.
- Schrauben: A2 im Standardbad, A4 bei Chloridbelastung. Verzinkter Stahl rostet im Bad innerhalb weniger Jahre durch.
- Konsolen und Halter: Edelstahl oder pulverbeschichtetes Aluminium. Verchromter Zinkdruckguss platzt an den Kanten auf, sobald Feuchtigkeit unter die Schicht kriecht.
- Kontaktkorrosion: Kombinieren Sie keine verzinkten Schrauben mit Edelstahlteilen. Die unterschiedlichen Metalle bilden im feuchten Milieu ein Element, und das unedlere Teil löst sich auf.
- Dübel: Nylon ist im Bad unproblematisch, es korrodiert nicht. Auf die Metallteile kommt es an.
- Regalboden: Glas, Keramik, Edelstahl oder beschichtete Platte mit versiegelten Kanten. Rohes Holz und offene Spanplattenkanten quellen auf.
Wo darf ich im Badezimmer nicht bohren?
Diese Frage entscheidet über Wasserschäden. DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und teilt die Flächen in Wassereinwirkungsklassen ein. W0-I steht für geringe Beanspruchung, etwa Wandflächen außerhalb der Dusche in einem Hausbad mit Badewanne. W1-I bezeichnet mäßige Beanspruchung in Bädern mit Bodenablauf, W2-I hohe Beanspruchung wie den Boden einer bodengleichen Dusche oder öffentliche Bäder, W3-I sehr hohe Beanspruchung in gewerblichen Bereichen.
Praktisch heißt das: Die Verbundabdichtung liegt als flüssig verarbeitete Schicht direkt unter den Fliesen. Sie muss mindestens 20 Zentimeter über die höchste Wasserentnahmestelle reichen und am Wandanschluss mindestens 5 Zentimeter hochgeführt sein. Jede Bohrung in diesem Bereich ist eine Durchdringung der Abdichtung. Hinter der Fliese sitzt dann ein offener Kanal, durch den Spritz- und Kondenswasser in die Wandkonstruktion läuft, ohne dass außen etwas zu sehen ist.
In der Duschzone wird nicht gebohrt. Innerhalb der Duschabtrennung und im gesamten Bereich, der von Duschwasser direkt getroffen wird, gehört keine nachträgliche Befestigung in die Wand. Nutzen Sie dort Systeme, die an der Duschstange, an der Glasabtrennung oder über Klemm- und Klebelösungen halten. Wenn eine Bohrung unvermeidbar ist, gehört sie in die Hand eines Fachbetriebs, der die Abdichtung mit einer systemzugehörigen Dichtmanschette wiederherstellt.
Welcher Dübel hält in einer Badwand?
Zuerst kommt der Untergrund. Das Bohrmehl verrät ihn: rot heißt Ziegel, grau und körnig heißt Beton, weiß und weich heißt Gips oder Porenbeton. In massiven Baustoffen wie Beton, Vollziegel und Kalksandstein arbeitet ein Spreiz- oder Universaldübel. In Lochziegeln verknoten sich Universaldübel im Hohlraum, für schwere Bauteile wie einen Waschtisch sind Injektionssysteme die belastbare Lösung. Trockenbauwände und Vorwandinstallationen verlangen Hohlraum- oder Kippdübel, für Spiegelschränke gibt es Langschaftdübel, die durch die Vorsatzschale bis in den tragenden Untergrund reichen.
Im Nassbereich kommt eine zweite Anforderung dazu. Ein einzelnes, schlecht abgedichtetes Bohrloch reicht aus, damit Feuchtigkeit in die Wand gelangt. Dafür gibt es abdichtende Kunststoffdübel für den Nassbereich, die das Bohrloch in der Fliese ohne zusätzliche Dichtmasse verschließen. Bausilikon als Füllung im Bohrloch ist ausdrücklich keine gleichwertige Alternative, weil es sich beim Eindrehen der Schraube verdrängt und keinen definierten Dichtsitz bildet. Welcher Dübeltyp zu welchem Wandaufbau gehört, ist im Überblick welcher Dübel für welche Wand passt nach Materialien sortiert.
Wie bohre ich in Badfliesen, ohne sie zu beschädigen?

Die Regeln sind kurz und gelten ausnahmslos. Bohren Sie ohne Schlagwerk, mit niedriger Drehzahl, wenig Druck und rechtwinklig zur Fläche. Kleben Sie zwei Lagen Malerkrepp über die Stelle, damit die Spitze auf der Glasur nicht wegrutscht, und körnen Sie den Punkt leicht an. Für Fliesen mit einer Ritzhärte bis 3 reicht ein Fliesen- oder Glasbohrer, Feinsteinzeug und Naturstein brauchen einen diamantbesetzten Bohrer.
Erst wenn die Fliese vollständig durchbohrt ist, wechseln Sie auf einen Steinbohrer. Das Schlagwerk schalten Sie nur zu, wenn dahinter tatsächlich Beton oder Vollziegel sitzt, und niemals, solange die Bohrerspitze noch in der Fliese steckt. Dieselbe Technik gilt am Fliesenspiegel in der Küche, wo sie im Beitrag über das Regal an der Küchenwand mit den Fugenmaßen ausführlich beschrieben ist.
MerkeHinter Badfliesen liegen oft Wasserleitungen einer Vorwandinstallation, besonders senkrecht über und unter Armaturen sowie waagerecht in Höhe der Anschlüsse. Prüfen Sie jede Bohrstelle mit einem Leitungssuchgerät in beiden Messmodi, bevor Sie ansetzen.
Wie plane ich das Regal für Kosmetik?
Kosmetik ist leicht. Eine 500-Milliliter-Flasche Shampoo wiegt gefüllt rund 550 Gramm, weil ein Milliliter Wasser etwa einem Gramm entspricht. Zehn solcher Flaschen nebeneinander ergeben ungefähr 5,5 Kilogramm je laufendem Meter, dazu kommen Tiegel, Bürsten und Kulturbeutel. Selbst mit Reserve bleibt ein Kosmetikbord deutlich unter 15 Kilogramm, damit sind auch verdeckte Halterungen und leichte Boards im Rahmen, wie sie der Beitrag über Wandboards für Deko-Elemente beschreibt.
| Position | Maß | Hinweis |
|---|---|---|
| Regaltiefe für Flaschen | 12 bis 15 cm | reicht für Standardflaschen, ohne dass man anstößt |
| Höhe über dem Waschtisch | mindestens 30 cm | Platz für Seifenspender und Zahnputzbecher |
| Erste Ablage über der Badewanne | mindestens 20 cm über der Wanne | außerhalb des direkten Spritzbereichs |
| Abstand zwischen zwei Böden | 25 bis 30 cm | ausreichend für hohe Flaschen |
| Traglast Kosmetikbord | bis 15 kg | Handtuchstapel gehören nicht dazu |
| Wandabstand des Bodens | 1 bis 2 cm | erleichtert Reinigung und Trocknung |
Handtücher sind der stille Zusatzposten. Ein trockenes Badetuch wiegt wenig, ein nasses das Mehrfache. Wenn auf dem Regal Handtücher liegen sollen, planen Sie es als tragende Konstruktion mit sichtbaren Konsolen und nicht als filigranes Glasbord.
Schritt für Schritt: Badregal montieren
- Zone festlegen. Wählen Sie eine Wandfläche außerhalb der Duschzone und außerhalb des direkten Spritzbereichs von Wanne und Waschtisch.
- Untergrund erkennen. Bohren Sie ein Probeloch an unauffälliger Stelle und beurteilen Sie die Farbe des Bohrmehls.
- Leitungen orten. Suchen Sie die Bohrstellen mit einem Leitungssuchgerät ab, besonders über und unter Armaturen.
- Anreißen. Ziehen Sie eine waagerechte Bleistiftlinie und markieren Sie die Bohrpunkte mittig in der Fliese, nicht im Fugenkreuz.
- Kreppband kleben. Zwei Lagen über jeden Punkt, dann mit einer Anreißnadel ankörnen.
- Fliese durchbohren. Ohne Schlag, niedrige Drehzahl, wenig Druck, rechtwinklig zur Fläche.
- Untergrund aufbohren. Auf Steinbohrer wechseln, Bohrtiefe gleich Dübellänge plus einmal Dübeldurchmesser, danach Loch aussaugen.
- Abdichtend dübeln. Setzen Sie im feuchtebelasteten Bereich einen abdichtenden Nassraumdübel und ziehen Sie die Schraube gefühlvoll an.
- Ausrichten und festziehen. Alle Halter locker montieren, Boden auflegen, mit der Wasserwaage prüfen, dann der Reihe nach festziehen.
- Kontrollieren. Prüfen Sie nach vier Wochen den Sitz und achten Sie auf dunkle Ränder um die Bohrlöcher.
Ein dunkler Fleck oder eine sich lösende Fuge rund um eine Befestigung ist ein Warnsignal. Nehmen Sie das Regal dann ab, trocknen Sie die Stelle und setzen Sie die Befestigung mit einem abdichtenden Dübel neu, bevor Feuchtigkeit den Fliesenkleber unterwandert. Lüften Sie das Bad nach dem Duschen fünf bis zehn Minuten quer, das senkt die Luftfeuchte schneller als jede Dauerkippstellung.
